DAS HEILIGE EVANGELIUM

TAGESEVANGELIUM vom 29. März 2017
MITTWOCH DER 4. WOCHE DER FASTENZEIT

P1000783 (2).JPGJohannes 5, 17-30
„In jener Zeit entgegnete Jesus den Juden: Mein Vater ist noch immer am Werk, und auch ich bin am Werk. Darum waren die Juden noch mehr darauf aus, ihn zu töten, weil er nicht nur den Sabbat brach, sondern auch Gott seinen Vater nannte und sich damit Gott gleichstellte. Jesus aber sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich aus tun, sondern nur, wenn er den Vater etwas tun sieht. Was nämlich der Vater tut, das tut in gleicher Weise der Sohn. Denn der Vater liebt den Sohn und zeigt ihm alles, was er tut, und noch größere Werke wird er ihm zeigen, so dass ihr staunen werdet. Denn wie der Vater die Toten auferweckt und lebendig macht, so macht auch der Sohn lebendig, wen er will. Auch richtet der Vater niemand, sondern er hat das Gericht ganz dem Sohn übertragen, damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt auch den Vater nicht, der ihn gesandt hat. Amen, amen, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat das ewige Leben; er kommt nicht ins Gericht, sondern ist aus dem Tod ins Leben hinübergegangen. Amen, amen, ich sage euch: Die Stunde kommt, und sie ist schon da, in der die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden; und alle, die sie hören, werden leben. Denn wie der Vater das Leben in sich hat, so hat er auch dem Sohn gegeben, das Leben in sich zu haben. Und er hat ihm Vollmacht gegeben, Gericht zu halten, weil er der Menschensohn ist. Wundert euch nicht darüber! Die Stunde kommt, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören und herauskommen werden: Die das Gute getan haben, werden zum Leben auferstehen, die das Böse getan haben, zum Gericht. Von mir selbst aus kann ich nichts tun; ich richte, wie ich es vom Vater höre, und mein Gericht ist gerecht, weil es mir nicht um meinen Willen geht, sondern um den Willen dessen, der mich gesandt hat.“

„Amen, amen, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat das ewige Leben; er kommt nicht ins Gericht, sondern ist aus dem Tod ins Leben hinübergegangen.“ – Ja, was ist die Botschaft Jesu? Sie gilt heute genauso wie damals und schenkt heute genauso Leben in Fülle – Ewiges Leben!

TAGESEVANGELIUM vom 28. März 2017

DIENSTAG DER 4. WOCHE DER FASTENZEIT

Mariazell Heriber Schwarz 211.jpgJohannes 5, 1-16
„Es war ein Fest der Juden, und Jesus ging hinauf nach Jerusalem. In Jerusalem gibt es beim Schaftor einen Teich, zu dem fünf Säulenhallen gehören; dieser Teich heißt auf hebräisch Betesda. In diesen Hallen lagen viele Kranke, darunter Blinde, Lahme und Verkrüppelte. Dort lag auch ein Mann, der schon achtunddreißig Jahre krank war. Als Jesus ihn dort liegen sah und erkannte, dass er schon lange krank war, fragte er ihn: Willst du gesund werden? Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich, sobald das Wasser aufwallt, in den Teich trägt. Während ich mich hinschleppe, steigt schon ein anderer vor mir hinein. Da sagte Jesus zu ihm: Steh auf, nimm deine Bahre und geh! Sofort wurde der Mann gesund, nahm seine Bahre und ging. Dieser Tag war aber ein Sabbat. Da sagten die Juden zu dem Geheilten: Es ist Sabbat, du darfst deine Bahre nicht tragen. Er erwiderte: Der Mann, der mich gesund gemacht hat, sagte zu mir: Nimm deine Bahre und geh! Sie fragten ihn: Wer ist das denn, der zu dir gesagt hat: Nimm deine Bahre und geh? Der Geheilte wusste aber nicht, wer es war. Jesus war nämlich weggegangen, weil sich dort eine große Menschenmenge angesammelt hatte. Später traf ihn Jesus im Tempel und sagte zu ihm: Jetzt bist du gesund; sündige nicht mehr, damit dir nicht noch Schlimmeres zustößt. Der Mann ging fort und teilte den Juden mit, dass es Jesus war, der ihn gesund gemacht hatte. Daraufhin verfolgten die Juden Jesus, weil er das an einem Sabbat getan hatte.“

Ist es unerhört, einem sehr lange kranken Menschen zu fragen, ob er gesund werden will? In der Antwort des Kranken wird deutlich, dass er an die Heilkraft des aufwallenden Wassers glaubt, aber für eine Heilungschance gibt es klare Hindernisse, die für ihn unüberwindlich sind. Es ist schon schlimm, in einer jahrzehntelangen Krankheit keinen Menschen zu haben, der einem hilft. Und Jesus hilft ihm auch nicht, rechtzeitig ins aufwallende Wasser zu kommen. Jesus schultert den Kranken nicht und bringt ihn nicht an den Beckenrand. Jesus gibt dem Kranken nur einen kurzen Befehl „Steh auf, nimm deine Bahre und geh!“ – Ein Befehl, dem der Kranke sofort spontan entspricht und ihm die Gesundheit schenkt, für Jesus aber mit furchtbaren Konsequenzen! – zu unserem Heil!
Foto: © Heribert Schwarz

TAGESEVANGELIUM vom 27. März 2017
MONTAG DER 4. WOCHE DER FASTENZEIT

Mariazell Heriber Schwarz 071.jpgJohannes 4, 43-54
„In jener Zeit ging Jesus von Samaria nach Galiläa. Er selbst hatte bestätigt: Ein Prophet wird in seiner eigenen Heimat nicht geehrt. Als er nun nach Galiläa kam, nahmen ihn die Galiläer auf, weil sie alles gesehen hatten, was er in Jerusalem während des Festes getan hatte; denn auch sie waren zum Fest gekommen. Jesus kam wieder nach Kana in Galiläa, wo er das Wasser in Wein verwandelt hatte. In Kafarnaum lebte ein königlicher Beamter; dessen Sohn war krank. Als er hörte, dass Jesus von Judäa nach Galiläa gekommen war, suchte er ihn auf und bat ihn, herabzukommen und seinen Sohn zu heilen; denn er lag im Sterben. Da sagte Jesus zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, glaubt ihr nicht. Der Beamte bat ihn: Herr, komm herab, ehe mein Kind stirbt. Jesus erwiderte ihm: Geh, dein Sohn lebt! Der Mann glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm gesagt hatte, und machte sich auf den Weg. Noch während er unterwegs war, kamen ihm seine Diener entgegen und sagten: Dein Junge lebt. Da fragte er sie genau nach der Stunde, in der die Besserung eingetreten war. Sie antworteten: Gestern in der siebten Stunde ist das Fieber von ihm gewichen. Da erkannte der Vater, dass es genau zu der Stunde war, als Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt. Und er wurde gläubig mit seinem ganzen Haus. So tat Jesus sein zweites Zeichen, und zwar nachdem er von Judäa nach Galiläa gekommen war.“

Jesus konfrontiert diesen königlichen Beamten ganz ordentlich. Einen Vater, der um seinen sterbenden Sohn bangt, so anzugehen ist ein ziemlich starkes Stück. Jesus ist da ganz und gar nicht der „liebe Jesus“. Aber – der Beamte lässt nicht locker, er geht mit. Der Ausspruch Jesu „Geh, dein Sohn lebt!“ klingt aufs erste so, dass lästige Menschen einem in Ruhe lassen. Aber Jesu Wort ist Gottes Wort, schaffendes Wort, durch IHN ist alles geworden, es ist ein wirk-mächtiges Wort. – Und der Beamte? Er nimmt Jesus beim Wort, er glaubt IHM, er glaubt, dass genau das geschieht, was Jesus sagt. Er glaubt einfach, ohne Beweise, er glaubt einfach so. Und es geschieht so, wie Jesus es gesagt hat.
Foto: © Heribert Schwarz

SONNTAGSEVANGELIUM vom 26. März 2017
VIERTER FASTENSONNTAG A

4. Fastensonntag - A +.pngJohannes 9, 1-41
In jener Zeit sah Jesus einen Mann, der seit seiner Geburt blind war. Da fragten ihn seine Jünger: Rabbi, wer hat gesündigt? Er selbst? Oder haben seine Eltern gesündigt, so dass er blind geboren wurde? Jesus antwortete: Weder er noch seine Eltern haben gesündigt, sondern das Wirken Gottes soll an ihm offenbar werden. Wir müssen, solange es Tag ist, die Werke dessen vollbringen, der mich gesandt hat; es kommt die Nacht, in der niemand mehr etwas tun kann. Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt. Als er dies gesagt hatte, spuckte er auf die Erde; dann machte er mit dem Speichel einen Teig, strich ihn dem Blinden auf die Augen und sagte zu ihm: Geh und wasch dich in dem Teich Schiloach! Schiloach heißt übersetzt: Der Gesandte. Der Mann ging fort und wusch sich. Und als er zurückkam, konnte er sehen. Die Nachbarn und andere, die ihn früher als Bettler gesehen hatten, sagten: Ist das nicht der Mann, der dasaß und bettelte? Einige sagten: Er ist es. Andere meinten: Nein, er sieht ihm nur ähnlich. Er selbst aber sagte: Ich bin es. Da fragten sie ihn: Wie sind deine Augen geöffnet worden? Er antwortete: Der Mann, der Jesus heißt, machte einen Teig, bestrich damit meine Augen und sagte zu mir: Geh zum Schiloach, und wasch dich! Ich ging hin, wusch mich und konnte wieder sehen. Sie fragten ihn: Wo ist er? Er sagte: Ich weiß es nicht. Da brachten sie den Mann, der blind gewesen war, zu den Pharisäern. Es war aber Sabbat an dem Tag, als Jesus den Teig gemacht und ihm die Augen geöffnet hatte. Auch die Pharisäer fragten ihn, wie er sehend geworden sei. Der Mann antwortete ihnen: Er legte mir einen Teig auf die Augen; dann wusch ich mich, und jetzt kann ich sehen. Einige der Pharisäer meinten: Dieser Mensch kann nicht von Gott sein, weil er den Sabbat nicht hält. Andere aber sagten: Wie kann ein Sünder solche Zeichen tun? So entstand eine Spaltung unter ihnen. Da fragten sie den Blinden noch einmal: Was sagst du selbst über ihn? Er hat doch deine Augen geöffnet. Der Mann antwortete: Er ist ein Prophet. Die Juden aber wollten nicht glauben, dass er blind gewesen und sehend geworden war. Daher riefen sie die Eltern des Geheilten und fragten sie: Ist das euer Sohn, von dem ihr behauptet, dass er blind geboren wurde? Wie kommt es, dass er jetzt sehen kann? Seine Eltern antworteten: Wir wissen, dass er unser Sohn ist und dass er blind geboren wurde. Wie es kommt, dass er jetzt sehen kann, das wissen wir nicht. Und wer seine Augen geöffnet hat, das wissen wir auch nicht. Fragt doch ihn selbst, er ist alt genug und kann selbst für sich sprechen. Das sagten seine Eltern, weil sie sich vor den Juden fürchteten; denn die Juden hatten schon beschlossen, jeden, der ihn als den Messias bekenne, aus der Synagoge auszustoßen. Deswegen sagten seine Eltern: Er ist alt genug, fragt doch ihn selbst. Da riefen die Pharisäer den Mann, der blind gewesen war, zum zweiten Mal und sagten zu ihm: Gib Gott die Ehre! Wir wissen, dass dieser Mensch ein Sünder ist. Er antwortete: Ob er ein Sünder ist, weiß ich nicht. Nur das eine weiß ich, dass ich blind war und jetzt sehen kann. Sie fragten ihn: Was hat er mit dir gemacht? Wie hat er deine Augen geöffnet? Er antwortete ihnen: Ich habe es euch bereits gesagt, aber ihr habt nicht gehört. Warum wollt ihr es noch einmal hören? Wollt auch ihr seine Jünger werden? Da beschimpften sie ihn: Du bist ein Jünger dieses Menschen; wir aber sind Jünger des Mose. Wir wissen, dass zu Mose Gott gesprochen hat; aber von dem da wissen wir nicht, woher er kommt. Der Mann antwortete ihnen: Darin liegt ja das Erstaunliche, dass ihr nicht wisst, woher er kommt; dabei hat er doch meine Augen geöffnet. Wir wissen, dass Gott einen Sünder nicht erhört; wer aber Gott fürchtet und seinen Willen tut, den erhört er. Noch nie hat man gehört, dass jemand die Augen eines Blindgeborenen geöffnet hat. Wenn dieser Mensch nicht von Gott wäre, dann hätte er gewiss nichts ausrichten können. Sie entgegneten ihm: Du bist ganz und gar in Sünden geboren, und du willst uns belehren? Und sie stießen ihn hinaus. Jesus hörte, dass sie ihn hinausgestoßen hatten, und als er ihn traf, sagte er zu ihm: Glaubst du an den Menschensohn? Der Mann antwortete: Wer ist das, Herr? Sag es mir, damit ich an ihn glaube. Jesus sagte zu ihm: Du siehst ihn vor dir; er, der mit dir redet, ist es. Er aber sagte: Ich glaube, Herr! Und er warf sich vor ihm nieder. Da sprach Jesus: Um zu richten, bin ich in diese Welt gekommen: damit die Blinden sehend und die Sehenden blind werden. Einige Pharisäer, die bei ihm waren, hörten dies. Und sie fragten ihn: Sind etwa auch wir blind? Jesus antwortete ihnen: Wenn ihr blind wärt, hättet ihr keine Sünde. Jetzt aber sagt ihr: Wir sehen. Darum bleibt eure Sünde.“

Möge für Euch der 4. Fastensonntag auch ein Tag der Freude sein!

TAGESEVANGELIUM vom 25. März 2017
Hochfest der Verkündigung des Herrn

Kreuzwegbilder 148 (2).jpgLukas 1,26-38
„In jener Zeit wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben. Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist nichts unmöglich. Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.“

Der Mensch kann gigantische Bauwerke schaffen und gräbt km-lange Tunnels durch die Berge und vieles könnte man noch aufzählen und bestaunen. Doch damals in Nazareth, in einem unscheinbaren und unbekannten Winkel der Welt, hat Gott die Initiative ergriffen. Für das unerhört Große, für die Menschwerdung Gottes bittet ER um die Zustimmung eines Menschen, einer jungen Frau. Und Maria rechnet sich nicht gleich eine Karriere aus, die ihresgleichen nicht findet. Maria fragt und erhält Antwort und dann sagt sie zu: „Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast.“

Neun Monate vor dem Fest der Geburt des Herrn wird das Fest der Verkündigung gefeiert: der Tag, an dem der Engel zu Maria gesandt wurde und ihr verkündete, dass sie zur Mutter des Messias, des Gottessohnes, erwählt war. Maria, Vertreterin ihres Volkes und der Menschheit, hat mit ihrem einfachen Ja geantwortet. Die Gottesmutterschaft ist das zentrale Geheimnis im Leben Marias; alles andere zielt darauf hin oder hat dort seinen Ursprung und seine Erklärung. – Ein Fest der „Verkündigung der Geburt des Herrn“ wurde in der Ostkirche bereits um 550 am 25. März gefeiert; in Rom wurde es im 7. Jahrhundert eingeführt.

TAGESEVANGELIUM vom 24. März 2017
FREITAG DER 3. WOCHE DER FASTENZEIT

16-03-2015 Musik mit Sr Verinika und Sr Antonia und Sr_Veronika.JPGMarkus 12,28b-34
„In jener Zeit ging ein Schriftgelehrter zu Jesus hin und fragte ihn: Welches Gebot ist das Erste von allen? Jesus antwortete: Das erste ist: Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft. Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden. Da sagte der Schriftgelehrte zu ihm: Sehr gut, Meister! Ganz richtig hast du gesagt: Er allein ist der Herr, und es gibt keinen anderen außer ihm, und ihn mit ganzem Herzen, ganzem Verstand und ganzer Kraft zu lieben und den Nächsten zu lieben wie sich selbst, ist weit mehr als alle Brandopfer und anderen Opfer. Jesus sah, dass er mit Verständnis geantwortet hatte, und sagte zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Und keiner wagte mehr, Jesus eine Frage zu stellen.“

Gott mit ganzem Herzen und ganzer Seele lieben, das hat die hl. Klara von Assisi getan und mit ihr versuchen es alle Ordensfrauen in besonderer Weise (sicher auch die Ordensmänner!). Für die beschaulichen in Klausur lebenden Ordensschwestern ist diese bes. Liebe zu Christus die vorrangige Aufgabe. Wir wählen alles (= Gott) und brauchen keinen großen Bewegungsradius um dieses ganz mit Gott gefüllte Leben auch stellvertretend für die vielen Menschen auf der Suche zu leben.

TAGESEVANGELIUM vom 23. März 2017

DONNERSTAG DER 3. WOCHE DER FASTENZEIT

Clarissen v. madrid.jpgLukas 11,14-23
„In jener Zeit trieb Jesus einen Dämon aus, der stumm war. Als der Dämon den Stummen verlassen hatte, konnte der Mann reden. Alle Leute staunten. Einige von ihnen aber sagten: Mit Hilfe von Beelzebul, dem Anführer der Dämonen, treibt er die Dämonen aus. Andere wollten ihn auf die Probe stellen und forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel. Doch er wusste, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Jedes Reich, das in sich gespalten ist, wird veröden, und ein Haus ums andere stürzt ein. Wenn also der Satan mit sich selbst im Streit liegt, wie kann sein Reich dann Bestand haben? Ihr sagt doch, dass ich die Dämonen mit Hilfe von Beelzebul austreibe. Wenn ich die Dämonen durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben dann eure Anhänger sie aus? Sie selbst also sprechen euch das Urteil. Wenn ich aber die Dämonen durch den Finger Gottes austreibe, dann ist doch das Reich Gottes schon zu euch gekommen. Solange ein bewaffneter starker Mann seinen Hof bewacht, ist sein Besitz sicher; wenn ihn aber ein Stärkerer angreift und besiegt, dann nimmt ihm der Stärkere all seine Waffen weg, auf die er sich verlassen hat, und verteilt die Beute. Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich; wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.“

Die hl. Klara von Assisi verteidigte ihre Schwestern und ihr Kloster mit dem Zeichen unserer Erlösung. Mit dem Zeichen des Kreuzes bannte Jesus durch sie Dämonen und feindliche Mächte. – Jesus, auf die Fürbitte der hl. Klara gebiete den feindlichen Mächten unserer Zeit Einhalt und befehle ihnen zu weichen.
Zum Bild: Klara mit Christus Aug in Aug – © Klarissen Madrid

TAGESEVANGELIUM vom 22. März 2017

MITTWOCH DER 3. WOCHE DER FASTENZEIT

Franziskus und Klara Klarissenklosterkloster Borgo.jpgMatthäus 5, 17-19
„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen. Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist. Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.“

Gottes Gebot führt zur wahren Freiheit und zum Leben in Fülle. Menschliche Satzungen unterliegen immer auch dem jeweiligen Zeitgeist und sind irgendwie immer auch von subjektiven Eigeninteressen gelenkt. Der hl. Franz von Assisi sträubte sich lange, dem hl. Evangelium andere Regelvorschriften hinzuzufügen. Bis heute beginnen die Regel der Brüder sowie die Lebensform der Schwestern Klarissen mit:

„Regel und Leben der Minderen Brüder ist dieses, nämlich unseres Herrn Jesus Christus heiliges Evangelium zu beobachten durch ein Leben in Gehorsam, ohne Eigentum und in Keuschheit.“ (BR 1,1; FQ 94)

„Die Lebensform des Ordens der Armen Schwestern, die der selige Franziskus begründet hat, ist diese: Unseres Herrn Jesu Christi heiliges Evangelium zu beobachten durch ein Leben in Gehorsam, ohne Eigentum und in Keuschheit.“ (KlReg 1,1-2; KQ 56f)

Allen Zeitströmungen zum Trotz und allen glitzernden Verlockungen zuwider sind wir ganz klar an das hl. Evangelium unseres Herrn Jesus Christus verwiesen. Heiliger Geist, erleuchte unseren Verstand, entflamme unsere Herzen mit deiner Liebe und mache unseren Willen gefügig für die großen Pläne Gottes des Vaters.

TAGESEVANGELIUM vom 21. März 2017
DIENSTAG DER 3. WOCHE DER FASTENZEIT

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Dieses Bild stammt von der Generalkurie der Franziskaner OFM und macht die Sorge um die „Schwachen“ deutlich, die alle angeht, Schwestern und Brüder. Und „Schwache“ bedeutet eben nicht nur körperlich Gebrechliche und Alte!

Matthäus 18,21-35

„In jener Zeit trat Petrus zu Jesus und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versündigt? Siebenmal? Jesus sagte zu ihm: Nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal. Mit dem Himmelreich ist es deshalb wie mit einem König, der beschloss, von seinen Dienern Rechenschaft zu verlangen. Als er nun mit der Abrechnung begann, brachte man einen zu ihm, der ihm zehntausend Talente schuldig war. Weil er aber das Geld nicht zurückzahlen konnte, befahl der Herr, ihn mit Frau und Kindern und allem, was er besaß, zu verkaufen und so die Schuld zu begleichen. Da fiel der Diener vor ihm auf die Knie und bat: Hab Geduld mit mir! Ich werde dir alles zurückzahlen. Der Herr hatte Mitleid mit dem Diener, ließ ihn gehen und schenkte ihm die Schuld. Als nun der Diener hinausging, traf er einen anderen Diener seines Herrn, der ihm hundert Denare schuldig war. Er packte ihn, würgte ihn und rief: Bezahl, was du mir schuldig bist! Da fiel der andere vor ihm nieder und flehte: Hab Geduld mit mir! Ich werde es dir zurückzahlen. Er aber wollte nicht, sondern ging weg und ließ ihn ins Gefängnis werfen, bis er die Schuld bezahlt habe. Als die übrigen Diener das sahen, waren sie sehr betrübt; sie gingen zu ihrem Herrn und berichteten ihm alles, was geschehen war. Da ließ ihn sein Herr rufen und sagte zu ihm: Du elender Diener! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich so angefleht hast. Hättest nicht auch du mit jenem, der gemeinsam mit dir in meinem Dienst steht, Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte? Und in seinem Zorn übergab ihn der Herr den Folterknechten, bis er die ganze Schuld bezahlt habe. Ebenso wird mein himmlischer Vater jeden von euch behandeln, der seinem Bruder nicht von ganzem Herzen vergibt.“

Die Frage des Petrus „wie oft …“ kennen wir nur zu gut. Es kommen einem Situationen in den Sinn, die im Rückblick ein Verzeihen als die Möglichkeit erkennen lassen. Die hl. Klara von Assisi schreibt die Lebensform (Regel) für uns Klarissen nach einer reichen Lebenserfahrung in San Damiano. Auf diesem Hintergrund empfiehlt sie:

„Die Niedergeschlagenen tröste sie. Sie (die Äbtissin) sei auch die letzte Zuflucht für die Bedrängten, damit nicht, wenn bei ihr die Heilmittel zur Gesundung fehlten, die Krankheit der Verzweiflung in den Schwachen die Oberhand gewinne.“ (KlReg 4,11-12; KQ 61)

TAGESEVANGELIUM vom 20. März 2017

Josef_Untersberger_-_Hl._Familie.jpgHochfest des hl. Josef

Matthäus 1, 16.18-21.24a
„Jakob war der Vater von Josef, dem Mann Marias; von ihr wurde Jesus geboren, der der Christus (der Messias) genannt wird. Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete – durch das Wirken des Heiligen Geistes. Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen. Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen. Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte.“

Liturgisch wird das Hochfest des hl. Josef heute nachgefeiert, weil gestern der 3. Fastensonntag vorging. Der hl. Josef wird von den Evangelisten Matthäus und Lukas erwähnt. Nach beiden Evangelien war Josef davidischer Abstammung: das Bindeglied zwischen dem davidischen Königshaus und dem Messias. Die Stationen seines Lebens sind bekannt. Er war ein Mann des Glaubens und des Vertrauens, Mitwisser göttlicher Geheimnisse, ein großer Schweiger. Als liebevoller Gatte der Jungfrau Maria hat er an Jesus die Stelle des Vaters vertreten. Wie lange Josef gelebt hat, wissen wir nicht; das letzte Mal wird er bei der Osterwallfahrt mit dem zwölfjährigen Jesus erwähnt. Die öffentliche Verehrung des hl. Josef beginnt im Abendland erst im 14./15. Jahrhundert. Im römischen Kalender steht sein Fest seit 1621. Pius IX. erklärte ihn zum Schutzpatron der Kirche.

Der Mann, der dient
„Josef – er ist der Mann am Rande, im Schatten. Der Mann der schweigenden Hilfe. Der Mann, in dessen Leben Gott dauernd eingreift mit neuen Weisungen und Sendungen.
Immer neue Weisungen und neue Sendungen, neuer Aufbruch und neue Ausfahrt … Er ist der Mann, der ging. Das ist sein Gesetz: der dienstwillige Gehorsam. Er ist der Mann, der dient. Dass ein Wort Gottes bindet und sendet, ist ihm selbstverständlich. Die dienstwillige Bereitschaft, das ist sein Geheimnis.“ (A. Delp)

TAGESGEBET
Allmächtiger Gott,
du hast Jesus, unseren Heiland,
und seine Mutter Maria
der treuen Sorge des heiligen Josef anvertraut.
Höre auf seine Fürsprache
und hilf deiner Kirche,
die Geheimnisse der Erlösung treu zu verwalten,
bis das Werk des Heiles vollendet ist.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

SONNTAGSEVANGELIUM vom 19. März 2017

3. Fastensonntag - A -.pngJohannes 4, 5-42
„In jener Zeit kam Jesus zu einem Ort in Samarien, der Sychar hieß und nahe bei dem Grundstück lag, das Jakob seinem Sohn Josef vermacht hatte. Dort befand sich der Jakobsbrunnen. Jesus war müde von der Reise und setzte sich daher an den Brunnen; es war um die sechste Stunde. Da kam eine samaritische Frau, um Wasser zu schöpfen. Jesus sagte zu ihr: Gib mir zu trinken! Seine Jünger waren nämlich in den Ort gegangen, um etwas zum Essen zu kaufen. Die samaritische Frau sagte zu ihm: Wie kannst du als Jude mich, eine Samariterin, um Wasser bitten? Die Juden verkehren nämlich nicht mit den Samaritern. Jesus antwortete ihr: Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht und wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, dann hättest du ihn gebeten, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben. Sie sagte zu ihm: Herr, du hast kein Schöpfgefäß, und der Brunnen ist tief; woher hast du also das lebendige Wasser? Bist du etwa größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben und selbst daraus getrunken hat, wie seine Söhne und seine Herden? Jesus antwortete ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen; wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt. Da sagte die Frau zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich keinen Durst mehr habe und nicht mehr hierher kommen muss, um Wasser zu schöpfen. Er sagte zu ihr: Geh, ruf deinen Mann, und komm wieder her! Die Frau antwortete: Ich habe keinen Mann. Jesus sagte zu ihr: Du hast richtig gesagt: Ich habe keinen Mann. Denn fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann. Damit hast du die Wahrheit gesagt. Die Frau sagte zu ihm: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist. Unsere Väter haben auf diesem Berg Gott angebetet; ihr aber sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten muss. Jesus sprach zu ihr: Glaube mir, Frau, die Stunde kommt, zu der ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. Ihr betet an, was ihr nicht kennt, wir beten an, was wir kennen; denn das Heil kommt von den Juden. Aber die Stunde kommt, und sie ist schon da, zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn so will der Vater angebetet werden. Gott ist Geist, und alle, die ihn anbeten, müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten. Die Frau sagte zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, das ist: der Gesalbte – Christus. Wenn er kommt, wird er uns alles verkünden. Da sagte Jesus zu ihr: Ich bin es, ich, der mit dir spricht. Inzwischen waren seine Jünger zurückgekommen. Sie wunderten sich, dass er mit einer Frau sprach, aber keiner sagte: Was willst du?, oder: Was redest du mit ihr? Da ließ die Frau ihren Wasserkrug stehen, eilte in den Ort und sagte zu den Leuten: Kommt her, seht, da ist ein Mann, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe: Ist er vielleicht der Messias? Da liefen sie hinaus aus dem Ort und gingen zu Jesus. Währenddessen drängten ihn seine Jünger: Rabbi, iss! Er aber sagte zu ihnen: Ich lebe von einer Speise, die ihr nicht kennt. Da sagten die Jünger zueinander: Hat ihm jemand etwas zu essen gebracht? Jesus sprach zu ihnen: Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat, und sein Werk zu Ende zu führen. Sagt ihr nicht: Noch vier Monate dauert es bis zur Ernte? Ich aber sage euch: Blickt umher und seht, dass die Felder weiß sind, reif zur Ernte. Schon empfängt der Schnitter seinen Lohn und sammelt Frucht für das ewige Leben, so dass sich der Sämann und der Schnitter gemeinsam freuen. Denn hier hat das Sprichwort recht: Einer sät, und ein anderer erntet. Ich habe euch gesandt, zu ernten, wofür ihr nicht gearbeitet habt; andere haben gearbeitet, und ihr erntet die Frucht ihrer Arbeit. Viele Samariter aus jenem Ort kamen zum Glauben an Jesus auf das Wort der Frau hin, die bezeugt hatte: Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe. Als die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben; und er blieb dort zwei Tage. Und noch viel mehr Leute kamen zum Glauben an ihn aufgrund seiner eigenen Worte. Und zu der Frau sagten sie: Nicht mehr aufgrund deiner Aussage glauben wir, sondern weil wir ihn selbst gehört haben und nun wissen: Er ist wirklich der Retter der Welt.“

Euch allen wünschen wir Klarissen an diesem 3. Fastensonntag eine tiefe Christus-Begegnung.

TAGESEVANGELIUM vom 18. März 2017

Rembrandt_Harmensz._van_Rijn_-_The_Return_of_the_Prodigal_Son_-_detail_son.jpgLukas 15,1-3.11-32
„In jener Zeit kamen alle Zöllner und Sünder zu Jesus, um ihn zu hören. Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: Er gibt sich mit Sündern ab und isst sogar mit ihnen. Da erzählte er ihnen ein Gleichnis und sagte: Weiter sagte Jesus: Ein Mann hatte zwei Söhne. Der jüngere von ihnen sagte zu seinem Vater: Vater, gib mir das Erbteil, das mir zusteht. Da teilte der Vater das Vermögen auf. Nach wenigen Tagen packte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land. Dort führte er ein zügelloses Leben und verschleuderte sein Vermögen. Als er alles durchgebracht hatte, kam eine große Hungersnot über das Land, und es ging ihm sehr schlecht. Da ging er zu einem Bürger des Landes und drängte sich ihm auf; der schickte ihn aufs Feld zum Schweinehüten. Er hätte gern seinen Hunger mit den Futterschoten gestillt, die die Schweine fraßen; aber niemand gab ihm davon. Da ging er in sich und sagte: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben mehr als genug zu essen, und ich komme hier vor Hunger um. Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt. Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein; mach mich zu einem deiner Tagelöhner. Dann brach er auf und ging zu seinem Vater. Der Vater sah ihn schon von weitem kommen, und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn. Da sagte der Sohn: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein. Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Gewand, und zieht es ihm an, steckt ihm einen Ring an die Hand, und zieht ihm Schuhe an. Bringt das Mastkalb her, und schlachtet es; wir wollen essen und fröhlich sein. Denn mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wieder gefunden worden. Und sie begannen, ein fröhliches Fest zu feiern. Sein älterer Sohn war unterdessen auf dem Feld. Als er heimging und in die Nähe des Hauses kam, hörte er Musik und Tanz. Da rief er einen der Knechte und fragte, was das bedeuten solle. Der Knecht antwortete: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das Mastkalb schlachten lassen, weil er ihn heil und gesund wiederbekommen hat. Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Sein Vater aber kam heraus und redete ihm gut zu. Doch er erwiderte dem Vater: So viele Jahre schon diene ich dir, und nie habe ich gegen deinen Willen gehandelt; mir aber hast du nie auch nur einen Ziegenbock geschenkt, damit ich mit meinen Freunden ein Fest feiern konnte. Kaum aber ist der hier gekommen, dein Sohn, der dein Vermögen mit Dirnen durchgebracht hat, da hast du für ihn das Mastkalb geschlachtet. Der Vater antwortete ihm: Mein Kind, du bist immer bei mir, und alles, was mein ist, ist auch dein. Aber jetzt müssen wir uns doch freuen und ein Fest feiern; denn dein Bruder war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wieder gefunden worden.“

Durch Gottes Gnade können wir umkehr und mit seiner Hilfe in seinem Dienst treu bleiben. Die hl. Klara von Assisi weist zu Beginn des Briefes an Ermentrud von Brügge auf die Hilfe der Gnade hin:

„Der liebsten Schwester Ermentrud wünscht Klara von Assisi, die niedrige Magd Jesu Christi, Heil und Frieden. Ich weiß, liebste Schwester, dass Du dem Schmutz der Welt mit Hilfe der Gnade Gottes glücklich entflohen bist. Darüber freue ich mich und beglückwünsche Dich von Herzen! Ja, noch einmal: Ich freue mich, dass Du mit Deinen Töchtern entschlossen die Pfade der Tugend wanderst. Liebste, sei dem treu, dem Du Dein Versprechen bis zum Tod gegeben hast; von ihm wirst Du gekrönt werden mit dem Lorbeerkranz des Lebens. Kurz ist unsere Mühsal hier, der Lohn aber ewig; nicht verwirre Dich der Lärm der Welt, die vergeht wie ein Schatten. Die eitlen Bilder dieser trügerischen Welt sollen Dich nicht betören; verschließ Deine Ohren den Einflüsterungen der Hölle und zerbrich unerschrocken ihre Versuchungen. Was Dir Übles widerfährt, das ertrage gern; ist Dir Glück beschieden, so werde nicht überheblich: Das eine nämlich fordert den Glauben, das andere verscheucht ihn. Was Du Gott gelobt hast, das erfülle treu, und er selbst wird es Dir vergelten. Liebste, blick auf zum Himmel, der uns einlädt; nimm das Kreuz und folge Christus, der uns vorangeht. Denn nach vielerlei und zahlreichen Bedrängnissen werden wir durch ihn selbst in seine Herrlichkeit eingehen. Liebe Gott mit der ganzen Kraft Deines Herzens und Jesus, seinen Sohn, der für uns Sünder gekreuzigt wurde; niemals möge das Andenken an ihn Deinem Geist entschwinden. Bemühe Dich also, stets die Geheimnisse des Kreuzes zu betrachten und die Ängste der Mutter, als sie unter dem Kreuz stand. Bete und wache allezeit! Und das Werk, das Du gut begonnen hast, vollende zielstrebig; und den Dienst, den Du auf Dich genommen hast, erfülle in heiliger Armut und lauterer Demut. Fürchte Dich nicht, Tochter: Gott ist treu in all seinen Worten und heilig in all seinen Werken; er wird über Dich und über Deine Töchter seinen Segen ausgießen. Und er wird Euer Helfer sein und bester Tröster; er ist unser Erlöser und unser ewiger Lohn. Beten wir zu Gott füreinander; wenn wir so gegenseitig die Last der Liebe tragen, erfüllen wir leicht das Gesetz Christi. Amen.“ (Ermen 1-17; KQ 90f.)

TAGESEVANGELIUM vom 17. März 2017

Kreuzwegbilder 059 (2).jpgMatthäus 21,33-43.45-46
„In jener Zeit sprach Jesus zu den Hohenpriestern und den Ältesten des Volkes: Hört noch ein anderes Gleichnis: Es war ein Gutsbesitzer, der legte einen Weinberg an, zog ringsherum einen Zaun, hob eine Kelter aus und baute einen Turm. Dann verpachtete er den Weinberg an Winzer und reiste in ein anderes Land. Als nun die Erntezeit kam, schickte er seine Knechte zu den Winzern, um seinen Anteil an den Früchten holen zu lassen. Die Winzer aber packten seine Knechte; den einen prügelten sie, den andern brachten sie um, einen dritten steinigten sie. Darauf schickte er andere Knechte, mehr als das erste Mal; mit ihnen machten sie es genauso. Zuletzt sandte er seinen Sohn zu ihnen; denn er dachte: Vor meinem Sohn werden sie Achtung haben. Als die Winzer den Sohn sahen, sagten sie zueinander: Das ist der Erbe. Auf, wir wollen ihn töten, damit wir seinen Besitz erben. Und sie packten ihn, warfen ihn aus dem Weinberg hinaus und brachten ihn um. Wenn nun der Besitzer des Weinbergs kommt: Was wird er mit solchen Winzern tun? Sie sagten zu ihm: Er wird diesen bösen Menschen ein böses Ende bereiten und den Weinberg an andere Winzer verpachten, die ihm die Früchte abliefern, wenn es Zeit dafür ist. Und Jesus sagte zu ihnen: Habt ihr nie in der Schrift gelesen: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, er ist zum Eckstein geworden; das hat der Herr vollbracht, vor unseren Augen geschah dieses Wunder? Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird euch weggenommen und einem Volk gegeben werden, das die erwarteten Früchte bringt. Als die Hohenpriester und die Pharisäer seine Gleichnisse hörten, merkten sie, dass er von ihnen sprach. Sie hätten ihn gern verhaften lassen; aber sie fürchteten sich vor den Leuten, weil alle ihn für einen Propheten hielten.“

Der Sohn Gottes kam in die Welt und wurde von den Menschen abgelehnt. Er aber nahm alles aus Liebe an um uns zu erlösen. Die hl. Klara von Assisi fordert die hl. Agnes von Prag auf, dieser Liebe mit ihrem Leben zu antworten.

„In diesem Spiegel erstrahlen die selige Armut, die heilige Demut und die unaussprechliche Liebe, wie Du sie über diesen ganzen Spiegel hin mit Gottes Gnade betrachten kannst. Richte Deine Aufmerksamkeit, sage ich, auf den Anfang dieses Spiegels und betrachte die Armut dessen, der in eine Krippe gelegt und in Windeln gehüllt wurde. O wunderbare Demut, o Staunen erweckende Armut! Der König der Engel, der Herr des Himmels und der Erde wird in eine Krippe gelegt. In der Mitte des Spiegels betrachte die heilige Demut, die selige Armut, die unzähligen Anstrengungen und Mühen, die er um der Erlösung des Menschengeschlechtes willen auf sich genommen hat. Am Ende des Spiegels aber versenke Dich schauend in die unaussprechliche Liebe, mit der er am Holz des Kreuzes leiden und an ihm auf die schimpflichste Todesart sterben wollte. Als dieser Spiegel selbst ans Holz des Kreuzes geheftet wurde, mahnte er die Vorübergehenden an das, was sie erwägen sollten, mit den Worten: „O ihr alle, die ihr des Weges vorüberzieht, habt Acht und seht, ob ein Schmerz ist wie mein Schmerz“. Wir sollten ihm, der da ruft und klagt, mit einer Stimme, einem Geist antworten: „Stets werde ich dessen eingedenk sein, und meine Seele wird dahinschwinden in mir“. In der Glut dieser Liebe mögest Du immer stärker entbrennen, o Königin des himmlischen Königs!“

TAGESEVANGELIUM vom 16. März 2017

P1010962 (2).JPGLukas 16,19-31
„In jener Zeit sprach Jesus: Es war einmal ein reicher Mann, der sich in Purpur und feines Leinen kleidete und Tag für Tag herrlich und in Freuden lebte. Vor der Tür des Reichen aber lag ein armer Mann namens Lazarus, dessen Leib voller Geschwüre war. Er hätte gern seinen Hunger mit dem gestillt, was vom Tisch des Reichen herunterfiel. Stattdessen kamen die Hunde und leckten an seinen Geschwüren. Als nun der Arme starb, wurde er von den Engeln in Abrahams Schoss getragen. Auch der Reiche starb und wurde begraben. In der Unterwelt, wo er qualvolle Schmerzen litt, blickte er auf und sah von weitem Abraham, und Lazarus in seinem Schoss. Da rief er: Vater Abraham, hab Erbarmen mit mir, und schick Lazarus zu mir; er soll wenigstens die Spitze seines Fingers ins Wasser tauchen und mir die Zunge kühlen, denn ich leide große Qual in diesem Feuer. Abraham erwiderte: Mein Kind, denk daran, dass du schon zu Lebzeiten deinen Anteil am Guten erhalten hast, Lazarus aber nur Schlechtes. Jetzt wird er dafür getröstet, du aber musst leiden. Außerdem ist zwischen uns und euch ein tiefer, unüberwindlicher Abgrund, so dass niemand von hier zu euch oder von dort zu uns kommen kann, selbst wenn er wollte. Da sagte der Reiche: Dann bitte ich dich, Vater, schick ihn in das Haus meines Vaters! Denn ich habe noch fünf Brüder. Er soll sie warnen, damit nicht auch sie an diesen Ort der Qual kommen. Abraham aber sagte: Sie haben Mose und die Propheten, auf die sollen sie hören. Er erwiderte: Nein, Vater Abraham, nur wenn einer von den Toten zu ihnen kommt, werden sie umkehren. Darauf sagte Abraham: Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht.“

Die hl. Klara von Assisi hat ihr Erbe und ihr Leben ganz Gott und den Menschen geschenkt. Darum erhielt sie als Erbteil das unvergängliche Leben. In einem umbrischen Klara-Leben ist davon die Rede:

„In ihrer heiligen Demut war diese gesegnete Tochter so arm dem Wollen nach, dass sie unter allen Dingen die heilige Armut empfahl. Am Anfang ihrer Bekehrung ließ sie aus Liebe zu Gott alles, was sie von ihrem väterlichen Erbe hatte, den Armen geben, ohne etwas für sich zu behalten. Da sie die Welt verlassen hatte, war sie überaus reich an Tugend in ihrem Geist und eilte frei und von allem entäußert hinter Christus her, ohne Geldbeutel und ohne Tasche, um darin zeitliche Güter aufzuheben. Sie hielt mit der heiligen Armut einen so innigen Bund und hegte eine so große Liebe gegen sie, dass sie weder für sich noch für ihre Gefährtinnen irgendetwas außer Jesus Christus haben wollte. Aus Sehnsucht nach der himmlischen Heimat hatte sie darum alles verschenkt und den Armen gegeben, um die wertvolle Perle Christi zu kaufen. Sie erachtete es als giftiges Ding und Werk, auf Erden irgendetwas Zeitliches zu besitzen. Oft sagte sie ihren Schwestern, dass sie durch nichts Gott so gefallen konnten als durch die freiwillige Armut. Jene Gemeinschaft aber würde auf immer bestehen, die auf die Armut gegründet sei. Sie unterwies sie oft, sich dem nackten Christus am Holz des heiligen Kreuzes gleich zu formen. Er wurde ja schon bei der Geburt von der Mutter nackt in die arme und enge Krippe gelegt. Auch im Tod ist er von den Juden nackt auf das Holz des heiligen Kreuzes geschlagen worden. Sie erinnerte sich dessen oft und rief es sich selbst und ihren Schwestern ins Gedächtnis, damit der Staub der weltlichen Gedanken keinen Zugang zu ihren Herzen fände. So wollte sie, dass dies der Name ihres Ordens sei, nämlich „Arme Herrinnen“ der heiligen Klara. Von Papst Innozenz III. erbat sie das Privileg der heiligen Armut. Der Heilige Vater wunderte sich über solchen Eifer und sagte: „Nie wurde vom apostolischen Stuhl ein so heiliges Privileg erbeten, in so großer Armut zu leben.“ (Umb 5,1-16; KQ 1224f)

TAGESEVANGELIUM vom 15. März 2017

Matthäus 20, 17-28
„In jener Zeit, als Jesus nach Jerusalem hinaufzog, nahm er unterwegs die zwölf Jünger beiseite und sagte zu ihnen: Wir gehen jetzt nach Jerusalem hinauf; dort wird der Menschensohn den Hohenpriestern und Schriftgelehrten ausgeliefert; sie werden ihn zum Tod verurteilen und den Heiden übergeben, damit er verspottet, gegeißelt und gekreuzigt wird; aber am dritten Tag wird er auferstehen. Damals kam die Frau des Zebedäus mit ihren Söhnen zu Jesus und fiel vor ihm nieder, weil sie ihn um etwas bitten wollte. Er fragte sie: Was willst du? Sie antwortete: Versprich, dass meine beiden Söhne in deinem Reich rechts und links neben dir sitzen dürfen. Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? Sie sagten zu ihm: Wir können es. Da antwortete er ihnen: Ihr werdet meinen Kelch trinken; doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die mein Vater diese Plätze bestimmt hat. Als die zehn anderen Jünger das hörten, wurden sie sehr ärgerlich über die beiden Brüder. Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.“

Maria_Enzersdorf_Romantikerfriedhof_20110625_0728In der Erzdiözese Wien feiert wir heute Das Fest des hl. Klemens Maria Hofbauer. Klemens wurde am Stephanstag 1751 in Taßwitz bei Znaim (Mähren) als neuntes Kind armer Leute geboren. Er war zuerst Bäcker, dann Einsiedler, schließlich Student und wurde mit 34 Jahren in Rom zum Priester geweiht. Er war der erste deutsche Redemptorist und seit 1788 Generalvikar dieser Kongregation im Norden. Der tief innerliche Mann „mit dem Apostelkopf“ und einem fröhlichen, gelegentlich auch heftigen Temperament arbeitete in Warschau, dann in Wien, wo er als Prediger und Beichtvater großen Einfluss hatte. Er war Seelsorger der Armen und der Reichen, der einfachen Leute und der Gebildeten, der Erwachsenen und der Kinder. Er starb am 15. März 1820 an Typhus. Sein Leib wurde 1862 in die Kirche Maria Stiegen in Wien übertragen. Davor ruhte er auf dem sogen. Romantiker-Friedhof in Maria Enzersdorf bei Wien.

„Die Zeit
ist so viel wert wie Gott selbst, weil man in einem Augenblick verloren gehen und in einem Augenblick Gott selbst gewinnen kann. Zieht also Nutzen aus dem Augenblick, der in eurer Gewalt steht. Wenn man auch die vergangene Zeit nicht mehr zurückrufen kann, so kann man sie doch dadurch zurückbekommen, dass man den Eifer im Gutestun verdoppelt.“ (Klemens Maria Hofbauer)

TAGESEVANGELIUM vom 14. März 2017

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Klara damals und wir heute „tanken“ hier immer wieder auf

Matthäus 23,1-12
„In jener Zeit wandte sich Jesus an das Volk und an seine Jünger und sagte: Die Schriftgelehrten und die Pharisäer haben sich auf den Stuhl des Mose gesetzt. Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie tun; denn sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen. Sie schnüren schwere Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern, wollen selber aber keinen Finger rühren, um die Lasten zu tragen. Alles, was sie tun, tun sie nur, damit die Menschen es sehen: Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Gewändern lang, bei jedem Festmahl möchten sie den Ehrenplatz und in der Synagoge die vordersten Sitze haben, und auf den Straßen und Plätzen lassen sie sich gern grüßen und von den Leuten Rabbi – Meister – nennen. Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder. Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel. Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus. Der Größte von euch soll euer Diener sein. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.“

Die hl. Klara von Assisi hat immer zuerst selbst alles getan, was sie andere lehrte. Sr. Battista Alfani schreibt darüber in „Leben und Legende der hl. Jungfrau Klara“:

„Von Gott hatte sie die außerordentliche Gnade empfangen, dass sie im Ermahnen und Ermuntern der Schwestern äußerst erfolgreich war, weil sie diese mit viel Sanftmut und Güte unterwies. Und wenn es notwendig wurde, konnte sie diese auch liebevoll zurechtweisen und korrigieren. So sehr sie sich bemühte, alle zu ermahnen und zu ermuntern, so unterwies und belehrte sie doch jene, die neu eintraten, mit mehr Sorgfalt, weil sie ja erst begonnen hatten, ein heiliges und religiöses Leben zu führen und darin auszuharren. Diese lehrte sie vor allem drei Dinge: erstens, Gott über alles zu lieben; zweitens, häufig und vollständig ihre Sünden zu beichten; drittens, immer das Leiden unseres Herrn Jesus Christus im Gedächtnis zu haben. In diesen drei Dingen verbreitete sie sich, so wie der Heilige Geist es ihr eingab. So lehrte diese gebenedeite Mutter ihre Töchter, so wie sie selbst heilig war, Gott in Heiligkeit zu dienen, wie man es heute in diesen ihren Töchtern offenbar sehen kann.“ (Alf 3,1-6; KQ 1324)

TAGESEVANGELIUM vom 13. März 2017

Lukas 6,36-38
„In jen20150718215501919_0013.jpger Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist! Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden. Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden. Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden. Gebt, dann wird auch euch gegeben werden. In reichem, vollem, gehäuftem, überfließendem Maß wird man euch beschenken; denn nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden.“

„Gebt, dann wird auch euch gegeben werde.“ Dieses Wort des Herrn ist im Leben der hl. Klara von Assisi Wirklichkeit geworden. Sr. Hyeronima Malatesta beschreibt es in der Reimlegende der hl. Klara aus Foligno:

„Eines Tages durch große Hungersnot
hatten sie überhaupt nichts mehr zu essen.
Da sagte die Kellermeisterin: „O meine Mutter,
heute habe ich nichts, was ich vorlegen könnte,
außer ein Brot, das einer so großen Gemeinschaft
auf keine Weise jemals genügen kann.
Daher sehe ich nichts, was ich könnte tun,
denn weder Sachen noch Geld besitzen wir.“

Da wurde Klara überaus fröhlich
und freute sich an der heiligen Armut.
„Tochter“, sagte sie, „decke den Tisch
und nimm die Hälfte von jenem Brot.
Teile es unter die Schwestern und denke stets,
dass Gott uns in seiner Güte lenkt.
Den andern Teil aber gib den Brüdern,
denn sie und wir werden gut erquickt.“

Doch jene sagte: „O meine Mutter,
da wäre jetzt nötig, dass sich erneuere
jenes alte Wunder von Jesus,
dass ein kleines Brot so viele sättige.“
Doch war sie gehorsam, ohne zu zögern,
und glaubte vertrauensvoll, es werde reichen.
Und Gott zeigte solches Zeichen durch Klara,
dass Brüder und Schwestern durch ein kleines Brot wurden satt.
(RFo 48-50; KQ 1258f)

SONNTAGSEVANGELIUM vom 12. März 2017

2. Fastensonntag - A -.pngMatthäus 17,1-9
„In jener Zeit nahm Jesus Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg. Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden blendend weiß wie das Licht. Da erschienen plötzlich vor ihren Augen Mose und Elija und redeten mit Jesus. Und Petrus sagte zu ihm: Herr, es ist gut, dass wir hier sind. Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Noch während er redete, warf eine leuchtende Wolke ihren Schatten auf sie, und aus der Wolke rief eine Stimme: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören. Als die Jünger das hörten, bekamen sie große Angst und warfen sich mit dem Gesicht zu Boden. Da trat Jesus zu ihnen, fasste sie an und sagte: Steht auf, habt keine Angst! Und als sie aufblickten, sahen sie nur noch Jesus. Während sie den Berg hinab stiegen, gebot ihnen Jesus: Erzählt niemand von dem, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist.“

Nach dieser Woche der kanonischen Visitation und dem Wahlkapitel melden wir uns wieder zurück und wünschen Euch allen einen schönen Sonntag mit viel Gnaden für jeden von Euch. Pace e Bene – Eure Klarissen

TAGESEVANGELIUM vom 6. März 2017

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Hier schwimmen die Forellen noch im Wasser

Matthäus 25,31-46
„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen. Und alle Völker werden vor ihm zusammengerufen werden, und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet. Er wird die Schafe zu seiner Rechten versammeln, die Böcke aber zur Linken. Dann wird der König denen auf der rechten Seite sagen: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist. Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt, und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank, und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben, oder durstig und dir zu trinken gegeben? Und wann haben wir dich fremd und obdachlos gesehen und aufgenommen, oder nackt und dir Kleidung gegeben? Und wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen? Darauf wird der König ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan. Dann wird er sich auch an die auf der linken Seite wenden und zu ihnen sagen: Weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist! Denn ich war hungrig, und ihr habt mir nichts zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir nichts zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich nicht aufgenommen; ich war nackt, und ihr habt mir keine Kleidung gegeben; ich war krank und im Gefängnis, und ihr habt mich nicht besucht. Dann werden auch sie antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig oder obdachlos oder nackt oder krank oder im Gefängnis gesehen und haben dir nicht geholfen? Darauf wird er ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan. Und sie werden weggehen und die ewige Strafe erhalten, die Gerechten aber das ewige Leben.“

Die hl. Klara v. Assisi bemühte sich, auch ausgefallene Wünsche von Kranken zu erfüllen. Sr. Balvina berichtet davon:

„Dieses folgende Wunder der seligen Klara steht nicht in ihrer Legende, sondern berichtet Schwester Balvina, die es von jener Schwester hörte, die zugegen war, als es sich ereignete, und die alles gesehen hat. Jene Balvina nämlich, die heute [dem Kloster] vorsteht, wurde von der heiligen Klara in den Orden aufgenommen und war mit ihr zugleich im Kloster. Als eine von den Dienstschwestern des Klosters schwer krank war, diente ihr die selige Klara, ein Spiegel der Tugend und der Demut, in eigener Person. Da diese nun wegen der Schwere der Krankheit völlig den Appetit zum Essen verloren hatte, sagte die selige Klara zu ihr: „Meine Schwester, gibt es etwas, was du essen kannst oder worauf du Appetit hast, es zu essen?“ Weil dieser aber gleichsam vor jeder Speise ekelte, erwiderte sie fast unwirsch: „Ich möchte Forellen aus dem Topinotal und Gebäck aus Nocera.“ Sie wusste und glaubte, dass es beinahe unmöglich sei, dieses zu besorgen, da Nocera von Assisi sechzehn Meilen und mehr entfernt ist. Die selige Klara hörte dies und hatte großes Mitleid mit der Kranken, sie kniete sich hin und begab sich ins Gebet, damit ihr der Herr das Erbetene gewähre. Welch Wunder! Kaum hatte sie das Gebet beendet, siehe, da stand zu abendlicher Stunde und bei starkem Regen, den es damals gab, ein wunderschöner Jüngling mit holdem und anmutigem Antlitz an der Pforte und klopfte mit großer Heftigkeit an. Er trug ein Tischtuch oder Handtuch mit sich, das an beiden Enden zusammengebunden war. Die selige Klara hörte das Klopfen und schickte eine der Dienstschwestern zur Pforte in der Meinung, es sei einer von den Brüdern. Als diese zur Pforte kam, empfing sie von dem besagten Jüngling das Tischtuch mit seinen Knoten; sie solle es Klara bringen, damit sie ihm das Tischtuch nach Entnahme des Inhalts sogleich wieder zurückbringe. Als die selige Klara eigenhändig die Knoten auflöste, fand sie darin auf wunderbare Weise Forellen und Gebäck, das heißt, aus Brot gemachte Kuchen, wie es die Kranke sich gewünscht und Klara vom Herrn erbeten hatte; und dies geschah durch das Wirken des Herrn. Dann schickte sie dem Jüngling das Tischtuch wieder zurück. Der junge Mann aber, der wegen der späten Stunde und des unfreundlichen Wetters auch von den Brüdern eingeladen worden war zu bleiben, machte sich sogleich davon und wurde von niemandem mehr gesehen. Die selige Klara erstattete daher Gott Dank wegen der göttlichen Herablassung, die ihr erwiesen worden war, und was sie sich gewünscht hatte, das reichte sie der Kranken dar.“ (Balv 1-15; KQ 838f)

Sonntagsevangelium vom 5. März 2017

1. Fastensonntag - A.PNGMatthäus 4, 1-11
„In jener Zeit wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt; dort sollte er vom Teufel in Versuchung geführt werden. Als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, bekam er Hunger. Da trat der Versucher an ihn heran und sagte: Wenn du Gottes Sohn bist, so befiehl, dass aus diesen Steinen Brot wird. Er aber antwortete: In der Schrift heißt es: Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt. Darauf nahm ihn der Teufel mit sich in die Heilige Stadt, stellte ihn oben auf den Tempel und sagte zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so stürz dich hinab; denn es heißt in der Schrift: Seinen Engeln befiehlt er, dich auf ihren Händen zu tragen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt. Jesus antwortete ihm: In der Schrift heißt es auch: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen. Wieder nahm ihn der Teufel mit sich und führte ihn auf einen sehr hohen Berg; er zeigte ihm alle Reiche der Welt mit ihrer Pracht und sagte zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest. Da sagte Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan! Denn in der Schrift steht: Vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen. Darauf ließ der Teufel von ihm ab, und es kamen Engel und dienten ihm.“

Liebe Leute! wir Klarissen wünschen Euch einen gesegneten 1. Fastensonntag. Alles soll Euch zur Freude und zum Heil werden.

TAGESEVANGELIUM vom 4. März 2017

010 (4).jpgLukas 5,27-32
„In jener Zeit sah Jesus einen Zöllner namens Levi am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! Da stand Levi auf, verließ alles und folgte ihm. Und er gab für Jesus in seinem Haus ein großes Festmahl. Viele Zöllner und andere Gäste waren mit ihnen bei Tisch. Da sagten die Pharisäer und ihre Schriftgelehrten voll Unwillen zu seinen Jüngern: Wie könnt ihr zusammen mit Zöllnern und Sündern essen und trinken? Jesus antwortete ihnen: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, um die Sünder zur Umkehr zu rufen, nicht die Gerechten.“

Levi verließ alles und folgte Jesus. Wie die hl. Klara v. Assisi verließ auch ihre Schwester Agnes alles und folgte Jesus. Sr. Battista Alfani berichtet davon in „Leben und Legende der hl. Jungfrau Klara“:

„Sogleich neigte sich die göttliche Majestät ihrer hervorragenden heiligen Beterin Klara zu und schenkte ihrer lieben Schwester Agnes die Gabe der ersehnten Bekehrung. Denn wenige Tage nach der Bekehrung der Jungfrau Klara berührte Gott auf solche Weise das Herz ihrer Schwester Agnes, dass diese in jener Nacht keinerlei Ruhe finden konnte. Es schienen ihr tausend Jahre zu vergehen, bis es Tag wurde und sie wieder zu ihrer Schwester zurückkehren und bei ihr bleiben konnte, um mit ihr Gott zu dienen. Als es Morgen wurde, kam das junge Mädchen Agnes, ganz entflammt vom Heiligen Geist, zu ihrer Schwester Klara, eröffnete ihr das Geheimnis ihres Herzens und sprach: „Meine liebe Schwester, ich bin mit festem Vorsatz und Willen gekommen, nie mehr nach Hause zurückzukehren, sondern mit dir im Dienste Gottes zu leben und zu sterben.“ Als die heilige Klara diese Worte hörte, umarmte sie jene zärtlich in großer Freude und sprach: „Dem höchsten Gott erstatte ich Dank, meine liebste Schwester, der dein Herz erleuchtet und mich erhört hat in dem, was ich ersehnt und mit so viel Eifer und Gebeten erbeten habe. Und du, meine Schwester, wirst selig sein, weil du es verstanden hast, die göttliche Eingebung anzunehmen.“ Und sie nahm sie bei der Hand, führte sie zum Altar und vertraute sie Jesus Christus voll Hingabe an.“ (Alf 2,1-8; KQ 1300)

TAGESEVANGELIUM vom 3. März 2017

Kreuzwegbilder 214 (2).jpgMatthäus 9,14-15
„In jener Zeit kamen die Jünger Johannes‘ des Täufers zu Jesus und sagten: Warum fasten deine Jünger nicht, während wir und die Pharisäer fasten? Jesus antwortete ihnen: Können denn die Hochzeitsgäste trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam genommen sein; dann werden sie fasten.“

Garzo dall’Incisa hat ein religiöses Volkslied verfasst, das wahrscheinlich das früheste Zeugnis über die hl. Klara v. Assisi in italienischer Volkssprache ist. Es ist die Laude der hl. Klara „Sancta Chiara sia laudata“. Darin leuchtet die Liebe zu ihrem Bräutigam auf. Hier einige Auszüge daraus:

„Sie verzichtete auf Eigentum
und erwählte die Armut,
sie bewahrte Jungfräulichkeit
mit bereitwilligem Geist.

Diese heilige Ordensfrau,
voller Sehnsucht nach Christus,
ist als klarer, strahlender Stern
unter den anderen aufgeleuchtet.

Durch ein apostolisches Leben
diente sie dem katholischen Glauben.
Der Strick mit der Kutte
hat dies gut bezeugt.

Durch göttliche Eingebung
gab sie sich der Buße hin,
durch gute Werke
wurde sie mit Gott versöhnt.

Sie dachte stets an den
Herrn, den sie sehr liebte,
um der Liebe willen bat sie,
von ihm unterwiesen zu werden.

Durch Gnade sollte er ihr zeigen,
wodurch sie sich könne verlieben,
und wie sie als Liebende noch mehr
und endlos lieben würde.

Eines Tages weilte sie zurückgezogen
und in andächtigem Gebet
in Erwartung jener Gabe,
die sie erbeten hatte.

Im Inneren des Herzens wurde ihr
das Gefühl jubelnder Freude zuteil.
Man kann nicht beschreiben noch sagen,
wie süß und zart diese war.

Es sah jene edle Liebende
eine Sache durch ein Gesicht,
noch nie war ihr das
so deutlich und so offenbar gezeigt worden.

Eine Stimme hörte sie da
von einer klagenden Frau,
bei einer Wegkreuzung
stand sie ganz schmerzerfüllt

mit ihrem wunderschönen Sohn:
große Wehklage hielt sie um ihn.
Er schien erst jüngst gestorben
durch eine vergiftete Lanze.

Schon fand die heilige Klara jene
heilige kleine arme Frau;
sehr bewegt sprach sie zu ihr,
so ergriffen war sie von Mitleid.

Sie schien dem Tode nahe:
die heilige Klara tröstet sie,
mit dem Gruß wendet sie sich
ihr zu von Tränen überströmt.

Die Frau hatte sie gesehen und
sprach: „Gut, dass du gekommen bist;
ich halte mich stets an Gott
deinetwegen, die du mich besucht hast.

Seitdem ich bei diesem Wald war,
wurde ich von keiner andern gesucht;
sie wünscht die Freude,
die ihr im Leben versagt ist.

Jene, die vermögend sind,
sorgen sich nicht um die Bedürftigen,
doch von Edlen und Tugendhaften
werde ich nicht verlassen sein.“

„Frau, wegen dir bin ich sehr bedrückt,
da dir so viel Leid widerfahren,
als ob du ergriffen
und in Ketten festgehalten wärst.“

Als sie auf die rechte Seite blickte,
sah sie ein Brot, auf dem
der Name Jesu Christi
in abgekürzten Buchstaben stand.

Sie nahm das Brot mit Frohlocken
und mit einer Geste von Freigebigkeit,
in der ein Reichtum lag,
der unvorstellbar ist.

Als sie sich umdreht, findet sie diese nicht,
was gleichsam ein Beweis war.
Die Klage wiederholt
ihr Geist viel Male.

Sie legte das Brot auf den Altar,
danach begann sie wegzugehen
und sprach: „Ich will nicht mehr essen,
so hungrig ich auch sein werde,

bevor ich nicht weiß,
wo die beiden so Guten sind.
Weh mir! – von so reicher Gabe,
wie weit bin ich davon entfernt!“
(Garzo 2,27-50; 3,51-94; 4,95-114; KQ 1176-1184)

TAGESEVANGELIUM vom 2. März 2017

Sr. Veronika Ra. Maria (2).PNGLukas 9,22-25
„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er wird getötet werden, aber am dritten Tag wird er auferstehen. Zu allen sagte er: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten. Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sich selbst verliert und Schaden nimmt?“

Heute ist der Sterbetag der hl. Agnes von Prag, die am 2. März 1281 zu Gott heimging. Es sind 4 Briefe der hl. Klara v. Assisi an sie erhalten. Ein anonymer Franziskaner schrieb die Legende der hl. Agnes von Böhmen, wie sie auch genannt wird, „Candor Lucis Eterne (Glorie des Ewigen Lichtes). P. Johannes Schneider ofm übersetzte sie 2007 ins heutige Deutsch. In Radio Maria Österreich gibt es am Samstag, 4.3. um 12.30 Uhr eine Sendung über die hl. Agnes mit einer Wiederholung am Mittwoch, 8.3. um 13.15 Uhr.

„Wenn auch schon fast nichts mehr an Körperkräften in ihr verblieben war, so war sie im Geist dennoch stark und glühend. Bald betete sie andächtig, bald beruhigte sie die Schwestern, die wegen ihres Hinscheidens verwaisen sollten und deshalb untröstliche Tränen weinten, mit gütigen Worten, bald ermutigte sie diese mit mütterlicher Liebe, den Gipfel der Vollkommenheit zu ergreifen. Dabei sagte sie: „Meine liebsten Töchter, beobachtet die Liebe zu Gott und zum Nächsten mit ganzem Bemühen. Sorgt euch darum, die Demut und Armut, die Christus gehalten und gelehrt hat, nachzuahmen, indem ihr euch immer den Füßen der Römischen Kirche unterwerft, nach dem Beispiel unseres heiligsten Vaters Franziskus und der gütigen Jungfrau Klara, die uns diese Regel zu leben überliefert haben. Dann werdet ihr mit Gewissheit erkennen, dass, so wie der barmherzige Herr jene niemals allein gelassen hat, seine liebevolle Güte auch uns in keiner Hinsicht verlassen wird, wenn ihr die von ihnen gesetzten Beispiele eifrig nachgeahmt habt.“ Diese und andere heilsame Ermahnungen hatte sie also den ganzen Abend und die folgende Nacht den Herzen der Schwestern eingeprägt und an Stelle eines immerwährenden Testamentes zu unverbrüchlicher Beobachtung hinterlassen. Am nächsten Tag, und zwar an einem Montag, begann sie von einer bestimmten Fröhlichkeit durchströmt zu werden, so dass sie den Anblick einer, die lächelte, an den Tag legte, und ihr ganzer Körper wurde bis zur sechsten Stunde in Lichtglanz gehüllt. Nachdem aber die Brüder die Non gebetet hatten und die Messe begannen, um die Stunde, in der der Erlöser des Menschengeschlechts für unsere Erlösung am Kreuze hing und den Geist aufgab, empfahl diese Gott überaus wohlgefällige Dienerin ihre Seele in die Hände des himmlischen Vaters. Sie entschlief am 2. März im Jahr der Gnade 1281 selig im Herrn und ging unter dem Schutzgeleit der Engel frohlockend in die ewigen Freuden ein.“ (AgnB XI 19-28; KQ 931f)

TAGESEVANGELIUM vom 1. März 2017
ASCHERMITTWOCH

09.02.2016 006.jpgMatthäus 6,1-6.16-18
„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Hütet euch, eure Gerechtigkeit vor den Menschen zur Schau zu stellen; sonst habt ihr keinen Lohn von eurem Vater im Himmel zu erwarten. Wenn du Almosen gibst, lass es also nicht vor dir herposaunen, wie es die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten gelobt zu werden. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut. Dein Almosen soll verborgen bleiben, und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler. Sie stellen sich beim Gebet gern in die Synagogen und an die Straßenecken, damit sie von den Leuten gesehen werden. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber geh in deine Kammer, wenn du betest, und schließ die Tür zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler. Sie geben sich ein trübseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber salbe dein Haar, wenn du fastest, und wasche dein Gesicht, damit die Leute nicht merken, dass du fastest, sondern nur dein Vater, der auch das Verborgene sieht; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.“

Heute, am Aschermittwoch empfangen wir das Aschenkreuz zum Zeichen der Umkehr. Thomas von Celano berichtet von einer „Aschenpredigt“ des hl. Franz von Assisi:

„Während seines Aufenthalts bei S. Damiano ließ sich Franziskus auf häufiges und ungestüm drängendes Bitten des Vikars hin dazu bewegen, seinen Töchtern das Wort Gottes zu verkünden. Die Frauen versammelten sich nach Gewohnheit, das Wort Gottes zu hören, aber nicht weniger auch, um den Vater zu Gesicht zu bekommen. Dieser aber erhob die Augen zum Himmel, wo er immer sein Herz hatte, und begann, zu Christus zu beten. Hierauf ließ er sich Asche bringen, streute davon um sich im Kreise auf den Boden, den Rest legte er auf sein Haupt. Die Frauen schauten in gespannter Erwartung auf den seligen Vater, und als sie sahen, wie er innerhalb des Aschenkreises schweigend verharrte, kam in ihrem Herzen große Verwunderung auf. Plötzlich richtete sich der Heilige auf und betete zu ihrer Verblüffung den Psalm „Misere mei Deus“ („Erbarme dich meiner, o Gott“), statt eine Predigt zu halten. Kaum hatte er ihn beendet, machte er sich schnell davon.“
(2 C 207,1-6; FQ 411)

TAGESEVANGELIUM vom 28. Feb. 2017

P1010947 (2).JPGMarkus 10,28-31
„In jener Zeit sagte Petrus zu Jesus: Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Jesus antwortete: Amen, ich sage euch: Jeder, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen Haus oder Brüder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird das Hundertfache dafür empfangen: Jetzt in dieser Zeit wird er Häuser, Brüder, Schwestern, Mütter, Kinder und Äcker erhalten, wenn auch unter Verfolgungen, und in der kommenden Welt das ewige Leben. Viele aber, die jetzt die Ersten sind, werden dann die Letzten sein, und die Letzten werden die Ersten sein.“

Schwester Beatrice berichtet im Heiligsprechungsprozess, wie die hl. Klara v. Assisi alles verlassen hat und Jesus nachgefolgt ist.

„Schwester Beatrice, Tochter des Herrn Favarone von Assisi, Klosterfrau im Kloster von San Damiano sagte unter Eid, sie sei eine leibliche Schwester der Klara, heiligen Andenkens, deren Leben gewissermaßen dem der Engel gleich gewesen war von Kindheit an, weil sie eine Jungfrau und für immer im Stand der Jungfräulichkeit geblieben war. Und sie war sehr bemüht um die guten Werke der Heiligkeit, so sehr, dass sich ihr guter Ruf herumgesprochen hatte unter all denen, die sie gekannt hatten.

Über die Bekehrung der hl. Klara

Und Beatrice sagte, als der heilige Franziskus vom Ruf ihrer Heiligkeit gehört hatte, sei er mehrmals zu ihr gegangen, um mit ihr zur reden, so eindrücklich, dass die Jungfrau Klara sich mit seinem Reden einverstanden erklärte, sich der Welt und allen irdischen Dingen verweigerte und, so schnell sie konnte, ging, um Gott zu dienen. Deshalb habe sie ihr ganzes Erbe verkauft und einen Teil des Erbes von ihr, Beatrice, und [den Erlös] den Armen gegeben. Und danach habe ihr der heilige Franziskus vor dem Altar in der Kirche der Jungfrau Maria, die Portiunkula genannt wird, die Haare abgeschnitten. Und danach habe er sie zur Kirche San Paolo delle Abbadesse geführt. Und als ihre Verwandten sie [von dort] wieder hätten hinausholen wollen, habe Klara die Altartücher gepackt und ihren Kopf entblößt, um zu zeigen, dass sie geschoren war. Und auf gar keine Weise habe sie sich mit ihnen einverstanden erklärt, sie ließ sich weder von ihnen herausholen noch von ihnen mitnehmen. Danach brachten sie der heilige Franziskus, Bruder Philipp und Bruder Bernhard zur Kirche Sant’Angelo di Panzo, wo sie für kurze Zeit blieb, [dann] wurde sie zur Kirche San Damiano gebracht, dem Ort, an dem ihr Gott mehrere Schwestern unter ihre Führung gab. – Auf die Frage, woher sie all diese Dinge wisse, antwortete sie, sie sei ihre jüngere Schwester, manche Dinge habe sie gesehen und andere gehört, von Klara selbst und von den anderen. – Auf die Frage, wann dies geschehen sei, antwortete sie, vor ungefähr zweiundvierzig Jahren.“ (ProKl XII,1-14; KQ 169f)

TAGESEVANGELIUM vom 27. Feb. 2017

P1010944.JPGMarkus 10,17-27
„In jener Zeit lief ein Mann auf Jesus zu, fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn: Guter Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen? Jesus antwortete: Warum nennst du mich gut? Niemand ist gut außer Gott, dem Einen. Du kennst doch die Gebote: Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen, du sollst keinen Raub begehen; ehre deinen Vater und deine Mutter! Er erwiderte ihm: Meister, alle diese Gebote habe ich von Jugend an befolgt. Da sah ihn Jesus an, und weil er ihn liebte, sagte er: Eines fehlt dir noch: Geh, verkaufe, was du hast, gib das Geld den Armen, und du wirst einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach! Der Mann aber war betrübt, als er das hörte, und ging traurig weg; denn er hatte ein großes Vermögen. Da sah Jesus seine Jünger an und sagte zu ihnen: Wie schwer ist es für Menschen, die viel besitzen, in das Reich Gottes zu kommen! Die Jünger waren über seine Worte bestürzt. Jesus aber sagte noch einmal zu ihnen: Meine Kinder, wie schwer ist es, in das Reich Gottes zu kommen! Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt. Sie aber erschraken noch mehr und sagten zueinander: Wer kann dann noch gerettet werden? Jesus sah sie an und sagte: Für Menschen ist das unmöglich, aber nicht für Gott; denn für Gott ist alles möglich.“

In der Heiligsprechungsbulle wird die hl. Klara von Assisi als besondere Liebhaberin der Armut bezeichnet.

„Die besondere Liebhaberin und emsige Pflegerin der Armut prägte diese so sehr ihrer Seele ein, verband sie so sehr mit ihren Sehnsüchten, dass sie in der Liebe zu ihr immer gefestigter, in der Umarmung mit ihr immer glühender wurde und sich durch keine Not jemals von der engen und erfreulichen Verbindung mit ihr loslöste. Auch konnte sie durch keinerlei Überredung dazu gebracht werden zuzustimmen, dass ihr Kloster Besitzungen habe, obwohl Unser Vorgänger, Papst Gregor seligen Andenkens, der den großen Mangel ihres Klosters voll Mitleid erwog, ihr gerne zum Unterhalt ihrer Schwestern ausreichenden und angemessenen Besitz zuweisen wollte.“ (BulKl 74-77; KQ 272)

SONNTAGSEVANGELIUM vom 26. Feb. 2017

Matthäus 6,24-34
„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben, oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon. Deswegen sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben und darum, dass ihr etwas zu essen habt, 8-sonntag-anoch um euren Leib und darum, dass ihr etwas anzuziehen habt. Ist nicht das Leben wichtiger als die Nahrung und der Leib wichtiger als die Kleidung? Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie? Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlängern? Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung? Lernt von den Lilien, die auf dem Feld wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen. Wenn aber Gott schon das Gras so prächtig kleidet, das heute auf dem Feld steht und morgen ins Feuer geworfen wird, wie viel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen! Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen? Denn um all das geht es den Heiden. Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht. Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben. Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat genug eigene Plage.“

Euch allen einen erholsamen Sonntag! Gott behüte Euch alle.

TAGESEVANGELIUM vom 25. Feb. 2017

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Die letzte hl. Kommunion der hl. Klara v. Assisi  –  Detail aus einem Klarazyklus

Markus 10,13-16
„In jener Zeit brachte man Kinder zu Jesus, damit er ihnen die Hände auflegte. Die Jünger aber wiesen die Leute schroff ab. Als Jesus das sah, wurde er unwillig und sagte zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen gehört das Reich Gottes. Amen, das sage ich euch: Wer das Reich Gottes nicht so annimmt, wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. Und er nahm die Kinder in seine Arme; dann legte er ihnen die Hände auf und segnete sie.“

Die hl. Klara v. Assisi wusste sich wie ein Kind von Gott geliebt. In der Verslegende sind ihre letzten Worte festgehalten:

„Zu sich gekehrt, sprach die ganz heilige Jungfrau leise so zu ihrer Seele: „Brich auf, lasse alles zurück, denn es ist bereits dein seliges Geleit da: dein Schöpfer selbst, der dich aus dem Nichts erschaffen, dich geheiligt, und dich als dein Behüter bewahrt hat, wie eine Mutter ihr Kind immer liebt.“ Als eine der Schwestern sie fragte, mit wem sie spreche, sagte sie: „Ich spreche dies zu [meiner] glücklichen Seele.“ (VKl 1355-1361; KQ 244)

TAGESEVANGELIUM vom 24. Feb. 2017

P1000787.JPGJohannes 15,9-17
„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe. Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird. Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe. Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage. Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe. Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet. Dies trage ich euch auf: Liebt einander!“

Im deutschsprachigen Raum wird heute das Fest des hl. Matthias gefeiert (in der Gesamtkirche am 14. Mai). Über das Leben des Apostels Matthias wissen wir nur, was in der Apostelgeschichte steht (Apg 1,15-25): dass er anstelle des Judas Iskariot zum Apostelkollegium hinzugewählt wurde. Aus der Rede des Petrus ergibt sich auch, dass Matthias zu den Männern gehörte, „die die ganze Zeit mit uns zusammen waren, als Jesus, der Herr, bei uns ein und aus ging, angefangen von der Taufe durch Johannes bis zu dem Tag, an dem er von uns ging und aufgenommen wurde“ (Apg 1,21-22). Nach der Legende soll Matthias in Äthiopien gewirkt und das Martyrium erlitten haben. Seine Reliquien wurden im Auftrag der Kaiserin Helena nach Trier gebracht; dort werden sie in der Abteikirche St. Matthias verehrt, die im Mittelalter das Ziel vieler Wallfahrten war.

TAGESGEBET
Gott, du kennst die Herzen aller Menschen;
du hast es gefügt, dass der heilige Matthias
zum Kollegium der Apostel hinzugewählt wurde.
Deine Liebe lenke auch unseren Weg
und reihe uns ein
in die Schar deiner Auserwählten.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

TAGESEVANGELIUM vom 23. Feb. 2017

ScheeglöckchenIMG_1499.jpgMarkus 9,41-50
„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wer euch auch nur einen Becher Wasser zu trinken gibt, weil ihr zu Christus gehört – amen, ich sage euch: er wird nicht um seinen Lohn kommen. Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verführt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen würde. Wenn dich deine Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab; es ist besser für dich, verstümmelt in das Leben zu gelangen, als mit zwei Händen in die Hölle zu kommen, in das nie erlöschende Feuer. Und wenn dich dein Fuß zum Bösen verführt, dann hau ihn ab; es ist besser für dich, verstümmelt in das Leben zu gelangen, als mit zwei Füßen in die Hölle geworfen zu werden. Und wenn dich dein Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus; es ist besser für dich, einäugig in das Reich Gottes zu kommen, als mit zwei Augen in die Hölle geworfen zu werden, wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt. Denn jeder wird mit Feuer gesalzen werden. Das Salz ist etwas Gutes. Wenn das Salz die Kraft zum Salzen verliert, womit wollt ihr ihm seine Würze wiedergeben? Habt Salz in euch, und haltet Frieden untereinander!“

Heute ist der Gedenktag des hl. Polykarp. Polykarp kannte noch den Apostel Johannes und wurde von ihm zum Bischof von Smyrna bestellt (vgl. Offb 2,8-11). Als Sprecher der Kirchen von Kleinasien verhandelte er 155 mit Papst Anicet über den Termin des Osterfestes. In Kleinasien muss er großen Einfluss gehabt haben; die Heiden nannten ihn „den Lehrer Asiens, den Vater der Christen, den Zerstörer der Götter“. Als der römische Statthalter ihm befahl, Christus zu verfluchen, antwortete er: „Sechsundachtzig Jahre diene ich ihm, und er hat mir nie ein Leid getan; wie könnte ich meinen König lästern, der mich erlöst hat?“ Er wurde zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt, und als das Feuer ihn nicht tötete, mit einem Dolch durchbohrt. Über sein Martyrium ist ein zuverlässiger Bericht erhalten. Polykarp ist der letzte Zeuge aus dem apostolischen Zeitalter.

TAGESGEBET
Gott, du Herr der ganzen Schöpfung,
du hast den heiligen Bischof Polykarp
zum standhaften Bekenntnis des Glaubens gestärkt
und in die Schar deiner Märtyrer aufgenommen.
Gib auch uns deine Kraft,
wenn wir am Kelch des Leidens Christi teilhaben,
damit wir auferstehen zum ewigen Leben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

TAGESEVANGELIUM vom 22. Feb. 2017

P1000824 (2).JPGMatthäus 16,13-19
„In jener Zeit, als Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger: Für wen halten die Leute den Menschensohn? Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Simon Petrus antwortete: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes! Jesus sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel. Ich aber sage dir: Du bist Petrus – der Fels -, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.“

Heute feiern wir das Fest „Kathedra Pretri“. Die Zeit vom 13. bis 23. Februar war im heidnischen Rom der Erinnerung an die verstorbenen Angehörigen geweiht. Bei der Feier wurden für die Toten Speisen und ein Stuhl (cathedra) bereitgestellt. Die Christengemeinde gedachte in dieser Zeit des Apostels Petrus, des Vaters ihres Glaubens. Die kirchliche Ablehnung des Totenmahls seit dem 4. Jahrhundert hatte zur Folge, dass man den Stuhl des Petrus nunmehr als Lehrstuhl, als Symbol des Lehramts verstand. Gegenstand des christlichen Festes war aber nicht der Stuhl, sondern die Übernahme des römischen Bischofsstuhls durch den hl. Petrus, oder richtiger: die Berufung des Petrus zum Lehramt in der Kirche. Ein zweites Fest der Kathedra des Petrus wurde seit dem 6. oder 7. Jahrhundert in Gallien am 18. Januar gefeiert. Es wurde dann auch von der römischen Kirche übernommen, aber Papst Johannes XXIII. hat aus beiden Festen wieder ein einziges gemacht und es auf den heutigen Tag festgelegt.

ERÖFFNUNGSVERS
Der Herr sprach zu Simon Petrus:
Ich habe für dich gebetet, damit dein Glaube nicht erlischt.
Und wenn du wieder zurückgefunden hast,
dann stärke deine Brüder.

TAGESGEBET
Allmächtiger Gott,
das gläubige Bekenntnis des Apostels Petrus
ist der Felsen,
auf den du deine Kirche gegründet hast.
Lass nicht zu,
dass Verwirrung und Stürme
unseren Glauben erschüttern.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

TAGESEVANGELIUM vom 21. Feb. 2017

Klara mit s. Kreuz - clarisse francescane missionarie.jpg
Clarisse Francescane Missionarie

Markus 9,30-37
„In jener Zeit zogen Jesus und seine Jünger durch Galiläa. Jesus wollte aber nicht, dass jemand davon erfuhr; denn er wollte seine Jünger über etwas belehren. Er sagte zu ihnen: Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert, und sie werden ihn töten; doch drei Tage nach seinem Tod wird er auferstehen. Aber sie verstanden den Sinn seiner Worte nicht, scheuten sich jedoch, ihn zu fragen. Sie kamen nach Kafarnaum. Als er dann im Haus war, fragte er sie: Worüber habt ihr unterwegs gesprochen? Sie schwiegen, denn sie hatten unterwegs miteinander darüber gesprochen, wer von ihnen der Größte sei. Da setzte er sich, rief die Zwölf und sagte zu ihnen: Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein. Und er stellte ein Kind in ihre Mitte, nahm es in seine Arme und sagte zu ihnen: Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt nicht nur mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.“

„Wer der Erste sein will, soll der Diener aller sein.“ In der Verslegende wird diese Haltung an der hl. Klara v. Assisi als Vorbild hingestellt:

„Daran schließt sich an, dass sie, obwohl sie die Erste im Orden war, den Vorsitz darin zurückwies und den Titel einer Meisterin ablehnte. Sie nahm [nur] widerwillig auf Anordnung des Franziskus hin die Last des Amtes an, nämlich die Sorge um die Schwestern und deren Leitung. Dennoch trug sie nichts Beschwerliches in ihrem Amt und nichts Stolzes legte sie hinein. Im Gegenteil, als Vorsteherin diente sie den Ihren, und die Jungfrau war geringer im Dienst und die Form der Minderen [Schwestern]. Indem sie das Beispiel des Herrn und höchsten Meisters bewahrte, suchte sie nicht bedient zu werden, sondern war bereit zu dienen. In ihrem Tugendleben konnte wie in einem Spiegel jedes Mädchen erblicken, dass sie sich ihrer Schwester nicht vorziehen, sondern lieber danach trachten sollte, dass die Größere der Kleineren diene und die Kleinere die Größere im Geiste ehre und schätze. Dies lasen sie in ihrer Mutter und griffen das Beispiel ihrer Meisterin auf. Überaus dienstbereit, goss die Mutter den meisten der Schwestern Wasser über die Hände und stand neben den Schwestern, während diese saßen. Weder floh sie den Schmutz noch erschreckte die Jungfrau übler Gestank, sie wusch die Kranken, reinigte die schmutzigen Leibstühle und küsste die gewaschenen Füße der Dienstschwestern. Ich will ein erinnerungswürdiges Ereignis nicht verschweigen: Als sie einmal ihren Mund zu den Füßen einer Dienstschwester beugte, erstaunte die Magd [darüber], wollte es nicht hinnehmen und zog den Fuß zurück; und im Zurückziehen schlug sie der Herrin mit dem Fuß auf den Mund. Mit fröhlichem Gesicht ertrug sie das und liebkosend nahm die Jungfrau wieder den Fuß der Magd und drückte alsbald Küsse auf die Fußsohle.“ (VKl 381-405; KQ 212f)

TAGESEVANGELIUM vom 20. Feb. 2017

13339676_10207720476944995_756971154775522763_n (2).jpgMarkus 9,14-29
„In jener Zeit, als Jesus mit Petrus, Jakobus und Johannes von dem Berg herabgestiegen war und sie zu den anderen Jüngern zurückkamen, sahen sie eine große Menschenmenge um sie versammelt und Schriftgelehrte, die mit ihnen stritten. Sobald die Leute Jesus sahen, liefen sie in großer Erregung auf ihn zu und begrüßten ihn. Er fragte sie: Warum streitet ihr mit ihnen? Einer aus der Menge antwortete ihm: Meister, ich habe meinen Sohn zu dir gebracht. Er ist von einem stummen Geist besessen; immer wenn der Geist ihn überfällt, wirft er ihn zu Boden, und meinem Sohn tritt Schaum vor den Mund, er knirscht mit den Zähnen und wird starr. Ich habe schon deine Jünger gebeten, den Geist auszutreiben, aber sie hatten nicht die Kraft dazu. Da sagte er zu ihnen: O du ungläubige Generation! Wie lange muss ich noch bei euch sein? Wie lange muss ich euch noch ertragen? Bringt ihn zu mir! Und man führte ihn herbei. Sobald der Geist Jesus sah, zerrte er den Jungen hin und her, so dass er hinfiel und sich mit Schaum vor dem Mund auf dem Boden wälzte. Jesus fragte den Vater: Wie lange hat er das schon? Der Vater antwortete: Von Kind auf; oft hat er ihn sogar ins Feuer oder ins Wasser geworfen, um ihn umzubringen. Doch wenn du kannst, hilf uns; hab Mitleid mit uns! Jesus sagte zu ihm: Wenn du kannst? Alles kann, wer glaubt. Da rief der Vater des Jungen: Ich glaube; hilf meinem Unglauben! Als Jesus sah, dass die Leute zusammenliefen, drohte er dem unreinen Geist und sagte: Ich befehle dir, du stummer und tauber Geist: Verlass ihn, und kehr nicht mehr in ihn zurück! Da zerrte der Geist den Jungen hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei. Der Junge lag da wie tot, so dass alle Leute sagten: Er ist gestorben. Jesus aber fasste ihn an der Hand und richtete ihn auf, und der Junge erhob sich. Als Jesus nach Hause kam und sie allein waren, fragten ihn seine Jünger: Warum konnten denn wir den Dämon nicht austreiben? Er antwortete ihnen: Diese Art kann nur durch Gebet ausgetrieben werden.“

„Diese Art kann nur durch Gebet ausgetrieben werden“. In der Verslegende wird berichtet, dass eine Frau durch die Gebete der hl. Klara von Assisi von Dämonen befreit wurde:

„Es ist nicht verwunderlich, wenn die Jungfrau, da sie Großes vermag, auch im Kleinsten entschlossen ist, oder wenn sie, mit Tränen bewaffnet, irdische Schlachtreihen überwältigt und im Gebet menschliche Kühnheit zügelt. Ihr heiliges Gebet schlägt [auch] geistige Feinde zurück, welche weder Milde beugt noch Furcht vertreibt noch irgendeine Scham bändigt. Dies bezeugt aus eigener Erfahrung eine Frau, die sich nach dem verehrungswürdigen Ort der Frauen froh erkundigte, um nach einem Gelöbnis Gott und Klara Dank zu erstatten. Sie fügte hinzu, sie sei vor kurzem durch die Raserei von fünf Dämonen gepeinigt gewesen und von der Seuche dieser [Dämonen] durch die seligen Verdienste Klaras befreit worden. Sie sagte, dass die Dämonen selbst bekannt hatten, sie seien durch die Gebete der Jungfrau verbrannt worden und durch sie aus dem besessenen Gefäß geflohen.“ (VKl 777-790; KQ 225)

Sonntagsevangelium vom 19. Feb. 2017

7. Sonntag - A .. ...pngMatthäus 5,38-48
„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn. Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin. Und wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann lass ihm auch den Mantel. Und wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm. Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab. Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden? Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.“

Euch allen einen gesegneten Sonntag mit einer tiefen Begegnung mit Jesus Christus.

TAGESEVANGELIUM vom 18. Feb. 2017

20150718215501919_0016-2
Detail aus einem Klara-Zyklus

Markus 9,2-13
„In jener Zeit nahm Jesus Petrus, Jakobus und Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg, aber nur sie allein. Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; seine Kleider wurden strahlend weiß, so weiß, wie sie auf Erden kein Bleicher machen kann. Da erschien vor ihren Augen Elija und mit ihm Mose, und sie redeten mit Jesus. Petrus sagte zu Jesus: Rabbi, es ist gut, dass wir hier sind. Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Er wusste nämlich nicht, was er sagen sollte; denn sie waren vor Furcht ganz benommen. Da kam eine Wolke und warf ihren Schatten auf sie, und aus der Wolke rief eine Stimme: Das ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören. Als sie dann um sich blickten, sahen sie auf einmal niemand mehr bei sich außer Jesus. Während sie den Berg hinabstiegen, verbot er ihnen, irgendjemand zu erzählen, was sie gesehen hatten, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden sei. Dieses Wort beschäftigte sie, und sie fragten einander, was das sei: von den Toten auferstehen. Da fragten sie ihn: Warum sagen die Schriftgelehrten, zuerst müsse Elija kommen? Er antwortete: Ja, Elija kommt zuerst und stellt alles wieder her. Aber warum heißt es dann vom Menschensohn in der Schrift, er werde viel leiden müssen und verachtet werden? Ich sage euch: Elija ist schon gekommen, doch sie haben mit ihm gemacht, was sie wollten, wie es in der Schrift steht.“

In der Verslegende der hl. Klara wird beschrieben, wie das Gesicht der hl. Klara v. Assisi beim Gebet strahlte und verklärt wurde:

„Die Wonnen, welche sie betend aus der ewigen Quelle verkostete,
und die Funken, die zu ihr vom seligen Glutofen sprühten,
oder den Glanz, den sie vom Gemach des Bräutigams zurückbrachte,
leitete sie zu den Schwestern hin. Sie erfreute sie durch den Nektar des Wortes,
selbst entflammt freut sie sich, ihre Schwestern mit feuriger Rede
zu entflammen. Jene bewunderten das überaus strahlende Antlitz
dieser Jungfrau und die feurigen Worte der Sprechenden.
Leuchtender war ihr Gesicht, sobald sie vom Feuerofen glühenden
Gebetes zurückkehrte, es schimmerte von himmlischen Strahlen.
Sieh doch, was ein reines Gebet für die Gerechten an Verdienst einbringt
oder was die heilige Betrachtung dem Betenden zurückschenkt.
Wie einst das Gesicht des Mose, als er den Berg bestieg,
strahlend leuchtete, weil ihn der Herr gütig anblickte,
so entrückte für eine kleine Weile die Unterredung mit dem
lieblichen Bräutigam ihr die Sinne der Seele, während sie Himmlisches in der
Burg ihres Geistes betrachtete und ihr Antlitz verklärte.“
(VKl 687-702; KQ 222)

TAGESEVANGELIUM vom 17. Feb. 2017

p1010488Markus 8,34-9,1
„In jener Zeit rief Jesus die Volksmenge und seine Jünger zu sich und sagte: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen und um des Evangeliums willen verliert, wird es retten. Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt? Um welchen Preis könnte ein Mensch sein Leben zurückkaufen? Denn wer sich vor dieser treulosen und sündigen Generation meiner und meiner Worte schämt, dessen wird sich auch der Menschensohn schämen, wenn er mit den heiligen Engeln in der Hoheit seines Vaters kommt. Und er sagte zu ihnen: Amen, ich sage euch: Von denen, die hier stehen, werden einige den Tod nicht erleiden, bis sie gesehen haben, dass das Reich Gottes in seiner ganzen Macht gekommen ist.“

So wie die hl. Klara v. Assisi wollte auch die hl. Agnes v. Prag auf vergänglichen Reichtum verzichten um das unvergängliche Leben zu gewinnen. Papst Gregor IX. gewährte ihr 1238 das Privileg der Armut.

„Gregor, Bischof, Diener der Diener Gottes, seinen in Christus geliebten Töchtern, der Äbtissin und dem Konvent der eingeschlossenen Mägde Christi vom Prager Kloster des hl. Franziskus aus dem Damiansorden, Gruß und apostolischen Segen. In der gläubigen Überzeugung, dass der Geist des ewigen Vaters selber in euch spricht, da eurer Gesinnung Gott allein genügt, nehmen wir eure Bitten gütig an: Wir erhören sie voller Gunst, als ob sie von Gott selber formuliert wären, indem sie nur Himmlisches verkosten. Vor allem aber zeigen offensichtliche Indizien an, dass ihr angesichts der Königin aller Jungfrauen, die nicht einmal die Unterkunft armer Leute hatte, als sie den Himmelskönig gebar, und nur Mangel schaute, als sie den Gläubigen ewigen Überfluss brachte, es als ungeziemend erachtet, ein wonnenhaftes Leben zu führen, zumal der eingeborene Schöpfer aller Dinge selber in armselige Tücher gewickelt in der Krippe lag. Aus diesem Grund nehmen wir euren freiwilligen Verzicht auf das Hospital Sankt Franziskus in der Diözese Prag mit allen dazugehörenden Rechten und Gütern an, die euch und durch euch einst eurem Kloster vom Apostolischen Stuhl gewährt worden sind. Ihr habt uns mit euren Bitten und Tränen besiegt, indem ihr aus Verachtung der sichtbaren Dinge zu den Wonnen unsichtbarer Schätze eilt und die Dornen eifrig zu umgehen sucht, mit denen das Zeitliche die Betrachtung des Antlitzes Gottes behindert – wie das irdisch Gesinnten gewöhnlich geschieht. So gewähren wir euch mit der Autorität des vorliegendem Schreibens, dass ihr gegen euren Willen künftig nicht gezwungen werden könnt, irgendwelchen Besitz anzunehmen. Keinem unter den Menschen sei es deshalb erlaubt, in irgendeiner Weise gegen den Wortlaut dieses unseres Zugeständnisses zu verstoßen oder ihm mit verwegener Kühnheit zuwiderzuhandeln. Sollte sich jemand anmaßen, solches auch nur zu versuchen, so wisse er, dass er den Zorn des allmächtigen Gottes und der seligen Apostel Petrus und Paulus auf sich zieht.
Gegeben in Lateran, am 17. Tag vor Anfang Mai, im zwölften Jahr unseres Pontifikats.  (3 Priv 1-7; KQ 367f)

TAGESEVANGELIUM vom 16. Feb. 2017

Klarazyklus - Klara sieht Kind bei Predigt (2).jpgMarkus 8,27-33
„Jesus ging mit seinen Jüngern in die Dörfer bei Cäsarea Philippi. Unterwegs fragte er die Jünger: Für wen halten mich die Menschen? Sie sagten zu ihm: Einige für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für sonst einen von den Propheten. Da fragte er sie: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Simon Petrus antwortete ihm: Du bist der Messias! Doch er verbot ihnen, mit jemand über ihn zu sprechen. Dann begann er, sie darüber zu belehren, der Menschensohn müsse vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er werde getötet, aber nach drei Tagen werde er auferstehen. Und er redete ganz offen darüber. Da nahm ihn Petrus beiseite und machte ihm Vorwürfe. Jesus wandte sich um, sah seine Jünger an und wies Petrus mit den Worten zurecht: Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen! Denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen.“

Die hl. Klara v. Assisi hatte stets das im Sinn, was Gott will. Am Schluss der Dritten Chorlegende wird das kurz zusammengefasst:

„Wunderbar war ja die Liebe der Jungfrau zur Geburt Christi, brennend ihr Mitleiden mit seiner Passion, fromm ihr Verlangen nach dem Altarsakrament, aufmerksam die süße Wonne am Wort Gottes. Weil daher in der Sehnsucht ihrer Seele häufig der Name und das Gedächtnis Christi waren, trug es sich zu, dass sie des Öfteren von Christus sichtbar heimgesucht und durch die Entrückung des Geistes erquickt wurde. Als Verehrerin des Kreuzes befreite sie auch viele durch das Zeichen des Kreuzes von Gefahren. Als sie sich schließlich, nachdem sie unter ständigem Siechtum ausgehalten hatte, nicht mehr selbst zu körperlicher Arbeit erheben konnte, ließ sie sich mit Hilfe der Schwestern aufrichten. Den Rücken mit Kissen gestützt, arbeitete sie mit eigenen Händen, damit sie in ihrer Krankheit nicht müßig sei. So ließ sie aus dem durch ihre Arbeit verfertigten Linnen viele Korporalien für das Opfer des Altares herstellen und an verschiedene Kirchen verteilen.“ (3 Chor 45-49; KQ 696)

TAGESEVANGELIUM vom 15. Feb. 2017

IMG_3036.JPG
San Damiano heute aufgenommen letzte Woche von einem gut befreundeten Ehepaar

Markus 8,22-26
„In jener Zeit kamen Jesus und seine Jünger nach Betsaida. Da brachte man einen Blinden zu Jesus und bat ihn, er möge ihn berühren. Er nahm den Blinden bei der Hand, führte ihn vor das Dorf hinaus, bestrich seine Augen mit Speichel, legte ihm die Hände auf und fragte ihn: Siehst du etwas? Der Mann blickte auf und sagte: Ich sehe Menschen; denn ich sehe etwas, das wie Bäume aussieht und umhergeht. Da legte er ihm nochmals die Hände auf die Augen; nun sah der Mann deutlich. Er war geheilt und konnte alles ganz genau sehen. Jesus schickte ihn nach Hause und sagte: Geh aber nicht in das Dorf hinein!“

Dem hl. Franz von Assisi wurden die Augen des Geistes geöffnet und er sah das Kommen von Schwestern zum Kloster San Damiano voraus. In der Dreigefährtenlegende wird davon berichtet:

„Als Franziskus unermüdlich am Bau der erwähnten Kirche arbeitete, kam ihm der Wunsch, in der Kirche sollten ständig Leuchten brennen. Darum ging er in die Stadt, um Öl zu betteln. Er kam in die Nähe eines Hauses und sah dort Menschen zum Spiel versammelt. Weil er sich schämte, vor aller Augen um Almosen zu bitten, zog er sich zurück. Nach einer Weile der Besinnung aber klagte er sich an, gesündigt zu haben, und lief zu dem Platz, wo das Spiel stattfand. In Gegenwart aller, die dabeistanden, bekannte er seine Schuld, sich ihretwegen geschämt zu haben, um ein Almosen zu bitten. Und feurigen Geistes bat er vor jenem Haus auf Französisch um der Liebe Gottes willen um Öl für die Leuchten der genannten Kirche. Wie er nun mit noch anderen an dem erwähnten Bauwerk arbeitete, rief er wiederum auf Französisch den Bewohnern der Gegend und den an der Kirche Vorbeigehenden in der Freude des Geistes laut zu: „Kommt und helft mir beim Bau der Kirche San Damiano! Hier wird bald ein Kloster von Frauen sein, durch deren Ruhm und Leben unser himmlischer Vater in der ganzen Kirche verherrlicht werden wird.“ Siehe, wie er, von prophetischem Geist erfüllt, die Zukunft vorhersagte! Denn dies ist jener heilige Ort, an dem
die ruhmreiche Gemeinschaft und der überaus hervorragende Orden der Armen Herrinnen und heiligen Jungfrauen etwa sechs Jahre nach der Bekehrung des seligen Franziskus durch eben diesen seligen Franziskus seinen glücklichen Anfang nahm. Ihr wunderbares Leben und ihre glorreiche Ordensgründung wurden vom Herrn Papst Gregor IX. seligen Angedenkens, damals Bischof von Ostia, mit der Vollmacht des Apostolischen Stuhles durch wiederholte Bestätigung anerkannt.“ (Gef 24,1-8; FQ 625f)

TAGESEVANGELIUM vom 14. Feb. 2017

Kiril.metodi4.pngLukas 10,1-9
„In jener Zeit suchte der Herr zweiundsiebzig andere aus und sandte sie zu zweit voraus in alle Städte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte. Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden. Geht! Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und keine Schuhe! Grüßt niemand unterwegs! Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als Erstes: Friede diesem Haus! Und wenn dort ein Mann des Friedens wohnt, wird der Friede, den ihr ihm wünscht, auf ihm ruhen; andernfalls wird er zu euch zurückkehren. Bleibt in diesem Haus, esst und trinkt, was man euch anbietet; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Lohn. Zieht nicht von einem Haus in ein anderes! Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt, so esst, was man euch vorsetzt. Heilt die Kranken, die dort sind, und sagt den Leuten: Das Reich Gottes ist euch nahe.“

Heute begehen wir das Fest der Heiligen Cyrill und Methodius. Sie sind Schutzpatrone Europas. Cyrill und Methodius waren Brüder und stammten aus Thessalonike (Saloniki). Seit 863 wirkten sie gemeinsam als Missionare bei den slawischen Völkerschaften von Mähren und Ungarn. Cyrill übersetzte biblische und liturgische Texte in die Volkssprache (Altslawisch), für die er auch eine eigene Schrift schuf. Die Verwendung der slawischen Sprache in der Liturgie stieß bei den westlichen Bischöfen auf harten Widerstand, wurde aber von Papst Hadrian II. gebilligt. Cyrill starb am 14. Februar 869 in Rom, Methodius am 6. April 885. Die beiden vom byzantinischen Kaiser und dem Patriarchen Photius ausgesandten Missionare brachten den Slawen mit dem Glauben auch die Kultur und die Verbindung mit der römischen Kirche.

In allen Sprachen
Als Johannes VIII. im Jahr 880 die slawische Liturgie guthieß, schrieb er: „Derselbe Gott, der die drei hauptsächlichen Sprachen, nämlich hebräische, griechische und lateinische, geschaffen hat, er hat auch alle anderen Sprachen zu seinem Lob und seiner Ehre geschaffen.“

TAGESGEBET
Gott, du Heil aller Menschen,
du hast durch die Brüder Cyrill und Methodius
den slawischen Völkern
das Licht deiner Wahrheit geschenkt.
Gib, dass wir deine Lehre
mit bereitem Herzen aufnehmen
und zu einem Volk werden,
das im wahren Glauben
und im rechten Bekenntnis geeint ist.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

TAGESEVANGELIUM vom 13. Feb. 2017

P1010405 (3).JPGMarkus 8,11-13
„In jener Zeit kamen die Pharisäer und begannen ein Streitgespräch mit Jesus; sie forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel, um ihn auf die Probe zu stellen. Da seufzte er tief auf und sagte: Was fordert diese Generation ein Zeichen? Amen, das sage ich euch: Dieser Generation wird niemals ein Zeichen gegeben werden. Und er verließ sie, stieg in das Boot und fuhr ans andere Ufer.“

Die Pharisäer fordern ein Zeichen vom Himmel. Die hl. Klara v. Assisi erkennt den Plan Gottes in den Zeichen der Armut. Der hl. Bonaventura schreibt an die Schwestern der hl. Klara „Von der Vollkommenheit des Lebens“:

„Reichtum sucht der Heide, der ohne Gott lebt; Reichtum sucht der Jude, der irdische Verheißungen empfing“, aber du, Jungfrau Christi, Magd des Herrn, was denkst du dir, wenn du Reichtum suchst, da du doch Armut gelobt hast, da du unter den Armen Christi lebst, des armen Vaters Franziskus Tochter sein willst und versprochen hast, die arme Mutter Klara nachzuahmen? Wenn der Herr also mitten unter hartherzigen und ungläubigen Juden für seine Jünger sorgen konnte, so dass sie sich keine Sorgen machen brauchten, ist es da so verwunderlich, dass er die Minderbrüder, welche dieselbe Vollkommenheit gelobt haben, und die Armen Schwestern, welche die Armut des Evangeliums nachahmen, mitten im christgläubigen Volk versorgen wird? Glückliche Dienerin Gottes, beherzige die Armut unseres armen Herrn Jesus Christus, präge deinem Herzen die Armut seines Vaters Franziskus ein, gedenke der Armut deiner Mutter Klara und hänge mit deinem ganzen Eifer und allem Bemühen der Armut an, umarme die Herrin Armut und wünsche, nichts unter dem Himmel um des Herrn willen zu lieben als nur die Armut, nicht Ehre, nicht andere zeitliche Dinge, nicht Reichtum, sondern sei bestrebt, die heilige Armut, die du gelobt hast, ohne Wanken zu beachten.“ (2 BonKl 3-5; KQ 772f)

SONNTAGSEVANGELIUM vom 12. Feb. 2017

Matthäus 5, 17-37
„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern 6. Sonntag - A.PNGum zu erfüllen. Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist. Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich. Darum sage ich euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemand tötet, soll dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du gottloser Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein. Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gebe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe. Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, so lange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist. Sonst wird dich dein Gegner vor den Richter bringen, und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben, und du wirst ins Gefängnis geworfen. Amen, das sage ich dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du den letzten Pfennig bezahlt hast. Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst nicht die Ehe brechen. Ich aber sage euch: Wer eine Frau auch nur lüstern ansieht, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen. Wenn dich dein rechtes Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus und wirf es weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird. Und wenn dich deine rechte Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab und wirf sie weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle kommt. Ferner ist gesagt worden: Wer seine Frau aus der Ehe entlässt, muss ihr eine Scheidungsurkunde geben. Ich aber sage euch: Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, liefert sie dem Ehebruch aus; und wer eine Frau heiratet, die aus der Ehe entlassen worden ist, begeht Ehebruch. Ihr habt gehört. dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst keinen Meineid schwören, und: Du sollst halten, was du dem Herrn geschworen hast. Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht, weder beim Himmel, denn er ist Gottes Thron, noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel für seine Füße, noch bei Jerusalem, denn es ist die Stadt des großen Königs. Auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören; denn du kannst kein einziges Haar weiß oder schwarz machen. Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen.“

Mit unserem Plakat an der Kirchtür wünschen wir Euch allen einen frohen und gesegneten Sonntag mit viel Freude im Herzen. Pace e Bene Euch aus dem Klarissenkloster Maria Enzersdorf

TAGESEVANGELIUM vom 11. Februar 2017

Our_Lady_of_Lourdes_-_Grotto_of_Lourdes_-_Lourdes_2014.JPGMarkus 8,1-10
„In jenen Tagen waren wieder einmal viele Menschen um Jesus versammelt. Da sie nichts zu essen hatten, rief er die Jünger zu sich und sagte: Ich habe Mitleid mit diesen Menschen; sie sind schon drei Tage bei mir und haben nichts mehr zu essen. Wenn ich sie hungrig nach Hause schicke, werden sie unterwegs zusammenbrechen; denn einige von ihnen sind von weither gekommen. Seine Jünger antworteten ihm: Woher soll man in dieser unbewohnten Gegend Brot bekommen, um sie alle satt zu machen? Er fragte sie: Wie viele Brote habt ihr? Sie antworteten: Sieben. Da forderte er die Leute auf, sich auf den Boden zu setzen. Dann nahm er die sieben Brote, sprach das Dankgebet, brach die Brote und gab sie seinen Jüngern zum Verteilen; und die Jünger teilten sie an die Leute aus. Sie hatten auch noch ein paar Fische bei sich. Jesus segnete sie und ließ auch sie austeilen. Die Leute aßen und wurden satt. Dann sammelte man die übrig gebliebenen Brotstücke ein, sieben Körbe voll. Es waren etwa viertausend Menschen beisammen. Danach schickte er sie nach Hause. Gleich darauf stieg er mit seinen Jüngern ins Boot und fuhr in das Gebiet von Dalmanuta.“

Heute wird der Gedenktag Unserer Lieben Frau in Lourdes begangen. Am 11. Februar 1858 sah das vierzehnjährige Hirtenmädchen Bernadette Soubirous in einer Felsgrotte bei Lourdes zum ersten Mal die „Dame“, die sich als „die Unbefleckte Empfängnis“ vorstellte. Die Erscheinung wiederholte sich bis zum 16. Juli an weiteren siebzehn Tagen. Dabei lud Maria die Menschen zur Wallfahrt an diesen Ort, vor allem aber zu Gebet und Buße ein. Zu der Grotte, in der auch eine Quelle entsprang, sind seither Millionen von Pilgern mit ihren leiblichen und seelischen Nöten gekommen. Die Zahl der kirchlich anerkannten Wunder ist zwar nicht sehr groß (bis 1959 waren es 58); aber der Glaube der Pilger weiß viel mehr. Der heutige Gedenktag wurde 1891 von Papst Leo XIII. genehmigt und 1907 von Pius X. auf die ganze Kirche ausgedehnt.

TAGESGEBET
Barmherziger Gott,
in unserer Schwachheit
suchen wir bei dir Hilfe und Schutz.
Höre auf die Fürsprache
der jungfräulichen Gottesmutter Maria,
die du vor der Erbschuld bewahrt hast,
und heile uns von aller Krankheit
des Leibes und der Seele.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

TAGESEVANGELIUM vom 10. Feb. 2017

St.Adolari_-_Empore_8_Scholastica.jpgMarkus 7,31-37
„In jener Zeit verließ Jesus das Gebiet von Tyrus wieder und kam über Sidon an den See von Galiläa, mitten in das Gebiet der Dekapolis. Da brachte man einen Taubstummen zu Jesus und bat ihn, er möge ihn berühren. Er nahm ihn beiseite, von der Menge weg, legte ihm die Finger in die Ohren und berührte dann die Zunge des Mannes mit Speichel; danach blickte er zum Himmel auf, seufzte und sagte zu dem Taubstummen: Effata!, das heißt: Öffne dich! Sogleich öffneten sich seine Ohren, seine Zunge wurde von ihrer Fessel befreit, und er konnte richtig reden. Jesus verbot ihnen, jemand davon zu erzählen. Doch je mehr er es ihnen verbot, desto mehr machten sie es bekannt. Außer sich vor Staunen sagten sie: Er hat alles gut gemacht; er macht, dass die Tauben hören und die Stummen sprechen.“

Heute ist der Gedenktag der hl. Scholastika. Über sie haben wir Nachrichten nur durch den legendären Bericht des Papstes Gregor d. Gr. Scholastika war eine Schwester des hl. Benedikt und wohnte als gottgeweihte Jungfrau nicht weit vom Kloster Monte Cassino. Einmal im Jahr besuchte sie ihren Bruder zu einem geistlichen Gespräch. Das Letzte dieser Gespräche ist bemerkenswert, dass es bis in die Nacht hinein verlängert wurde; Scholastika hat den Bruder dazu gezwungen, indem sie durch ihr Gebet ein plötzliches Gewitter bewirkte, das ein Verlassen des Hauses unmöglich machte. Scholastika „war mächtiger, weil sie die größere Liebe hatte“, sagt Gregor. Drei Tage später sah Benedikt die Seele seiner Schwester in Gestalt einer Taube zum Himmel aufsteigen. Ihren Leib ließ er in dem Grab beisetzen, das für ihn selbst bestimmt war.

TAGESGEBET
Erhabener Gott,
wir begehen
das Gedächtnis der heiligen Jungfrau Scholastika.
Lass uns nach ihrem Beispiel
dir stets in aufrichtiger Liebe dienen
und gewähre uns in deiner Güte
einst einen seligen Heimgang zu dir.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

TAGESEVANGELIUM vom 9. Feb. 2017

P1010321.JPGMarkus 7,24-30
„In jener Zeit brach Jesus auf und zog von dort in das Gebiet von Tyrus. Er ging in ein Haus, wollte aber, dass niemand davon erfuhr; doch es konnte nicht verborgen bleiben. Eine Frau, deren Tochter von einem unreinen Geist besessen war, hörte von ihm; sie kam sogleich herbei und fiel ihm zu Füßen. Die Frau, von Geburt Syrophönizierin, war eine Heidin. Sie bat ihn, aus ihrer Tochter den Dämon auszutreiben. Da sagte er zu ihr: Lasst zuerst die Kinder satt werden; denn es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen. Sie erwiderte ihm: Ja, du hast Recht, Herr! Aber auch für die Hunde unter dem Tisch fällt etwas von dem Brot ab, das die Kinder essen. Er antwortete ihr: Weil du das gesagt hast, sage ich dir: Geh nach Hause, der Dämon hat deine Tochter verlassen. Und als sie nach Hause kam, fand sie das Kind auf dem Bett liegen und sah, dass der Dämon es verlassen hatte.“

In der Verslegende der hl. Klara v. Assisi wird von der Heilung einer Frau berichtet, die von einem Dämon geplagt worden war.

„Eine Frau namens Alexandrina war so übel durch Anhauchung eines Dämons heimgesucht worden, dass er sie, die sich an einer Felswand festhielt, in den Wellen eines Flusses nach Art eines Vogels häufig hin- und herflattern ließ. Indem er sie, da sie sich [nur] an einem dünnen Ast festhielt, zwang, im Tiberfluss unterzutauchen, ließ er die verhöhnte Arme wie ein Spieler an derselben Stelle auch [wieder] los. Sie hatte aufgrund dieser Schikanen den Gebrauch ihrer linken Seite verloren, die Krankheit hatte ihr eine Hand verkrüppelt und keine Heilmittel konnten ihr Gesundheit verleihen. Zum heiligen Grabmal Klaras eilte die Kranke und schüttete mit zerknirschtem Herzen ihre Bitten aus. Dem Gelöbnis der Bittenden neigte sich sogleich die gottergebene Jungfrau zu und schenkte ihr als beste Ärztin Heilung von einer dreifachen Krankheit. Die verkrüppelte Hand wurde geheilt, die Kranke erlangte die Gesundheit ihrer Seite und der böse Feind wurde vertrieben. Eine andere Frau wurde von einem Dämon und vielen Schmerzen geplagt. Sie machte sich zur Grabstätte der Jungfrau auf und erhielt zur selben Zeit auf Klaras Erbarmen hin die ersehnte Heilung.“ (VKl 1499-1517; KQ 249f)

TAGESEVANGELIUM vom 8. Feb. 2017

bewegliche Sonnenblume.gifMarkus 7,14-23
„In jener Zeit rief Jesus die Leute zu sich und sagte: Hört mir alle zu und begreift, was ich sage: Nichts, was von außen in den Menschen hineinkommt, kann ihn unrein machen, sondern was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein. Er verließ die Menge und ging in ein Haus. Da fragten ihn seine Jünger nach dem Sinn dieses rätselhaften Wortes. Er antwortete ihnen: Begreift auch ihr nicht? Seht ihr nicht ein, dass das, was von außen in den Menschen hineinkommt, ihn nicht unrein machen kann? Denn es gelangt ja nicht in sein Herz, sondern in den Magen und wird wieder ausgeschieden. Damit erklärte Jesus alle Speisen für rein. Weiter sagte er: Was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein. Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Habgier, Bosheit, Hinterlist, Ausschweifung, Neid, Verleumdung, Hochmut und Unvernunft. All dieses Böse kommt von innen und macht den Menschen unrein.“

„Alles Böse kommt von innen“, sagt Jesus. Möge die hl. Klara von Assisi uns helfen, alles Böse in uns zu besiegen. Die Sequenz „Ave preclara virgo clara“ aus Eger in Tschechien besingt die strahlende Reinheit der hl. Klara:

1. Sei gegrüßt,
hell leuchtende
Jungfrau Klara,
zum Vorbild der Armen Schwestern
von Gott her geboren.
2a. Wohlan, du Braut Gottes,
klug und heilig,
Gipfel der Armut,
Vorbild der Keuschheit,
bist nach Maria
erschaffen auf Erden.
2b. Jungfrau, Verächterin der Welt,
Liebhaberin Gottes,
Arche heiliger Hoffnung,
der Liebe, des Glaubens:
erkenne doch alle
dich Liebenden.
3a. Dich hat mit Glauben
erfüllt durch Heiligen Hauch
schon im zarten Alter
er, durch den Väter und Propheten
freudig herrschen.
3b. Du hast das Holz des heiligen
Kreuzes andächtig angebetet,
so wie der, den Gabriel verkündete,
dich als jungfräuliches Gefäß
erleuchtet hat.
4a. Du hast das Lamm, den König,
der die Welt regiert,
mit demütigem Herzen
kraft heiliger Neigung
zu deiner heimlichen Verlobung
hingeführt.
4b. Du hast auch die wütende
Schlange Leviatan,
die wie die Welt und das Fleisch
gegen dich kämpfte,
durch deine frommen Bitten
dem Untergang geweiht.
5a. Daher wächst die Freude der Völker
und uns Armen ist es ein Trost,
dass aus dem Kästchen das Sakrament
zu dir auf wundersame Weise sprach,
als du ihn batest,
der den Himmel ewig regiert,
dass er barmherzig stille den Krieg.
5b. Wenn daher dieses Manna dem
Fleische zur wahren Abtötung wird,
erweise uns die Huld und
hilf uns mit innigem Flehen,
die wir liegen in Todeswehen.
Bitte, o Jungfrau, dass wir würdig
werden, im himmlischen Hofe
vereint mit den Heiligen Gottes
Bürger Christi zu werden.
6a. Lass uns die süße Quelle,
die im Himmel fließt,
aus Gott entspringend,
mit aufrichtigem Glauben verkosten
und mit demütigem
und glühendem Herzen
die Kupferschlange am Kreuze
schauen.
6b. Lass uns dem heiligen Feuer
und dem Wort des Vaters,
das von der Jungfrau geboren,
für uns am Kreuz den Tod erlitten hat
und auferweckt wurde
am dritten Tag,
mit reinen Lippen und reinem Herzen
nahen.
7a. Höre uns,
denn dich ehrt Christus
als seine Braut.
7b. Jesus,
rette uns, für die
die Jungfrau Klara dich bittet.
8a. Lass uns die Quelle des Guten schauen,
lass uns den Anker unserer Hoffnung
in dir befestigen.
9. Auf die Fürbitte der überaus christlichen
Mutter, der heiligen Klara,
lass uns auf ein seliges Ende hin
aus der Drangsal dieser Zeit,
Schöpfer, zu dir hinübergehen.
(3 Sequ 1-9; KQ 650-653)

TAGESEVANGELIUM vom 7. Feb. 2017

coleta
Ikone der Klarissen in Münster

Lukas 10,38-42
„Sie zogen zusammen weiter und er kam in ein Dorf. Eine Frau namens Marta nahm ihn freundlich auf. Sie hatte eine Schwester, die Maria hieß. Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seinen Worten zu. Marta aber war ganz davon in Anspruch genommen, für ihn zu sorgen. Sie kam zu ihm und sagte: Herr, kümmert es dich nicht, dass meine Schwester die ganze Arbeit mir allein überlässt? Sag ihr doch, sie soll mir helfen! Der Herr antwortete: Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen. Aber nur eines ist notwendig. Maria hat das Bessere gewählt, das soll ihr nicht genommen werden.“

Die HL. COLETA wurde 1381 zu Corbie in Frankreich geboren. Nach dem Tode ihrer El­tern verteilte sie ihre ganze Habe, nahm das Kleid des Dritten Ordens und lebte eine Zeitlang als Einsiedlerin. Später wurde sie Klarissin und refor­mierte mit päpstlicher Vollmacht viele Klöster des Ersten und Zweiten Or­dens mit dem Ziel, die ursprüngliche franziskanische Lebensform wiederherzustellen. Sie starb am 6. März 1447.

Aus dem Testament der Heiligen:

Getreulich müssen wir halten, was wir versprochen haben; wenn wir aus menschlicher Schwäche versagen, müssen wir uns immer wieder und ohne Verzug aufrichten durch heilige Buße. Seien wir darauf bedacht, recht zu leben und heilig zu sterben.

TAGESGEBET
Gott, unser Herr,
du hast uns die heilige Coleta
als Vorbild der Armut und des Gebetes gegeben.
Gib, dass der Geist des Evangelium,
den sie in Weisheit gelehrt
und in ihrem Leben verwirklicht hat,
sich in uns erneuere und vertiefe.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

TAGESEVANGELIUM vom 6. Feb. 2017

Eucharistie brot - clarisse frances. misiona.jpgMarkus 6,53-56
„In jener Zeit fuhren Jesus und seine Jünger auf das Ufer zu, kamen nach Genesaret und legten dort an. Als sie aus dem Boot stiegen, erkannte man ihn sofort. Die Menschen eilten durch die ganze Gegend und brachten die Kranken auf Tragbahren zu ihm, sobald sie hörten, wo er war. Und immer, wenn er in ein Dorf oder eine Stadt oder zu einem Gehöft kam, trug man die Kranken auf die Straße hinaus und bat ihn, er möge sie wenigstens den Saum seines Gewandes berühren lassen. Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt.“

In der franziskanischen Familie gedenken wir heut der heiligen Märtyrer Petrus Baptista, Paul Miki und ihrer Gefährten. Petrus Baptista wurde 1542 in Spanien geboren. Viele Jahre war er auf den Philippinien, bevor er 1593 mit fünf Mitbrüdern nach Japan gesandt wurde. Politische und religiöse Wirren setzten ihrer apostolischen und karitativen Tätigkeit ein Ende. Petrus Baptista wurde gefangengenommen und mit seinen Gefährten, 3 Jesuiten und 15 Terziaren, bei Nagasaki gekreuzigt. Am 5. Februar 1597 vollendeten sie ihr Martyrium.

Vor seinem Tode schreibt der hl. Petrus Baptista in einem Brief:
„Wir sind unterwegs in diesem reichlich kalten Wintermonat, begleitet von einer großen Wachmannschaft. Wir sind tief getröstet im Herrn. Wir ziehen in der Freude des Herrn unseren Weg, weil wir verurteilt sind, dafür gekreuzigt zu werden, dass wir gegen den Befehl des Kaisers das Gesetz Gottes verkündigt haben. Die danach verlangen, für Christus zu sterben, haben nun Gelegenheit dazu. Liebe Brüder, helft uns mit eurem Gebet, dass unser Tod der göttlichen Majestät wohlgefällig sei und uns – wie wir hoffen – in den Himmel führe.“

TAGESGEBET
Starker Gott,
du bist die Kraft der Heiligen;
du hast den heiligen Petrus Baptista,
Paul Miki und seine Gefährten
durch das Martyrium am Kreuz
zur ewigen Herrlichkeit geführt.
Hilf uns auf die Fürbitte dieser Heiligen,
Christus, dem Gekreuzigten, nachzufolgen
und ihn bis zum Tode gläubig zu bekennen,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

SONNTAGSEVANGELIUM vom 5. Feb. 2017

5. Sonntag - A.PNGMatthäus 5, 13-16
„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr; es wird weggeworfen und von den Leuten zertreten. Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf dem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber, sondern man stellt es auf den Leuchter; dann leuchtet es allen im Haus. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“

Liebe Freunde und Wohltäter! Liebe Brüder und Schwestern! Wir Klarissen in Maria Enzersdorf wünschen Euch einen frohen und gesegneten Sonntag.

Tagesevangelium vom 4. Februar 2017

Paula_Modersohn-Becker_015.jpgMarkus 6,30-34
„In jener Zeit versammelten sich die Apostel, die Jesus ausgesandt hatte, wieder bei ihm und berichteten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten. Da sagte er zu ihnen: Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus. Denn sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen, so zahlreich waren die Leute, die kamen und gingen. Sie fuhren also mit dem Boot in eine einsame Gegend, um allein zu sein. Aber man sah sie abfahren, und viele erfuhren davon; sie liefen zu Fuß aus allen Städten dorthin und kamen noch vor ihnen an. Als er ausstieg und die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er lehrte sie lange.“

TAGESEVANGELIUM vom 3. Februar 2017

St._Blasius_(Engetried)_Fresko_08.jpgMarkus 6,14-29
„In jener Zeit hörte der König Herodes von Jesus; denn sein Name war bekannt geworden, und man sagte: Johannes der Täufer ist von den Toten auferstanden; deshalb wirken solche Kräfte in ihm. Andere sagten: Er ist Elija. Wieder andere: Er ist ein Prophet, wie einer von den alten Propheten. Als aber Herodes von ihm hörte, sagte er: Johannes, den ich enthaupten ließ, ist auferstanden. Herodes hatte nämlich Johannes festnehmen und ins Gefängnis werfen lassen. Schuld daran war Herodias, die Frau seines Bruders Philippus, die er geheiratet hatte. Denn Johannes hatte zu Herodes gesagt: Du hattest nicht das Recht, die Frau deines Bruders zur Frau zu nehmen. Herodias verzieh ihm das nicht und wollte ihn töten lassen. Sie konnte ihren Plan aber nicht durchsetzen, denn Herodes fürchtete sich vor Johannes, weil er wusste, dass dieser ein gerechter und heiliger Mann war. Darum schützte er ihn. Sooft er mit ihm sprach, wurde er unruhig und ratlos, und doch hörte er ihm gern zu. Eines Tages ergab sich für Herodias eine günstige Gelegenheit. An seinem Geburtstag lud Herodes seine Hofbeamten und Offiziere zusammen mit den vornehmsten Bürgern von Galiläa zu einem Festmahl ein. Da kam die Tochter der Herodias und tanzte, und sie gefiel dem Herodes und seinen Gästen so sehr, dass der König zu ihr sagte: Wünsch dir, was du willst; ich werde es dir geben. Er schwor ihr sogar: Was du auch von mir verlangst, ich will es dir geben, und wenn es die Hälfte meines Reiches wäre. Sie ging hinaus und fragte ihre Mutter: Was soll ich mir wünschen? Herodias antwortete: Den Kopf des Täufers Johannes. Da lief das Mädchen zum König hinein und sagte: Ich will, dass du mir sofort auf einer Schale den Kopf des Täufers Johannes bringen lässt. Da wurde der König sehr traurig, aber weil er vor allen Gästen einen Schwur geleistet hatte, wollte er ihren Wunsch nicht ablehnen. Deshalb befahl er einem Scharfrichter, sofort ins Gefängnis zu gehen und den Kopf des Täufers herzubringen. Der Scharfrichter ging und enthauptete Johannes. Dann brachte er den Kopf auf einer Schale, gab ihn dem Mädchen, und das Mädchen gab ihn seiner Mutter. Als die Jünger des Johannes das hörten, kamen sie, holten seinen Leichnam und legten ihn in ein Grab.“

Heute ist der Gedenktag des hl. Blasius. Er war Bischof von Sebaste in Armenien. Nach der Legende erlitt er unter Kaiser Licinius um 316 einen grausamen Märtyrertod. Im Gefängnis soll er einem Knaben, der eine Fischgräte verschluckt hatte, das Leben gerettet haben; deshalb wird er im Osten und Westen gegen Halsleiden angerufen (Blasius-Segen seit dem 16. Jahrhundert). Seit dem späten Mittelalter gilt er als einer der Vierzehn Nothelfer.

TAGESGEBET
Herr, unser Gott,
erhöre dein Volk, das am Tag des heiligen
Bischofs und Märtyrers Blasius zu dir ruft.
Bewahre uns vor Krankheit und Schaden
in diesem zeitlichen Leben
und hilf uns in aller Not,
damit wir das ewige Heil erlangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

TAGESEVANGELIUM vom 2. Februar 2017

Menologion_of_Basil_037.jpgLukas 2,22-40
„Es kam für die Eltern Jesu der Tag der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung. Sie brachten das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn zu weihen, gemäß dem Gesetz des Herrn, in dem es heißt: Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn geweiht sein. Auch wollten sie ihr Opfer darbringen, wie es das Gesetz des Herrn vorschreibt: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben. In Jerusalem lebte damals ein Mann namens Simeon. Er war gerecht und fromm und wartete auf die Rettung Israels, und der Heilige Geist ruhte auf ihm. Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden, er werde den Tod nicht schauen, ehe er den Messias des Herrn gesehen habe. Jetzt wurde er vom Geist in den Tempel geführt; und als die Eltern Jesus hereinbrachten, um zu erfüllen, was nach dem Gesetz üblich war, nahm Simeon das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten: Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel. Sein Vater und seine Mutter staunten über die Worte, die über Jesus gesagt wurden. Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird. Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden. Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen. Damals lebte auch eine Prophetin namens Hanna, eine Tochter Penuëls, aus dem Stamm Ascher. Sie war schon hochbetagt. Als junges Mädchen hatte sie geheiratet und sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt; nun war sie eine Witwe von vierundachtzig Jahren. Sie hielt sich ständig im Tempel auf und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten. In diesem Augenblick nun trat sie hinzu, pries Gott und sprach über das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten. Als seine Eltern alles getan hatten, was das Gesetz des Herrn vorschreibt, kehrten sie nach Galiläa in ihre Stadt Nazaret zurück. Das Kind wuchs heran und wurde kräftig; Gott erfüllte es mit Weisheit, und seine Gnade ruhte auf ihm.“

Heute feiern wir das Fest der Darstellung des Herrn. Das Fest am 40. Tag nach der Geburt des Herrn wurde in Jeru­salem mindestens seit Anfang des 5. Jahrhunderts gefeiert; es wurde „mit gleicher Freude wie Ostern begangen“ (Bericht der Pilgerin Aetheria). In Rom wurde es um 650 eingeführt. Der Festinhalt ist vom Evangelium her gegeben (Lk 2,22-40). Im Osten wurde es als „Fest der Begegnung des Herrn“ verstanden: der Messias kommt in seinen Tempel und begegnet dem Gottesvolk des Alten Bundes, vertreten durch Simeon und Hanna. Im Westen wurde es mehr ein Marienfest: „Reinigung Marias“ nach dem jüdischen Gesetz (Lev 12). Kerzenweihe und Lichterprozession kamen erst später hinzu. Seit der Liturgiereform von 1960 wird „Mariä Lichtmess“ auch in der römischen Kirche wieder als Fest des Herrn gefeiert: Fest der „Darstellung des Herrn“.

TAGESGEBET
Allmächtiger, ewiger Gott,
dein eingeborener Sohn
hat unsere menschliche Natur angenommen
und wurde am heutigen Tag im Tempel dargestellt.
Läutere unser Leben und Denken,
damit wir mit reinem Herzen vor dein Antlitz treten.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

TAGESEVANGELIUM vom 1. Februar 2017

20150718215501919_0008Markus 6,1b-6
„In jener Zeit kam Jesus in seine Heimatstadt; seine Jünger begleiteten ihn. Am Sabbat lehrte er in der Synagoge. Und die vielen Menschen, die ihm zuhörten, staunten und sagten: Woher hat er das alles? Was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist! Und was sind das für Wunder, die durch ihn geschehen! Ist das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon? Leben nicht seine Schwestern hier unter uns? Und sie nahmen Anstoß an ihm und lehnten ihn ab. Da sagte Jesus zu ihnen: Nirgends hat ein Prophet so wenig Ansehen wie in seiner Heimat, bei seinen Verwandten und in seiner Familie. Und er konnte dort kein Wunder tun; nur einigen Kranken legte er die Hände auf und heilte sie. Jesus zog durch die benachbarten Dörfer und lehrte.“

Auch die hl. Klara v. Assisi hatte unter dem Unverständnis ihrer Verwandten zu leiden. In einem umbrischen Klara-Leben wird davon berichtet:

„Sogleich wurde die ganze Welt von dieser Neuigkeit erfüllt, und unter ihren Verwandten, die sich voller Wut versammelten, getroffen von tiefem Schmerz über das Geschehene, gab es große Aufregung, und in keiner Weise wollten sie dulden, dass sie dort so bleibe. Deshalb brachen sie alle auf und zogen zum genannten Kloster, bereit, sie mit Gewalt herauszuholen, wenn sie es mit Liebe nicht vermochten. Doch dank der Gnade Gottes vermochten sie es nicht. Darum trachteten sie, das Gift in einem Netz von Schmeicheleien zu verbergen, und fingen an, ihr zu schmeicheln und große Liebe zu zeigen, indem sie ihr große Geschenke versprachen, wenn sie abließe von solcher Niedrigkeit. Ihre Niedrigkeit wurde nämlich für sie zu großer Schande und Schmach, weil eine ihrer Töchter, die so edel, reich und schön war, sich an einem Ort von so großer Armut und solchen Elends befand. Denn unter ihnen, einem so alten, adeligen und mächtigen Geschlecht, gab es kein einziges Beispiel von jemandem, der sich in so große Entbehrung und Armut begeben hätte. Um verstehen zu geben, wozu sie bereit war, trat die gebenedeite und heilige Tochter Klara zum Altar, denn dort gab es ein armes Kirchlein, und griff nach dem Altartuch, damit ihr Gott zu Hilfe käme, sollte man sie mit Gewalt nach Hause schleppen wollen. Sie fasste es mit der rechten Hand, mit der anderen aber nahm sie die Schleier vom Haupt, den weißen und den schwarzen, zeigte ihnen den geschorenen Kopf und sagte, man könne sie niemals vom Dienst Gottes entfernen. Und je größer der Kampf mit den Verwandten wurde, umso mehr erstarkte ihr Herz und wuchs an Tugend. Die göttliche Liebe gab ihr so große Kraft, dass die Verwandten, deren Wüten gegen sie viele Tage andauerte, sie auf keine Weise, weder mit Verlockungen noch mit Einschüchterungen, von ihrem heiligen Vorsatz abbringen konnten. Und zuletzt, als sie ihre Standhaftigkeit und Stärke sahen, machten sie sich davon, besiegt und zuschanden gemacht ließen sie sie in Ruhe und belästigten sie nicht weiter. Einige Tage später ging die heilige Klara nach dem Willen des heiligen Franziskus von dort weg in ein anderes Kloster, das Sant’Angelo di Panzo hieß, denn in San Paolo schien es ihr nicht so ruhig und für Gebet und Betrachtung geeignet zu sein. (Umb 2,27-38; KQ 1215)

TAGESEVANGELIUM vom 31. Jänner 2017

P1010322Markus 5,21-43
„In jener Zeit fuhr Jesus im Boot an das andere Ufer des Sees von Galiläa hinüber, und eine große Menschenmenge versammelte sich um ihn. Während er noch am See war, kam ein Synagogenvorsteher namens Jaïrus zu ihm. Als er Jesus sah, fiel er ihm zu Füßen und flehte ihn um Hilfe an; er sagte: Meine Tochter liegt im Sterben. Komm und leg ihr die Hände auf, damit sie wieder gesund wird und am Leben bleibt. Da ging Jesus mit ihm. Viele Menschen folgten ihm und drängten sich um ihn. Darunter war eine Frau, die schon zwölf Jahre an Blutungen litt. Sie war von vielen Ärzten behandelt worden und hatte dabei sehr zu leiden; ihr ganzes Vermögen hatte sie ausgegeben, aber es hatte ihr nichts genutzt, sondern ihr Zustand war immer schlimmer geworden. Sie hatte von Jesus gehört. Nun drängte sie sich in der Menge von hinten an ihn heran und berührte sein Gewand. Denn sie sagte sich: Wenn ich auch nur sein Gewand berühre, werde ich geheilt. Sofort hörte die Blutung auf, und sie spürte deutlich, dass sie von ihrem Leiden geheilt war. Im selben Augenblick fühlte Jesus, dass eine Kraft von ihm ausströmte, und er wandte sich in dem Gedränge um und fragte: Wer hat mein Gewand berührt? Seine Jünger sagten zu ihm: Du siehst doch, wie sich die Leute um dich drängen, und da fragst du: Wer hat mich berührt? Er blickte umher, um zu sehen, wer es getan hatte. Da kam die Frau, zitternd vor Furcht, weil sie wusste, was mit ihr geschehen war; sie fiel vor ihm nieder und sagte ihm die ganze Wahrheit. Er aber sagte zu ihr: Meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Geh in Frieden! Du sollst von deinem Leiden geheilt sein. Während Jesus noch redete, kamen Leute, die zum Haus des Synagogenvorstehers gehörten, und sagten zu Jaïrus: Deine Tochter ist gestorben. Warum bemühst du den Meister noch länger? Jesus, der diese Worte gehört hatte, sagte zu dem Synagogenvorsteher: Sei ohne Furcht; glaube nur! Und er ließ keinen mitkommen außer Petrus, Jakobus und Johannes, den Bruder des Jakobus. Sie gingen zum Haus des Synagogenvorstehers. Als Jesus den Lärm bemerkte und hörte, wie die Leute laut weinten und jammerten, trat er ein und sagte zu ihnen: Warum schreit und weint ihr? Das Kind ist nicht gestorben, es schläft nur. Da lachten sie ihn aus. Er aber schickte alle hinaus und nahm außer seinen Begleitern nur die Eltern mit in den Raum, in dem das Kind lag. Er fasste das Kind an der Hand und sagte zu ihm: Talita kum!, das heißt übersetzt: Mädchen, ich sage dir, steh auf! Sofort stand das Mädchen auf und ging umher. Es war zwölf Jahre alt. Die Leute gerieten außer sich vor Entsetzen. Doch er schärfte ihnen ein, niemand dürfe etwas davon erfahren; dann sagte er, man solle dem Mädchen etwas zu essen geben.“

Heute wird in der Kirche der Gedenktag des hl. Johannes Bosco gefeiert. Johannes Bosco, 1815 als Sohn armer Bauersleute geboren, wurde unter großen Schwierigkeiten Priester (1841). „Ich werde mein Leben der Jugend weihen“, das stand für ihn fest. Seine große Liebe galt der Arbeiterjugend von Turin. Er gründete die „Fromme Gesellschaft vom heiligen Franz von Sales“ (Salesianer) und zusammen mit der hl. Maria Domenica Mazzarello die Kongregation der Mariahilf-Schwestern. Er hat entscheidend auf die Erneuerung des Bildungswesens in Italien und (seit 1875) in Südamerika eingewirkt. Seine Erziehungskunst beruhte auf charismatischer Begabung und Einfühlungskraft, verbunden mit einer klaren Erkenntnis der Not seiner Zeit und einer aus tiefem Glauben erwachsenen Liebe zur Jugend. Er starb am 31. Januar 1888 in Turin und wurde 1934 heilig gesprochen. „In seinem Leben war das Übernatürliche fast natürlich und das Außergewöhnliche gewöhnlich“ (Pius XI.).

„Das Beste
was wir auf der Welt tun können, ist:
Gutes tun, fröhlich sein
und die Spatzen pfeifen lassen.“ (Johannes Bosco)

TAGESGEBET
Gott, du Quell der Freude,
du hast den heiligen Johannes Bosco berufen,
der Jugend ein Vater und Lehrer zu sein.
Gib auch uns die Liebe, die ihn erfüllt hat,
damit wir fähig werden,
Menschen für dich zu gewinnen
und dir allein zu dienen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

TAGESEVANGELIUM vom 30. Jänner 2017

20150718215501919_0017Markus 5,1-20
„In jener Zeit kamen Jesus und seine Jünger an das andere Ufer des Sees, in das Gebiet von Gerasa. Als er aus dem Boot stieg, lief ihm ein Mann entgegen, der von einem unreinen Geist besessen war. Er kam von den Grabhöhlen, in denen er lebte. Man konnte ihn nicht bändigen, nicht einmal mit Fesseln. Schon oft hatte man ihn an Händen und Füßen gefesselt, aber er hatte die Ketten gesprengt und die Fesseln zerrissen; niemand konnte ihn bezwingen. Bei Tag und Nacht schrie er unaufhörlich in den Grabhöhlen und auf den Bergen und schlug sich mit Steinen. Als er Jesus von weitem sah, lief er zu ihm hin, warf sich vor ihm nieder und schrie laut: Was habe ich mit dir zu tun, Jesus, Sohn des höchsten Gottes? Ich beschwöre dich bei Gott, quäle mich nicht! Jesus hatte nämlich zu ihm gesagt: Verlass diesen Mann, du unreiner Geist! Jesus fragte ihn: Wie heißt du? Er antwortete: Mein Name ist Legion; denn wir sind viele. Und er flehte Jesus an, sie nicht aus dieser Gegend zu verbannen. Nun weidete dort an einem Berghang gerade eine große Schweineherde. Da baten ihn die Dämonen: Lass uns doch in die Schweine hineinfahren! Jesus erlaubte es ihnen. Darauf verließen die unreinen Geister den Menschen und fuhren in die Schweine, und die Herde stürzte sich den Abhang hinab in den See. Es waren etwa zweitausend Tiere, und alle ertranken. Die Hirten flohen und erzählten alles in der Stadt und in den Dörfern. Darauf eilten die Leute herbei, um zu sehen, was geschehen war. Sie kamen zu Jesus und sahen bei ihm den Mann, der von der Legion Dämonen besessen gewesen war. Er saß ordentlich gekleidet da und war wieder bei Verstand. Da fürchteten sie sich. Die, die alles gesehen hatten, berichteten ihnen, was mit dem Besessenen und mit den Schweinen geschehen war. Darauf baten die Leute Jesus, ihr Gebiet zu verlassen. Als er ins Boot stieg, bat ihn der Mann, der zuvor von den Dämonen besessen war, bei ihm bleiben zu dürfen. Aber Jesus erlaubte es ihm nicht, sondern sagte: Geh nach Hause, und berichte deiner Familie alles, was der Herr für dich getan und wie er Erbarmen mit dir gehabt hat. Da ging der Mann weg und verkündete in der ganzen Dekapolis, was Jesus für ihn getan hatte, und alle staunten.“

Jesus gebietet den unreinen Geistern und sie fliehen. Auch auf die Fürsprache der hl. Klara v. Assisi werden viele vom Bösen befreit. Eines von mehreren Beispielen aus der Verslegende der hl. Klara sei hier angeführt:

„In einen Knaben aus Frankreich fuhr der Schrecken der Raserei so sehr hinein, dass er ihn des Gebrauchs der Sprache beraubte; schrecklich bewegte der Wahn selbst seinen Körper. Von niemandem konnte er, wenn der Wahnsinn tobte, abgehalten werden, dass er sich zu schlagen und zu zerfleischen suchte. An eine Totenbahre gebunden wurde er unfreiwillig in die Kirche der Jungfrau gebracht. Und vor ihrem Wunder vollbringenden Grab von seinen Landsleuten hingestellt erlangte jener Elende durch deren Gebet [wieder] die Gesundheit.“ (VKl 1518-1526;KQ 250)

SONNTAGSEVANGELIUM vom 29. 01. 2017

Matthäus 5, 1-12a
„In jener Zeit als Jesus die vielen Menschen sah, die ihm folgten, stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm. Dann begann er zu reden und lehrte sie. Er sagte:4-sonntag-a
Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.
Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.
Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben.
Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden.
Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.
Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen.
Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.
Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich.
Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet.
Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein.“

Wir Klarissen wünschen Euch allen einen frohen und gesegneten Sonntag, einen wundervollen Tag des Herrn! Mit euch gemeinsam geben wir heute besonders Jesus Christus die Ehre. ER ist unsere Freude, unser Trost und unser Leben!

TAGESEVANGELIUM vom 28. Jänner 2017

20150718215501919_0010.jpgMarkus 4,35-41
„An jenem Tag, als es Abend geworden war, sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wir wollen ans andere Ufer hinüberfahren. Sie schickten die Leute fort und fuhren mit ihm in dem Boot, in dem er saß, weg; einige andere Boote begleiteten ihn. Plötzlich erhob sich ein heftiger Wirbelsturm, und die Wellen schlugen in das Boot, so dass es sich mit Wasser zu füllen begann. Er aber lag hinten im Boot auf einem Kissen und schlief. Sie weckten ihn und riefen: Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen? Da stand er auf, drohte dem Wind und sagte zu dem See: Schweig, sei still! Und der Wind legte sich, und es trat völlige Stille ein. Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben? Da ergriff sie große Furcht, und sie sagten zueinander: Was ist das für ein Mensch, dass ihm sogar der Wind und der See gehorchen?“

Auch die hl. Klara von Assisi beruhigte ihre Schwestern in äußerster Not. Sr. Filippa berichtet im Heiligsprechungsprozess:

„Sie sagte auch, zur Zeit des Krieges in Assisi, als sich die Schwestern entsetzlich vor der Ankunft der Tartaren und Sarazenen und anderer Gegner Gottes und der heiligen Kirche fürchteten, habe die selige Mutter begonnen, sie zu stärken, indem sie sagte: „Meine liebsten Schwestern und Töchter, wolltet ihr euch doch nicht so entsetzlich fürchten! Denn wenn Gott mit uns ist, können uns die Feinde nichts antun. Setzt euer Vertrauen in unseren Herrn Jesus Christus, denn er wird uns befreien. Und ich selbst will eure Garantie dafür sein, dass euch kein Leid geschehen wird. Wenn sie kommen, dann bringt mich vor sie hin!“ Und als die Feinde eines Tages die Stadt Assisi überfielen, um sie zu zerstören, kletterten einige Sarazenen [tatsächlich] auf die Mauer des Klosters und sprangen in die Einfriedung hinab. Deshalb bekamen die Schwestern entsetzliche Angst. Aber die heiligste Mutter stärkte sie alle und ließ sich von der Übermacht jener [Männer] nicht beeindrucken, sondern sagte: „Wolltet ihr euch doch nicht so entsetzlich fürchten! Denn sie können uns nicht schaden!“ Und nachdem sie dies gesagt hatte, suchte sie Hilfe im gewohnten Gebet. Und die Kraft dieses Gebetes war so stark, dass jene bedrohlichen Sarazenen abzogen, als wären sie verjagt worden, ohne auch nur den geringsten Schaden anzurichten. In der Zwischenzeit hatten sie nichts vom Haus angefasst. Auf die Frage, wie sie diese Dinge wisse, antwortete sie, weil sie dabei gewesen sei. – Auf die Frage nach dem Monat und dem Tag sagte sie, sie erinnere sich nicht.“ (ProKl III 55-65; KQ 138f)

TAGESEVANGELIUM vom 27. Jänner 2017

P1000839.JPGMarkus 4,26-34
„In jener Zeit sprach Jesus: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sät; dann schläft er und steht wieder auf, es wird Nacht und wird Tag, der Samen keimt und wächst, und der Mann weiß nicht, wie. Die Erde bringt von selbst ihre Frucht, zuerst den Halm, dann die Ähre, dann das volle Korn in der Ähre. Sobald aber die Frucht reif ist, legt er die Sichel an; denn die Zeit der Ernte ist da. Er sagte: Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen, mit welchem Gleichnis sollen wir es beschreiben? Es gleicht einem Senfkorn. Dieses ist das kleinste von allen Samenkörnern, die man in die Erde sät. Ist es aber gesät, dann geht es auf und wird größer als alle anderen Gewächse und treibt große Zweige, so dass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können. Durch viele solche Gleichnisse verkündete er ihnen das Wort, so wie sie es aufnehmen konnten. Er redete nur in Gleichnissen zu ihnen; seinen Jüngern aber erklärte er alles, wenn er mit ihnen allein war.“

Auch das Klösterchen San Damiano bei Assisi war wie ein kleines Senfkorn, das aufging und wuchs und heute seine Zweige über die ganze Erde ausbreitet. Julian von Speyer erwähnt es im „Leben des hl. Franziskus“:

„Weil der heilige Mann bisher überhaupt nicht wusste, was auf ihn zukommt, lag ihm bei allem, was er tat, alsbald ein erstes Liebeswerk am Herzen: Er wollte die Kirche von San Damiano, wo er zuerst geweilt hatte, wiederaufbauen. Wie er dieses Werk aus Mitleid wegen des unausweichlich bevorstehenden Zerfalls begann, so vollendete er es auch mit Gottes Hilfe in kurzer Zeit. Dieser Ort ist rühmender Erinnerung wert; denn ausgestattet mit der Fülle großer Tugenden, nahm hier der Orden der Armen Frauen und heiligen Jungfrauen durch denselben heiligen Mann etwa sechs Jahre nach seiner Bekehrung seinen glücklichen Anfang. Diesen Orden, lobenswert aufgrund des Vorrangs großer Vollkommenheit, hat heute der Herr über verschiedene Teile Italiens großartig ausgeweitet.“ (Jul 13,1-4; FQ 534)

TAGESEVANGELIUM vom 26. Jänner 2017

P1000781 (3).JPGMarkus 4,21-25
„In jener Zeit sprach Jesus: Zündet man etwa ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber oder stellt es unter das Bett? Stellt man es nicht auf den Leuchter? Es gibt nichts Verborgenes, das nicht offenbar wird, und nichts Geheimes, das nicht an den Tag kommt. Wenn einer Ohren hat zum Hören, so höre er! Weiter sagte er: Achtet auf das, was ihr hört! Nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird euch zugeteilt werden, ja, es wird euch noch mehr gegeben. Denn wer hat, dem wird gegeben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat.“

Heute ist der Gedenktag der heiligen Apostelschüler Timotheus und Titus. Timotheus und Titus sind die bekanntesten Schüler des Apostels Paulus und werden deshalb gemeinsam am Tag nach Pauli Bekehrung gefeiert.
TIMOTHEUS, Sohn eines heidnischen Vaters und einer jüdischen Mutter, stammte aus Lystra (in der heutigen Türkei). Er wurde von Paulus auf der ersten Missionsreise für den christlichen Glauben gewonnen und war sein treuester Begleiter und Mitarbeiter. Auch während der römischen Gefangenschaft war er bei Paulus. Nach alter Überlieferung war Timotheus der erste Bischof von Ephesus. Zwei von den paulinischen Briefen sind an ihn gerichtet.
TITUS ist geborener Heide. In der Apostelgeschichte wird er merkwürdigerweise nicht erwähnt, dagegen in den Paulusbriefen oft Mitarbeiter des Paulus genannt. Paulus hat ihn für das Christentum gewonnen, ihn zum sog. Apostelkonzil nach Jerusalem mitgenommen und ihm wichtige Aufgaben anvertraut. Einer der Paulusbriefe ist an Titus gerichtet. Nach der Überlieferung wurde er von Paulus zum ersten Bischof von Kreta bestellt.

Paulus an Timotheus:
„Es wird eine Zeit kommen, in der man die gesunde Lehre nicht erträgt, sondern sich nach eigenen Wünschen zahlreiche Lehrer sucht, die den Ohren schmeicheln … Du aber sei in allem nüchtern, ertrag das Leiden, verkünde das Evangelium, erfülle deine Aufgabe!“ (2 Tim 4,3-5)

TAGESGEBET
Gott, unser Vater,
du hast die Apostelschüler Timotheus und Titus
mit den Gaben des Heiligen Geistes beschenkt
und sie deiner Kirche als Hirten gegeben.
Höre auf ihre Fürsprache und hilf uns,
dass wir gerecht und fromm in dieser Welt leben
und so zur Gemeinschaft mit deinen Heiligen gelangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

TAGESEVANGELIUM vom 25. Jänner 2017

Michelangelo_-_Bekehrung_des_heiligen_Paulus.jpegHeute feiert die Kirche das fest der Bekehrung des hl. Apostels Paulus. In der Tageslesung berichtet Paulus selbst davon:
Apostelgeschichte 22, 1a.3-16
„In jenen Tagen sagte Paulus zum Volk: Brüder und Väter! Ich bin ein Jude, geboren in Tarsus in Zilizien, hier in dieser Stadt erzogen, zu Füßen Gamaliëls genau nach dem Gesetz der Väter ausgebildet, ein Eiferer für Gott, wie ihr alle es heute seid. Ich habe den neuen Weg bis auf den Tod verfolgt, habe Männer und Frauen gefesselt und in die Gefängnisse eingeliefert. Das bezeugen mir der Hohepriester und der ganze Rat der Ältesten. Von ihnen erhielt ich auch Briefe an die Brüder und zog nach Damaskus, um dort ebenfalls die Anhänger der neuen Lehre zu fesseln und zur Bestrafung nach Jerusalem zu bringen. Als ich nun unterwegs war und mich Damaskus näherte, da geschah es, dass mich um die Mittagszeit plötzlich vom Himmel her ein helles Licht umstrahlte. Ich stürzte zu Boden und hörte eine Stimme zu mir sagen: Saul, Saul, warum verfolgst du mich? Ich antwortete: Wer bist du, Herr? Er sagte zu mir: Ich bin Jesus, der Nazoräer, den du verfolgst. Meine Begleiter sahen zwar das Licht, die Stimme dessen aber, der zu mir sprach, hörten sie nicht. Ich sagte: Herr, was soll ich tun? Der Herr antwortete: Steh auf, und geh nach Damaskus, dort wird dir alles gesagt werden, was du nach Gottes Willen tun sollst. Da ich aber vom Glanz jenes Lichtes geblendet war, so dass ich nicht mehr sehen konnte, wurde ich von meinen Begleitern an der Hand geführt und gelangte so nach Damaskus. Ein gewisser Hananias, ein frommer und gesetzestreuer Mann, der bei allen Juden dort in gutem Ruf stand, kam zu mir, trat vor mich und sagte: Bruder Saul, du sollst wieder sehen! Und im gleichen Augenblick konnte ich ihn sehen. Er sagte: Der Gott unserer Väter hat dich dazu erwählt, seinen Willen zu erkennen, den Gerechten zu sehen und die Stimme seines Mundes zu hören; denn du sollst vor allen Menschen sein Zeuge werden für das, was du gesehen und gehört hast. Was zögerst du noch? Steh auf, lass dich taufen und deine Sünden abwaschen, und rufe seinen Namen an!“

Während Petrus zum Fels der Kirche bestimmt war (Mt 16,18), wurde Paulus zum „Lehrer der Heidenvölker“ berufen (1 Tim 2,7). Das war für ihn selbst, den Pharisäersohn, ein unbegreifliches Geheimnis. Er verabscheute die Christen, die einen gekreuzigten Messias verehrten. Das Erlebnis vor den Toren von Damaskus bedeutete für ihn eine völlige Wende. Derselbe Gott, dem Paulus hatte als Jude dienen wollen, hat ihn zum Verkünder des Evangeliums von Jesus, dem Christus, gemacht (Gal 1,11-16). – Ein Fest der Bekehrung des Apostels Paulus ist seit dem 8. Jahrhundert in Gallien bezeugt.

TAGESGEBET
Gott, du Heil aller Völker
du hast den Apostel Paulus auserwählt,
den Heiden die Frohe Botschaft zu verkünden.
Gib uns, die wir das Fest seiner Bekehrung feiern,
die Gnade, uns deinem Anruf zu stellen
und vor der Welt deine Wahrheit zu bezeugen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

TAGESEVANGELIUM vom 24. Jänner 2017

Franz-Sales-Mahlknecht.jpgMarkus 3,31-35
„In jener Zeit kamen die Mutter Jesu und seine Brüder; sie blieben vor dem Haus stehen und ließen Jesus herausrufen. Es saßen viele Leute um ihn herum, und man sagte zu ihm: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und fragen nach dir. Er erwiderte: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder? Und er blickte auf die Menschen, die im Kreis um ihn herumsaßen, und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine Brüder. Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.“

Heute ist der Gedenktag des heiligen Bischofs und Kirchenlehrers Franz von Sales. Franz, auf dem Schloss Sales in Savoyen 1567 geboren, studierte in Paris und Padua. 1594 wurde er Priester. Er missionierte unter großen Anstrengungen und mit Erfolg bei den Kalvinisten südlich des Genfer Sees. 1602 wurde er Bischof von Genf mit dem Sitz in Annecy. Er war ein unermüdlicher Seelsorger und Prediger, ein Lehrer des geistlichen Lebens durch Wort und Schrift. Seine berühmtesten Werke sind „Philothea“ und „Theotimus“; man kann sie auch heute noch mit Nutzen lesen. Zusammen mit der hl. Johanna Franziska von Chantal gründete er den Orden von der Heimsuchung Mariens, die „Salesianerinnen“ (die Genossenschaft der Salesianer wurde vom hl. Johannes Bosco gegründet). Er starb 1622 in Lyon, wurde 1665 heilig gesprochen, 1877 zum Kirchenlehrer ernannt. Patron der katholischen Presse und der Schriftsteller.

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Pfarrkirche Reichraming, dem hl. Franz von Sales geweiht – Heimatgemeinde einer unserer Schwestern

Die Mitte
„Zu viel und zu wenig nachsichtig sein, beides ist gefehlt. Es ist für uns Menschen hart, die Mitte zu halten; doch wenn ich fehle, will ich lieber durch die große Milde als durch zu große Strenge fehlen.“
„So sehr verlangen wir manchmal, Engel zu werden, dass wir vergessen, gute Menschen zu sein.“
„Ich will keine absonderliche, unruhige, traurige und verdrossene Frömmigkeit, sondern eine milde, sanfte, angenehme und friedliche, mit einem Wort: eine freie und fröhliche Frömmigkeit, die liebenswürdig ist vor Gott und den Menschen.“ (Franz von Sales)

TAGESGEBET
Gütiger Gott,
du hast den heiligen Franz von Sales
dazu berufen,
als Bischof und Lehrer allen alles zu werden.
Hilf uns, sein Beispiel nachzuahmen
und den Brüdern zu dienen,
damit durch uns
deine Menschenfreundlichkeit sichtbar wird.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

TAGESEVANGELIUM vom 23. Jänner 2017

Klarazyklus - Klara segnet (2).jpgMarkus 3,22-30
„In jener Zeit sagten die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen waren: Er ist von Beelzebul besessen; mit Hilfe des Anführers der Dämonen treibt er die Dämonen aus. Da rief er sie zu sich und belehrte sie in Form von Gleichnissen: Wie kann der Satan den Satan austreiben? Wenn ein Reich in sich gespalten ist, kann es keinen Bestand haben. Wenn eine Familie in sich gespalten ist, kann sie keinen Bestand haben. Und wenn sich der Satan gegen sich selbst erhebt und mit sich selbst im Streit liegt, kann er keinen Bestand haben, sondern es ist um ihn geschehen. Es kann aber auch keiner in das Haus eines starken Mannes einbrechen und ihm den Hausrat rauben, wenn er den Mann nicht vorher fesselt; erst dann kann er sein Haus plündern. Amen, das sage ich euch: Alle Vergehen und Lästerungen werden den Menschen vergeben werden, so viel sie auch lästern mögen; wer aber den Heiligen Geist lästert, der findet in Ewigkeit keine Vergebung, sondern seine Sünde wird ewig an ihm haften. Sie hatten nämlich gesagt: Er ist von einem unreinen Geist besessen.“

„Wenn eine Familie in sich gespalten ist, kann sie keinen Bestand haben“, sagt Jesus. Sr. Angeluccia bezeugt im Heiligsprechungsprozess, dass die hl. Klara von Assisi ein Werkzeug des Friedens in ihrer Gemeinschaft war:

„Angeluccia sagte auch, so groß sei Klaras Demut und ihre Güte gegenüber den Schwestern gewesen, so groß ihre Geduld und Standhaftigkeit in stürmischen Zeiten, so groß die Kargheit ihres Lebens, so groß die Dürftigkeit der Nahrungsmittel und der Kleidung, so groß ihre sorgende Liebe gegenüber allen, so groß ihre Klugheit und wache Aufmerksamkeit in der Ermunterung der ihr anvertrauten Schwestern und so liebevoll und sanft sei Klara im Ermutigen dieser Schwestern gewesen und in den anderen guten und heiligen Dingen, die ihr zu eigen waren, so dass ihre, Angeluccias, Sprache in keinster Weise ausreiche, dies auszudrücken oder vielmehr, es überhaupt zu verstehen. Denn noch viel mehr Heiligkeit sei in ihr gewesen, dass sie, Angeluccia, es niemals [wirklich] sagen könne. Und so sei es auch mit der Liebe zur Armut gewesen, die am allermeisten in ihr war. – Auf die Frage, wie sie diese Dinge wisse, antwortete sie, weil sie die ganze genannte Zeit mit ihr gelebt und die Heiligkeit ihres Lebens gesehen habe, wie schon gesagt.“ (ProKl XIV 9-19; KQ 175)

SONNTAGSEVANGELIUM vom 22. Jänner 2017

3. Sonntag - A ..pngMatthäus 4, 12-23
„Als Jesus hörte, dass man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, zog er sich nach Galiläa zurück. Er verließ Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, das am See liegt, im Gebiet von Sebulon und Naftali. Denn es sollte sich erfüllen, was durch den Propheten Jesaja gesagt worden ist: Das Land Sebulon und das Land Naftali, die Straße am Meer, das Gebiet jenseits des Jordan, das heidnische Galiläa: das Volk, das im Dunkel lebte, hat ein helles Licht gesehen; denen, die im Schattenreich des Todes wohnten, ist ein Licht erschienen. Von da an begann Jesus zu verkünden: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe. Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er zwei Brüder, Simon, genannt Petrus, und seinen Bruder Andreas; sie warfen ihre Netze in den See, denn sie waren Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Sofort ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm. Als er weiterging, sah er zwei andere Brüder, Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren mit ihrem Vater Zebedäus im Boot und richteten ihre Netze her. Er rief sie, und sogleich verließen sie das Boot und ihren Vater und folgten Jesus. Er zog in ganz Galiläa umher, lehrte in den Synagogen, verkündete das Evangelium vom Reich und heilte im Volk alle Krankheiten und Leiden.“

Euch allen und jedem Einzelnen einen gesegneten Sonntag!

TAGESEVANGELIUM vom 21. Jänner 2017

Bildergebnis für hl agnes von romMarkus 3,20-21
„In jener Zeit ging Jesus in ein Haus, und wieder kamen so viele Menschen zusammen, dass er und die Jünger nicht einmal mehr essen konnten. Als seine Angehörigen davon hörten, machten sie sich auf den Weg, um ihn mit Gewalt zurückzuholen; denn sie sagten: Er ist von Sinnen.“

Heute, am Gedenktag der hl. Agnes werden in Rom zwei Lämmer vom Papst gesegnet, aus deren Wolle die Pallien für die Erzbischöfe angefertigt werden. Die Jungfrau und Märtyrin Agnes („Die Reine“) wird in Rom seit dem 4. Jahrhundert verehrt. Die Basilika an ihrem Grab (Sant‘ Agnese fuori le mura) geht bis in die Zeit Konstantins zurück. Ambrosius und Papst Damasus haben die Heilige gefeiert. Dennoch sind über das Leben und das Martyrium der hl. Agnes nur wenige sichere Nachrichten vorhanden. Im Alter von zwölf oder dreizehn Jahren gab sie ihr Leben für Christus hin; es ist unsicher, ob sie enthauptet oder verbrannt wurde; ob unter Kaiser Valerian (um 258) oder unter Diokletian (um 304) bleibt ebenfalls ungewiss.

TAGESGEBET
Ewiger Gott,
du berufst, was schwach ist in dieser Welt,
um das, was stark ist, zu beschämen.
Höre auf die Fürsprache der heiligen Agnes.
Komm uns zu Hilfe,
damit auch wir unbeirrt den Glauben bekennen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

TAGESEVANGELIUM vom 20. Jänner 2017

Martyrium_Des_Hl._Sebastian_Hans_Holbein.jpgMarkus 3,13-19
„In jener Zeit stieg Jesus auf einen Berg und rief die zu sich, die er erwählt hatte, und sie kamen zu ihm. Und er setzte zwölf ein, die er bei sich haben und die er dann aussenden wollte, damit sie predigten und mit seiner Vollmacht Dämonen austrieben. Die Zwölf, die er einsetzte, waren: Petrus – diesen Beinamen gab er dem Simon -, Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und Johannes, der Bruder des Jakobus – ihnen gab er den Beinamen Boanerges, das heißt Donnersöhne -, dazu Andreas, Philippus, Bartholomäus, Matthäus, Thomas, Jakobus, der Sohn des Alphäus, Thaddäus, Simon Kananäus und Judas Iskariot, der ihn dann verraten hat.“

Heute ist der Gedenktag des hl. Sebastian, dessen Bild in vielen Kirchen zu sehen ist. Sebastian starb als Märtyrer in Rom zu Beginn der diokletianischen Verfolgung (um 303). Nach der Legende stammte er aus Mailand und war Offizier der kaiserlichen Leibgarde. Wegen seines christlichen Glaubens wurde er zum Tod durch Erschießen verurteilt. Der Totgeglaubte erholte sich jedoch wieder und machte dem Kaiser Vorwürfe wegen seiner Grausamkeit. Darauf wurde er zu Tode geprügelt. Seit dem 4. Jahrhundert wird an der Via Appia sein Grab verehrt und am 20. Januar sein Gedenktag gefeiert.

TAGESGEBET
Herr, unser Gott,
wir schauen heute
auf das Beispiel der Standhaftigkeit,
das der heilige Märtyrer Sebastian
durch sein mutiges Bekenntnis gegeben hat.
Schenke auch uns den Geist der Stärke,
damit wir dir mehr gehorchen als den Menschen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

TAGESEVANGELIUM vom 19. Jänner 2017

20150718215501919_0017.jpgMarkus 3,7-12
„In jener Zeit zog sich Jesus mit seinen Jüngern an den See zurück. Viele Menschen aus Galiläa aber folgten ihm. Auch aus Judäa, aus Jerusalem und Idumäa, aus dem Gebiet jenseits des Jordan und aus der Gegend von Tyrus und Sidon kamen Scharen von Menschen zu ihm, als sie von all dem hörten, was er tat. Da sagte er zu seinen Jüngern, sie sollten ein Boot für ihn bereithalten, damit er von der Menge nicht erdrückt werde. Denn er heilte viele, so dass alle, die ein Leiden hatten, sich an ihn herandrängten, um ihn zu berühren. Wenn die von unreinen Geistern Besessenen ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder und schrien: Du bist der Sohn Gottes! Er aber verbot ihnen streng, bekannt zu machen, wer er sei.“

In der Verslegende der hl. Klara von Assisi wird von einem Knaben berichtet, der auf ihre Fürsprache von einem Dämon befreit wurde:

„Ein Knabe namens Jakobinus nämlich, ein Bürger aus Perugia, war durch eine Seuche so schwer krank und von Raserei getrieben, dass man glaubte, er sei nicht so sehr durch die Last einer Krankheit geschädigt als vielmehr vom Teufel besessen. Bald stürzte er sich verzweifelt ins Feuer, bald warf er sich auf die Erde nieder und biss mit dem Mund auf kleine Steine, wobei er die Zähne durch den harten Marmor zerbrach. Und er selber verletzte sein Haupt schwer, wodurch sein erbarmungswürdiger Körper durch das gewaltsam herausströmende Blut befleckt war. Er verdrehte seinen Mund, streckte die Zunge heraus und ballte seine Glieder so zusammen, dass man ihn daher häufig antraf, wie er ein Bein um den Hals legte. Zweimal täglich plagte ihn eine solche Qual. Auch zwei Männer konnten ihn nicht davon abhalten, dass er sich seiner Kleider entledigte. Keiner konnte ihm Hilfe erweisen, noch konnte ärztliches Bemühen ihm Gesundheit schenken. Als der Vater des Knaben namens Guidaloctus überhaupt kein Heilmittel mehr gegen die Raserei hinzuziehen konnte, wandte er sich an die Fürsprache Klaras und flehte zu ihr für den Knaben. Er bat sie nachdrücklich um Hilfe und vertraute sich selbst ihr an. Als er zu ihrem Grab eilte, legte er dort den Sohn hin. Dieser spürte sofort, dass sich eine Heilung einstellte. Befreit ging er weg und eine solche Plage suchte ihn danach nicht mehr heim.“ (VKl 1476-1498; KQ 249)

TAGESEVANGELIUM vom 18. Jänner 2017

15241746_1817395718549408_5447630062096758753_n-3Markus 3,1-6
„In jener Zeit als Jesus in eine Synagoge ging, saß dort ein Mann, dessen Hand verdorrt war. Und sie gaben acht, ob Jesus ihn am Sabbat heilen werde; sie suchten nämlich einen Grund zur Anklage gegen ihn. Da sagte er zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stell dich in die Mitte! Und zu den anderen sagte er: Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zu vernichten? Sie aber schwiegen. Und er sah sie der Reihe nach an, voll Zorn und Trauer über ihr verstocktes Herz, und sagte zu dem Mann: Streck deine Hand aus! Er streckte sie aus, und seine Hand war wieder gesund. Da gingen die Pharisäer hinaus und fassten zusammen mit den Anhängern des Herodes den Beschluss, Jesus umzubringen.“

Im Vertrauen auf die Fürbitte der hl. Klara von Assisi wurde die Hand eines Mannes aus Perugia wieder gesund:

„Ein Mann aus Perugia namens Bonus Johannes Martini war mit seinen Mitbürgern gegen die Bewohner von Foligno gezogen. Als die Kampfhandlung von beiden Seiten begonnen hatte, zerschmetterte ihm der Wurf eines schweren Steins mit hartem Schlag die Hand. Seiner Gesundheit zuliebe gab er viel Geld für Ärzte aus. Aber kein Arzneimittel konnte ihm so weit helfen, dass diese Hand nicht mehr ohne Nutzen und gänzlich unfähig zu jeglichem Werk gewesen wäre. Betrübt darüber, dass er zwar das Gewicht dieser seiner rechten Hand – gleichsam als wäre es nicht die seine – trug, dabei aber auf ihren Gebrauch verzichten musste, wünschte er sich öfter, sie möchte ihm ganz abgenommen sein. Als er aber vernahm, was der Herr durch seine Dienerin Klara zu zeigen sich würdigte, machte er ein Gelübde, eilte zum Grabmal der Jungfrau, opferte ein Wachsbild seiner Hand und legte sich auf das Grab der heiligen Klara. Und sofort, noch bevor er aus der Kirche ging, war seine Hand in vollkommener Gesundheit wieder hergestellt.“ (LebKl 54,1-6; KQ 341)

TAGESEVANGELIUM vom 17. Jänner 2017

Immaculata_0001.jpgMarkus 2,23-28
„An einem Sabbat ging Jesus durch die Kornfelder, und unterwegs rissen seine Jünger Ähren ab. Da sagten die Pharisäer zu ihm: Sieh dir an, was sie tun! Das ist doch am Sabbat verboten. Er antwortete: Habt ihr nie gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren und nichts zu essen hatten – wie er zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar in das Haus Gottes ging und die heiligen Brote aß, die außer den Priestern niemand essen darf, und auch seinen Begleitern davon gab? Und Jesus fügte hinzu: Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat. Deshalb ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.“

Heute ist der Gedenktag des heiligen Mönchsvaters Antonius. Der Einsiedler Antonius ist der berühmteste Mönch des Altertums. Bischof Athanasius von Alexandrien, der Freund, schrieb sein Leben: das Idealbild eines Mönchs, wie ihn die Kirche wünschte. Beim sonntäglichen Gottesdienst hörte Antonius das Evangelium vom reichen Jüngling (Mt 19) und den Bericht der Apostelgeschichte über die arme Gemeinde in Jerusalem (Apg 4,35). Er verstand den Ruf Gottes, verließ Elternhaus und Besitz und ging in die Wüste. Er wurde der vollkommene „Gottesmann“, der von vielen aufgesuchte „Geistträger“, der „Vater der Mönche“, der „Arzt von Ägypten“. Weder Dämonen noch Irrlehrer konnten ihn besiegen. Antonius starb um 356, 105 Jahre alt. Unter seinem Namen werden achtunddreißig „Worte“ überliefert.

Zwei Weisungen des Abtes Antonius
„Ich sah alle Schlingen des bösen Feindes über die Erde ausgebreitet. Da seufzte ich und sagte: Wer kann ihnen entgehen? Da hörte ich eine Stimme, die zu mir sagte: Die Demut.“
„Vom Mitmenschen her kommen uns Leben und Tod. Gewinnen wir einen Bruder, so gewinnen wir Gott. Geben wir einem Bruder Ärgernis, so sündigen wir gegen Christus.“

TAGESGEBET
Herr unser Gott,
du hast den heiligen Mönchsvater Antonius
aus der Welt herausgerufen
und ihm die Kraft gegeben,
in der Einsamkeit der Wüste vor dir zu leben.
Hilf uns auf seine Fürbitte,
uns selbst zu überwinden
und dich über alles zu lieben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

TAGESEVANGELIUM vom 16. Jänner 2017

P1000971 (2)Matthäus 10,16-22
„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: Seht, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe; seid daher klug wie die Schlangen und arglos wie die Tauben! Nehmt euch aber vor den Menschen in Acht! Denn sie werden euch vor die Gerichte bringen und in ihren Synagogen auspeitschen. Ihr werdet um meinetwillen vor Statthalter und Könige geführt, damit ihr vor ihnen und den Heiden Zeugnis ablegt. Wenn man euch vor Gericht stellt, macht euch keine Sorgen, wie und was ihr reden sollt; denn es wird euch in jener Stunde eingegeben, was ihr sagen sollt. Nicht ihr werdet dann reden, sondern der Geist eures Vaters wird durch euch reden. Brüder werden einander dem Tod ausliefern und Väter ihre Kinder, und die Kinder werden sich gegen ihre Eltern auflehnen und sie in den Tod schicken. Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden; wer aber bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet“

In der franziskanischen Familie feiern wir heute das Fest des hl. Berard und seiner Gefährten, der ersten Märtyrer des seraphischen Ordens, der Franziskaner. Auf dem Generalkapitel des Jahres 1219 wurde entschieden, fünf junge Brüder des hl. Franziskus nach Südspanien in das Gebiet der Mauren zu senden. Berard und seine Gefährten zogen also unter der Leitung von Bruder Vitalis 1219 nach Spanien in das Königreich des in Marokko residierenden Miramolin. In Aragonien wurde Br. Vitalis schwer krank und musste zurückbleiben. Berard übernahm die Führung und zog mit seinen Brüdern in das noch islamische Sevilla, um dort den Moslems in den Straßen und schließlich sogar in der Hauptmoschee das Evangelium zu verkünden. Die Muslime ließen sich das natürlich nicht gefallen und die Brüder wurden mit Schlägen aus der Moschee vertrieben und festgenommen. Sie wurden zum König Miramolin (Abu Jacub) nach Marakesch in Marokko gebracht. Der im Dienst des Maurenkönigs stehende Infant von Portugal, Dom Predro, wollte die Franziskaner mit dem Schiff nach Portugal zurückbringen, um sie zu retten, doch auf dem Weg zur Hafenstadt Ceuta flohen sie immer wieder und kehrten zurück. Sie predigten weiterhin auf den Straßen und griffen in der Hauptmoschee den Propheten der Muslime, Mohammed, heftig an. Schließlich wurden sie gefangen genommen und gefoltert. Am 16. Jänner 1220 wurden sie nach langen Quälereien vom Miramolin persönlich enthauptet. Sie werden die „Erstlingsmärtyrer“ des Ordens genannt. Die Leichname der Märtyrer wurden nach Coimbra in Portugal gebracht. Dort sah sie der hl. Antonius, damals noch ein junger Augustiner-Chorherr mit Namen Fernando, und diese Begegnung bewog ihn, dem Orden der Minderbrüder beizutreten um selbst als Märtyrer zu sterben. Als der heilige Franziskus die Nachricht vom Blutzeugnis dieser seiner Brüder und Missionare bekam, rief er – ergriffen und tief berührt – aus: „Jetzt kann ich mit Sicherheit sagen, dass ich fünf wahre Brüder habe.“

Aus der Chronik der Generalminister:
„Als die Brüder durch keine Marter im Glauben zu erschüttern waren, ließ der Kalif Frauen herbeibringen und sprach zu ihnen: „Wenn ihr euch zu unserem Glauben bekehrt, gebe ich euch diese Frauen zu Gattinnen, auch schenke ich euch viel Geld, und ihr werdet hochangesehen in meinem Reiche sein.“ Die seligen Märtyrer antworteten: „Die Frauen und dein Geld verschmähen wir, um Christi willen erachten wir all dies als Unrat.“

TAGESGEBET
Gott und Vater,
du hast die Anfänge des Minderbrüderordens
durch das Martyrium des heiligen Berard
und seiner Gefährten gesegnet.
Sie haben ihren Glauben an Christus
durch ihr Sterben bekannt.
Gib uns die Kraft,
im Bekenntnis zu deinem Evangelium
unter den Menschen zu leben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Sonntagsevangelium vom 15. Jänner 2017

2-sonntag-aJohannes 1,29-34: „In jener Zeit sah Johannes der Täufer Jesus auf sich zukommen und sagte: Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt. Er ist es, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der mir voraus ist, weil er vor mir war. Auch ich kannte ihn nicht; aber ich bin gekommen und taufe mit Wasser, um Israel mit ihm bekannt zu machen. Und Johannes bezeugte: Ich sah. dass der Geist vom Himmel herabkam wie eine Taube und auf ihm blieb. Auch ich kannte ihn nicht; aber er, der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, er hat mir gesagt: Auf wen du den Geist herabkommen siehst und auf wem er bleibt, der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft. Das habe ich gesehen. und ich bezeuge: Er ist der Sohn Gottes.“

TAGESEVANGELIUM vom 14. Jänner 2017

15590646_722235954597365_5122354829783282754_n (2).jpgMarkus 2,13-17
„In jener Zeit ging Jesus wieder hinaus an den See. Da kamen Scharen von Menschen zu ihm, und er lehrte sie. Als er weiterging, sah er Levi, den Sohn des Alphäus, am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! Da stand Levi auf und folgte ihm. Und als Jesus in seinem Haus beim Essen war, aßen viele Zöllner und Sünder zusammen mit ihm und seinen Jüngern; denn es folgten ihm schon viele. Als die Schriftgelehrten, die zur Partei der Pharisäer gehörten, sahen, dass er mit Zöllnern und Sündern aß, sagten sie zu seinen Jüngern: Wie kann er zusammen mit Zöllnern und Sündern essen? Jesus hörte es und sagte zu ihnen: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.“

Am Schluss ihres Testaments ermutigt die hl. Klara von Assisi ihre Schwestern, in Treue ihrer Berufung zu folgen:

„Und weil der Weg und Pfad, auf dem man zum Leben geht, schmal und die Tür, durch die man zum Leben eingeht, eng ist, sind es wenige, die auf ihm gehen und durch sie eintreten. Und selbst wenn es einige gibt, die für eine gewisse Zeit diesen Weg gehen, so sind es doch sehr wenige, die auf ihm ausharren. Selig also, wem es gegeben ist, auf ihm zu gehen und auszuharren bis ans Ende. Wir wollen uns also in Acht nehmen, da wir den Weg des Herrn bereits betreten haben, dass wir nicht durch unsere Schuld oder Unerfahrenheit irgendwann davon abweichen. Wir wollen einem solchen Herrn und seiner jungfräulichen Mutter, unserem seligen Vater Franziskus, der triumphierenden und streitenden Kirche nicht Unehre machen. Denn es steht geschrieben: „Verflucht sind, die abweichen von deinen Geboten“. Darum beuge ich meine Knie vor dem Vater unseres Herrn Jesus Christus: Auf die Fürbitte und die Verdienste der glorreichen heiligen Jungfrau Maria, seiner Mutter, des heiligen Vaters Franziskus und aller Heiligen verleihe der Herr selbst, der den guten Anfang gegeben hat, auch das Wachstum und die Beharrlichkeit bis ans Ende. Amen.“ (KlTest 71-78; KQ 83)

TAGESEVANGELIUM vom 13. Jänner 2017

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Vor dem Kreuzbild von San Damiano betete die hl. Klara sehr viel und gab die empfangenen Gaben weiter.

Markus 2,1-12
„Als er einige Tage später nach Kafarnaum zurückkam, wurde bekannt, dass er wieder zu Hause war. Und es versammelten sich so viele Menschen, dass nicht einmal mehr vor der Tür Platz war; und er verkündete ihnen das Wort. Da brachte man einen Gelähmten zu ihm; er wurde von vier Männern getragen. Weil sie ihn aber wegen der vielen Leute nicht bis zu Jesus bringen konnten, deckten sie dort, wo Jesus war, das Dach ab, schlugen die Decke durch und ließen den Gelähmten auf seiner Tragbahre durch die Öffnung hinab. Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben! Einige Schriftgelehrte aber, die dort saßen, dachten im Stillen: Wie kann dieser Mensch so reden? Er lästert Gott. Wer kann Sünden vergeben außer dem einen Gott? Jesus erkannte sofort, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Was für Gedanken habt ihr im Herzen? Ist es leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben!, oder zu sagen: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh umher? Ihr sollt aber erkennen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben. Und er sagte zu dem Gelähmten: Ich sage dir: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh nach Hause! Der Mann stand sofort auf, nahm seine Tragbahre und ging vor aller Augen weg. Da gerieten alle außer sich; sie priesen Gott und sagten: So etwas haben wir noch nie gesehen.“

Sr. Katharina Hofmann berichtet im „St. Klara Buch“ von der Heilung einer lahme Gräfin:

„Einmal ließ sich eine Gräfin nach Sankt Damian tragen, die war so gekrümmt, dass ihre Gestalt beinahe kugelförmig war und ihr Kopf den Eindruck machte, als würde er zu den Füßen gehören. Als sie nun vor Sankt Klara getragen wurde, begann sie diese inständig zu bitten, sie möge unseren Herrn demütig für sie anrufen. Sie hatte nämlich die feste Zuversicht, dass sie durch das Gebet von Sankt Klara von ihrem schrecklichen Siechtum erlöst werden konnte. Die selige Sankt Klara hatte Mitleid mit ihr und begab sich auf der Stelle ins Gebet. Als sie es beendet hatte, machte sie das Kreuzzeichen und berührte die kranke Frau mit ihren Händen und strich über sie. Und so richtete sich die Frau auf, wie Sankt Klara ihr es geboten hatte. Da gingen alle ihre Glieder wieder in der rechten Weise zueinander und streckten sich so wunderbar, als ob trockenes und dürres Holz mit Kraft gebrochen würde. Zuletzt nahm sie gesund und fröhlich Abschied von ihr, lobte Gott und hatte auch weiterhin unter keinerlei Zeichen dieser Krankheit mehr zu leiden.“ (KlB 7,1-5; KQ 1394)

TAGESEVANGELIUM vom 12. Jänner 2017

20150718215501919_0011.jpgMarkus 1,40-45
„In jener Zeit kam ein Aussätziger zu Jesus und bat ihn um Hilfe; er fiel vor ihm auf die Knie und sagte: Wenn du willst, kannst du machen, dass ich rein werde. Jesus hatte Mitleid mit ihm; er streckte die Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will es – werde rein! Im gleichen Augenblick verschwand der Aussatz, und der Mann war rein. Jesus schickte ihn weg und schärfte ihm ein: Nimm dich in acht! Erzähl niemand etwas davon, sondern geh, zeig dich dem Priester und bring das Reinigungsopfer dar, das Mose angeordnet hat. Das soll für sie ein Beweis (meiner Gesetzestreue) sein. Der Mann aber ging weg und erzählte bei jeder Gelegenheit, was geschehen war; er verbreitete die ganze Geschichte, so dass sich Jesus in keiner Stadt mehr zeigen konnte; er hielt sich nur noch außerhalb der Städte an einsamen Orten auf. Dennoch kamen die Leute von überallher zu ihm.“

So wie Jesus zog sich auch die hl. Klara von Assisi nach einer Krankenheilung wieder zum Gebet zurück. Sr. Benvenuta aus Perugia durfte Zeugin ihres feurigen Gebets sein. im Heiligsprechungsprozess ist es aufgezeichnet:

„Benvenuta sagte auch, eine Schwester des Klosters, sie hieß Schwester Benvenuta, Tochter der Diambra, sei schwer krank gewesen und habe unter großen Schmerzen zu leiden gehabt, die eine schwere Wunde unter ihrem Oberarm verursachte. Und als die warmherzige Mutter, die heilige Klara, das erfuhr, habe sie großes Mitgefühl gehabt, sich für Benvenuta ins Gebet zurückgezogen und dann das Kreuzzeichen über sie gemacht. In diesem Moment sei sie geheilt worden. – Auf die Frage, wie sie das wisse, antwortete sie, sie habe erst die Wunde gesehen und dann, wie Benvenuta geheilt gewesen sei. – Auf die Frage, ob sie selbst dabei gewesen sei, als Klara das Kreuzzeichen machte, sagte sie, nein, aber sie habe gehört, dass es so gewesen sei und dass Klara so gehandelt habe. – Auf die Frage, wann das geschehen sei, sagte sie, sie erinnere sich weder an den Tag noch an den Monat, weder daran, wie viele Tage es vor der Heilung noch nachher waren, aber sie habe wohl Benvenuta gesund und geheilt gesehen, unmittelbar von jenem Tag an, als, wie man sagte, die heilige Klara das Kreuzzeichen über sie gemacht hatte. Auch sagte sie, an dem Ort, an dem Klara für gewöhnlich betete, habe sie, Benvenuta, von oben her einen großen Glanz wahrgenommen, so hell, dass sie dachte, es müsse eine Flamme echten Feuers sein. – Auf die Frage, ob das noch jemand außer ihr gesehen habe, antwortete sie, sie habe das damals allein gesehen. – Auf die Frage, vor wie langer Zeit dies geschehen sei, antwortete sie, es sei geschehen, bevor Klara krank geworden war.“ (ProKl II 53-61; KQ 132)

TAGESEVANGELIUM vom 11. Jänner 2017

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Hier sammeln sich gerade nicht Menschenmengen, aber gebetet wird hier um Heilung in den uns anvertrauten Anliegen

Markus 1,29-39
„In jener Zeit ging Jesus zusammen mit Jakobus und Johannes in das Haus des Simon und Andreas. Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett. Sie sprachen mit Jesus über sie, und er ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf. Da wich das Fieber von ihr, und sie sorgte für sie. Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus. Die ganze Stadt war vor der Haustür versammelt, und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus. Und er verbot den Dämonen zu reden; denn sie wussten, wer er war. In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten. Simon und seine Begleiter eilten ihm nach, und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm: Alle suchen dich. Er antwortete: Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen. Und er zog durch ganz Galiläa, predigte in den Synagogen und trieb die Dämonen aus.“

Jesus heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten. Er hat die Gabe der Heilung auch der hl. Klara von Assisi geschenkt. Sr. Battista Alfani berichtet davon in „Leben und Legende der hl. Jungfrau Klara“:

„Im Kloster von San Damiano gab es eine große Menge kranker Schwestern, die von verschiedenen Schmerzen und unterschiedlichen Krankheiten geplagt wurden. Bewegt von Mitleid und Erbarmen mit ihnen, ging die gütige Mutter einmal in die Infirmerie hinein, um sie an dem Ort zu besuchen, wo sie lagen, und brachte die gewohnte und heilbringende Medizin mit. Als sie nun über sie fünf Mal das Zeichen des heiligen Kreuzes gemacht hatte, erhoben sich sogleich fünf von diesen Schwestern, die am schwersten krank waren, und waren vollkommen geheilt. Durch all diese Ereignisse ist es ganz offensichtlich und klar zu erkennen, dass in der Brust der heiligen Jungfrau Klara der Baum des heiligsten Kreuzes gepflanzt war, dessen Früchte Arznei für die Seelen und dessen Blätter Heilmittel für die Leiber waren. Eine dieser fünf Schwestern war Schwester Pacifica von Assisi, die sehr schwer krank gewesen war und in der Kraft dieses heilbringenden Zeichens vollkommen geheilt wurde. Diese Schwester sagte, die Arznei, mit der sie und die anderen Schwestern geheilt wurden, war diese: Als sie krank waren, bezeichnete sie die heilige Mutter mit dem Zeichen des Kreuzes und mit diesem behandelte sie sie und machte sie gesund.“ (Alf 14,1-6; KQ 1233f)

TAGESEVANGELIUM vom 10. Jänner 2017

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Die hl. Klara heilt durch ein Kreuz-Zeichen – Detail Klarazyklus

Markus 1,21-28
„In Kafarnaum ging Jesus am Sabbat in die Synagoge und lehrte. Und die Menschen waren sehr betroffen von seiner Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der göttliche Vollmacht hat, nicht wie die Schriftgelehrten. In ihrer Synagoge saß ein Mann, der von einem unreinen Geist besessen war. Der begann zu schreien: Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes. Da befahl ihm Jesus: Schweig und verlass ihn! Der unreine Geist zerrte den Mann hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei. Da erschraken alle, und einer fragte den andern: Was hat das zu bedeuten? Hier wird mit Vollmacht eine ganz neue Lehre verkündet. Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Befehl. Und sein Ruf verbreitete sich rasch im ganzen Gebiet von Galiläa.“

Sr. Benvenuta aus Perugia berichtet im Heiligsprechungsprozess, dass die hl. Klara von Assisi einen Bruder von einer Geisteskrankheit geheilt hatte:

„Benvenuta sagte auch, ein gewisser Bruder aus dem Orden der Minderbrüder habe an einer Geisteskrankheit gelitten. Er hieß Bruder Stefan. Der heilige Franziskus schickte ihn zum Kloster von San Damiano, damit Klara das Kreuzzeichen über ihn machen sollte. Und nachdem sie das getan hatte, schlief der Bruder ein wenig an dem Ort, wo die heilige Mutter zu beten pflegte, und als er aufgewacht war, aß er ein wenig und ging geheilt fort. – Auf die Frage, wer dabei gewesen sei, als dies geschah, antwortete sie, es seien die Schwestern des Klosters gewesen, von denen einige noch am Leben und andere gestorben seien. – Auf die Frage, ob sie diesen Bruder schon vorher gekannt habe, wie viele Tage vorher sie ihn krank gesehen und wie lange Zeit er an dieser Krankheit schon gelitten und wie lange Zeit danach sie ihn gesund erlebt habe und an welchem Ort er geboren sei, auf all diese Fragen antwortete sie, sie wisse es nicht, weil sie eingeschlossen lebte und dieser Bruder, nachdem er geheilt worden war, seinen eigenen Weg ging.“ (ProKl II 47-52; KQ 131)

TAGESEVANGELIUM vom 9. Jänner 2017

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Reliquien von Franziskus und Klara

Markus 1,14-20
„Nachdem man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, ging Jesus wieder nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium! Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon, die auf dem See ihr Netz auswarfen; sie waren nämlich Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm. Als er ein Stück weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren im Boot und richteten ihre Netze her. Sofort rief er sie, und sie ließen ihren Vater Zebedäus mit seinen Tagelöhnern im Boot zurück und folgten Jesus nach.“

Markus berichtet am Beginn seines Evangeliums von der Berufung der Jünger. Die hl. Klara von Assisi berichtet am Beginn ihres Testamentes von der Berufung der Schwestern:

„Unter den verschiedenen Gnadenerweisen, die wir vom Vater der Erbarmungen, der uns so reichlich beschenkt, erhalten haben und täglich erhalten, und für die wir ihm, dem glorreichen Vater Christi, ganz besonders Dank sagen müssen, ist es vor allem unsere Berufung, für die wir ihm desto mehr verpflichtet sind, je vollkommener und erhabener diese Berufung ist. Daher sagt der Apostel: „Werde deiner Berufung inne!“. Der Sohn Gottes ist uns Weg geworden; diesen Weg hat unser seliger Vater Franziskus, der Christus wahrhaft liebte und ihm nachfolgte, durch sein Wort und Beispiel uns gewiesen und gelehrt. Wir müssen uns daher, geliebte Schwestern, die unermesslichen Wohltaten Gottes vor Augen führen, mit denen er uns überschüttet hat, darunter ganz besonders aber das, was er durch seinen geliebten Knecht, unseren seligen Vater Franziskus, in uns wirken wollte, und zwar nicht erst nach unserer Bekehrung, sondern auch schon damals, als wir noch in der beklagenswerten Eitelkeit der Welt weilten. Denn als der Heilige, der damals noch keine Brüder oder Gefährten hatte, sozusagen gleich nach seiner Bekehrung die Kirche von San Damiano wieder aufbaute, wo er in einer göttlichen Heimsuchung viel Trost erfuhr und den Antrieb empfing, die Welt ganz zu verlassen, da redete er prophetisch in großer Freude und in der Erleuchtung des Heiligen Geistes von uns. Und Gott hat dies später in Erfüllung gehen lassen. Er stieg nämlich damals auf die Mauer der genannten Kirche und rief einigen Armen, die dort in der Nähe waren, mit lauter Stimme auf Französisch zu: „Kommt und helft mir beim Bau des Klosters von San Damiano; denn hier werden bald Frauen leben, durch deren heiligen Lebenswandel, dessen Ruf sich verbreiten wird, unser himmlischer Vater in seiner ganzen heiligen Kirche verherrlicht werden wird.“ Darin können wir die reiche Güte Gottes an uns erwägen, der in seiner überströmenden Barmherzigkeit und Liebe diese Worte über unsere Berufung und Erwählung durch den Mund seines Heiligen sprechen wollte. Und nicht nur über uns hat unser Vater, der selige Franziskus, diese prophetischen Worte gesprochen, sondern auch über die anderen, die noch kommen würden, weil ihnen die gleiche heilige Berufung zuteil wird, zu der uns der Herr gerufen hat.“
(KlTest 2-17; KQ 77f)

Sonntagsevangelium vom 8. Jänner 2017

Taufe des Herrn - A -.pngMatthäus 3, 13-17
„In jener Zeit kam Jesus von Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen. Johannes aber wollte es nicht zulassen und sagte zu ihm: Ich müsste von dir getauft werden, und du kommst zu mir? Jesus antwortete ihm: Lass es nur zu! Denn nur so können wir die Gerechtigkeit, die Gott fordert, ganz erfüllen. Da gab Johannes nach. Kaum war Jesus getauft und aus dem Wasser gestiegen, da öffnete sich der Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen. Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe.“

Euch allen einen gesegneten Sonntag und gute Erholung für Leib und Seele, Geist und Herz!

TAGESEVANGELIUM vom 7. Jänner 2017

P1010875 (2).JPGMatthäus 4,12-17.23-25
„In jener Zeit, als Jesus hörte, dass man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, zog er sich nach Galiläa zurück. Er verließ Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, das am See liegt, im Gebiet von Sebulon und Naftali. Denn es sollte sich erfüllen, was durch den Propheten Jesaja gesagt worden ist: Das Land Sebulon und das Land Naftali, die Straße am Meer, das Gebiet jenseits des Jordan, das heidnische Galiläa: das Volk, das im Dunkel lebte, hat ein helles Licht gesehen; denen, die im Schattenreich des Todes wohnten, ist ein Licht erschienen. Von da an begann Jesus zu verkünden: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe. Er zog in ganz Galiläa umher, lehrte in den Synagogen, verkündete das Evangelium vom Reich und heilte im Volk alle Krankheiten und Leiden. Und sein Ruf verbreitete sich in ganz Syrien. Man brachte Kranke mit den verschiedensten Gebrechen und Leiden zu ihm, Besessene, Mondsüchtige und Gelähmte, und er heilte sie alle. Scharen von Menschen aus Galiläa, der Dekapolis, aus Jerusalem und Judäa und aus dem Gebiet jenseits des Jordan folgten ihm.“

Auch zur hl. Klara von Assisi brachte man Kranke mit den verschiedensten Gebrechen und Leiden. Sr. Benvenuta aus Perugia berichtet im Heiligsprechungsprozess von der Heilung eines Kranken:

„Benvenuta sagte auch, ein kleiner Junge aus der Stadt Spoleto, er hieß Matiolo und war drei oder vielleicht vier Jahre alt, habe sich ein winziges Steinchen in eines seiner Nasenlöcher gesteckt und zwar so weit hinein, dass es auf keine Weise mehr herausgeholt werden konnte, und es schien für den Jungen wirklich gefährlich zu sein. Er wurde zu Klara gebracht, sie machte das Kreuzzeichen über ihn und in diesem Moment fiel dieses Steinchen aus der Nase heraus und der Junge war davon befreit. – Auf die Frage, wer dabei gewesen sei, antwortete sie, es seien mehrere Schwestern gewesen, die jetzt schon gestorben seien. – Auf die Frage, vor wie langer Zeit dies geschehen sei, antwortete sie, sie erinnere sich nicht, weil sie selbst nicht dabei gewesen sei, als die heilige Mutter das Kreuzzeichen über ihn machte. Aber sie bekräftigte, dass sie es wisse, weil sie es von den anderen Schwestern gehört habe und sie habe selbst diesen Jungen auch gesund gesehen an jenem Tag oder aber am Tag darauf, als er geheilt war.“ (ProKl II, 62-66; KQ 132)

FESTTAGSEVANGELIUM – 6. Jänner 2017

3 Könige - A.pngMatthäus 2, 1-12
„Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen. Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem. Er ließ alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammenkommen und erkundigte sich bei ihnen, wo der Messias geboren werden solle. Sie antworteten ihm: In Betlehem in Judäa; denn so steht es bei dem Propheten: Du, Betlehem im Gebiet von Juda, bist keineswegs die unbedeutendste unter den führenden Städten von Juda; denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der Hirt meines Volkes Israel. Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und ließ sich von ihnen genau sagen, wann der Stern erschienen war. Dann schickte er sie nach Betlehem und sagte: Geht und forscht sorgfältig nach, wo das Kind ist; und wenn ihr es gefunden habt, berichtet mir, damit auch ich hingehe und ihm huldige. Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg. Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen. Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt. Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar. Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land.“

Eine Plakatgestaltung mit Rosenkrankgeheimnissen von P. Helmut Glieder ofm. – Einem jeden von Euch einen schönen und gesegneten Feier- und Festtag.

TAGESEVANGELIUM vom 5. Jänner 2017

P1010868.JPGJohannes 1,43-51
„In jener Zeit wollte Jesus nach Galiläa aufbrechen; da traf er Philippus. Und Jesus sagte zu ihm: Folge mir nach! Philippus war aus Betsaida, dem Heimatort des Andreas und Petrus. Philippus traf Natanaël und sagte zu ihm: Wir haben den gefunden, über den Mose im Gesetz und auch die Propheten geschrieben haben: Jesus aus Nazaret, den Sohn Josefs. Da sagte Natanaël zu ihm: Aus Nazaret? Kann von dort etwas Gutes kommen? Philippus antwortete: Komm und sieh! Jesus sah Natanaël auf sich zukommen und sagte über ihn: Da kommt ein echter Israelit, ein Mann ohne Falschheit. Natanaël fragte ihn: Woher kennst du mich? Jesus antwortete ihm: Schon bevor dich Philippus rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen. Natanaël antwortete ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel! Jesus antwortete ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte, dass ich dich unter dem Feigenbaum sah? Du wirst noch Größeres sehen. Und er sprach zu ihm: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen über dem Menschensohn.“

„Komm und sieh! Du wirst noch Größeres sehen!“ Papst innozenz IV. beauftragte Bischof Bartholomäus dazu, die Schwestern der hl. Klara von Assisi über ihr Leben zu befragen. In der Bulle zur Eröffnung des Heiligsprechungsprozesses für Klara, „Gloriosus Deus“ (18. Oktober 1253) erfahren wir davon:

„Innozenz, Diener der Diener Gottes, entbietet dem Ehrwürdigen Bruder Bartholomäus, dem Bischof von Spoleto, Gruß und Apostolischen Segen. Der in seinen Heiligen glorreiche Gott bewirk allein große Wundertaten. Denn seine Gläubigen, die er zum Lohn höchster Herrlichkeit und zum Siegespreis himmlischer Seligkeit erwählt hat, hebt er nach Ablauf ihres Lebens und nach deren Heimgang durch vielfältigen und wunderbaren Aufweis von Zeichen hervor. So macht er deutlich, dass durch das Wahrnehmen von Zeichen, Wundern und Zeugnissen so großer und vieler Wundertaten, die nur für die Macht des in der Dreieinigkeit Einen und in der Einheit Dreieinen Gottes möglich sind, gleichsam die Kraft des Allerhöchsten ersichtlich wird. Daher soll sein großer und wunderbarer Name, dessen Herrschaft in Ewigkeit bleibt und dessen Hoheit im Himmel wunderbar ertönt, mit stets größerer Ehrfurcht auf Erden angebetet werden. Es ist daher würdig und überaus gebührend, dass jene in der streitenden Kirche geehrt werde. Denn die göttliche Huld hat durch solcherlei Gnadengaben und Wunderzeichen gezeigt, dass sie ihren Gläubigen als Verehrungswürdige vorzustellen sei. Deshalb beauftragen Wir dich, Bruder, durch dieses Apostolische Schreiben, dass du ihr Leben, ihre Bekehrung, ihr Ordensleben und auch die genannten Wunder und all deren Begleitumstände sorgfältig und eifrig anhand der Fragenliste, die Wir dir im Anhang an unsere Bulle mitschicken, auf die Wahrheit hin untersuchest. Was du dann über die vorher genannten Dinge finden wirst, befleißige dich, es Uns, mit deinem Siegel versehen und getreu von öffentlich gültiger Hand aufgezeichnet, zuzusenden. Da ihre Seele, wie man glaubt, sich schon des Kleides der Unsterblichkeit im Himmel erfreut, so möge ihr dort die Schar der Gerechten mit würdigem Lob das Geleit geben. Gegeben im Lateran, am 18. Oktober im elften Jahr Unseres Pontifikates.
(GlorD 1-2,4.5,1-6; KQ 107f)

TAGESEVANGELIUM vom 4. Jänner 2017

selige_angela_von_folignoJohannes 1,35-42
„In jener Zeit stand Johannes wieder am Jordan, wo er taufte, und zwei seiner Jünger standen bei ihm. Als Jesus vorüberging, richtete Johannes seinen Blick auf ihn und sagte: Seht, das Lamm Gottes! Die beiden Jünger hörten, was er sagte, und folgten Jesus. Jesus aber wandte sich um, und als er sah, dass sie ihm folgten, fragte er sie: Was wollt ihr? Sie sagten zu ihm: Rabbi – das heißt übersetzt: Meister -, wo wohnst du? Er antwortete: Kommt und seht! Da gingen sie mit und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm; es war um die zehnte Stunde. Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer der beiden, die das Wort des Johannes gehört hatten und Jesus gefolgt waren. Dieser traf zuerst seinen Bruder Simon und sagte zu ihm: Wir haben den Messias gefunden. Messias heißt übersetzt: der Gesalbte – Christus. Er führte ihn zu Jesus. Jesus blickte ihn an und sagte: Du bist Simon, der Sohn des Johannes, du sollst Kephas heißen. Kephas bedeutet: Fels – Petrus.“

In der franziskanischen Familie kann heute das Gedächtnis der hl. Angela von Foligno gefeiert werden. Sie wurde am 9. Oktober 2013 von Papst Franziskus heilig gesprochen. Angela, wohl aus einer begüterten und adeligen Familie stammend, verlor schon als Kind ihren Vater und wurde dann bald verheiratet und Mutter mehrerer Kinder. Sie wird als willensstark, hochintelligent und von großer Innerlichkeit beschrieben, zugleich weltlichen Freuden und öffentlicher Anerkennung zugeneigt. Aus den Schriften der Hl. Angela ist folgendes Zitat überliefert: „Ihr sollt wissen, dass ich mich mein Leben lang bemüht habe herauszufinden, wie ich am besten verehrt und bewundert werden konnte.“ Nach mehreren Versuchen, ihr Leben zu ändern, erlebte sie um 1285 unter dem Einfluss ihres Verwandten, dem Franziskaner Arnaldo, ihrem späteren geistlichen Führer, ihre Bekehrung auf einer Pilgerfahrt nach Assisi.

1291 wurde sie Franziskaner-Terziarin und blieb dies auch nach dem Tod aller ihrer Angehörigen. Sie verkaufte ihren Besitz und lebte nun in Armut und Buße. Ihre vielen Schüler und Anhänger versammelte sie nun in dem von ihr nach 1285 gegründeten „Cenacolo“, „Abendmahlssaal“ im Franziskanerkloster unweit ihres Hauses, wo sich Männer und Frauen, Geistliche und Laien versammelten, um Wege des fortschrittlichen religiösen Lebens und des sozialen Engagements zu beschreiten. Sie selbst widmete sich intensiv caritativer Tätigkeit, besonders die Pflege von Aussätzigen war ihr wichtig.

Immer mehr wurden Angela nun mystische Erlebnisse und Gnadenbeweise zuteil. Sie schildert mystisches Erleben, das sich immer mehr Christus nähert, bis die Seele sich mit ihm in Liebe und Schmerz vereint und die Erfahrung Gottes als „Ognibene“, als höchste Vollendung, ermöglicht. Angela nahm im religiösen Leben ihrer Zeit eine bedeutende Stellung ein. Aufgrund ihrer Schriften zum geistlichen Leben nennt man sie auch „Lehrerin der Theologen“. Krankheiten und Schmerzen trug sie geduldig.“ Sie verstarb am 4. Januar 1309 an ihrem Geburtsort Foligno.

TAGESGEBET
Gott,
du hast der heiligen Angela von Foligno gewährt,
das Geheimnis deines Sohnes tief zu erfassen.
auf ihre Fürsprache
lass auch uns deine Wahrheit erkennen
und erfülle uns
bei der Offenbarung deiner Herrlichkeit
mit Freude und Dank.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

TAGESEVANGELIUM vom 3. Jänner 2017

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Foto: OFM-Salzburg

Matthäus 1,18-25
„Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete – durch das Wirken des Heiligen Geistes. Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen. Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen. Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllte, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären, und man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott ist mit uns. Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich. Er erkannte sie aber nicht, bis sie ihren Sohn gebar. Und er gab ihm den Namen Jesus.“

In der franziskanischen Familie wird heute der Gedenktag „Heiliger Name Jesus“ gefeiert. Seit Beginn der Kirche wurde der heiligste Name Jesus von den Gläubigen angerufen, im 14. Jahrhundert begann seine liturgische Verwehrung. Der heilige Bernardin von Siena und seine Gefährten breiteten die Verehrung in Italien und ganz Europa aus. Im 16. Jahrhundert wurde das liturgische Fest eingeführt. Im Jahre 1530 gestattete Klemens VII. als ersten dem Minderbrüderorden, in einem kirchlichen Offizium den Namen Jesus zu verehren.

ERÖFFNUNGSVERS
Vor dem Namen Jesus sollen alle Mächte im Himmel,
auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen,
und jede Zunge soll bekennen:
Herr ist Jesus Christus
in der Herrlichkeit Gottes, des Vaters.

TAGESGEBET
Gütiger Gott,
wir verehren den Namen Jesu, deines Sohnes,
und danken dir,
dass du uns durch ihn gerettet hast.
Lass uns schon in diesem Leben
die Seligkeit verkosten,
die aus diesem Namen kommt,
und einst in deinem Vaterhaus
die Fülle der Freude empfangen, die er verheißt.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

TAGESEVANGELIUM vom 2. Jänner 2017

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Sie haben ihren Platz gefunden und blühen nun um die Wette!

Johannes 1,19-28
„Dies ist das Zeugnis Johannes‘ des Täufers: Als die Juden von Jerusalem aus Priester und Leviten zu ihm sandten mit der Frage: Wer bist du?, bekannte er und leugnete nicht; er bekannte: Ich bin nicht der Messias. Sie fragten ihn: Was bist du dann? Bist du Elija? Und er sagte: Ich bin es nicht. Bist du der Prophet? Er antwortete: Nein. Da fragten sie ihn: Wer bist du? Wir müssen denen, die uns gesandt haben, Auskunft geben. Was sagst du über dich selbst? Er sagte: Ich bin die Stimme, die in der Wüste ruft: Ebnet den Weg für den Herrn!, wie der Prophet Jesaja gesagt hat. Unter den Abgesandten waren auch Pharisäer. Sie fragten Johannes: Warum taufst du dann, wenn du nicht der Messias bist, nicht Elija und nicht der Prophet? Er antwortete ihnen: Ich taufe mit Wasser. Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt und der nach mir kommt; ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnüren. Dies geschah in Betanien, auf der anderen Seite des Jordan, wo Johannes taufte.“

„Ebnet den Weg für den Herrn“, rief Johannes der Täufer. Das haben Basilius und Gregor von Narzianz, deren gedenktag wir heute begehen, mit großem Eifer getan. BASILIUS, schon von seinen Zeitgenossen „der Große“ genannt, wurde nur 49 Jahre alt. Er stammte aus angesehener christlicher Familie, studierte an mehreren Hochschulen. Erst in reifem Alter getauft, ist er nach seinen eigenen Worten damals „wie aus tiefem Schlaf erwacht, um das wunderbare Licht der Wahrheit des Evangeliums zu betrachten“. Er wurde Mönch und schrieb zwei Regeln für Mönche. 364 wurde er Priester, 370 Erzbischof von Cäsarea in Kappadozien. In seinen Schriften verteidigte er die Gottheit Christi und des Heiligen Geistes. „Tausend Sorgen um die Kirche“ bedrängten ihn: kirchliche Organisation, Ordnung der Liturgie, Reinheit des Glaubens, Hebung des Klerus und des Mönchtums, soziale Probleme. Basilius starb am 1. Januar 379. GREGOR Nazianz war Sohn des gleichnamigen Bischofs von Nazianz in Kleinasien. Er war Studienfreund des heiligen Basilius, wurde Mönch und (362) Priester. Kurze Zeit war er Erzbischof von Konstantinopel. Aber glücklicher fühlte er sich, wenn er aus der Verwaltungsarbeit und dem Treiben der Politik (auch der Kirchenpolitik) zu sich selbst zurückkehren und mit Gott stille Zwiesprache halten konnte. Er war ein leidenschaftlicher Gottsucher und Verfechter der Gottheit Christi; deshalb auch „der Theologe“ genannt. Er starb 390.

Das Vergängliche und das Ewige
„Häng dich nicht an das Vergängliche, als wäre es ewig, und verachte nicht das Ewige, als wäre es vergänglich.“ – „Das Verlangen, Gottes Größe zu preisen, ist allen vernunftbegabten Wesen von der Natur gegeben. Aber würdig über Gott zu reden, dazu sind alle in gleicher Weise unfähig.“ (Basilius, Reden)

Was schadet
„Wären nur alle darin mit mir einig, dass die unruhige Geschäftigkeit den Gemeinden nur schadet. Der Glaube geht in die Brüche, wenn er als Deckmantel für die ehrgeizige Rechthaberei der Einzelnen dienen muss.“ (Gregor von Nazianz, Brief an Basilius)

TAGESGEBET
Gott, unser Vater,
du hast deiner Kirche
in den Bischöfen Basilius und Gregor
heilige Hirten gegeben,
die uns durch ihre Lehre und ihr Leben
den Weg der Wahrheit zeigen.
Hilf uns auf ihre Fürsprache,
dein Wort in Demut aufzunehmen
und in Werken der Liebe zu bezeugen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

SONNTAGSEVANGELIUM vom 01.01. 2017
OKTAVTAG VON WEIHNACHTEN
HOCHFEST DER GOTTESMUTTER MARIA

unbenannt-1-1-2017Lukas 2, 16-21
„So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag. Als sie es sahen, erzählten sie, was ihnen über dieses Kind gesagt worden war. Und alle, die es hörten, staunten über die Worte der Hirten. Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach. Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für das, was sie gehört und gesehen hatten; denn alles war so gewesen, wie es ihnen gesagt worden war. Als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen Jesus, den der Engel genannt hatte, noch ehe das Kind im Schoß seiner Mutter empfangen wurde.“

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