DAS HEILIGE EVANGELIUM

TAGESEVANGELIUM vom 25. Juli 2017
HL. JAKOBUS – Apostel – Fest
EVANGELIUM – Matthäus 20, 20-28

P1010420 (2).JPG„In jener Zeit kam die Frau des Zebedäus mit ihren Söhnen zu Jesus und fiel vor ihm nieder, weil sie ihn um etwas bitten wollte. Er fragte sie: Was willst du? Sie antwortete: Versprich, dass meine beiden Söhne in deinem Reich rechts und links neben dir sitzen dürfen. Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? Sie sagten zu ihm: Wir können es. Da antwortete er ihnen: Ihr werdet meinen Kelch trinken; doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die mein Vater diese Plätze bestimmt hat. Als die zehn anderen Jünger das hörten, wurden sie sehr ärgerlich über die beiden Brüder. Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.“

Jakobus, Sohn des Fischers Zebedäus und der Salome, war der ältere Bruder des Apostels Johannes. In den Evangelien fallen die beiden Zebedäussöhne wiederholt auf. Wegen ihres ungestümen Temperaments (vgl. Lk 9,52-54) hat Jesus sie „Donnersöhne“ genannt (Mk 3,17). Jakobus war Zeuge der Verklärung Jesu und auch seines Gebets am Ölberg. Als Erster der Zwölf erlitt er den Märtyrertod; König Herodes Agrippa I. ließ ihn ums Jahr 44 mit dem Schwert hinrichten. Nach alter spanischer Überlieferung soll sein Leib in Santiago de Compostela begraben sein.

TAGESGEBET
Allmächtiger, ewiger Gott,
als Erster der Apostel hat der heilige Jakobus
das Zeugnis für Christus
mit seinem Blut besiegelt.
Sein Bekennermut stärke uns,
seine Fürbitte erwirke deiner Kirche
Schutz und Sicherheit.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

TAGESEVANGELIUM vom 24. Juli 2017
MONTAG DER 16. WOCHE IM JAHRESKREIS
EVANGELIUM – Matthäus 12, 38-42

Dürer_-_Hl_Christopherus.jpg„In jener Zeit sagten einige Schriftgelehrte und Pharisäer zu Jesus: Meister, wir möchten von dir ein Zeichen sehen. Er antwortete ihnen: Diese böse und treulose Generation fordert ein Zeichen, aber es wird ihr kein anderes gegeben werden als das Zeichen des Propheten Jona. Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war, so wird auch der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Innern der Erde sein. Die Männer von Ninive werden beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie haben sich nach der Predigt des Jona bekehrt. Hier aber ist einer, der mehr ist als Jona. Die Königin des Südens wird beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören. Hier aber ist einer, der mehr ist als Salomo.“

Heute ist auch der Gedenktag des hl. Christophorus. Über das Leben des Märtyrers Christophorus ist nicht viel bekannt. Er hat in Kleinasien vermutlich unter Kaiser Decius (um 250) das Martyrium erlitten. In Chalkedon wurde ihm 452 ein Kirche geweiht. Auch in der abendländischen Kirche wurde Christophorus viel verehrt. Er gehört zu den Vierzehn Nothelfern. Aus seinem Namen (Christophorus – Christusträger) hat sich die Legende entwickelt, er habe auf seinen Schultern das Christuskind über einen Fluss getragen.

TAGESGEBET
Allmächtiger Gott,
auf unserem Lebensweg
bedrohen uns viele Gefahren.
Höre auf die Fürsprache
des heiligen Märtyrers Christophorus.
Gib, dass wir Christus in uns tragen
und mit unseren Weggefährten
sicher zu dem Ziel gelangen,
für das wir geschaffen sind.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.

SONNTAGSEVANGELIUM vom 23. Juli 2017
16. SONNTAG IM JAHRESKREIS A
EVANGELIUM – Matthäus 13, 24-43

P1010331 (2).JPG„In jener Zeit erzählte Jesus der Menge das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker säte. Während nun die Leute schliefen, kam sein Feind, säte Unkraut unter den Weizen und ging wieder weg. Als die Saat aufging und sich die Ähren bildeten, kam auch das Unkraut zum Vorschein. Da gingen die Knechte zum Gutsherrn und sagten: Herr, hast du nicht guten Weizen auf deinen Acker gesät? Woher kommt dann das Unkraut? Er antwortete: Das hat ein Feind von mir getan. Da sagten die Knechte zu ihm: Sollen wir gehen und es ausreißen? Er entgegnete: Nein, sonst reißt ihr zusammen mit dem Unkraut auch den Weizen aus. Lasst beides wachsen bis zur Ernte. Wenn dann die Zeit der Ernte da ist, werde ich zu den Arbeitern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündeln, um es zu verbrennen; den Weizen aber bringt in meine Scheune. Er erzählte ihnen ein weiteres Gleichnis und sagte: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Senfkorn, das ein Mann auf seinen Acker säte. Es ist das kleinste von allen Samenkörnern; sobald es aber hoch gewachsen ist, ist es größer als die anderen Gewächse und wird zu einem Baum, so dass die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten. Und er erzählte ihnen noch ein Gleichnis: Mit dem Himmelreiche ist es wie mit dem Sauerteig, den eine Frau unter einen großen Trog Mehl mischte, bis das Ganze durchsäuert war. Dies alles sagte Jesus der Menschenmenge durch Gleichnisse; er redete nur in Gleichnissen zu ihnen. Damit sollte sich erfüllen, was durch den Propheten gesagt worden ist: Ich öffne meinen Mund und rede in Gleichnissen, ich verkünde, was seit der Schöpfung verborgen war. Dann verließ er die Menge und ging nach Hause. Und seine Jünger kamen zu ihm und sagten: Erkläre uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker. Er antwortete: Der Mann, der den guten Samen sät, ist der Menschensohn; der Acker ist die Welt; der gute Samen, das sind die Söhne des Reiches; das Unkraut sind die Söhne des Bösen; der Feind, der es gesät hat, ist der Teufel; die Ernte ist das Ende der Welt; die Arbeiter bei dieser Ernte sind die Engel. Wie nun das Unkraut aufgesammelt wird und im Feuer verbrannt wird, so wird es auch am Ende der Welt sein: Der Menschensohn wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reich alle zusammenholen, die andere verführt und Gottes Gesetz übertreten haben, und werden sie in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt. Dort werden sie heulen und mit den Zähnen knirschen. Dann werden die Gerechten im Reich ihres Vaters wie die Sonne leuchten. Wer Ohren hat, der höre!“

Wenn bei dieser Ernte Engel die Arbeiter sind, steht mir nicht zu, darüber zu urteilen, was nun Unkraut ist und was nicht. Und Gott will auch keine frühzeitige Entfernung des Unkrauts. Er gibt dem, der sich nicht auf Gottes Wegen befindet bis zuletzt eine Chance! – Für Gott ist nichts unmöglich!

TAGESEVANGELIUM vom 22. Juli 2017
HL. MARIA MAGDALENA – Fest
EVANGELIUM – Joh 20, 1-2.11-18

P1010418 (2).JPG„Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala frühmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war. Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem Jünger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Man hat den Herrn aus dem Grab weggenommen, und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat. Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Während sie weinte, beugte sie sich in die Grabkammer hinein. Da sah sie zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die Füße des Leichnams Jesu gelegen hatten. Die Engel sagten zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie antwortete ihnen: Man hat meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wohin man ihn gelegt hat. Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wusste aber nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast. Dann will ich ihn holen. Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf hebräisch zu ihm: Rabbuni!, das heißt: Meister. Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Brüdern, und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Maria von Magdala ging zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie richtete aus, was er ihr gesagt hatte.“

Heute feiern wir das Fest der hl. Maria Magdalena, die „Apostolin der Apostel“ genannt wird. Maria von Magdala wird im Lukasevangelium (Lk 8,2) an erster Stelle unter den Frauen genannt, die Jesus geheilt hatte und die ihn dann begleiteten und unterstützten. Dass sie die Sünderin war, die Jesus die Füße wusch (Lk 7,36-50), und dass sie die Schwester der Marta und des Lazarus war (Lk 10,38-50; Joh 12,1-8), wird in der abendländischen Liturgie seit Papst Gregor d. Gr. allgemein vorausgesetzt, ist jedoch nicht sicher. Dagegen wird klar berichtet, dass sie beim Kreuz Jesu stand (Mk 15,40-41), dass sie beim Begräbnis Jesu dabei war (Mk 15,47) und am Ostermorgen mit anderen Frauen zum Grab ging (Mk 16,1-8). Ihr ist der auferstandene Herr zuerst erschienen und hat sie mit der Osterbotschaft zu den Jüngern gesandt (Mk 16,9; Joh 20,14-18).

TAGESGEBET
Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus,
die heilige Maria Magdalena
durfte den Auferstandenen sehen
und als Erste den Jüngern die österliche Freude verkünden.
Gib auf ihre Fürsprache auch uns den Mut,
zu bezeugen, dass Christus lebt,
damit wir ihn einst schauen in seiner Herrlichkeit,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

TAGESEVANGELIUM vom 21. Juli 2017
FREITAG DER 15. WOCHE IM JAHRESKREIS
EVANGELIUM – Mt 12, 1-8

18485339_292095077882143_1790589028491100410_n„In jener Zeit ging Jesus an einem Sabbat durch die Kornfelder. Seine Jünger hatten Hunger; sie rissen deshalb Ähren ab und aßen davon. Die Pharisäer sahen es und sagten zu ihm: Sieh her, deine Jünger tun etwas, das am Sabbat verboten ist. Da sagte er zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren – wie er in das Haus Gottes ging und wie sie die heiligen Brote aßen, die weder er noch seine Begleiter, sondern nur die Priester essen durften? Oder habt ihr nicht im Gesetz gelesen, dass am Sabbat die Priester im Tempel den Sabbat entweihen, ohne sich schuldig zu machen? Ich sage euch: Hier ist einer, der größer ist als der Tempel. Wenn ihr begriffen hättet, was das heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer, dann hättet ihr nicht Unschuldige verurteilt; denn der Menschensohn ist Herr über den Sabbat.“

In der franziskanischen Familie feiern wir heute den Gedenktag des hl. Laurentius von Brindisi. Am 22. Juli 1559 in Brindisi geboren. Er trat bei den Kapuzinern ein und wurde ein hervorragender Theologe und Prediger. Von 1602 bis 1605 war er Ordensgeneral. Er brachte den Orden in die österreichischen Länder und wirkte erfolgreich in Bayern. Er förderte die katholische Reform, die Religionspolitik der katholischen Fürsten und die Abwehr der Türken. Während einer diplomatischen Mission starb er am 22. Juli 1619 – 60jährig – in Lissabon. Johannes XXIII. erhob ihn zum Kirchenlehrer, „Doctor apostolicus“.

Aus den Predigten des hl. Laurentius von Brindisi:
„Um ein geistliches Leben zu führen, ist das Brot der Gnade des Heiligen Geistes und das Brot der Liebe Gottes nötig. Die Gnade aber ist ohne Liebe und Glaube nichts, denn ohne den Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen. Glaube kann nicht beginnen ohne Verkündigung des Wortes Gottes: Glauben kommt aus dem Hören, das Hören aber durch Christi Wort. Wie für das leibliche Leben das Säen des Getreides, so ist für das geistliche Leben die Verkündigung des Wortes Gottes nötig.“

TAGESGEBET
Allmächtiger Gott,
du hast dem heiligen Laurentius von Brindisi
den Geist des Rates und der Stärke verliehen,
damit er als Prediger und Seelsorger
zu deiner Ehre und zum Heil der Menschen wirke.
Erleuchte auch uns durch deinen Geist,
damit wir unsere Aufgaben erkennen
und sie in deiner Kraft erfüllen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

TAGESEVANGELIUM vom 20. Juli 2017
DONNERSTAG DER 15. WOCHE IM JAHRESKREIS
EVANGELIUM – Matthäus 11, 28-30

P1020361.JPG„In jener Zeit sprach Jesus: Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht.“

Heute ist der Gedenktag der hl. Margareta. Margareta von Antiochien wurde in der diokletianischen Verfolgung wegen ihres christlichen Glaubens hingerichtet (um 305). Nähere Nachrichten über ihr Leben gibt es nicht mehr. Ihre Verehrung hat sich im 7. Jahrhundert auch im Westen verbreitet. Margareta wird zu den Vierzehn Nothelfern gezählt.

TAGESGEBET
Herr, unser Gott,
du offenbarst uns in der Bedrängnis
die Macht deines Erbarmens.
Von dir empfing die heilige Margareta die Gnade,
das Martyrium zu bestehen.
Stärke auch uns mit deiner Kraft
und lass uns in aller Not auf deine Hilfe vertrauen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

TAGESEVANGELIUM vom 19. Juli 2017
MITTWOCH DER 15. WOCHE IM JAHRESKREIS
EVANGELIUM – Matthäus 11, 25-27

P1020359.JPG„In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.“

Die hl. Klara von Assisi gehört zu jenen „Kleinen“, denen sich Gott offenbart. Im Klara-Traktat „Der Herr aller ding“ erfahren wir davon:

„Wir lesen über den heiligen Propheten Mose im zehnten Kapitel des Buches Exodus, dass sein Antlitz durch die Teilnahme an der Rede mit Gott leuchtend wurde. Aber über die beschauliche, reine und heilige Klara lesen wir: Wenn sie sich von ihrem andächtigen Gebet erhob und sie zu ihren Schwestern ging, da schien ihr in Andacht versunkenes Antlitz für gewöhnlich heller zu leuchten. Dann redete sie überaus süße Worte zu ihnen, so dass sie sich über die Süßigkeit wunderten, die aus ihrem Mund hervorging. Und durch die Worte, die sie mit ihnen sprach, begannen die Herzen der Schwestern leidenschaftlich zu brennen. Nun sag doch, was meinst du, welche Klarheit, welche Süßigkeit und welche Inbrunst sie in ihrer Seele“
(HaD 4,1-6; KQ 1416)

TAGESEVANGELIUM vom 18. Juli 2017
DIENSTAG DER 15. WOCHE IM JAHRESKREIS
EVANGELIUM – Mt 11, 20-24

P1020355 (2).JPG„In jener Zeit begann Jesus den Städten, in denen er die meisten Wunder getan hatte, Vorwürfe zu machen, weil sie sich nicht bekehrt hatten: Weh dir, Chorazin! Weh dir, Betsaida! Wenn einst in Tyrus und Sidon die Wunder geschehen wären, die bei euch geschehen sind – man hätte dort in Sack und Asche Buße getan. Ja, das sage ich euch: Tyrus und Sidon wird es am Tag des Gerichts nicht so schlimm ergehen wie euch. Und du, Kafarnaum, meinst du etwa, du wirst bis zum Himmel erhoben? Nein, in die Unterwelt wirst du hinabgeworfen. Wenn in Sodom die Wunder geschehen wären, die bei dir geschehen sind, dann stünde es noch heute. Ja, das sage ich euch: Dem Gebiet von Sodom wird es am Tag des Gerichts nicht so schlimm ergehen wie dir.“

Zum Zeichen demütigen Flehens um die Rettung der Stadt legten sich Klara von Assisi und ihre Schwestern Asche aufs Haupt. In der Verslegende wird von diesem Wunder berichtet:

„Ein Bürger aus Aversa namens Vitalis, der sein Leben
verschwendete und ruhmesbegierig war, damals der Anführer
des kaiserlichen Heeres, leidenschaftlich im Umgang mit den Waffen, belagerte
das Gebiet von Assisi, riss alle Bäume der Ebene aus
und verwüstete gleichzeitig die ganze Umgebung.
Er bekräftigte unter Drohungen, dass er sich keinesfalls zurückziehen wolle,
bis er das Land unterworfen und es gezwungen habe, dem Befehl
des Kaisers zu gehorchen. Er hatte jene Bewohner bereits so in die Enge getrieben,
dass sie glaubten, die ihnen nahen Gefahren seien übermächtig.
Sobald dies die Jungfrau erfuhr, seufzte sie vom Schmerz
ergriffen auf, rief die Schwestern und sagte Folgendes zu ihnen:
„Dieses Land ist uns anvertraut und stand uns in viel Gutem zu Diensten.
Es wäre unmenschlich, wenn wir ihm nicht zur Zeit der Not
zu Hilfe kämen. Wenn es schon angebracht ist,
für die Heimat zu kämpfen und den Geburtsort mit dem Schwert zu schützen,
dann ist es umso ehrenwerter, mit Gebeten zu kämpfen.“
Sie befahl, Asche herbeizubringen, und die Schwestern sollten wie sie
ihr Haupt entblößen. Sie selbst legte sich und den übrigen Schwestern
Asche darauf. Dann sagte sie zu ihnen: „Macht euch
zu unserem Herrn auf, klopft an beim Barmherzigen und durch fromme Gebete
erfleht Rettung für Volk und Land.“
Wie gewohnt legten sie die Waffen ihrer Gebete zusammen. Was dann?
Bewegt durch ihre Gebete und genötigt durch ihre Tränen, zerstreute der Herr
die feindliche Schlachtordnung und schenkte den Bürgern
wieder Ruhe. Danach ließ der Feind davon ab, sie heimzusuchen.
Kurze Zeit später stürzte jener Anführer
in sein Verderben, geschlagen in der Bedrängnis des Krieges.“
(VKl 750-775; KQ 224f)

TAGESEVANGELIUM vom 17. Juli 2017
MONTAG DER 15. WOCHE IM JAHRESKREIS
EVANGELIUM – Matthäus 10, 34 – 11, 1

P1020354.JPG„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: Denkt nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, um den Sohn mit seinem Vater zu entzweien und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter; und die Hausgenossen eines Menschen werden seine Feinde sein. Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig. Wer das Leben gewinnen will, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen. Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat. Wer einen Propheten aufnimmt, weil es ein Prophet ist, wird den Lohn eines Propheten erhalten. Wer einen Gerechten aufnimmt, weil es ein Gerechter ist, wird den Lohn eines Gerechten erhalten. Und wer einem von diesen Kleinen auch nur einen Becher frisches Wasser zu trinken gibt, weil es ein Jünger ist – amen, ich sage euch: Er wird gewiss nicht um seinen Lohn kommen. Als Jesus die Unterweisung der zwölf Jünger beendet hatte, zog er weiter, um in den Städten zu lehren und zu predigen.“

Den beiden Schwestern Klara und Agnes von Assisi blieb der Konflikt mit den Verwandten nicht erspart, wie Jesus es angekündigt hat. – Im mittelniederländischen „Leben der sel. Magd Sankt Klara“ wird ausführlich davon berichtet:

„Sobald Freunde und Verwandte vernahmen, dass Agnes zu ihrer Schwester Klara gegangen war, kam eine Gruppe von zwölf Männern, sie aufzusuchen. Mit zurückhaltenden Worten traten sie scheinbar ganz gemütlich herein. Sie wandten sich direkt an Agnes, denn sie wussten natürlich, dass sie bei der heiligen Jungfrau Klara nichts erreichen würden, [und sagten]: „Warum bist du hierher gegangen? Beeil dich und geh schnell mit uns zurück nach Haus.Warum läufst du deiner törichten Schwester nach? Warum lässt du dich mitschleppen von ihren bösen Plänen? Lass sie doch, denn sie ist nicht sie selbst. Dein Verhalten gefällt uns nicht; das wollen wir dir vorerst nicht anrechnen, weil es noch nicht allgemein bekannt ist. Doch dann musst du jetzt sofort aufstehen und mit uns nach Hause gehen.“ Einer von ihnen sagte in hochmütigem Ton: „Was denkst du eigentlich? Steh sofort auf und geh mit uns! Oder muss ich dir unter die Arme greifen?“ Agnes antwortete: „Geht weg und lasst mich in Ruhe, ihr Knechte der Verdorbenheit und Diener des Bösen! Ihr wollt das Göttliche nicht erkennen; ihr seid keine Diener Gottes, sondern des Teufels. Wer zeitliche und irdische Dinge gegen ewige und unvergängliche eintauscht, begibt sich ja nicht auf einen Abweg, wie ihr behauptet, dass ich es tue. Meine liebe Schwester wird durch die göttliche Weisheit unterrichtet. Mit ganzem Herzen verlange ich danach, ihre Schülerin zu werden. Geht darum weg ohne mich! Ich habe den Ort gefunden, wo ich leben will.“ Sobald sie erkannten, dass
diese Jungfrau unerschütterlich und standhaft blieb, gerieten sie außer sich vor Wut. Einer der Ritter, Agnes’ Onkel, der sie nicht alle beieinander hatte, konnte die Worte des Mädchens nicht anhören. Wie ein verrückter Hund, wie ein Wolf unter Schafen, wie ein Windhund auf Hasenjagd stürzte er sich auf die Jungfrau. Er schlug sie mit seinen Fäusten, trat sie mit seinen Füßen und wie ein brüllender Löwe zerrte er sie an ihren Haaren mit Die anderen beschimpften sie, hoben sie hoch und brachten sie auf unsanfte Weise nach draußen. Als das junge Mädchen so in die Klauen dieser Löwen und raubgierigen Wölfe geraten und aus der Hand des Herrn fortgerissen war, flehte sie mit lauter Stimme: „Oh meine allerliebste Schwester, hilf mir! Lass nicht zu, dass ich auf diese Weise von meinem Herrn, meinem Gott, weggenommen werde, der die Ursache meiner Glückseligkeit ist.“ (LevCl 14,1-20; KQ 1520f)

TAGESEVANGELIUM vom 16. Juli 2017
15. SONNTAG IM JAHRESKREIS A
EVANGELIUM – Matthäus 13, 1-23

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„An jenem Tag verließ Jesus das Haus und setzte sich an das Ufer des Sees. Da versammelte sich eine große Menschenmenge um ihn. Er stieg deshalb in ein Boot und setzte sich; die Leute aber standen am Ufer. Und er sprach lange zu ihnen in Form von Gleichnissen. Er sagte: Ein Sämann ging aufs Feld, um zu säen. Als er säte, fiel ein Teil der Körner auf den Weg, und die Vögel kamen und fraßen sie. Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war; als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte. Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen, und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat. Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden und brachte Frucht, teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach. Wer Ohren hat, der höre! Da kamen die Jünger zu ihm und sagten: Warum redest du ihnen in Gleichnissen? Er antwortete: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Himmelreiches zu erkennen; ihnen aber ist es nicht gegeben. Denn wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch genommen, was er hat. Deshalb rede ich zu ihnen in Gleichnissen, weil sie sehen und doch nicht sehen, weil sie hören und doch nicht hören und nichts verstehen. An ihnen erfüllt sich die Weissagung Jesajas: Hören sollt ihr, hören, aber nicht verstehen; sehen sollt ihr, sehen aber nicht erkennen. Denn das Herz dieses Volkes ist hart geworden, und mit ihren Ohren hören sie nur schwer, und ihre Augen halten sie geschlossen, damit sie mit ihren Augen nicht sehen und mit ihren Ohren nicht hören, damit sie mit ihrem Herzen nicht zur Einsicht kommen, damit sie sich nicht bekehren und ich sie nicht heile. Ihr aber seid selig, denn eure Augen sehen und eure Ohren hören. Amen, ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte haben sich danach gesehnt zu sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört. Hört also, was das Gleichnis vom Sämann bedeutet. Immer wenn ein Mensch das Wort vom Reich hört und es nicht versteht, kommt der Böse und nimmt alles weg, was diesem Menschen ins Herz gesät wurde; hier ist der Samen auf den Weg gefallen. Auf felsigen Boden ist der Samen gefallen, der das Wort hört und sofort freudig aufnimmt, aber keine Wurzeln hat, sondern unbeständig ist; sobald er um des Wortes willen bedrängt oder verfolgt wird, kommt er zu Fall. In die Dornen ist der Samen bei dem gefallen, der das Wort zwar hört, aber dann ersticken es die Sorgen dieser Welt und der trügerische Reichtum, und es bringt keine Frucht. Auf guten Boden ist der Samen bei dem gesät, der das Wort hört und es auch versteht; er bringt dann Frucht, hundertfach oder sechzigfach oder dreißigfach.“

Jesus ist dieser verschwenderische Sämann im Gleichnis. Er liebt ohne auf eigene Verluste zu achten! * Und wie berechnend sind wir oft?

TAGESEVANGELIUM vom 15. Juli 2017

HL. BONAVENTURA

Bischof, Kirchenlehrer

Evangelium – Matthäus 5,13-19

P1020271 (2)„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr; es wird weggeworfen und von den Leuten zertreten. Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber, sondern man stellt es auf den Leuchter; dann leuchtet es allen im Haus. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen. Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen. Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist. Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.“
Heute wird in der franziskanischen Familie das Fest des hl. Bonaventura gefeiert. Bonaventura Fidanza wurde 1221 zu Bagnoregio bei Viterbo geboren. Er wurde er als junger Bub auf die Fürsprache des hl. Franziskus von einer Krankheit geheilt. Er studierte von 1236 bis 1238 in Paris, wurde 1243 Minderbruder, danach weiteres Studium unter Alexander von Hales. Nach kurzer Lehrtätigkeit mit 36 Jahren am 2.2.1257 in Abwesenheit zum Ordensgeneral gewählt. Es folgten erste Generalkonstitutionen; Leben und Legende des heiligen Franziskus; Reisen nach Frankreich, England, Flandern, Deutschland und Spanien. Gregor X. ernannte ihn am 28.5.1273 zum Kardinalbischof von Albano – nachdem er bereits 1265 das Erzbistum York abgelehnt hatte – und betraute ihn mit der Vorbereitung zum II. Lyoner Konzil, auf dem er am 15. Juli 1274 starb. Zusammen mit Thomas von Aquin war er der bedeutendste Theologe seiner Zeit.
Aus dem „Itinerarium mentis in Deum“ von Bonaventura:
„Wenn du nun fragst (wie Erlösung geschehen soll), frage die Gnade, nicht die Lehre; das Verlangen, nicht den Verstand; das Seufzen des Betens, nicht das Forschen in den Büchern; den Bräutigam, nicht den Lehrer; Gott, nicht den Menschen; die Wärme, nicht die Helle; nicht das Licht, sondern das alles entzündende Feuer, das zu Gott hin verwandelt.“
TAGESGEBET
Gott, du ewige Weisheit und Liebe,
gib uns die Gnade,
dass wir nach dem Vorbild des heiligen Bonaventura
beharrlich deine Wahrheit suchen
und nach immer größerer Liebe streben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus

TAGESEVANGELIUM vom 14. Juli 2017
FREITAG DER 14. WOCHE IM JAHRESKREIS
EVANGELIUM – Matthäus 10, 16-23

P1020239 (2).JPG„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: Seht, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe; seid daher klug wie die Schlangen und arglos wie die Tauben! Nehmt euch aber vor den Menschen in acht! Denn sie werden euch vor die Gerichte bringen und in ihren Synagogen auspeitschen. Ihr werdet um meinetwillen vor Statthalter und Könige geführt, damit ihr vor ihnen und den Heiden Zeugnis ablegt. Wenn man euch vor Gericht stellt, macht euch keine Sorgen, wie und was ihr reden sollt; denn es wird euch in jener Stunde eingegeben, was ihr sagen sollt. Nicht ihr werdet dann reden, sondern der Geist eures Vaters wird durch euch reden. Brüder werden einander dem Tod ausliefern und Väter ihre Kinder, und die Kinder werden sich gegen ihre Eltern auflehnen und sie in den Tod schicken. Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden; wer aber bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet. Wenn man euch in der einen Stadt verfolgt, so flieht in eine andere. Amen, ich sage euch: Ihr werdet nicht zu Ende kommen mit den Städten Israels, bis der Menschensohn kommt.“

In der franziskanischen Familie gedenken wir heute des hl. Franziskus Solanus. 1549 in Andalusien geboren, trat Franziskus Solanus 20jährig in den Franziskanerorden ein. Als Missionar ging er nach Südamerika, wo er sich vor allem um die Indianer bemühte und sie vor ihren Ausbeutern in Schutz nahm. Viele fanden zum Glauben an Christus. Von den großen Strapazen aufgerieben und nach einem strengen Bußleben starb er 1610 zu Lima.

Aus einer zeitgenössischen Biographie:
Drei Tage vor seinem Tode sagte er – mit einem Blick auf den Bruder, der ihn pflegte – : „Wie kommt es, mein Herr Jesus, daß du am Kreuz hängst und ich von Dienern gepflegt werde; du nackt und ich gut zugedeckt, du mit Ruten geschlagen und mit Dornen gekrönt, während ich mit so viel Güte und Wohltaten getröstet werde?“ Am folgenden Tag rief er in Gegenwart vieler Brüder aus: „O Gott, Herr meines Lebens, sei verherrlicht! Wie groß ist deine Herablassung mir gegenüber! Wie freue ich mich, mein Herr, daß du Gott bist, o wie beseligend bist du!“

TAGESGEBET
Gott und Vater aller Menschen,
du hast den heiligen Franziskus Solanus
zum Künder deiner Frohbotschaft
bei den Völkern Lateinamerikas gemacht.
Führe sie zu immer tieferen Glauben
und immer größerer Gerechtigkeit und Freiheit.
allen aber, die aufrichtig suchen,
gib das Geschenk deiner Nähe.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

TAGESEVANGELIUM vom 13. Juli 2017
DONNERSTAG DER 14. WOCHE IM JAHRESKREIS
EVANGELIUM – Matthäus 10, 7-15

P1020247 (2).JPG„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe. Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben. Steckt nicht Gold, Silber und Kupfermünzen in euren Gürtel. Nehmt keine Vorratstasche mit auf den Weg, kein zweites Hemd, keine Schuhe, keinen Wanderstab; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Unterhalt. Wenn ihr in eine Stadt oder in ein Dorf kommt, erkundigt euch, wer es wert ist, euch aufzunehmen; bei ihm bleibt, bis ihr den Ort wieder verlasst. Wenn ihr in ein Haus kommt, dann wünscht ihm Frieden. Wenn das Haus es wert ist, soll der Friede, den ihr ihm wünscht, bei ihm einkehren. Ist das Haus es aber nicht wert, dann soll der Friede zu euch zurückkehren. Wenn man euch aber in einem Haus oder in einer Stadt nicht aufnimmt und eure Worte nicht hören will, dann geht weg, und schüttelt den Staub von euren Füßen. Amen, das sage ich euch: Dem Gebiet von Sodom und Gomorra wird es am Tag des Gerichts nicht so schlimm ergehen wie dieser Stadt.“

Heute ist der Gedenktag des heiligen Kaiserpaares Heinrich und Kunigunde. Heinrich, der letzte männliche Spross des sächsischen Herrscherhauses, ist 973 in Hildesheim geboren und wurde vom hl. Wolfgang von Regensburg erzogen. 1002 wurde er deutscher König, 1004 König von Italien, und 1014 krönte Papst Benedikt VIII. ihn zum römischen Kaiser. Heinrich war ein gebildeter und zielbewusster Staatsmann. Er baute das System der Reichskirche weiter aus und besetzte die italienischen und deutschen Bistümer mit ausgezeichneten Männern. Er unterstützte die Klosterreformen, stellte das Bistum Merseburg wieder her und gründete Bamberg als Missionsbistum, aber auch als Stützpunkt der kaiserlichen Macht. – Seine Gemahlin Kunigunde war eine Tochter des Grafen Siegfried von Lützelburg (Luxemburg). Sie erhielt 1014 ebenfalls die Kaiserkrone und nahm starken Anteil an der Regierung. Die Ehe blieb kinderlos. Nach Heinrichs Tod (13. Juli 1024) wurde Kunigunde Nonne in dem von ihr gegründeten Kloster Kaufungen. Dort starb sie 1033 (oder 1039). Sie wurde an der Seite Heinrichs im Dom von Bamberg beigesetzt.

TAGESGEBET
Allmächtiger Gott,
du hast dem heiligen Heinrich
und seiner Gemahlin Kunigunde
irdische Macht anvertraut
und ihr Wirken mit der ewigen Herrlichkeit belohnt.
Gib auch uns die Gnade,
dass wir unsere Aufgabe in dieser Welt erfüllen
und Erben deines Reiches werden.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

TAGESEVANGELIUM vom 12. Juli 2017
MITTWOCH DER 14. WOCHE IM JAHRESKREIS
EVANGELIUM – Matthäus 10, 1-7

P1020196.JPG„In jener Zeit rief Jesus seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen. Die Namen der zwölf Apostel sind: an erster Stelle Simon, genannt Petrus, und sein Bruder Andreas, dann Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und sein Bruder Johannes, Philippus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus, der Zöllner, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Thaddäus, Simon Kananäus und Judas Iskariot, der ihn später verraten hat. Diese Zwölf sandte Jesus aus und gebot ihnen: Geht nicht zu den Heiden, und betretet keine Stadt der Samariter, sondern geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel. Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe.“

Jesus stattet alle Zwölf mit Vollmacht aus, auch jenen, der IHN später verraten hat. Und der konkrete Auftrag an diese Zwölf ist auch klar: „geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel!“ Da kann man sich fragen:
*** Welches Charisma hat Christus mir jetzt gegeben?
*** An welchen konkreten Ort und unter welche konkreten Menschen bin ich mit diesem Charisma gesandt?
🤔 und was ist mit den übrigen Menschen? Ich muss mich wohl um meinen Auftrag kümmern, nicht engstirnig, sondern gelassen und kooperativ mit meiner Umgebung, für alles übrige kümmert sich Christus selbst und sendet andere!

TAGESEVANGELIUM vom 11. Juli 2017
FEST UNSERES HL. VATERS BENEDIKT
Vater des abendländischen Mönchtums, Schutzpatron Europas
EVANGELIUM – Mt 19, 27-29

P1020303.JPG„In jener Zeit sagte Petrus zu Jesus: Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was werden wir dafür bekommen? Jesus erwiderte ihnen: Amen, ich sage euch: Wenn die Welt neu geschaffen wird und der Menschensohn sich auf den Thron der Herrlichkeit setzt, werdet ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten. Und jeder, der um meines Namens willen Häuser oder Brüder, Schwestern, Vater, Mutter, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird dafür das Hundertfache erhalten und das ewige Leben gewinnen.“

Heute feiern wir das Fest des hl. Benedikt. Über Benedikt, den Vater des abendländischen Mönchtums, haben wir Nachrichten nur durch den Papst Gregor d. Gr. In Nursia, heute Norcia (Umbrien), um 480 geboren, kam Benedikt zum Studium nach Rom. Aber bald entfloh er dem sittenlosen Treiben der Stadt und lebte drei Jahre als Einsiedler in einer Höhle bei Subiaco. In der Umgebung gründete er zwölf kleinere Klöster. 529 siedelte er nach Monte Cassino über, das in der Folgezeit zu einem Zentrum des Mönchtums und der religiösen Kultur wurde. Dort schrieb er seine Klosterregel, in der er die beste monastische Überlieferung des Ostens und des Westens zusammenfasste. Vertrautheit mit der Heiligen Schrift und eine reiche geistliche Erfahrung verliehen ihm die Güte und Weisheit, die auch seine Regel auszeichnen. Benedikt starb am 21. März um 547 in Monte Cassino. Das Datum des heutigen Gedenktags hängt mit einer Übertragung der Reliquien des Heiligen im 8. Jahrhundert zusammen. Von Pius XII. wurde Benedikt zum „Vater Europas“, von Paul VI. zum „Schutzpatron Europas“ erklärt.

Das Herz
„Wenn wir Psalmen singen, dann soll unser Herz mit dem gesungenen Wort zusammenklingen.“
„Keiner soll nach dem eigenen Nutzen streben, vielmehr soll jeder auf das bedacht sein, was für den andern gut ist.“ (Aus der Regel des hl. Benedikt)

SONNTAGSEVANGELIUM vom 2. Juli 2017
13. SONNTAG IM JAHRESKREIS A
EVANGELIUM – Matthäus 10,37-42

P1020274 (2).JPG„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mit nachfolgt, ist meiner nicht würdig. Wer das Leben gewinnen will, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen. Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat. Wer einen Propheten aufnimmt, weil er ein Prophet ist, wird den Lohn eines Propheten erhalten. Wer einen Gerechten aufnimmt, weil er ein Gerechter ist, wird den Lohn eines Gerechten erhalten. Und wer einem von diesen Kleinen auch nur einen Becher frisches Wasser zu trinken gibt, weil es ein Jünger ist – amen, ich sage euch: Er wird gewiss nicht um seinen Lohn kommen.“

Wir Klarissen wünschen Euch von Herzen einen gesegneten Sonntag und viel Freude im Herrn. Wir beten für Euch, auch wenn in dieser Woche nichts Neues auf dieser Seite kommt. Pace e Bene Euch allen! 🛄 😀

TAGESEVANGELIUM vom 1. Juli 2017
SAMSTAG DER 12. WOCHE IM JAHRESKREIS

EVANGELIUM – Matthäus 8, 5-17

P1020212.JPG„In jener Zeit als Jesus nach Kafarnaum kam, trat ein Hauptmann an ihn heran und bat ihn: Herr, mein Diener liegt gelähmt zu Hause und hat große Schmerzen. Jesus sagte zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen. Da antwortete der Hauptmann: Herr, ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst; sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund. Auch ich muss Befehlen gehorchen, und ich habe selber Soldaten unter mir; sage ich nun zu einem: Geh!, so geht er, und zu einem andern: Komm!, so kommt er, und zu meinem Diener: Tu das!, so tut er es. Jesus war erstaunt, als er das hörte, und sagte zu denen, die ihm nachfolgten: Amen, das sage ich euch: Einen solchen Glauben habe ich in Israel noch bei niemand gefunden. Ich sage euch: Viele werden von Osten und Westen kommen und mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen; die aber, für die das Reich bestimmt war, werden hinausgeworfen in die äußerste Finsternis; dort werden sie heulen und mit den Zähnen knirschen. Und zum Hauptmann sagte Jesus: Geh! Es soll geschehen, wie du geglaubt hast. Und in derselben Stunde wurde der Diener gesund. Jesus ging in das Haus des Petrus und sah, dass dessen Schwiegermutter im Bett lag und Fieber hatte. Da berührte er ihre Hand, und das Fieber wich von ihr. Und sie stand auf und sorgte für ihn. Am Abend brachte man viele Besessene zu ihm. Er trieb mit seinem Wort die Geister aus und heilte alle Kranken. Dadurch sollte sich erfüllen, was durch den Propheten Jesaja gesagt worden ist: Er hat unsere Leiden auf sich genommen und unsere Krankheiten getragen.“

Auf die Bedeutung der Wunder Jesu weist Matthäus im Schlussvers des heutigen Evangeliums hin (V. 17): Jesus erweist sich als der bei Jesaja angekündigte „Gottesknecht“, der unsere Leiden wegnimmt und unsere Krankheiten heilt. Der Glaube des heidnischen Hauptmanns und die Heilung seines Dieners deuten außerdem die Erfüllung von Verheißungen an, nach denen in der messianischen Heilszeit auch die Heiden das Erbarmen Gottes erfahren werden. Die Kirche aus Juden und Heiden wird bereits sichtbar. „Herr, ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst“, sagt der heidnische Hauptmann. Der Glaube, den Jesus hier rühmt, ist nicht ein bloßes Fürwahrhalten; er ist wesentlich auch ein tiefes Erschrecken bei der Begegnung mit dem lebendigen Gott und ein unbegrenztes Vertrauen auf sein Erbarmen. – Zusammenfassend berichtet Matthäus in Vers 16 von weiteren Wundern (vgl. 4,23-25): aber das Evangelium sagt nichts über den Glauben all der Leute, die an jenem Abend geheilt wurden. Trotzdem hilft ihnen Jesus, soweit sie sich helfen lassen; er will den glimmenden Docht nicht auslöschen.

TAGESEVANGELIUM vom 30. Juni 2017
FREITAG DER 12. WOCHE IM JAHRESKREIS
DIE ERSTEN HEILIGEN MÄRTYRER DER STADT ROM
EVANGELIUM – Matthäus 8, 1-4

P1020238.JPG„Als Jesus von dem Berg herabstieg, folgten ihm viele Menschen. Da kam ein Aussätziger, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, wenn du willst, kannst du machen, dass ich rein werde. Jesus streckte die Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will es – werde rein! Im gleichen Augenblick wurde der Aussätzige rein. Jesus aber sagte zu ihm: Nimm dich in acht! Erzähl niemand davon, sondern geh, zeig dich dem Priester und bring das Opfer dar, das Mose angeordnet hat. Das soll für sie ein Beweis deiner Heilung sein.“

Heute ist der Gedenktag der Erstmärtyrer Roms. Ein Fest aller Märtyrer, die in der Verfolgung Neros ihr Blut vergossen, wurde in Rom seit 1923 gefeiert; der neue römische Kalender hat diesen Gedenktag, der sich an das Fest der Apostel Petrus und Paulus anschließt; auf die ganze Kirche ausgedehnt. – Um das Gerücht aus der Welt zu schaffen, er selbst habe die Stadt Rom angezündet, „schob Nero die Schuld auf andere und verhängte die ausgesuchtesten Strafen über die wegen ihrer Verbrechen verhassten Menschen, die das Volk Christianer nannte. Der Name leitet sich von Christus ab; dieser war unter der Regierung des Tiberius durch den Prokurator Pontius Pilatus hingerichtet worden … Man verhaftete also zuerst die Leute, die bekannten, dass sie Christen waren; dann auf ihre Anzeige hin eine ganze Menge. Sie wurden nicht gerade der Brandstiftung, wohl aber des allgemeinen Menschenhasses überführt. Die Todgeweihten benützte man zum Schauspiel. Man steckte sie in Tierfelle und ließ sie von Hunden zerfleischen, man schlug sie ans Kreuz oder zündete sie an, man ließ sie nach Einbruch der Dunkelheit als Fackeln brennen. Nero hatte für diese Schauspiele seinen Park zur Verfügung gestellt und veranstaltete ein Zirkusspiel: Im Aufzug eines Wagenlenkers mischte er sich unter das Volk oder stand auf seinem Wagen …“ Das schreibt der (heidnische) römische Geschichtsschreiber Tacitus im 15. Buch seiner Annalen.

TAGESGEBET
Allmächtiger, ewiger Gott,
du hast die Anfänge der Kirche von Rom
durch das Blut vieler Märtyrer geheiligt.
Das Opfer ihres Lebens werde uns zum Segen,
ihr herrlicher Sieg stärke deine Kirche.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

TAGESEVANGELIUM vom 29. Juni 2017
HL. PETRUS UND HL. PAULUS
Apostel – Hochfest
EVANGELIUM – Matthäus 16, 13-19

Kreuzwegbilder 240 (2).jpg„In jener Zeit, als Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger: Für wen halten die Leute den Menschensohn? Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Simon Petrus antwortete: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes! Jesus sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel. Ich aber sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.“

Heute wird in der Kirche das Hochfest der Apostel Petrus und Paulus gefeiert. Nicht der Todestag der beiden Apostel wird heute gefeiert, sondern die vermutliche Übertragung ihrer Reliquien in die Katakombe an der Via Appia, nahe bei der heutigen Kirche San Sebastiano. Das heutige Fest wird zum ersten Mal im römischen Staatskalender von 354 erwähnt. SIMON, Bruder des Andreas, stammte aus Betsaida in Galiläa, war verheiratet, von Beruf Fischer. Das war alles sehr normal und gewöhnlich, bis eines Tages Jesus von Nazaret diesen Fischer in seine Nachfolge und seinen Dienst berief. Er gab ihm den Namen Kephas = „Fels“ (woraus lat. Petrus wurde). In diesem Namen ist die künftige Sendung des Petrus ausgesprochen (vgl. Mt 16,13-20). Petrus wird in allen Apostelverzeichnissen als Erster genannt. Nach dem Weggang Jesu übernahm er die Führung der Gemeinde in Jerusalem. Er nahm auch den ersten Heiden in die Kirche auf (Apg 10,11). Sein Aufenthalt in Rom und sein Märtyrertod unter Kaiser Nero (zw. 64 und 67) können als historisch gesichert gelten.
Als Todesjahr des PAULUS wird 67 genannt. Früher gab es am 30. Juni noch einen besonderen Gedenktag des Heiligen Paulus; er steht nicht mehr im neuen römischen Kalender (1970), dafür hat das Fest der Bekehrung des hl. Paulus (25. Januar) einen höheren Rang erhalten.

TAGESGEBET
Herr, unser Gott,
am Hochfest der Apostel Petrus und Paulus
haben wir uns in Freude versammelt.
Hilf deiner Kirche,
in allem der Weisung deiner Boten zu folgen,
durch die sie den Glauben
und das Leben in Christus empfangen hat,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

TAGESEVANGELIUM vom 28. Juni 2017
HL. IRENÄUS – Bischof, Märtyrer
EVANGELIUM – Matthäus 7, 15-20

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© P. Helmut Glieder ofm

„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Hütet euch vor den falschen Propheten; sie kommen zu euch wie Schafe, in Wirklichkeit aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Erntet man etwa von Dornen Trauben oder von Disteln Feigen? Jeder gute Baum bringt gute Früchte hervor, ein schlechter Baum aber schlechte. Ein guter Baum kann keine schlechten Früchte hervorbringen und ein schlechter Baum keine guten. Jeder Baum, der keine guten Früchte hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen. An ihren Früchten also werdet ihr sie erkennen.“

Heute ist der Gedenktag des hl. Irenäus: Irenäus ist wichtig als Theologe und als Zeuge der ältesten kirchlichen Überlieferung. In Smyrna war er Schüler des Bischofs Polykarp (vgl. 23. Februar), der noch den Apostel Johannes gekannt hatte. Später kam Irenäus nach Gallien und wurde um 177 Nachfolger des Märtyrerbischofs Pothinus. 25 Jahre hindurch leitete er nun die Mission in Gallien. In dieser Zeit schrieb er auch sein großes Werk „ Gegen die Irrlehren“, nämlich gegen die Gnostiker, die den christlichen Glauben in „Erkenntnis“ (Gnosis), d. h. in geistreiche Spekulation, auflösen wollten. Ihnen gegenüber betont Irenäus den katholischen Grundsatz von der „Überlieferung“ (Tradition): Zu glauben ist das, was in allen katholischen Gemeinden unvermindert und unverändert seit der Zeit der Apostel als christliche Lehre von einer Generation an die andere weitergegeben wird. „Wo die Kirche ist, da ist der Geist Gottes“, sagt Irenäus. Als einer der ersten Kirchenväter spricht Irenäus auch von der Vorrangstellung der römischen Kirche.

„Mensch, du bist ein Werk Gottes. Erwarte also die Hand deines Künstlers, die alles zur rechten Zeit macht: zur rechten Zeit für dich, der du gemacht wirst.
Bring ihm ein weiches und williges Herz entgegen und bewahre die Gestalt, die dir der Künstler gegeben hat. Halte dich formbar, damit du nicht verhärtest und die Spur seiner Finger verlierst. Wenn du den Abdruck seiner Finger in dir bewahrst, wirst du zur Vollkommenheit emporsteigen.“ (Irenäus)

TAGESGEBET
Gott der Wahrheit und des Friedens,
in deiner Kraft hat der heilige Irenäus
die wahre Lehre verteidigt und der Kirche den Frieden erhalten.
Auf seine Fürsprache
erneuere in uns den Glauben und die Liebe
und mache uns bereit, Frieden und Eintracht zu fördern.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

TAGESEVANGELIUM vom 27. Juni 2017
DIENSTAG DER 12. WOCHE IM JAHRESKREIS
EVANGELIUM – Matthäus 7, 6.12-14

p1010581„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Gebt das Heilige nicht den Hunden, und werft eure Perlen nicht den Schweinen vor, denn sie könnten sie mit ihren Füßen zertreten und sich umwenden und euch zerreißen. Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen! Darin besteht das Gesetz und die Propheten. Geht durch das enge Tor! Denn das Tor ist weit, das ins Verderben führt, und der Weg dahin ist breit, und viele gehen auf ihm. Aber das Tor, das zum Leben führt, ist eng, und der Weg dahin ist schmal, und nur wenige finden ihn.“

Für den hl. Franz von Assisi und die hl. Klara waren Jesus und Sein Evangelium kostbar und wertvoll. Beide wollen es so leben, wie Jesus es gemeint hat.

„Die Lebensform des Ordens der Armen Schwestern, die der selige Franziskus begründet hat, ist diese: Unseres Herrn Jesu Christi heiliges Evangelium zu beobachten durch ein Leben in Gehorsam, ohne Eigentum und in Keuschheit.“ (KlReg 1,1-2; KQ 56f)

„Regel und Leben der Minderen Brüder ist dieses, nämlich unseres Herrn Jesus Christus heiliges Evangelium zu beobachten durch ein Leben in Gehorsam, ohne Eigentum und in Keuschheit.“ (BR 1,1; FQ 94)

TAGESIMPULS vom 26. Juni 2017
MONTAG DER 12. WOCHE IM JAHRESKREIS
LESUNG – Genesis 12, 1-9

von Emmanuel M. Fritz.jpg„In jenen Tagen sprach der Herr zu Abram: Zieh weg aus deinem Land, von deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde. Ich werde dich zu einem großen Volk machen, dich segnen und deinen Namen groß machen. Ein Segen sollst du sein. Ich will segnen, die dich segnen; wer dich verwünscht, den will ich verfluchen. Durch dich sollen alle Geschlechter der Erde Segen erlangen. Da zog Abram weg, wie der Herr ihm gesagt hatte, und mit ihm ging auch Lot. Abram war fünfundsiebzig Jahre alt, als er aus Haran fortzog. Abram nahm seine Frau Sarai mit, seinen Neffen Lot und alle ihre Habe, die sie erworben hatten, und die Knechte und Mägde, die sie in Haran gewonnen hatten. Sie wanderten nach Kanaan aus und kamen dort an. Abram zog durch das Land bis zur Stätte von Sichem, bis zur Orakeleiche. Die Kanaaniter waren damals im Land. Der Herr erschien Abram und sprach: Deinen Nachkommen gebe ich dieses Land. Dort baute er dem Herrn, der ihm erschienen war, einen Altar. Von da brach er auf zum Bergland östlich von Bet-El und schlug sein Zelt so auf, dass er Bet-El im Westen und Ai im Osten hatte. Dort baute er dem Herrn einen Altar und rief den Namen des Herrn an. Dann zog Abram immer weiter, dem Negeb zu.“

„DER GOTTESBEFEHL geht – sich dreimal steigernd – auf die Loslösung Abrahams von der Heimat, von der schützenden und bergenden Sippe, von Eltern und Geschwistern. Dies bedeutet das Aufgeben hoher Lebensgüter, welche für die meisten Menschen die Grundlage und fast den Inhalt des Lebens bedeuten … Leicht konnte die geforderte Loslösung ihm nicht fallen. Darum gibt Gott in seinem Wort zugleich eine Gabe, die gewichtiger ist als die Aufgabe, die bisherigen Sicherungen aufzugeben. Das ‚Heraus‘ wird unter Gottes Zuspruch zu einem ‚Hin zu‘, zu einem ‚Hin‘ auf einen Weg des Wanderns mit Gott und damit zum ‚Hin‘ auf ein großes Ziel. Die Weite, die sich vor Abraham auftut, ist die Weite Gottes. In ihr kommt gleichsam ein anderes Ufer in Sicht: Kanaan, das Land im Schnittkreis aller drei damals bekannten Kontinente (Asien, Afrika und Europa). Dort soll die Heimat des Gottesvolkes liegen, das als ,Samen‘ Abraham verheißen wird. Über diese seine Nachkommenschaft soll Abraham ein Segen werden für die ganze Menschheit (vgl. auch Gen 22,18). Damit wird die Horizontlinie unseres Textes ausgezogen ins Allumfassende, von dem auch wir umfasst sind“ (Alfons Deissler).

(zum Foto v. Br. Emmanuel ofm: Aufbruch heute! Ist der Bruder bereit heute Gottes Anruf zu gehorchen? Bist Du bereit, Dich auf Gottes Wort einzulassen und zu gehen?)

TAGESEVANGELIUM vom 25. Juni 2017
12. SONNTAG IM JAHRESKREIS A
EVANGELIUM – Matthäus 10, 26-33

„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: Fürchtet euch nicht vor den Menschen! Denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Was ich euch im Dunkeln sage, davon redet am hellen Tag, und was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet von den Dächern. Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch vor dem, der Seele und Leib ins Verderben der Hölle stürzen kann. Verkauft man nicht zwei Spatzen für ein paar Pfennig? Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen. Wer sich nun vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.“

Die hl. Klara von Assisi hat das klare Vertrauen und das entscheidende Bekenntnis zu Gott. Da ist einer, der alle meine Haare gezählt hat. Für sie ist das eine Erfahrung von Geborgenheit, Schutz und Zärtlichkeit. Und für DICH?

Armutsprivileg_A4.jpg
Original des Armut-Privilegs

„Innozenz, Bischof, Diener der Diener Gottes, an die in Christus geliebten Töchter, Klara und die anderen Mägde Christi von der Kirche San Damiano bei Assisi sowohl den gegenwärtigen wie den zukünftigen, die das geregelte Leben gelobt haben für alle Zeiten. Wie es sich klar zeigt, wünscht ihr euch dem Herrn allein hinzugeben und habt daher dem Verlangen nach zeitlichen Dingen entsagt. Nachdem ihr deswegen alles verkauft und an die Armen verteilt habt, nehmt ihr euch nun vor, überhaupt kein Eigentum und keinen Besitz mehr zu haben, um euch in allem an die Spuren dessen zu heften, der für uns arm geworden ist, Weg,Wahrheit und Leben. Von einem derartigen Vorhaben schreckt euch auch nicht der Mangel an Dingen ab, denn die Linke des himmlischen Bräutigams ist unter eurem Haupt, um zu stützen, was schwach ist an eurem Leib, das ihr in geordneter Liebe dem Gesetz des Geistes unterworfen habt. Schließlich wird der, der die Vögel des Himmels nährt und die Lilien des Feldes kleidet, es euch weder an Nahrung noch an Kleidung mangeln lassen, bis er selbst euch reihum bedient in der Ewigkeit, wenn nämlich seine Rechte euch glückseliger umarmt in der Fülle seiner Anschauung. Wie ihr also gebeten habt, so bekräftigen wir euren Lebensentwurf in höchster Armut mit apostolischer Gunst, indem wir euch durch die Autorität des vorliegenden Schreibens zugestehen, dass ihr von niemandem gezwungen werden könnt, Besitz und Güter anzunehmen. Sollte aber eine Frau einem derartigen Lebensprogramm nicht folgen wollen oder können, so darf sie keine Bleibe bei euch haben, sondern soll an einen anderen Ort versetzt werden. (1 Priv 1-8; KQ 360f) (Foto: OFM)

TAGESEVANGELIUM vom 24. Juni 2017
GEBURT DES HL. JOHANNES DES TÄUFERS
EVANGELIUM – Lukas 1, 57-66.80

P1020187.JPG„Für Elisabet kam die Zeit der Niederkunft, und sie brachte einen Sohn zur Welt. Ihre Nachbarn und Verwandten hörten, welch großes Erbarmen der Herr ihr erwiesen hatte, und freuten sich mit ihr. Am achten Tag kamen sie zur Beschneidung des Kindes und wollten ihm den Namen seines Vaters Zacharias geben. Seine Mutter aber widersprach ihnen und sagte: Nein, er soll Johannes heißen. Sie antworteten ihr: Es gibt doch niemand in deiner Verwandtschaft, der so heißt. Da fragten sie seinen Vater durch Zeichen, welchen Namen das Kind haben solle. Er verlangte ein Schreibtäfelchen und schrieb zum Erstaunen aller darauf: Sein Name ist Johannes. Im gleichen Augenblick konnte er Mund und Zunge wieder gebrauchen, und er redete und pries Gott. Und alle, die in jener Gegend wohnten, erschraken, und man sprach von all diesen Dingen im ganzen Bergland von Judäa. Alle, die davon hörten, machten sich Gedanken darüber und sagten: Was wird wohl aus diesem Kind werden? Denn es war deutlich, dass die Hand des Herrn mit ihm war. Das Kind wuchs heran, und sein Geist wurde stark. Und Johannes lebte in der Wüste bis zu dem Tag, an dem er den Auftrag erhielt, in Israel aufzutreten.“

Heute feiern wir das Hochfest der Geburt des hl. Johannes des Täufers. Johannes der Täufer ist außer Maria der einzige Heilige, dessen leibliche Geburt in der Liturgie gefeiert wird, und zwar seit dem 5. Jahrhundert am 24. Juni, sechs Monate vor der Geburt Jesu. Aus dem Bericht des Lukasevangeliums (Lk 1) wird entnommen, dass Johannes schon vor seiner Geburt geheiligt wurde, damals, als Maria zu Elisabet kam. Die ungewöhnlichen Ereignisse bei seiner Geburt weisen auf die Bedeutung des Johannes in der Heilsgeschichte hin. Er steht an der Schwelle vom Alten zum Neuen Bund; er war dazu berufen, durch seine Predigt von der Gottesherrschaft und seinen Ruf zur Umkehr das Volk auf das Kommen Jesu vorzubereiten. Jesus selbst empfing von ihm die Bußtaufe. Die ersten Jünger Jesu kamen aus dem Kreis der Johannesjünger. Johannes selbst verstand sich als den Rufer in der Wüste, den Vorläufer des Größeren, der nach ihm kommen sollte. Jesus aber nennt ihn den Größten unter allen Menschen, gleichsam den wieder gekommenen Elija (Mt 11,8.11.14).

TAGESGEBET
Gott,
du hast den heiligen Johannes den Täufer berufen,
das Volk des Alten Bundes
Christus, seinem Erlöser, entgegenzuführen.
Schenke deiner Kirche die Freude im Heiligen Geist
und führe alle, die an dich glauben,
auf dem Weg des Heiles und des Friedens.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

TAGESEVANGELIUM vom 23. Juni 2017
Freitag der 3. Woche nach Pfingsten
HEILIGSTES HERZ JESU
EVANGELIUM – Matthäus 11, 25-30

P1020180 (2).JPG„In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will. Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht.“

Die „Weisen und Klugen“, die angesehenen Leute in Israel, zufrieden mit sich und ihrer Position, haben Jesus nicht verstanden; sie waren ja satt. Jesus kennt die Absicht Gottes; er wendet sich den Armen zu, den hungrigen und müden Menschen gilt seine Einladung und seine Verheißung.

ERÖFFNUNGSVERS
Der Ratschluss des Herrn bleibt ewig bestehen,
die Pläne seines Herzens überdauern die Zeiten:
Er will uns dem Tod entreißen
und in der Hungersnot unser Leben erhalten.

TAGESGEBET
Allmächtiger Gott,
wir verehren das Herz deines geliebten Sohnes
und preisen die großen Taten seiner Liebe.
Gib, dass wir aus dieser Quelle göttlichen Erbarmens
die Fülle der Gnade und des Lebens empfangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Oder:

TAGESGEBET
Barmherziger Gott,
du öffnest uns den unendlichen Reichtum der Liebe
im Herzen deines Sohnes,
das unsere Sünden verwundet haben.
Gib, dass wir durch aufrichtige Umkehr
Christus Genugtuung leisten
und ihm mit ganzer Hingabe dienen,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

TAGESEVANGELIUM vom 22. Juni 2017
DONNERSTAG DER 11. WOCHE IM JAHRESKREIS
HL. JOHN FISHER – Bischof und Märtyrer
und
HL. THOMAS MORUS – Märtyrer
EVANGELIUM – Matthäus 6, 7-15

P1020186.JPG„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, die meinen, sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen. Macht es nicht wie sie; denn euer Vater weiß, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet. So sollt ihr beten: Unser Vater im Himmel, dein Name werde geheiligt, dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf der Erde. Gib uns heute das Brot, das wir brauchen. Und erlass uns unsere Schulden, wie auch wir sie unseren Schuldnern erlassen haben. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern rette uns vor dem Bösen. Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, dann wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.“

Heute ist der Gedenktag des hl. John Fisher und den hl. Thomas Morus. Beide starben unter König Heinrich VIII. von England als Märtyrer des Gewissens, das sich vor keiner menschlichen Anmaßung beugt.
JOHN FISHER, geboren um 1469, war Professor der Theologie und wurde 1504 Bischof von Rochester. Predigt, Seelsorge, insbesondere die Sorge für die Armen, und schriftstellerische Tätigkeit füllten sein Leben aus. Er widersetzte sich der Ehescheidung des Königs und weigerte sich, ihn als Haupt der Kirche von England anzuerkennen. Er wurde am 22. Juni 1535 hingerichtet.
THOMAS MORUS, 1478 in London geboren, studierte Rechtswissenschaft in Oxford. Er stieg unter Heinrich VIII. bis zum höchsten Amt des Lordkanzlers auf. Er führte ein glückliches Familienleben, hatte vier Kinder; er verband überragende Geistesschärfe mit tiefer Frömmigkeit und einem Humor, der nicht zu erschüttern war. 1532 legte er sein Amt aus Gewissensgründen nieder; 1535 wurde er, zwei Wochen nach John Fisher, wegen angeblichen Hochverrats hingerichtet. Auf dem Schafott sagte er: „Ich sterbe als des Königs treuer Diener, aber zuerst als Diener Gottes.“

Man kam zu Thomas Morus, der wegen angeblichen Hochverrats im Gefängnis saß, und fragte ihn, ob er sich jetzt eines anderen besonnen habe. „Ja“, antwortete er, „ich habe mich jetzt eines anderen besonnen.“ – „Gut, so unterschreibt!“ – „Nein, nein, so war es nicht gemeint. Ich wollte mir nur ursprünglich den Bart abnehmen lassen, bevor ich geköpft werde. Ich habe mich nun aber anders besonnen und lasse ihn doch stehen.“
„Viele Menschen erkaufen sich die Hölle mit so großer und schwerer Arbeit, dass sie mit der Hälfte davon den Himmel hätten erkaufen können.“ (Thomas Morus)

TAGESGEBET
Heiliger Gott,
du hast die Glaubenstreue des Bischofs John Fisher
und des Kanzlers Thomas Morus
im Martyrium erprobt und zur Vollendung geführt.
Höre auf ihre Fürsprache und hilf uns,
den Glauben, den wir mit Worten bekennen,
in den Prüfungen des Lebens zu bezeugen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

TAGESEVANGELIUM vom 21. Juni 2017
HL. ALOISIUS GONZAGA
Ordensmann
EVANGELIUM – Matthäus 6, 1-6.16-18

Tomb_Aloysius_Gonzaga_Sant_Ignazio.jpg„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Hütet euch, eure Gerechtigkeit vor den Menschen zur Schau zu stellen; sonst habt ihr keinen Lohn von eurem Vater im Himmel zu erwarten. Wenn du Almosen gibst, lass es also nicht vor dir herposaunen, wie es die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten gelobt zu werden. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut. Dein Almosen soll verborgen bleiben, und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler. Sie stellen sich beim Gebet gern in die Synagogen und an die Straßenecken, damit sie von den Leuten gesehen werden. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber geh in deine Kammer, wenn du betest, und schließ die Tür zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler. Sie geben sich ein trübseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber salbe dein Haar, wenn du fastest, und wasche dein Gesicht, damit die Leute nicht merken, dass du fastest, sondern nur dein Vater, der auch das Verborgene sieht; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.“

Heute begehen wir den Gedenktag des hl. Aloisius Gonzaga. Aloisius (Luigi) wurde 1568 als ältester Sohn des Markgrafen von Gonzaga in Castiglione bei Mantua geboren. Er lernte früh, sein heftiges Temperament zu beherrschen, und fiel als Page am florentinischen Hof und später am Hof Philipps II. in Madrid durch seinen Lebensernst und seine Frömmigkeit auf. Mit siebzehn Jahren erhielt er von seinem Vater nach hartem Ringen die Erlaubnis, in die Gesellschaft Jesu einzutreten. Bei einer Pestepidemie in Rom stecke er sich an, da er sich ohne Schonung und ohne Vorsicht der Pflege der Kranken widmete, und starb drei Monate später (1591). Er wurde 1726 heilig gesprochen, 1729 zum Patron der studierenden Jugend erklärt. Die Lebensbeschreibungen des Heiligen haben seine männlich-herbe Gestalt oft verzeichnet.

TAGESGEBET
Gott, du Spender aller Gnaden,
mit deiner Hilfe hat der heilige Aloisius
ein Leben der Unschuld und der Buße geführt.
Höre auf seine Fürsprache
und gib uns,
auch wenn wir ihm in der Heiligkeit nicht gefolgt sind,
durch Buße und Umkehr die Reinheit des Herzens.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
(Foto: Grab des hl. Aloisius)

TAGESEVANGELIUM vom 20. Juni 2017
DIENSTAG DER 11. WOCHE IM JAHRESKREIS
EVANGELIUM – Matthäus 5, 43-48

P1020245.JPG„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden? Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.“

TAGESGEBET
Gott,
du willst, dass wir alle Menschen lieben
und auch denen Liebe erweisen,
die uns Böses tun.
Hilf uns,
das Gebot des Neuen Bundes so zu erfüllen,
dass wir Böses mit Gutem vergelten
und einer des anderen Last trägt.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

TAGESEVANGELIUM vom 19. Juni 2017
MONTAG DER 11. WOCHE IM JAHRESKREIS
EVANGELIUM – Matthäus 5, 38-42

Romuald.jpg„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn. Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin. Und wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann lass ihm auch den Mantel. Und wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm. Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab.“

Heute wird in der Kirche auch des hl. Romuald gedacht. Er ist der Gründer des Kamaldulenserordens. Romuald soll der langobardischen Herzogsfamilie der Onesti entstammen; er wurde 952 in Ravenna geboren. Mit zwanzig Jahren war er Zeuge, wie sein Vater bei einer Fehde einen Adeligen erschlug. Darauf trat er als Mönch in S. Apollinare in Classe bei Ravenna ein. Dieses Kloster war aber seinem Bußeifer nicht streng genug, deshalb schloss er sich um 974 dem Eremiten Marinus an und zog 978 mit diesem und dem Dogen Pietro I. Orseolo in die französischen Pyrenäen, wo er im Kloster St.-Michel seine eigentliche monastische Bildung erhielt. 988 kehrte Romuald nach Italien zurück. Predigend zog er von einem Ort zum andern. Er kam auch nach Monte Cassino, wo er aber mit seinem harten Reformeifer wenig Anklang fand. Schließlich gründete er in Mittelitalien das Kloster Camaldoli (1012), das Stammkloster des Kamaldulenserordens. Der strenge Mann übte eine erstaunliche Anziehungskraft aus. In seiner Gründung versuchte er eine Verbindung des Einsiedlerlebens mit dem Gemeinschaftsleben, wie sie auch in der Regel Benedikts vorgesehen ist. Romuald starb 1027. Der hl. Petrus Damiani hat sein Leben beschrieben.

Zur Freude geschaffen
„Wenn ich das Leben der Heiligen lese, geht es mir durch Mark und Bein; und wenn ich sehe, was ich tue, möchte ich vor Scham und Schmerz vergehen.“
„Gott hat den Menschen nicht zum Elend und zur Qual geschaffen, sondern zur Freude, aber zu einer Freude, die aus christlicher Gesinnung und Tugend quillt.“ (Romuald)

TAGESGEBET
Gott, du Freund der Heiligen,
du hast den Abt Romuald berufen,
einen Orden für Mönche zu gründen,
die in strenger Einsamkeit leben.
Schenke uns die Gnade,
uns selbst zu verleugnen und Christus nachzufolgen,
damit wir mit ihm
in die Herrlichkeit des Himmels gelangen,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

TAGESEVANGELIUM vom 18. Juni 2017
11. SONNTAG IM JAHRESKREIS A
EVANGELIUM – Matthäus 9, 36 – 10, 8

05.06.2015 020 1.jpg„In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben. Da sagte er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden. Dann rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen. Die Namen der zwölf Apostel sind: an erster Stelle Simon, genannt Petrus, und sein Bruder Andreas, dann Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und sein Bruder Johannes, Philippus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus, der Zöllner, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Thaddäus, Simon Kananäus und Judas Iskariot, der ihn später verraten hat. Diese Zwölf sandte Jesus aus und gebot ihnen: Geht nicht zu den Heiden, und betretet keine Stadt der Samariter, sondern geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel. geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe. Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.“

Gerufen sein bedeutet höchste Entfaltungsmöglichkeit – wenn ich will und wenn ich mittue! – Wir wünschen Euch allen einen schönen und gesegneten Sonntag.

TAGESEVANGELIUM vom 17. Juni 2017
SAMSTAG DER 10. WOCHE IM JAHRESKREIS
EVANGELIUM – Matthäus 5, 33-37

P1020228 (3).JPG„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst keinen Meineid schwören, und: Du sollst halten, was du dem Herrn geschworen hast. Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht, weder beim Himmel, denn er ist Gottes Thron, noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel für seine Füße, noch bei Jerusalem, denn es ist die Stadt des großen Königs. Auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören; denn du kannst kein einziges Haar weiß oder schwarz machen. Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen.“

Die hl. Klara von Assisi war im Reden und Tun ganz wahrhaftig. Br. Konrad von Sachsen bezeichnet sie in einer Predigt als „Christi geliebte Schwester“, weil sie Jesus so wahrhaftig und rein geliebt hat.

„Drittens ist sie Schwester Christi durch die Gleichförmigkeit der Liebe. So heißt es im 5. Kapitel des Hohenlieds: Öffne mir, meine Schwester, meine Taube, meine Unbefleckte. Schwester ist sie besonders durch die Liebe. Aber siehe, die Seele ist keine wirkliche Schwester, wenn sie nicht Freundin, Taube und Unbefleckte ist. Sie muss also Freundin sein, indem sie vollkommen und ohne Verminderung liebt, wie es bei Matthäus heißt: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen. Und Augustinus sagt: „Weniger liebt dich, Herr, jemand, der mit dir noch etwas anderes liebt.“ Ebenso muss sie eine Taube sein, indem sie wirklich ohne Verstellung liebt. Denn Römer, Kapitel 12, sagt: Die Liebe ist ohne Heuchelei; und der Erste Johannesbrief, 3. Kapitel: Wir wollen nicht mit Wort und Zunge lieben, sondern in Tat und Wahrheit. Ebenso muss sie unbefleckt sein, indem sie liebt ohne fleischliche Neigung. Daher wird in Exodus, Kapitel 37, gesagt, dass die Bundeslade mit reinstem Gold ausgekleidet werde. Die Lade bezeichnet die gläubige Seele, das Gold die Liebe, die von jeder verderblichen Leidenschaft ganz rein sein muss. Bezüglich dieser drei Bedingungen der Liebe sagt der Apostel treffend im Ersten Timotheusbrief: Das Ziel des Gebotes ist Liebe aus gutem Herzen, reinem Gewissen und ungeheucheltem Glauben. Das reine Herz macht sie zur unbefleckten Schwester Christi, das gute Gewissen macht sie zur Freundin, der ungeheuchelte Glaube macht sie zur Taube. Die Einfalt der Taube steht nämlich im Gegensatz zur Heuchelei. Die heilige Klara war also, weil sie Jesus so unvermindert, wahrhaftig und rein geliebt hat, Christi geliebte Schwester. Sicher gilt ihr das Wort Christi bei Matthäus, Kapitel 12: Wer immer den Willen meines Vaters tut, der im Himmel ist, der ist mir Bruder, Schwester und Mutter.“
(2 Pred 5,1-16; KQ 1133)

TAGESEVANGELIUM vom 16. Juni 2017
HL. BENNO
Bischof
EVANGELIUM – Matthäus 5, 27-32

P1020204 (2).JPG„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst nicht die Ehe brechen. Ich aber sage euch: Wer eine Frau auch nur lüstern ansieht, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen. Wenn dich dein rechtes Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus und wirf es weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird. Und wenn dich deine rechte Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab und wirf sie weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle kommt. Ferner ist gesagt worden: Wer seine Frau aus der Ehe entlässt, muss ihr eine Scheidungsurkunde geben. Ich aber sage euch: Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, liefert sie dem Ehebruch aus; und wer eine Frau heiratet, die aus der Ehe entlassen worden ist, begeht Ehebruch.“

Heute ist der Gedenktag des hl. Benno. Er stammte aus einem sächsischen Adelsgeschlecht, wurde Kanoniker in Goslar und war 1066-1106 Bischof von Meißen. Weil er Heinrich IV. nicht unterstützte, wurde er von diesem 1085 abgesetzt, konnte aber drei Jahre später wieder die Leitung des Bistums übernehmen. Er gilt als Apostel der Wenden. Gestorben 1106; heilig gesprochen 1523. Seine Reliquien befinden sich seit 1576 im Liebfrauendom in München.

TAGESGEBET
Treuer Gott,
du hast dem heiligen Bischof Benno
den Mut gegeben, in den Wirren seiner Zeit
unbeirrt den Weg des Glaubens zu gehen.
Zeige auch uns deine Wege
und stärke unser Vertrauen auf deine Hilfe.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

TAGESEVANGELIUM vom 15. Juni 2017
HOCHFEST DES LEIBES UND BLUTES CHRISTI
FRONLEICHNAM

P1020182 (2).JPGFronleichnam ist ein österliches Fest, näherhin dem Gründonnerstag und der Erinnerung an das Letzte Abendmahl zugeordnet. Erinnerung, Lobpreis, Danksagung und brüderliche Gemeinschaft – damit erfüllt die Kirche den Auftrag Jesu: Tut dies zu meinem Gedächtnis. In der gemeinsamen Teilnahme am Mahl des Herrn hat die brüderliche Gemeinschaft der Versammelten ihren Grund, ihre Norm und ihr Gericht.

EVANGELIUM – Johannes 6, 51-58

„In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt. Da stritten sich die Juden und sagten: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben? Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag. Denn mein Fleisch ist wirklich Speise, und mein Blut ist wirklich Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm. Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben. Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Mit ihm ist es nicht wie mit dem Brot, das die Väter gegessen haben; sie sind gestorben. Wer aber dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit.“

Christus ist das große Ja Gottes zum Menschen, und er ist die Antwort des Menschen, sein Amen zur offenbar werdenden Liebe. Das Amen, das wir in der Eucharistiefeier sagen, ist unser Ja zum neuen und ewigen Bund.

TAGESEVANGELIUM vom 14. Juni 2017
MITTWOCH DER 10. WOCHE IM JAHRESKREIS
EVANGELIUM – Matthäus 5, 17-19

Kreuzwegbilder 155 (2).jpg„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen. Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist. Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.“

Wie Jesus seine Jünger zur Erfüllung seiner Gebote ermahnt, so fordert auch die hl. Klara von Assisi ihre Schwestern zu Befolgung der Gebote Gottes auf. Am Ende ihres Testaments erfahren wir davon:

„Und weil der Weg und Pfad, auf dem man zum Leben geht, schmal und die Tür, durch die man zum Leben eingeht, eng ist, sind es wenige, die auf ihm gehen und durch sie eintreten. Und selbst wenn es einige gibt, die für eine gewisse Zeit diesen Weg gehen, so sind es doch sehr wenige, die auf ihm ausharren. Selig also, wem es gegeben ist, auf ihm zu gehen und auszuharren bis ans Ende. Wir wollen uns also in Acht nehmen, da wir den Weg des Herrn bereits betreten haben, dass wir nicht durch unsere Schuld oder Unerfahrenheit irgendwann davon abweichen. Wir wollen einem solchen Herrn und seiner jungfräulichen Mutter, unserem seligen Vater Franziskus, der triumphierenden und streitenden Kirche nicht Unehre machen. Denn es steht geschrieben: „Verflucht sind, die abweichen von deinen Geboten“. Darum beuge ich meine Knie vor dem Vater unseres Herrn Jesus Christus: Auf die Fürbitte und die Verdienste der glorreichen heiligen Jungfrau Maria, seiner Mutter, des heiligen Vaters Franziskus und aller Heiligen verleihe der Herr selbst, der den guten Anfang gegeben hat, auch das Wachstum und die Beharrlichkeit bis ans Ende. Amen.“

TAGESEVANGELIUM vom 13. Juni 2017
HL. ANTONIUS VON PADUA
Ordenspriester, Kirchenlehrer
Evangelium – Markus 16,15-20

Kreuzwegbilder 157 (2).jpg„Dann sagte er zu ihnen: Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen! Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden. Und durch die, die zum Glauben gekommen sind, werden folgende Zeichen geschehen: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden; wenn sie Schlangen anfassen oder tödliches Gift trinken, wird es ihnen nicht schaden; und die Kranken, denen sie die Hände auflegen, werden gesund werden. Nachdem Jesus, der Herr, dies zu ihnen gesagt hatte, wurde er in den Himmel aufgenommen und setzte sich zur Rechten Gottes. Sie aber zogen aus und predigten überall. Der Herr stand ihnen bei und bekräftigte die Verkündigung durch die Zeichen, die er geschehen ließ.“

Heute feiert die franziskanische Familie das Fest des hl. Antonius von Padua. Antonius stammte aus Lissabon. Er war Augustinerchorherr und wurde 1220 durch das Zeugnis der „Erstlingsmärtyrer“ des Minderbrüderordens angeregt, selbst Minderbruder zu werden, um in Nordafrika den Glauben zu verkünden. Dorthin gelangt, musste er aber wegen schwerer Erkrankung Nordafrika wieder verlassen. Infolge heftiger Unwetter wurde er auf der Rückreise nach Sizilien in die Nähe von Messina verschlagen. Von 1222-1224 fand er zuerst in Oberitalien, dann in Süd- und Mittelfrankreich und schließlich wieder in Oberitalien ein weites Betätigungsfeld für die Verkündigung des Wortes Gottes. Der hl. Franziskus bestimmte ihn zum ersten Lehrer der Theologie für die Brüder des Ordens. Am 13. Juni 1231 starb er in Arcella auf dem Weg nach Padua. Als Kirchenlehrer trägt er den Titel „Doctor evangelicus“ (Lehrer des Evangeliums). Seine Verehrung als Helfer in vielen Nöten ist im Volk verbreitet. Am 30.5.1232, also nach nur 11 Monaten, wurde er von Papst Gregor IX. heiliggesprochen. Zum Kirchenlehrer proklamierte ihn Pius XII. am 16.1.1946. Als exzellenter Prediger wurde er in der Ikonografie anfangs immer mit Lilie und Bibel dargestellt, erst in der Barockzeit kam die Darstellung mit dem Jesuskind auf.

Aus den Predigten des Heiligen:
„Die vom Heiligen Geist erfüllt sind, reden in vielen Sprachen, die im mannigfaltigen Zeugnis für Christus bestehen: in Demut, Armut, Geduld oder Gehorsam. Wir reden in ihnen, wenn wir sie anderen durch unser Tun beweisen. Lebendig ist das Wort, das vom Tun getragen ist. Darum beschwöre ich euch: Laßt die Worte verstummen und an ihrer Stelle die Taten reden. Worte haben wir mehr als genug, dafür aber an Werken groben Mangel. Wer anders redet, ist vom Herrn verflucht wie der Feigenbaum, an dem er keine Früchte fand, sondern nur reichlich Blätter.“

TAGESEVANGELIUM vom 12. Juni 2017
MONTAG DER 10. WOCHE IM JAHRESKREIS
EVANGELIUM – Matthäus 5, 1-12

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„In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm. Dann begann er zu reden und lehrte sie. Er sagte: Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden. Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben. Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden. Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen. Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden. Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn so wurden schon vor euch die Propheten verfolgt.“

Die hl. Klara von Assisi war ganz arm vor Gott und hat so die innere Freude gefunden. Im ersten Brief an die hl. Agnes von Prag spricht sie von dieser „seligen Armut“.

„O selige Armut!
Denen, die sie lieben und umfangen,
gewährt sie ewige Reichtümer!
O heilige Armut!
Wer sie besitzt und sich nach ihr verzehrt,
dem wird von Gott das Himmelreich verheißen
und ohne Zweifel wartet seiner ewiger Ruhm und seliges Leben.
O milde Armut!
Sie hat der Herr Jesus Christus,
der Himmel und Erde regierte und regiert,
der auch sprach und es ward,
vor allem anderen erwählt und an sich gezogen.

Die Füchse nämlich, so spricht er, haben ihre Höhlen und die Vögel des Himmels ihre Nester, der Menschensohn aber, das heißt Christus, hat keinen Ort, sein Haupt zurückzulehnen, vielmehr neigte er sein Haupt und gab den Geist auf.Wenn also ein so großer und so edler Herr in den jungfräulichen Schoß kam und verachtet, bedürftig und arm in der Welt erscheinen wollte, damit die Menschen, die ganz und gar arm und bedürftig waren und überaus großen Mangel an himmlischer Speise litten, in ihm reich würden durch den Besitz himmlischer Reiche, so jubelt von Herzen und freuet Euch, erfüllt von höchster Freude und geistlicher Fröhlichkeit!“
(1 Agn 15-21; KQ 22f)

TAGESEVANGELIUM vom 11. Juni 2017
Sonntag nach Pfingsten
DREIFALTIGKEITSSONNTAG
EVANGELIUM – Johannes 3, 16-18

Kreuzwegbilder 206 (2).jpg„Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat.“

Der Gott des Neuen Bundes ist kein anderer als der des Alten Bundes: der verborgene Gott, das große Geheimnis, aber zugleich der Gott, der „herabkommt“, sich öffnet und mitteilt, der uns in sein eigenes Leben hineinzieht. „Wir haben seine Herrlichkeit gesehen“, schreibt der Evangelist Johannes: die Herrlichkeit des Sohnes, die keine andere ist als die des Vaters: der Glanz seiner Herrlichkeit, die Macht seiner Liebe. Und wir haben den Geist empfangen, der uns zu Söhnen Gottes macht. „Der Geist selber bezeugt unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind“ (Röm 8,16).

TAGESEVANGELIUM vom 10. Juni 2017
SAMSTAG DER 9. WOCHE IM JAHRESKREIS
EVANGELIUM – Markus 12, 38-44

ScherfleinWitweKönigheim.jpg„In jener Zeit lehrte Jesus eine große Menschenmenge und sagte: Nehmt euch in Acht vor den Schriftgelehrten! Sie gehen gern in langen Gewändern umher, lieben es, wenn man sie auf den Straßen und Plätzen grüßt, und sie wollen in der Synagoge die vordersten Sitze und bei jedem Festmahl die Ehrenplätze haben. Sie bringen die Witwen um ihre Häuser und verrichten in ihrer Scheinheiligkeit lange Gebete. Aber umso härter wird das Urteil sein, das sie erwartet. Als Jesus einmal dem Opferkasten gegenüber saß, sah er zu, wie die Leute Geld in den Kasten warfen. Viele Reiche kamen und gaben viel. Da kam auch eine arme Witwe und warf zwei kleine Münzen hinein. Er rief seine Jünger zu sich und sagte: Amen, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr in den Opferkasten hineingeworfen als alle andern. Denn sie alle haben nur etwas von ihrem Überfluss hergegeben; diese Frau aber, die kaum das Nötigste zum Leben hat, sie hat alles gegeben, was sie besaß, ihren ganzen Lebensunterhalt.“

Auch die hl. Klara von Assisi hat alles Gott geschenkt und auf seine Vorsehung vertraut. Darum erbat sie vom Papst das Privileg der Armut. Sr. Bathista Alfani berichtet davon in „Leben und Legende der hl. Jungfrau Klara“:

„Weil die heilige Klara wollte, dass ihr Orden sich im Titel und im Namen nach der von ihr so sehr geliebten Armut benennen und bezeichnen müsse, erbat sie mit großem Nachdruck von Papst Innozenz III. seligen Andenkens das Privileg der höchsten Armut. Der oberste Pontifex war ein ehrenwerter und großartiger Mann und beglückwünschte sie wegen ihres
überragend großen Eifers mit aller Feierlichkeit. Er antwortete ihr und sagte, ihr Vorhaben und Wunsch seien eine so einzigartige Sache, dass niemals in vergangenen Zeiten vom Apostolischen Stuhl ein solches Privileg erbeten worden sei, um in dieser äußersten Armut leben zu dürfen. Dennoch wollte der oberste Pontifex ihrem Vorhaben geneigt sein und sie darin bestärken, weil er ihren festen Vorsatz und ihre brennende Sehnsucht sah, obwohl ein solches Zugeständnis sehr ungewöhnlich war. So gewährte er ihr das erbetene Privileg und schrieb den Anfang und ersten Entwurf mit eigener Hand, wobei er vor Rührung weinte.“ (Alf XI,4; KQ 1307)

TAGESEVANGELIUM vom 9. Juni 2017
HL. EPHRÄM
Diakon, Kirchenlehrer
EVANGELIUM – Markus 12, 35-37

P1020193.JPG„Als Jesus im Tempel lehrte, sagte er: Wie können die Schriftgelehrten behaupten, der Messias sei der Sohn Davids? Denn David hat, vom Heiligen Geist erfüllt, selbst gesagt: Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich mir zur Rechten, und ich lege dir deine Feinde unter die Füße. David selbst also nennt ihn „Herr“. Wie kann er dann Davids Sohn sein? Es war eine große Menschenmenge versammelt und hörte ihm mit Freude zu.“

Heute wird besonders in den Ostkirchen des hl. Ephräm des Syrers gedacht. Wegen der schönen Hymnen, die er gedichtet hat, wird er „Harfe des Heiligen Geistes“ genannt. Ephräm (Afrem) wurde um 306 in Nisibis in Mesopotamien geboren, das damals noch unter römischer Herrschaft stand. Unter dem Bischof Jakob und seinen drei Nachfolgern war der Diakon Ephräm Lehrer an der Schule von Nisibis. Als die Stadt 363 an die Perser fiel, zog er nach Edessa und lebte dort noch zehn Jahre als Asket in einer Höhle oberhalb der Stadt. Auch hier war er Lehrer und Prediger für die Menschen, die zu ihm kamen. Wir besitzen von ihm ein reiches Schrifttum in syrischer Sprache und in griechischen Übersetzungen: Schrifterklärungen, Predigten und Hymnen. Durch seine Hymnen, die beim Gottesdienst gesungen wurden, gelang es ihm, die gnostische Häresie des Bardaisan zurückzudrängen. Ephräm ist der bedeutendste Schriftsteller der syrischen Kirche. Noch heute nehmen seine Hymnen in der syrischen Liturgie einen breiten Raum ein; sie haben auch die Hymnendichtung des Abendlandes beeinflusst. Ephräm wurde 1920 zum Kirchenlehrer erklärt.

„Durch die Seele lebt der Mensch, und durch den Leib sieht und hört er. Aber erst durch den Glauben, die Liebe und die Weisheit wird er mit der Gottheit vereint und nach ihrem Bild gestaltet. Dieses wunderbare Gefüge dürfen wir nicht zerstören; der Glaube darf nicht herausgerissen werden aus unserer Seele. Sonst wären wir die heimlich Toten, von denen das Leben gesagt hat: Lasst die Toten ihre Toten begraben.“ (Ephräm der Syrer)

TAGESGEBET
Erhabener Gott,
wir begehen
den Gedächtnistag des heiligen Diakons Ephräm.
Erfüllt vom Heiligen Geist,
hat er in Hymnen und Liedern
deine Größe besungen.
Gib auch uns deinen Geist,
damit wir dich loben
und dir mit ganzer Hingabe dienen,
darum bitten wir durch Jesus Christus.

TAGESEVANGELIUM vom 8. Juni 2017
DONNERSTAG DER 9. WOCHE IM JAHRESKREIS
EVANGELIUM – Markus 12, 28b-34

P1020205.JPG„In jener Zeit ging ein Schriftgelehrter zu Jesus hin und fragte ihn: Welches Gebot ist das erste von allen? Jesus antwortete: Das erste ist: Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft. Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden. Da sagte der Schriftgelehrte zu ihm: Sehr gut, Meister! Ganz richtig hast du gesagt: Er allein ist der Herr, und es gibt keinen anderen außer ihm, und ihn mit ganzem Herzen, ganzem Verstand und ganzer Kraft zu lieben und den Nächsten zu lieben wie sich selbst, ist weit mehr als alle Brandopfer und anderen Opfer. Jesus sah, dass er mit Verständnis geantwortet hatte, und sagte zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Und keiner wagte mehr, Jesus eine Frage zu stellen.“

Die hl. Klara von Assisi liebte den Herrn von Kind an mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all ihren Gedanken und all ihrer Kraft. Sr. Hyronima Malatesta aus Foligno besingt es in einer Reimlegende:

„Dieser strahlende Stern in Assisi
entspross einem würdigen, edlen Stamm.
In kindlichem Alter zeigte sie deutlich,
sie sei göttlich lebendige Rose.
Daher erschien als wunderbar Ding,
wer ihr Leben betrachtet
und gut erwogen hat,
dass Gott immer wohnte in ihrem Geist.

Während sie noch ein kleines Kind war,
Klara, die geliebte Braut des Herrn,
war ganz göttlich ihr Leben,
und immer betete sie zu Gott in großem Eifer.
Sie schloss sich ins Haus am Morgen
und ging nicht wie die anderen hinaus,
sondern sie erfreute sich am Gebet
und erhob ihren Geist allezeit zu Gott.

Obwohl wie ein verborgener Schatz
sie sich nicht zeigte unter den Leuten,
lobte doch jeder Mensch ihr Leben,
wie es ihrem süßen Bräutigam gefiel.
Und es war ihr Name so leuchtend klar,
dass er aufstrahlte, wohin sie nicht ging,
so dass alle Leute von ihr sagten,
wie eine göttliche Tochter erscheine sie.“
(RFo 6-8; KQ 1247d)

TAGESEVANGELIUM vom 7. Juni 2017
MITTWOCH DER 9. WOCHE IM JAHRESKREIS
EVANGELIUM – Markus 12, 18-27

P1020216.JPG„In jener Zeit kamen einige von den Sadduzäern, die behaupten, es gebe keine Auferstehung, zu Jesus und fragten ihn: Meister, Mose hat uns vorgeschrieben: Wenn ein Mann, der einen Bruder hat, stirbt und eine Frau hinterlässt, aber kein Kind, dann soll sein Bruder die Frau heiraten und seinem Bruder Nachkommen verschaffen. Es lebten einmal sieben Brüder. Der Erste nahm sich eine Frau, und als er starb, hinterließ er keine Nachkommen. Da nahm sie der Zweite; auch er starb, ohne Nachkommen zu hinterlassen, und ebenso der Dritte. Keiner der sieben hatte Nachkommen. Als Letzte von allen starb die Frau. Wessen Frau wird sie nun bei der Auferstehung sein? Alle sieben haben sie doch zur Frau gehabt. Jesus sagte zu ihnen: Ihr irrt euch, ihr kennt weder die Schrift noch die Macht Gottes. Wenn nämlich die Menschen von den Toten auferstehen, werden sie nicht mehr heiraten, sondern sie werden sein wie die Engel im Himmel. Dass aber die Toten auferstehen, habt ihr das nicht im Buch des Mose gelesen, in der Geschichte vom Dornbusch, in der Gott zu Mose spricht: Ich bin der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs? Er ist doch nicht ein Gott von Toten, sondern von Lebenden. Ihr irrt euch sehr.“

Von was zeugt unser Denken, Reden und Tun? Wir da „automatisch“ unser Glaube an die Auferstehung, ja an den Auferstandenen sichtbar, hörbar und greifbar? Das gute Wort, die herzliche Geste, das Schweigen können mit anderen … da kann der Gott der Lebenden wirkmächtig werden.

TAGESEVANGELIUM vom 6. Juni 2017
HL. NORBERT VON XANTEN
Ordensgründer, Bischof
EVANGELIUM – Markus 12, 13-17

Norbert_Missale.JPG„In jener Zeit wurden einige Pharisäer und einige Anhänger des Herodes zu Jesus geschickt, um ihn mit einer Frage in eine Falle zu locken. Sie kamen zu ihm und sagten: Meister, wir wissen, dass du immer die Wahrheit sagst und dabei auf niemand Rücksicht nimmst; denn du siehst nicht auf die Person, sondern lehrst wirklich den Weg Gottes. Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen, oder nicht? Sollen wir sie zahlen oder nicht zahlen? Er aber durchschaute ihre Heuchelei und sagte zu ihnen: Warum stellt ihr mir eine Falle? Bringt mir einen Denar, ich will ihn sehen. Man brachte ihm einen. Da fragte er sie: Wessen Bild und Aufschrift ist das? Sie antworteten ihm: Des Kaisers. Da sagte Jesus zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört! Und sie waren sehr erstaunt über ihn.“

Heute wird in der Kirche des hl. Norbert von Xanten gedacht. Er ist der Gründer des Prämonstratenserordens. Norbert stammte aus Xanten am Niederrhein, wo er um 1082 geboren wurde. Wegen seiner adligen Herkunft machte er als Kleriker schnelle Karriere (Kanoniker in Xanten, Domherr in Köln, Hofkaplan Kaiser Heinrichs V.). Um 1115 begann er, einer jähen Todesgefahr entronnen, ein Leben der Buße, des Gebets und der Arbeit im Geist der kirchlichen Reform. Seine Rednergabe und der Ruf eines Propheten und Wundertäters brachten ihm viel Erfolg, verschafften ihm aber auch Gegner. 1120 begann er mit dreizehn Schülern das gemeinsame Leben im Tal von Prémontré; 1121 legte die inzwischen auf vierzig Personen angewachsene Gemeinschaft die Gelübde auf die Augustinusregel ab. Aus dieser Gründung entwickelte sich der Prämonstratenserorden, der sich rasch ausbreitete und neben den Zisterziensern großen Einfluss gewann. Norbert selbst nahm nach der Gründung von Prémontré seine Predigttätigkeit wieder auf und zog durch Frankreich, Belgien und Deutschland. 1126 erhielt er in Rom die Bestätigung seines Ordens und wurde zum Bischof von Magdeburg ernannt. Er starb 1134.

„Er trug die Welt in die Einsamkeit, um sie da dem Herrn zu opfern. Und er trug seine Einsamkeit in die Welt, um sich zu schützen gegen Zerstreuung und Störung.“ (Alter Schriftsteller über Norbert von Xanten)

TAGESGEBET
Gott, du Herr deiner Kirche,
der heilige Norbert
ist durch sein Beten und Sorgen
ein Hirte nach deinem Herzen geworden.
Höre auf seine Fürsprache
und gib deinem Volk auch heute
Bischöfe und Priester,
die ihm die Botschaft des Heiles verkünden
und es nach deinem Willen leiten.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

TAGESEVANGELIUM vom 5. Juni 2017
PFINGSTMONTAG
EVANGELIUM – Johannes 15, 26 – 16, 3.12-15

05.06.2015 002 (2).jpg„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn der Beistand kommt, den ich euch vom Vater aus senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er Zeugnis für mich ablegen. Und auch ihr sollt Zeugnis ablegen, weil ihr von Anfang an bei mir seid. Das habe ich euch gesagt, damit ihr keinen Anstoß nehmt. Sie werden euch aus der Synagoge ausstoßen, ja es kommt die Stunde, in der jeder, der euch tötet, meint, Gott einen heiligen Dienst zu leisten. Das werden sie tun, weil sie weder den Vater noch mich erkannt haben. Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit führen. Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird sagen, was er hört, und euch verkünden, was kommen wird. Er wird mich verherrlichen; denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verkünden. Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt: Er nimmt von dem, was mein ist, und wird es euch verkünden.“

KLARAQUELLEN: aus „Leben und Legende der hl. Jungfrau Klara“ von Sr. Battista Alfani, Alf XXIX 1,4-9 [KQ 1326]
So geschah es einmal unter anderem, als sie noch sehr jung
war und bevor sie krank wurde, dass sie die Predigt ihres seraphischen
Vaters, des heiligen Franziskus hörte. Als Mensch,
dessen Geist und Wandel immer im Himmel war, predigte
dieser mit so außerordentlicher Leidenschaft, dass es eine mehr
himmlische als menschliche Angelegenheit zu sein schien. Er
brachte nämlich flammende, ganz vom Heiligen Geist erfüllte
Worte hervor. In jener Predigt nannte er häufig den heiligen
Namen Jesu, und diesen heiligsten und lieblich tönenden
Namen drückte der gebenedeite Vater mit solcher Süße von Worten und Sanftheit der Stimme aus, dass allen Zuhörern
schien, sie würden ihnen das Herz durchbohren und zerschmelzen
lassen. Die fromme heilige Jungfrau Klara jedoch
war durch diese heilige Predigt mehr als alle anderen entflammt
und entbrannt von göttlicher Liebe und schien fast
trunken vom Heiligen Geist. Der Herr legte damals so viel
Tugend und Gnade in ihr leidenschaftliches und verliebtes
Herz, dass ihr von dieser Stunde an keine Rauheit der Buße
noch Drangsal noch irgendetwas Schweres, das ihr widerfahren
sollte, hart oder schwer zu tragen schien.

AKTUALISIERUNG: von einer Klarisse
Zugegeben: Eine solche Predigt wie die des Franziskus, mit
flammenden, ganz vom Heiligen Geist erfüllten Worten,
möchten auch wir heute zu gerne hören! Würden wir uns
dann aber auch – wie Klara – ebenfalls so von göttlicher Liebe
entbrennen lassen, fast trunken werden vom Heiligen Geist,
so dass unser leidenschaftliches Herz alle Sorgen und Nöte,
alles Schwere mit der Leichtigkeit einer echten Verliebtheit
willig zu tragen bereit wäre?
Macht sich der Heilige Geist tatsächlich abhängig von begeisternden Predigtworten, ohne die er wirkungslos bleiben
müsste? Der Heilige Geist ist der Geist der Wahrheit, der in die
ganze Wahrheit führen möchte, der verkündet und der
verherrlicht. Ja, er tut dies auch durch Menschen, die sich auf
ihn verlassen, mit Leidenschaft seine Worte weitersagen und
die Herzen der Zuhörenden erreichen und sogar zu entflammen vermögen.
Es ist ein großes, möglicherweise seltenes Geschenk, wenn
wir eine solch begeisterte und begeisternde Predigt wie die
des Franziskus hören. Aber lassen wir uns dann auch tatsächlich
– um noch einmal diese Frage zu stellen – wie Klara derart
aufrütteln, dass es uns in allem leichter ums Herz wird und wir
alles Schwere Ihm auf die Schultern legen?
Besser, als tatenlos ein halbes Leben lang auf solch starke und
stärkende Predigtworte zu warten, ist es, sich selbst bereitwillig
dem Geist der Wahrheit auszusetzen, seine Worte im Herzen zu erwägen und für das eigene Leben in der Beziehung
mit Gott fruchtbar werden zu lassen. Denn der Geist
der Wahrheit, der Beistand, wirkt nicht nur in den anderen,
sondern auch durch dich und mich!
Lassen wir uns begeistern und so einander und der Welt mit
einer ins Gesicht geschriebenen Begeisterung begegnen!

TAGESEVANGELIUM vom 4. Juni 2017
PFINGSTEN
EVANGELIUM – Johannes 20, 19-23

05.06.2015 004 (2).jpg„Am Abend des ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.“
KLARAQUELLEN: aus „Die sieben Freuden der hl. Klara“ von Sr. Katharina Hofmann, 7FrKl 1,7-8 [KQ 1443]
O du allerwürdigste Tochter des höchsten himmlischen Vaters,
Braut unseres Herrn Jesus Christus, Wohnung des Heiligen
Geistes, Bild der Heiligen Dreifaltigkeit, Nachfolgerin der
Muttergottes, Anführerin aller Frauen. Du bist meine Mutter
und Frau, die ich eine arme Sünderin bin, du bist meine Zuflucht,
mein Trost und meine Wiederaufrichtung in meiner
Verzagtheit!
AKTUALISIERUNG: von einer Klarisse
Hatten die Jünger Jesu damals aus Furcht vor den Juden die
Tür von innen verschlossen, so erlebten ca. 1500 Jahre später
die Klarissen in Nürnberg eine ganz anders geartete Verschlossenheit
der Türen: Im Zuge der Reformation waren sie
zum Aussterben verurteilt, da sie sich standhaft und furchtlos
weigerten, der neuen Lehre Luthers zu folgen. Allen
voran war es die hochgebildete und glaubensfeste Äbtissin
Caritas Pirckheimer, die am katholischen Glauben festhielt bis zum Schluss und ihn gegenüber keinem Geringeren als
Philipp Melanchton überzeugend verteidigte – wobei einzig
die Frage nach der Gültigkeit der Ordensgelübde zwischen
beiden ungeklärt blieb.
Im sogenannten Nürnberger Sankt-Klara-Buch aus der Mitte
der 14. Jahrhunderts findet sich auch das Gebet der Nürnberger
Klarisse Katharina Hofmann, welches dem Nürnberger
Konvent sicherlich nicht nur gut bekannt war, sondern auch
häufig gebetet worden ist. Wie oft mag Caritas Pirckheimer
in der Zeit der großen Bedrängnis dieses Gebet an die heilige
Ordensmutter Klara gerichtet haben, oft mit den Mitschwestern
gemeinsam? Klara, darin u.a. betitelt als „Wohnung des
Heiligen Geistes“, ist den Schwestern Zuflucht, Trost und
Wiederaufrichtung in der Verzagtheit. –
Und wir heute? Vertrauen wir darauf, dass sie auch uns in all
unseren Sorgen und Nöten die Einhauchung des Heiligen
Geistes vermitteln kann und wird? Dass der Heilige Geist
unseren Herzen den Frieden schenken wird, den der Herr
den Jüngern inmitten ihrer Verschlossenheit zugesagt hat,
und ihn auch uns heute in unserer Verschlossenheit, Ängstlichkeit
und Unsicherheit zusagt?
Geben wir ihm die Chance an diesem Pfingstfest (und darüber
hinaus), uns anzuhauchen und mit seinem Lebensatem
zu beleben! Sein Geist wirkt nur dort, wo er einen Landeplatz
in unserem Herzen findet; und wenn er ihn findet,
dann breitet sich tiefer Friede und zuversichtliche Hoffnung
aus, deren stärkende Wirkung sich an der Haltung der Nürnberger
Klarissen ablesen lässt. Und wir sind von ihm im
Heute gesandt, die wirksame Einhauchung des Heiligen Geistes
zu bezeugen und seinen Frieden in die Welt hinein zu
tragen. – Gott-sei-Dank sind wir nicht allein auf dem Weg …
Kein automatischer Alternativtext verfügbar.

TAGESEVANGELIUM vom 3. Juni 2017
HL. KARL LWANGA UND GEFÄHRTEN
EVANGELIUM – Matthäus 5, 1-12a

P1020165.JPGIn jener Zeit als Jesus die vielen Menschen sah, stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm. Dann begann er zu reden und lehrte sie. Er sagte: Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.
Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.
Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben.
Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden.
Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.
Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen.
Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.
Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich.
Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet.
Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein.

Karl wurde 1865 in Bulimu (Uganda) geboren, 1885 getauft. In der Christenverfolgung des Königs Mwanga wurden er und zwölf Freunde, Pagen am Königshof, lebendig verbrannt, weil sie sich den perversen Wünschen des Königs widersetzten. Karl wurde 1934 zum Patron der Katholischen Aktion der Jugend Afrikas erklärt. 1964 wurde er zusammen mit seinen zwölf Freunden und weiteren afrikanischen Märtyrern heilig gesprochen.

TAGESGEBET
Gott,
du lässt das Blut der Märtyrer
zum Samen werden für neue Christen.
Erhöre unser Gebet für die Kirche in Afrika.
Lass den Acker, der vom Blut
des heiligen Karl Lwanga und seiner Freunde
getränkt ist,
reiche Ernte tragen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

TAGESEVANGELIUM vom 2. Juni 2017
FREITAG DER 7. OSTERWOCHE
EVANGELIUM – Johannes 21, 1.15-19

P1020160.JPG„In jener Zeit offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal. Es war am See von Tiberias, und er offenbarte sich in folgender Weise. Als sie gegessen hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Lämmer! Zum zweiten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe! Zum dritten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Da wurde Petrus traurig, weil Jesus ihn zum dritten Mal gefragt hatte: Hast du mich lieb? Er gab ihm zu Antwort: Herr, du weißt alles; du weißt, dass ich dich lieb habe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe! Amen, amen, das sage ich dir: Als du noch jung warst, hast du dich selbst gegürtet und konntest gehen, wohin du wolltest. Wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und dich führen, wohin du nicht willst. Das sagte Jesus, um anzudeuten, durch welchen Tod er Gott verherrlichen würde. Nach diesen Worten sagte er zu ihm: Folge mir nach!“

KLARAQUELLEN:
aus dem vierten Brief an Agnes von Prag, 4 Agn 9-13.28-32
[KQ 37f.39f.]
Ja, wahrhaft glücklich die, der es gegeben wird,
diese heilige Vermählung zu genießen,
um mit allen Fasern des Herzens dem anzuhangen,
dessen Schönheit alle seligen Scharen des Himmels
unaufhörlich bewundern,
dessen Liebe anzieht,
dessen Anblick erquickt,
dessen Güte den Hunger stillt,
dessen Süßigkeit erfüllt,
an den zu denken einem süßen Lichtstrahl gleicht,
durch dessen Wohlgeruch Tote wieder aufleben werden,
dessen glorreicher Anblick selig machen wird
alle Bürger des himmlischen Jerusalem.
Wenn Du darüber hinaus Dich in die Betrachtung seiner unsagbaren
Wonnen, seines Reichtums, seiner ewigen Ehren versenkst,
mögest Du seufzend vor übergroßer Sehnsucht und
Liebe des Herzens rufen: „Ziehe mich dir nach! Wir wollen dem
Duft deiner Salben nacheilen, himmlischer Bräutigam! Ich werde
laufen und nicht ermatten, bis du mich in den Weinkeller
führst, bis deine Linke unter meinem Haupte ruht und deine
Rechte mich glückselig umfängt, bis du mich küssest mit dem
glücklichsten Kuss deines Mundes.“

AKTUALISIERUNG:
Hymnus zur Komplet aus dem Stundenbuch II, 1006
Christus, göttlicher Herrn,
dich liebt, wer nur Kraft hat zu lieben:
unbewusst, wer dich nicht kennt;
sehnsuchtsvoll, wer um dich weiß.
Christus, du bist meine Hoffnung,
mein Friede, mein Glück, all mein Leben:
Christus, dir neigt sich mein Geist;
Christus, dich bete ich an.
Christus, an dir halt‘ ich fest
mit der ganzen Kraft meiner Seele:
dich, Herr, lieb‘ ich allein –
suche dich, folge dir nach.

TAGESEVANGELIUM vom 1. Juni 2017
DONNERSTAG DER 7. OSTERWOCHE
HL. JUSTIN – Märtyrer
EVANGELIUM: Johannes 17,20-26

P1020163.JPG„In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und betete:
Heiliger Vater, ich bitte nicht nur für diese hier, sondern auch
für alle, die durch ihr Wort an mich glauben. Alle sollen eins
sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie
in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.
Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir
gegeben hast; denn sie sollen eins sein, wie wir eins sind, ich in
ihnen und du in mir. So sollen sie vollendet sein in der Einheit,
damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und die
Meinen ebenso geliebt hast wie mich. Vater, ich will, dass alle,
die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin. Sie
sollen meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast, weil
du mich schon geliebt hast vor der Erschaffung der Welt.
Gerechter Vater, die Welt hat dich nicht erkannt, ich aber habe
dich erkannt, und sie haben erkannt, dass du mich gesandt
hast. Ich habe ihnen deinen Namen bekannt gemacht und
werde ihn bekannt machen, damit die Liebe, mit der du mich
geliebt hast, in ihnen ist und damit ich in ihnen bin.“

KLARAQUELLEN: aus dem Testament der hl. Klara, KlTest 56-60 [KQ 82]
Eindringlich mahne ich im Herrn Jesus Christus alle meine
Schwestern, die gegenwärtigen und die künftigen: Seid stets
bedacht, dem Weg der heiligen Einfalt, Demut und Armut zu
folgen und ein würdiges, heiliges Ordensleben zu führen, so wie
wir zu Beginn unserer Bekehrung von Christus und von unserem
seligen Vater Franziskus belehrt wurden. Dann wird der Vater
der Erbarmungen selbst, nicht aufgrund unserer Verdienste,
sondern allein weil er Gnade und Erbarmen schenkt, den Wohlgeruch
des guten Rufes ausströmen lassen, für nah und fern.
Ihr sollt einander aus der Liebe Christi lieben, und die Liebe,
die ihr im Innern habt, nach außen im Werk zeigen, damit die
Schwestern, durch solches Beispiel aufgerufen, beständig in
der Liebe zu Gott und untereinander zunehmen.

AKTUALISIERUNG: aus der Tagesmeditation von Papst Franziskus am 21. Mai 2015
Franziskus machte darauf aufmerksam, dass „Jesus in jenem
Augenblick für uns gebetet hat und dass er das auch weiterhin
tut“. In der Tat stehe im Evangelium: „Ich bitte nicht nur für
diese hier, sondern auch für viele andere, die noch kommen
werden.“ Ein keineswegs unerhebliches Detail, dem man
vielleicht nicht genug Aufmerksamkeit schenke. Und dennoch
[…] „hat Jesus für mich gebetet“ und das „ist wirklich ein
Quell des Vertrauens“. Wir könnten uns „Jesus vor dem Vater
im Himmel“ vorstellen, der für uns bete. Und „was sieht der
Vater? – Die Wundmale“, also den Preis, den Jesus „für uns
entrichtet hat“.
[…] „worum bittet Jesus den Vater in diesem Gebet?“ Sage er
vielleicht: „Ich erbitte für sie, dass das Leben gut zu ihnen sei,
so dass sie Geld haben mögen, dass sie alle glücklich seien,
dass es ihnen an nichts mangeln möge?“ Nein, Jesus „betet
darum, dass alle eins seien: ‚Wie du, Vater, in mir bist und ich
in dir bin.‘“ In jenem Augenblick bete er „für unsere Einheit.
Für die Einheit seines Volkes, für die Einheit seiner Kirche.“
Jesus, so erläuterte Franziskus, wisse nur allzu gut, dass „der
Geist der Welt tatsächlich der Geist des Urhebers der Spaltung,
des Krieges, des Neides, der Eifersüchteleien ist“, und das
gebe es „auch in den Familien, auch in den Ordensfamilien,
auch in den Diözesen, auch in der ganzen Kirche: das ist die
große Versuchung“. Daher sei „das große Gebet Jesu“ darauf
ausgerichtet, dem Vater zu „ähneln“: also „wie du, Vater, in
mir bist und ich in dir bin“, in der Einheit, die er mit dem Vater
hat.
aus: Direktorium im Geist der hl. Klara von Assisi – Osterzeit

TAGESEVANGELIUM vom 31. Mai 2017
MITTWOCH DER 7. OSTERWOCHE
EVANGELIUM – Johannes 17, 6a.11b-19

P1020149.JPG„In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und betete: Vater, ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir. Solange ich bei ihnen war, bewahrte ich sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast. Und ich habe sie behütet, und keiner von ihnen ging verloren, außer dem Sohn des Verderbens, damit sich die Schrift erfüllt. Aber jetzt gehe ich zu dir. Doch dies rede ich noch in der Welt, damit sie meine Freude in Fülle in sich haben. Ich habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt hat sie gehasst, weil sie nicht von der Welt sind, wie auch ich nicht von der Welt bin. Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie vor dem Bösen bewahrst. Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin. Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit. Wie du mich in die Welt gesandt hast, so habe auch ich sie in die Welt gesandt. Und ich heilige mich für sie, damit auch sie in der Wahrheit geheiligt sind.“

KLARAQUELLEN:
aus dem Leben der hl. Klara, LebKl 46,1-7 [KQ 334]
Zu sich gewendet aber redete die heiligste Jungfrau ihre Seele
leise an und sprach: „Geh in Sicherheit, denn du hast ein gutes
Weggeleit. Geh“, sagte sie, „denn der dich geschaffen hat, hat
dich geheiligt. Er hat dich stets behütet wie eine Mutter ihr
Kind und dich mit zärtlicher Liebe geliebt.“ Sie sprach: „Du,
Herr, sei gepriesen, der du mich erschaffen hast.“ Als eine der
Schwestern fragte, mit wem sie rede, erwiderte sie: „Ich rede
mit meiner gesegneten Seele.“

AKTUALISIERUNG:
aus Papst Benedikt XVI., Joseph Ratzinger, Jesus von Nazareth II, Freiburg 2011, 104
Der Vorgang der Weihe, der „Heiligung“, schließt zwei scheinbar einander widerstrebende, aber in Wirklichkeit von innen her zusammengehörige Aspekte ein. Zum einen ist „Weihung“ als „Heiligung“ Aussonderung aus dem übrigen, dem eigenen
Leben des Menschen zugehörigen Bereich. Das Geweihte wird in eine neue, dem Menschen nicht mehr verfügbare Sphäre hineingehoben. Aber diese Aussonderung schließt zugleich das Moment des „Für“ ganz wesentlich ein. Gerade weil ganz Gott übergeben, ist diese Realität nun für die Welt, für die Menschen da, vertritt sie und soll sie heilen. Wir können auch sagen: Aussonderung und Sendung bilden ein einziges Ganzes.  Aus: Direktorium Spirituale im Geist der hl. Klara v. Assisi

TAGESEVANGELIUM vom 30. Mai 2017
DIENSTAG DER 7. OSTERWOCHE
EVANGELIUM – Johannes 17, 1-11a

P1020135.JPG„In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist da. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht. Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt. Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast. Ich habe dich auf der Erde verherrlicht und das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast. Vater, verherrliche du mich jetzt bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war. Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie gehörten dir, und du hast sie mir gegeben, und sie haben an deinem Wort festgehalten. Sie haben jetzt erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist. Denn die Worte, die du mir gegeben hast, gab ich ihnen, und sie haben sie angenommen. Sie haben wirklich erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie sind zu dem Glauben gekommen, dass du mich gesandt hast. Für sie bitte ich; nicht für die Welt bitte ich, sondern für alle, die du mir gegeben hast; denn sie gehören dir. Alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, ist mein; in ihnen bin ich verherrlicht. Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt, und ich gehe zu dir.“

KLARAQUELLEN: aus einer Predigt über die hl. Klara, 4 Pred 14-16 [KQ 1145]
Die selige Klara hatte also die Klarheit Gottes, denn wie die
materielle Sonne mit ihren Strahlen materiell erleuchten kann,
so kann es auch die Sonne der Gerechtigkeit: Christus, unser
Gott, erleuchtete sie geistlich mit seinen Gnadengaben. […]
Diese Heilige hatte nämlich die Klarheit Gottes sowohl hier als
auch in Zukunft: hier, weil sie die Gotteserkenntnis hatte, und
diese ist sozusagen wie ein Paradies. Im Johannesevangelium
heißt es: Dies ist das ewige Leben, dass ich dich erkenne.

AKTUALISIERUNG: aus Papst Benedikt XVI., Joseph Ratzinger, Jesus von Nazareth II, Freiburg 2011, 100ff.
„Ewiges Leben“ ist nicht – wie der moderne Leser wohl
unmittelbar denkt – das Leben, das nach dem Tode kommt,
während das Leben jetzt eben vergänglich ist und nicht
ewiges Leben wäre. „Ewiges Leben“ ist das Leben selbst, das
eigentliche Leben, das auch in dieser Zeit gelebt werden kann
und dann durch den physischen Tod nicht mehr angefochten
wird. Darum geht es: Jetzt schon „das Leben“, das wirkliche
Leben zu ergreifen, das durch nichts und niemand mehr
zerstört werden kann. […]
Aber wie kommt man dazu? Das Hohepriesterliche Gebet gibt
eine vielleicht überraschende, aber im Kontext des biblischen
Denkens schon angelegte Antwort: Das „ewige Leben“ findet
der Mensch durch „Erkenntnis“, wobei der alttestamentliche
Begriff von Erkennen vorausgesetzt wird: Erkennen schafft
Gemeinschaft, ist Einssein mit dem Erkannten. Aber natürlich
ist nicht irgendwelche Erkenntnis der Schlüssel zum Leben,
sondern „dich, den einzigen, wahren Gott, zu erkennen und
Jesus Christus, den du gesandt hast“ (Joh 17,3). Dies ist eine
Art Kurzformel des Glaubens, in der der wesentliche Gehalt
der Entscheidung zum Christsein sichtbar wird – die Erkenntnis, die uns der Glaube schenkt. Der Christ glaubt nicht vielerlei. Er glaubt letztlich ganz einfach an Gott, daran, dass es nur einen einzigen wirklichen Gott gibt.
Dieser Gott aber wird ihm zugänglich in seinem Gesandten,
Jesus Christus: In der Begegnung mit ihm geschieht jene
Erkenntnis Gottes, die zu Gemeinschaft und dann zu „Leben“
wird.
aus:„DIREKTORIUM SPIRITUALE“ im Geist der hl. Klara von Assisi – Osterzeit

TAGESEVANGELIUM vom 29. Mai 2017
MONTAG DER 7. OSTERWOCHE
EVANGELIUM – Johannes 16, 29-33

P1010031.JPG„In jener Zeit sagten die Jünger zu Jesus: Jetzt redest du offen und sprichst nicht mehr in Gleichnissen. Jetzt wissen wir, dass du alles weißt und von niemand gefragt zu werden brauchst. Darum glauben wir, dass du von Gott gekommen bist. Jesus erwiderte ihnen: Glaubt ihr jetzt? Die Stunde kommt, und sie ist schon da, in der ihr versprengt werdet, jeder in sein Haus, und mich werdet ihr allein lassen. Aber ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir. Dies habe ich zu euch gesagt, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt.“

KLARAQUELLEN: aus dem dritten Brief an Agnes von Prag, 3 Agn 6-8.11.15 [KQ 31f.]
„Ich sehe, dass Du die Listen des schlauen Feindes, den Verderben bringenden Hochmut der menschlichen Natur und den leeren Glanz, der die Menschenherzen betört, furchteinflößend und unversehens niedertrittst, gestützt auf die wunderbare Erwählung der Weisheit, die aus dem Munde Gottes selber kommt. Ich sehe, wie Du den im Acker der Welt und der Menschenherzen verborgenen unvergleichlichen Schatz, womit man das erkauft, wodurch alles aus dem Nichts erschaffen ist, mit Demut, Glaubenskraft und den Armen der Armut umfängst. Und um die Worte des Apostels selbst im eigentlichen Sinn anzuwenden: Nach meinem Urteil bist Du eine Helferin Gottes selbst; Du richtest die fallenden Glieder seines unaussprechlichen Leibes wieder auf. Nicht Bitterkeit und Nebel sollen Dich bedecken, in Christus geliebte Herrin, Freude der Engel und Ehrenkranz der Schwestern! Beachte nichts von dem, was in dieser trügerischen, unruhigen Welt ihre blinden Liebhaber umgarnt. Liebe jenen mit ganzer Hingabe, der sich um Deiner Liebe willen ganz hingeschenkt hat.“

AKTUALISIERUNG: aus der Enzyklika von Papst Benedikt XVI., „Spe Salvi“, Bonn 2007, Nr. 31
„Wir brauchen die kleineren oder größeren Hoffnungen, die
uns Tag um Tag auf dem Weg halten. Aber sie reichen nicht
aus ohne die große Hoffnung, die alles andere überschreiten
muss. Diese große Hoffnung kann nur Gott sein, der das Ganze
umfasst und der uns geben und schenken kann, was wir allein
nicht vermögen. Gerade das Beschenktwerden gehört zur
Hoffnung. Gott ist das Fundament der Hoffnung – nicht irgendein
Gott, sondern der Gott, der ein menschliches Angesicht hat
und der uns geliebt hat bis ans Ende: jeden einzelnen und die
Menschheit als ganze. Sein Reich ist kein imaginäres Jenseits
einer nie herbeikommenden Zukunft; sein Reich ist da, wo er
geliebt wird und wo seine Liebe bei uns ankommt. Seine Liebe
allein gibt uns die Möglichkeit, in aller Nüchternheit immer
wieder in einer ihrem Wesen nach unvollkommenen Welt
standzuhalten, ohne den Elan der Hoffnung zu verlieren. Und
seine Liebe ist uns zugleich Gewähr dafür, dass es das gibt,
was wir nur dunkel ahnen und doch im Tiefsten erwarten: das
Leben, das „wirklich“ Leben ist.“

SONNTAGSEVANGELIUM
28. Mai 2017 – 7. SONNTAG DER OSTERZEIT
EVANGELIUM – Johannes 17, 1-11a

P1010007 (2).JPG„In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist da. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht. Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt. Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast. Ich habe dich auf der Erde verherrlicht und das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast. Vater, verherrliche du mich jetzt bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war. Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie gehörten dir, und du hast sie mir gegeben, und sie haben an deinem Wort festgehalten. Sie haben jetzt erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist. Denn die Worte, die du mir gegeben hast, gab ich ihnen, und sie haben sie angenommen. Sie haben wirklich erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie sind zu dem Glauben gekommen, dass du mich gesandt hast. Für sie bitte ich; nicht für die Welt bitte ich, sondern für alle, die du mir gegeben hast; denn sie gehören dir. Alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, ist mein; in ihnen bin ich verherrlicht. Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt, und ich gehe zu dir.“

KLARAQUELLEN: aus dem Heiligsprechungsprozess der hl. Klara, ProKl IV, 60 [KQ 147]
„Sie [Schwester Amata] sagte auch, als Klara dem Sterben nahe war, es war am letzten Freitag vor ihrem Tod, da habe sie zu ihr, Amata, die bei ihr allein geblieben war, gesagt: „Siehst du den König der Herrlichkeit, den ich sehe?“

AKTUALISIERUNG: aus Herbert Schneider, Gelebte Kontemplation mit Klara von Assisi, Leutesdorf, 1994², 47
Bei den Überlegungen, welche Vision denn für die Klarissen unsere Aufmerksamkeit erwecken könnte und uns zu animieren imstande wäre, helfen uns die letzten Sätze der heiligen Klara bei ihrem Sterben. Sie sind eine Vision, die uns anzieht: „Siehst du den König der Herrlichkeit, den ich sehe?“ Klara hat die Vision der Gegenwart des Königs der Herrlichkeit, den sie ihren Reiseführer nennt. Wie schon im irdischen Leben, so befähigt die Vision auch zum letzten Pilgergang des Lebens, nämlich ins Reich der Lebendigen. Die Vision ermuntert zum Lebensweg in seiner Gänze. Bei Klara stellt sich die Vision zugleich als konkrete Erfahrung dar. Der König der Herrlichkeit, jener herrliche Reiseführer, war nicht mehr fern. In Gegenwart des Herrn der Herrlichkeit, den sie sieht, hält sie ein Gespräch mit ihrer Seele. Die Vision der Gegenwart des Herrn macht sie gesprächsfähig und lässt sie imstande sein, ihr Leben als sterbendes aktiv anzunehmen. Sie ist dem Vorgang des Sterbens nicht ausgeliefert, sie sieht, wohin es geht. Das gibt Kraft in dieser Stunde, in dieser entscheidenden Stunde ihres und eines jeden Menschenlebens. Was aber in dieser letzten Stunde gilt, ist bedeutsam in allen vorausgegangenen Stunden des Lebens, wenn es gilt, einer Vision zu folgen.

TAGESEVANGELIUM vom 27. Mai 2017
SAMSTAG DER 6. OSTERWOCHE
EVANGELIUM – Johannes 16, 23b-28

P1010147.JPG„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Amen, amen, ich sage euch: Was ihr vom Vater erbitten werdet, das wird er euch in meinem Namen geben. Bis jetzt habt ihr noch nichts in meinem Namen erbeten. Bittet, und ihr werdet empfangen, damit eure Freude vollkommen ist. Dies habe ich in verhüllter Rede zu euch gesagt; es kommt die Stunde, in der ich nicht mehr in verhüllter Rede zu euch spreche, sondern euch offen den Vater verkünden werde. An jenem Tag werdet ihr in meinem Namen bitten, und ich sage nicht, dass ich den Vater für euch bitten werde; denn der Vater selbst liebt euch, weil ihr mich geliebt und weil ihr geglaubt habt, dass ich von Gott ausgegangen bin. Vom Vater bin ich ausgegangen und in die Welt gekommen; ich verlasse die Welt wieder und gehe zum Vater.“

KLARAQUELLEN: aus der Regel der hl. Klara, KlReg 8,15-16 [KQ 67]
„Mit sicherem Vertrauen offenbare eine der anderen ihre Not. Und wenn [schon] eine Mutter ihre leibliche Tochter liebt und nährt, mit wieviel größerer Liebe muss eine Schwester ihre geistliche Schwester lieben und nähren.“

Jesus will, dass unsere Freude vollkommen ist! Es geht also nicht um das Erhalten und Empfangen von irgendetwas. Gottes Ziel mit dem Erhören unserer Bitten und Gebete ist unsere vollkommene Freude. Da drängt sich mir die Frage auf: Was macht denn meine Freude vollkommen? Und: Was macht die Freude meiner Mitschwestern vollkommen? Und das nicht nur vorübergehend sondern dauerhaft?
Da weiß ich im Grunde nicht, um was ich in rechter Weise bitten, was ich vom Vater im Namen Jesu erbitten soll. Da muss der Heilige Geist für mich eintreten und in mir bitten. Die hl. Klara fordert uns auf, einander unsere Nöte zu offenbaren. Wenn ich mit meinen Nöten und Sorgen, Problemen und Fragen nicht hinter dem Berg halte, kann das eine Hilfe für das Beten und Bitten der Mitschwestern sein und ihnen im direkten Liebesdienst ein Anhaltspunkt zur konkreten Ausführung.

TAGESEVANGELIUM vom 26. Mai 2017
HL. PHILIPP NERI
EVANGELIUM – Johannes 17, 20-26

Philippo_Neri4.jpg„In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und betete: Heiliger Vater, ich bitte nicht nur für diese hier, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben. Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast; denn sie sollen eins sein, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir. So sollen sie vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und die Meinen ebenso geliebt hast wie mich. Vater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin. Sie sollen meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast, weil du mich schon geliebt hast vor der Erschaffung der Welt. Gerechter Vater, die Welt hat dich nicht erkannt, ich aber habe dich erkannt, und sie haben erkannt, dass du mich gesandt hast. Ich habe ihnen deinen Namen bekannt gemacht und werde ihn bekannt machen, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist und damit ich in ihnen bin.“

Philipp Neri ist wie Don Bosco ein typisch italienischer Heiliger. Er wurde 1515 in Florenz geboren, im gleichen Jahr wie die hl. Theresia von Avila. Mit 21 Jahren kam er nach Rom und lebte dort bis zu seinem Tod in äußerster Bedürfnislosigkeit. Sein Leben war Gebet, Nächstenliebe, Seelsorge, Buße. Der sittlichen Erneuerung Roms galt seine Hauptsorge. Durch seine neuen Methoden der Seelsorge und seinen gewinnenden Humor gewann er großen Einfluss. Der „lachende Heilige“ war mit Päpsten, Kardinälen und Heiligen befreundet. Er war einer der großen Seelenführer und Erneuerer. Zur Verbreitung und Verwirklichung seiner Ideen gründete er eine Vereinigung von Weltpriestern, die nach dem Betsaal, in dem der Heilige sie versammelte, Oratorium genannt wurde. Philipp sah fünfzehn Päpste kommen und gehen. Er starb als Achtzigjähriger am 26. Mai 1595 in Rom.

Ich suche dich
„Ich möchte dir dienen, und ich finde den Weg nicht. Ich möchte das Gute tun, und ich finde den Weg nicht. Ich möchte dich lieben, und ich finde den Weg nicht. Ich kenne dich noch nicht, mein Jesus, weil ich dich nicht suche.
Ich suche dich, und ich finde dich nicht; komm zu mir, mein Jesus. Ich werde dich niemals lieben, wenn du mir nicht hilfst, mein Jesus. Zerschneide meine Fesseln, wenn du mich haben willst, mein Jesus. Jesus, sei mir Jesus.“ (Philipp Neri)

TAGESGEBET
Gott,
du hast im Leben deines Dieners Philipp Neri
den Glanz deiner Heiligkeit aufleuchten lassen.
Gib uns eine brennende Liebe, wie er sie im Herzen trug,
und die Heiterkeit des Geistes,
die ihn zum Boten deiner Freude gemacht hat.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

TAGESEVANGELIUM vom 25. Mai 2017
CHRISTI HIMMELFAHRT A
EVANGELIUM – Matthäus 28, 16-20

P1010130.JPG„In jener Zeit gingen die elf Jünger nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte. Und als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder. Einige aber hatten Zweifel. Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“

Die Minderbrüder – Franziskaner – haben zur Zeit des hl. Franz von Assisi den Auftrag Jesu im Evangelium ernst genommen. Und sie nehmen ihn heute ernst. Die hl. Klara beeindruckte das und antwortete auf ihre Weise.

„Als sie hörte, dass einige Minderbrüder in Marokko das Martyrium erlitten hatten, da entbrannte sie selbst in wunderbarer Begierde, dass auch sie den Siegeskranz des Martyriums erlangen möchte. Als sie aber sah, dass sie ihr Verlangen nicht zu erreichen vermochte, weil es sich für Frauen nicht ziemte und eine unangebrachte Sache war, dorthin zu fahren, und besonders für Klosterfrauen, da weinte sie gar sehr und wurde von maßloser Trauer erfüllt. Sie hatte nämlich von ganzem Herzen begehrt, sich für unseren Herrn, der für uns gemartert worden ist, als ein lebendiges Opfer darzubringen, indem sie die Qualen des Todes erdulden wollte. […] Dieser starke Gott wollte auch nicht, dass sie von den unreinen Händen ihrer sündigen Peiniger berührt würde. Sie ist darob aber um den Lohn ihres Martyriums nicht beraubt worden. Vielmehr wollte unser Herr, der ihre Geburt vorherverkündet hatte, selbst ihren inbrünstigen Wunsch erfüllen. Denn die Hand des Herrn kam über sie mit schwerer Krankheit, an der sie achtundzwanzig Jahre lang Tag für Tag litt. So sollte Klara nicht nur, als sie noch gesund war, mit den Verdiensten und dem Lohn der guten Werke ausgezeichnet werden, sondern auch dann als Kranke den Lohn des Martyriums empfangen. In all ihrem Leiden bewahrte sie die Tugend der Geduld, so dass in der ganzen Zeit ihrer langen Krankheit, an der sie litt, aus ihrem Mund nie ein Murren oder Klagen zu hören war. Vielmehr kamen aus ihrem Mund immerfort erbauliche Rede und Dankbarkeit gegen Gott hervor. […] So betrachtet also dieses Vorbild der Geduld. Sie hat nicht wie andere Märtyrer zehn oder zwölf Tage an ihrem Martyrium gelitten, sondern alle Tage ihres Lebens, nämlich sechzig Jahre lang.
(HaD 12,1-3.5-11.14; KQ 1423f)

TAGESEVANGELIUM vom 24. Mai 2017
Weihe der Basilika des hl. Franziskus in Assisi
EVANGELIUM – Johannes 10,22-30

Assisi_San_Francesco_BW_6.JPGGiotto_-_Legend_of_St_Francis_-_-07-_-_Confirmation_of_the_Rule.jpg„In Jerusalem fand das Tempel-weihfest statt. Es war Winter, und „Jesus ging im Tempel in der Halle Sálomos auf und ab. Da umringten ihn die Juden und fragten ihn: Wie lange noch willst du uns hinhalten? Wenn du der Messias bist, sag es uns offen! Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, aber ihr glaubt nicht. Die Werke, die ich im Namen meines Vaters vollbringe, legen Zeugnis für mich ab; ihr aber glaubt nicht, weil ihr nicht zu meinen Schafen gehört. Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie; und sie folgen mir. Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen, und niemand wird sie meiner Hand entreißen. Mein Vater, der sie mir gab, ist größer als alle, und niemand kann sie der Hand meines Vaters entreißen. Ich und der Vater sind eins.“

Unsere hl. Mutter Klara von Assisi hat tiefen Respekt vor der Kirche. Sie sieht ihr tiefes Geheimnis, sie sieht bis auf Christus.

„Deswegen beuge ich meine Knie, verneige mich äußerlich und innerlich und empfehle alle meine Schwestern, die gegenwärtigen und die künftigen, der heiligen Mutter, der Römischen Kirche, dem Papst und besonders dem Herrn Kardinal, der für den Orden der Minderen Brüder und uns bestimmt ist: möge er immer dafür sorgen, dass seine kleine Herde, die Gott Vater in seiner heiligen Kirche durch das Wort und das Beispiel unseres seligen Vaters Franziskus dazu erweckt hat, dass sie der Armut und Niedrigkeit seines geliebten Sohnes und der glorreichen Jungfrau, seiner Mutter, folge, dass diese kleine Herde die heilige Armut bewahre, die wir Gott und dem seligen Vater Franziskus versprochen haben; und möge er die Schwestern bereitwillig darin unterstützen und erhalten. Und weil der Weg und Pfad, auf dem man zum Leben geht, schmal und die Tür, durch die man zum Leben eingeht, eng ist, sind es wenige, die auf ihm gehen und durch sie eintreten. Und selbst wenn es einige gibt, die für eine gewisse Zeit diesen Weg gehen, so sind es doch sehr wenige, die auf ihm ausharren. Selig also, wem es gegeben ist, auf ihm zu gehen und auszuharren bis ans Ende. Wir wollen uns also in Acht nehmen, da wir den Weg des Herrn bereits betreten haben, dass wir nicht durch unsere Schuld oder Unerfahrenheit irgendwann davon abweichen. Wir wollen einem solchen Herrn und seiner jungfräulichen Mutter, unserem seligen Vater Franziskus, der triumphierenden und streitenden Kirche nicht Unehre machen.“ (KlTest 44.46-47.71-75; KQ 80ff)

TAGESEVANGELIUM vom 23. Mai 2017
DIENSTAG DER 6. OSTERWOCHE
EVANGELIUM – Johannes 16, 5-11

P1020066.JPG„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Jetzt gehe ich zu dem, der mich gesandt hat, und keiner von euch fragt mich: Wohin gehst du? Vielmehr ist euer Herz von Trauer erfüllt, weil ich euch das gesagt habe. Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich fortgehe. Denn wenn ich nicht fortgehe, wird der Beistand nicht zu euch kommen; gehe ich aber, so werde ich ihn zu euch senden. Und wenn er kommt, wird er die Welt überführen (und aufdecken), was Sünde, Gerechtigkeit und Gericht ist; Sünde: dass sie nicht an mich glauben; Gerechtigkeit: dass ich zum Vater gehe und ihr mich nicht mehr seht; Gericht: dass der Herrscher dieser Welt gerichtet ist.“

Die Jünger waren traurig, weil Jesus von ihnen ging. Doch er tröstet sie durch die Verheißung des Heiligen Geistes, durch den er in ihnen leben werde. Klara war traurig über den Weggang von Franziskus, und auch wir sind betrübt, wenn ein geliebter Mensch von uns geht. Der Heilige Geist, der Diesseits und Jenseits verbindet, macht es möglich, dass wir mit jenen in Gemeinschaft leben können, die uns schon zum Herrn vorausgegangen sind.

„In jener Woche, in welcher der selige Franziskus verschied, war Herrin Klara, das erste Pflänzchen des Ordens der Schwestern, Äbtissin der Armen Schwestern des Klosters San Damiano zu Assisi und Nacheiferin des heiligen Franziskus in der steten Bewahrung der Armut des Sohnes Gottes, sehr krank und fürchtete, vor dem seligen Franziskus zu sterben. Sie weinte bitterlich und war untröstlich, weil sie nicht in der Lage war, vor ihrem Heimgang ihren einzigen Vater nach Gott zu sehen, nämlich den seligen Franziskus, den Tröster des inneren und des äußeren Menschen und auch ihren ersten Begründer in Gottes Gnade. Dies gab sie darum dem seligen Franziskus durch einen Bruder zu verstehen. Damit sie alle Trauer ablege und im Herrn getröstet werde, sprach nicht er selbst, sondern der Geist Gottes in ihm überdies die folgenden Worte und sagte zum Bruder, den sie geschickt hatte: „Geh und bring diesen Brief der Herrin Klara und sag ihr, sie solle allen Schmerz und alle Trauer ablegen, weil sie mich jetzt nicht sehen kann. Doch in Wahrheit soll sie wissen, dass vor ihrem Heimgang sowohl sie selbst als auch ihre Schwestern mich sehen und von mir größten Trost empfangen werden.“
(Per 1-3.8-10; KQ 800f)

TAGESEVANGELIUM vom 22. Mai 2017
MONTAG DER 6. OSTERWOCHE
EVANGELIUM – Johannes 15, 26 – 16, 4a

P1020064.JPG„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn der Beistand kommt, den ich euch vom Vater aus senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er Zeugnis für mich ablegen. Und auch ihr sollt Zeugnis ablegen, weil ihr von Anfang an bei mir seid. Das habe ich euch gesagt, damit ihr keinen Anstoß nehmt. Sie werden euch aus der Synagoge ausstoßen, ja es kommt die Stunde, in der jeder, der euch tötet, meint, Gott einen heiligen Dienst zu leisten. Das werden sie tun, weil sie weder den Vater noch mich erkannt haben. Ich habe es euch gesagt, damit ihr, wenn deren Stunde kommt, euch an meine Worte erinnert.“

„Und adandelion-463928_960_720uch ihr sollt Zeugnis ablegen,“ das gilt auch für den hl. Franz von Assisi und die hl. Klara zusammen mit vielen Brüdern und Schwestern, die durch ihr Leben Christus bezeugten. Im „Verzeichnis heiliger Minderbrüder“ wird anhand mehrerer Bibelstellen davon gesprochen:

„Der Heiligen Glanz und Ruhm, Jesus Christus, der Sohn Gottes, hat sich in der Urkirche gleichsam selbst als Sonne der Gerechtigkeit am hohen Himmel gezeigt. Die glorreiche Jungfrau Maria aber hat er als Vollmond und die zwölf Apostel als zwölf strahlende Sterne eingesetzt, um denen, die in Finsternis und im Schatten des Todes wandeln, zu leuchten. Jetzt aber, in diesen letzten Tagen, in denen das Ende der Zeiten hereingebrochen ist, da die Liebe erkaltet, weil die Tage böse waren und sind und sehr große Ungerechtigkeit überhand nimmt, hat Christus, die Sonne selbst, am nämlichen, von Lastern bedeckten und verdunkelten Himmel, die sichtbare Sonne, nämlich Franziskus, den Zeichenträger Christi, erstrahlen lassen, um diesen Himmel heller zu erleuchten. Und den Mond, das ist die selige Klara, die klar auf den Pfaden Jesu Christi einhergeht, wollte er hell und klar machen. Am selben Himmel, das ist die heilige Kirche, hat er nicht nur zwölf Sterne, sondern sogar eine Menge von Sternen bestimmt. Das sind die hier unten aufgeschriebenen heiligen Minderbrüder, die er alle mit Namen rief und die jetzt, wie wir glauben, in den Himmeln eingeschrieben sind.“

TAGESEVANGELIUM vom 21. Mai 2017
6. SONNTAG DER OSTERZEIT A
EVANGELIUM – Johannes 14, 15-21

pexels-photo-235870.jpeg„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten. Und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll. Es ist der Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt. Ihr aber kennt ihn, weil er bei euch bleibt und in euch sein wird. Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen, sondern ich komme wieder zu euch. Nur noch kurze Zeit, und die Welt sieht mich nicht mehr; ihr aber seht mich, weil ich lebe und weil auch ihr leben werdet. An jenem Tag werdet ihr erkennen: Ich bin in meinem Vater, ihr seid in mir und ich bin in euch. Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.“

Dass Ihr Jesus nie aus den Augen verliert, an den Ihr Euch immer festhalten könnt, das wünschen wir Euch, sowie den Mut, die Demut IHN zu ergreifen, bevor es zu spät ist.
Frohen, gesegneten Sonntag Euch allen! Eure Klarissen-Schwestern

TAGESEVANGELIUM vom 20. Mai 2017
HL. BERNHARDIN VON SIENA
Ordenspriester, Volksprediger
EVANGELIUM – Johannes 15, 18-21

Vicente_Carducho,_Der_Hl._Gonzalo_zwischen_den_Hll._Franziskus_und_Bernhardin_von_Siena„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn die Welt euch hasst, dann wisst, dass sie mich schon vor euch gehasst hat. Wenn ihr von der Welt stammen würdet, würde die Welt euch als ihr Eigentum lieben. Aber weil ihr nicht von der Welt stammt, sondern weil ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt. Denkt an das Wort, das ich euch gesagt habe: Der Sklave ist nicht größer als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen; wenn sie an meinem Wort festgehalten haben, werden sie auch an eurem Wort festhalten. Das alles werden sie euch um meines Namens willen antun; denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat.“

In der franziskanischen Familie wird heute der Gedenktag des hl. Bernhardin von Siena begangen: 1380 in der Toskaner geboren, wurde er Minderbruder und entfaltete nach seiner Priesterweihe eine staunenswerte Tätigkeit als Prediger. Vor allem verbreitete er die Verehrung des heiligen Namens Jesus. Er machte sich verdient durch die Förderung der Studien und der Disziplin innerhalb des Ordens Er hinterließ eine Reihe theologischer Schriften und starb 1444 zu Aquila.

AUS DEN PREDIGTEN DES HEILIGEN:
Der Name Jesus ist das Licht der Verkündigung, das die Einsicht erhellt und sein Wort in den Herzen vernehmbar macht und es einpflanzt. Von denen, die so erleuchtet im Licht das Licht schauten, sagt der Apostel mit Recht: „Einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr Licht im Herrn: wandelt als Kinder des Lichtes!“ Dieser Name muss also verkündet werden, damit er leuchtet, und darf nicht im Verborgenen bleiben. Er muss vielmehr in einem erlesenen Gefäß bewahrt werden.

TAGESGEBET
Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus,
du hast im heiligen Bernhardin von Siena
der Kirche einen großen Prediger geschenkt
und ihm eine besondere Liebe
zum Namen Jesus gegeben.
Blicke auf sein heiliges Wirken
und schenke uns auf seine Fürsprache
die Liebe zu diesem Namen,
der über allen Namen ist.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

TAGESEVANGELIUM vom 19. Mai 2017
FREITAG DER 5. OSTERWOCHE
EVANGELIUM – Johannes 15, 12-17

von Emmanuel M. Fritz.jpg„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe. Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage. Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe. Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet. Dies trage ich euch auf: Liebt einander!“

„Ich habe euch erwählt, dass ihr Frucht bringt“, sagt Jesus zu seinen Jüngern. Das gilt auch für den hl. Franz von Assisi und die hl. Klara. Bruder Konrad von Sachsen spricht in der Predigt „Du bist unsere Schwester“ über die hl. Klara zu diesem Thema:

„Du bist unsere Schwester. Du sollst wachsen zu Tausend mal Tausenden. – Diese Worte, die ihre Brüder zur Jungfrau Rebekka sprachen, können auch die Minderbrüder, ihre Brüder, zur Jungfrau Klara sagen. Rebekka heißt übersetzt: „Sie hat viel empfangen.“ Auch die selige Klara hat viel Gnade in der Welt empfangen und im Himmel viel Ruhm. Wir Brüder sollen also zu ihr sagen: „Du bist unsere Schwester. Du sollst wachsen zu Tausend mal Tausenden.“ Schwester durch besondere Gleichförmigkeit, du sollst wachsen durch geistliche Fruchtbarkeit! In diesen Worten wird die selige Klara wegen zweier Dinge gepriesen, nämlich wegen der Gleichförmigkeit mit dem Orden der Minderen Brüder und wegen der Fruchtbarkeit hinsichtlich des Ordens der Schwestern.“
(2 Pred 1,1-5; KQ 1131) (Foto: Br. Emmanuel Maria Fritz ofm)

TAGESEVANGELIUM vom 18. Mai 2017
Hl. Felix von Cantalice
EVANGELIUM – Johannes 15, 9-11

„In jeimagesner Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe. Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird.“

Auch heute feiern wir einen franziskanischen Heiligen: Mit der ganzen Franziskanischen Familie feiern wir den hl. Felix von Cantalice, geboren 1515 zu Cantalice in Umbrien, wurde er 1543 Laienbruder im Kapuzinerorden. Über vierzig Jahre übte er in Rom das Amt des Almosensammlers aus und erhielt wegen seiner Dankesworte den Namen »Bruder Deogratias«. Mit Karl Borromäus und Philipp Neri war er befreundet. Seine persönliche Lebensstrenge und Demut waren verbunden mit großer Geduld und liebenswürdiger Freundlichkeit. Beim betrachtenden Gebet wurden ihm übernatürliche mystische Gnadenerweise zuteil. Felix starb am 18. Mai 1587 zu Rom. Seine Reliquien befinden sich heute im Kloster an der Piazza Barberini zu Rom.

Aus den Schriften des hl. Franziskus:
„In der Liebe, die Gott selber ist, bitte ich alle meine Brüder, dass sie danach trachten, sich in allem gering zu erachten, sich nicht zu brüsten, noch selbstgefällig zu sein oder sich etwas einzubilden auf gute Worte oder Werke, überhaupt auf gar nichts, was Gott an Gutem in ihnen oder durch sie sprechen oder wirken mag.“

TAGESEVANGELIUM vom 17. Mai 2017
Hl. Paschalis Baylon
EVANGELIUM – Johannes 15, 1-8

Eucharistie - Andreas Schätzle„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Winzer. Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab, und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt. Ihr seid schon rein durch das Wort, das ich zu euch gesagt habe. Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen. Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen, und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen. Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten. Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet.“

Heute feiert die franziskanische Familie den Gedenktag des hl. Paschalis Baylon. Er wurde 1540 in Spanien geboren und trat in den Franziskanerorden ein. In seiner schriftstellerischen Tätigkeit machte er seine eigenen religiösen Erfahrungen – vor allem seine tiefe eucharistische Frömmigkeit – für andere fruchtbar. Er starb 1592.

Aus den Schriften des Heiligen:
„Dank gegen Gott besteht in der inneren Haltung, mit der wir die himmlische Gaben empfangen, wenn wir nämlich den erhabenen Gott und Herrn aller Dinge anerkennen als den einzigen Geber alles Guten. Sich der überwältigenden Herrlichkeit Gottes zu freuen wie auch bereit zu sein, den Geber alles Guten zu lieben und ihm zu dienen, ist die Gesinnung, die seiner Wohltaten würdig macht. Was immer dir dann an gut oder Gewinn zufallen mag, wird dir weniger bedeuten, als Gott dienen zu dürfen.“

TAGESGEBET
Gott und Vater,
du hast dem heiligen Paschalisch Baylon
eine außergewöhnliche Liebe
zur Eucharistie geschenkt.
Gewähre auch uns,
aus diesem Sakrament
die Fülle des Geistes Christi zu empfangen,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
(Foto: A. Schätzle)

TAGESEVANGELIUM vom 16. Mai 2017
Hl. Margareta von Cortona
EVANGELIUM – Johannes 14, 27-31a

P1020044„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht. Ihr habt gehört, dass ich zu euch sagte: Ich gehe fort und komme wieder zu euch zurück. Wenn ihr mich lieb hättet, würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich. Jetzt schon habe ich es euch gesagt, bevor es geschieht, damit ihr, wenn es geschieht, zum Glauben kommt. Ich werde nicht mehr viel zu euch sagen; denn es kommt der Herrscher der Welt. Über mich hat er keine Macht, aber die Welt soll erkennen, dass ich den Vater liebe und so handle, wie es mir der Vater aufgetragen hat.“

In der Franziskanischen Familie begehen wir heute den Gedenktag der hl. Margareta von Cortona. 1247 in der Toskana geboren, lebte Margareta in ihrer Jugend neun Jahre mit einem Mann zusammen. Nach dessen Tod ging sie nach Cortona und schloß sich dort dem Dritten Orden an; sie begann unter der Führung der Minderbrüder ein neues Leben. In ihrer Liebe nahm sie sich jetzt besonders der Kranken an, zu deren Pflege sie Gefährtinnen um sich scharte und ein Krankenhaus baute. Eifrig in Gebet, Fasten und Meditation, übte sie sich in Demut und Armut. Eine tiefe Liebe verband sie mit dem Geheimnis der Eucharistie und mit der Passion Jesu Christi. Sie starb am 22. Februar 1297. Aus den Briefen des hl. Basilius d. Gr.: „Richten wir uns vom Fall wieder auf und verzweifeln wir nicht an der Überwindung des bösen, denn Christus ist in die Welt gekommen, um die Sünder zu erlösen. Treu steht Gott zu seinem Wort, wenn er sagt: „Sind eure Sünden auch rot wie Scharlach; sie sollen weiß werden wie Schnee; sind sie auch rot wie Purpur, sie sollen weiß werden wie gebleichte Wolle.“

TAGESGEBET
Gott und Vater,
du willst nicht den Tod des Sünders,
sondern dass er sich bekehrt und lebt.
Wie du Margareta von Cortona
voll Erbarmen auf den Weg des Heiles geführt hast,
so mache auch uns von den Fesseln der Sünde frei,
damit wir dir in Demut und Armut dienen können.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

TAGESEVANGELIUM vom 15. Mai 2017
MONTAG DER 5. OSTERWOCHE
EVANGELIUM – Johannes 14, 21-26

P1010067.JPG„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren. Judas – nicht der Judas Iskariot – fragte ihn: Herr, warum willst du dich nur uns offenbaren und nicht der Welt? Jesus antwortete ihm: Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen. Wer mich nicht liebt, hält an meinen Worten nicht fest. Und das Wort, das ihr hört, stammt nicht von mir, sondern vom Vater, der mich gesandt hat. Das habe ich zu euch gesagt, während ich noch bei euch bin. Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.“

Die hl. Klara von Assisi war eine Wohnstatt des Dreifaltigen Gottes. In einer Sequenz zu Ehren der hl. Klara wird sie deswegen gepriesen:

„5a. Sapientia vocabatur
Donum summum, quod signatur
Sole, quo illuminatur
Sanctae Clarae ratio.

5a. Weisheit wird genannt
die höchste Gabe; sie hat ihr Sinnbild
in der Sonne, mit der
Klaras Vernunft erleuchtet wird.

5b. Quod tam pure speculatur
Clara Deum et sectatur,
Quod in ipso quietatur
Clare cogitatio.

5b. Weil Klara so rein
Gott spiegelt und ihm nacheifert,
kommt ihr Nachdenken
in ihm zur Ruhe.

6a. Per hoc donum Patris, candor
Spiritus ac Verbi splendor,
Per columnas ordinatum
Domum sibi decoratam
Clarae fecit spiritum.

6a. Deswegen machte die Gabe des Vaters,
die Helligkeit des Geistes
und der Glanz des Wortes
den Geist Klaras zu einem Haus,
durch Säulen geordnet und geschmückt.

6b. Columnis septem roboratur
Clarae domus ac ornatur,
Per hoc clare claruit,
Quod virtutum habuit
„Sacrum septenarium“.

6b. Mit sieben Säulen wird Klaras Haus
verstärkt und geziert.
Darum leuchtet sie klar hervor,
weil sie an Tugenden hatte
die Sieben Gaben des Heiligen Geistes.

7a. Nunc in caelis collocatur,
Deum trinum contemplatur,
Nunc amore amplexatur
Ihesum, in quo delectatur
Clara sine taedio.

7a. Nun wohnt Klara im Himmel,
betrachtet den dreifaltigen Gott.
Nun umarmt sie in Liebe Jesus,
an dem sie sich erfreut
ohne Überdruss.
(2 Sequ 5a-7b; KQ 647f)

SONNTAGSEVANGELIUM vom 14. Mai 2017
5. SONNTAG DER OSTERZEIT
EVANGELIUM – Johannes 14, 1-12

P1020099.JPG„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott, und glaubt an mich! Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten? Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin. Und wohin ich gehe – den Weg dorthin kennt ihr. Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie sollen wir dann den Weg kennen? Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich. Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen. Philippus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater; das genügt uns. Jesus antwortete ihm: Schon so lange bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der Vater, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke. Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist; wenn nicht, glaubt wenigstens aufgrund der Werke! Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen, und er wird noch größere vollbringen, denn ich gehe zum Vater.“

„Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen!“ Uns berührt dieses Evangelium schon – sehr! Jesus, wann kommst Du zu … sie ist – in unseren Augen, und in Deinen? – voller Bereitschaft und Sehnsucht! Wir wünschen Euch einen gesegneten Sonntag, möget ihr SEINER Liebe begegnen.

TAGESEVANGELIUM vom 13. Mai 2017
Unsere Liebe Frau in Fatima
EVANGELIUM – Johannes 14, 7-14

714px-Azulejo_-_Igreja_de_São_Bento_-_Ribeira_Brava.jpg„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen. Philippus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater; das genügt uns. Jesus antwortete ihm: Schon so lange bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der Vater, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke. Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist; wenn nicht, glaubt wenigstens aufgrund der Werke! Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen, und er wird noch größere vollbringen, denn ich gehe zum Vater. Alles, um was ihr in meinem Namen bittet, werde ich tun, damit der Vater im Sohn verherrlicht wird. Wenn ihr mich um etwas in meinem Namen bittet, werde ich es tun.“

In diesem Jahr gedenken wir der Erscheinungen der Gottesmutter in Fatima vor 100 Jahren. papst Franziskus spricht heute die beiden Hirtenkinder Francisco und Jacinta in Fatima heilig. Am 13. Mai 1917 erschien das erste Mal die „Frau“ den 3 Hirtenkindern: Lucia de Jesus, 10 Jahre, Francisco Marto, 9 Jahre, Jacinta Marto, 7 Jahre, in der Cova da Iria, Gemeinde Fatima. Die „Frau“, die in ihren Händen einen weißen Rosenkranz hielt, ermahnte die drei Hirtenkinder, viel zu beten, und lud sie ein, in den fünf aufeinander folgenden Monaten jeweils am 13. zur selben Stunde wieder zur Cova da Iria zu kommen.

TAGESGEBET
Herr, unser Gott, Du hast Maria,
die Mutter deines Sohnes, auch uns zur Mutter gegeben.
Gib, dass wir, durch ihre Ermahnungen belehrt,
im Geist der Buße und des Gebetes der Ausbreitung
des Reiches deines Sohnes mit noch größerem Eifer dienen,
um die Welt zu erneuern.
Darum bitten wir, durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Gott,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. (Amen.)

TAGESEVANGELIUM vom 12. Mai 2017
Hl. Leopold Mandič von Castelnovo
EVANGELIUM – Johannes 14, 1-6

P1020057.JPG„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott, und glaubt an mich! Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten? Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin. Und wohin ich gehe – den Weg dorthin kennt ihr. Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie sollen wir dann den Weg kennen? Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.“

In der Franziskanischen Familie begehen wir heute den Gedenktag des hl. Leopold Mandič. Am 12. Mai 1866 in Castelnovo (Herceg-Novi, Jugoslawien) geboren, trat er bei den Kapuzinern ein, und unter heroischen Opfern verbrachte er fast sein ganzes Leben im Beichtstuhl. Sein Wort war Verzeihung, Licht und Trost. Er hat sich für die Rückkehr seiner orientalischen Brüder zur Einheit der Kirche Gott zum Opfer gebracht. Am 30. Juli 1942 starb er in Padua.

Aus den Schriften des hl. Lepoold:
„Bei der Feier der hl. Messe eilen meine Gedanken zu allen jenen, die sich mir empfohlen haben, und ich umarme sie mit der ganzen Kraft meines Geistes. Dann weitet sich mein Herz in der Sicherheit, die Gnade zu erhalten; denn was ich in der hl. Messe erbitte, ist nichts im Vergleich zu dem, was ich dem Ewigen Vater darbringe, nämlich den göttlichen Sohn selbst als Opfer für uns. – Oh, wenn unsere Augen sehen könnten, was sich während der Messe auf dem Altare vollzieht! Unsere arme menschliche Natur könnte die Größe eines solchen Geheimnisses nicht ertragen. Für uns Priester sollte der ganze Tag eine fortwährende Danksagung sein für die zelebrierte Messe und eine Vorbereitung auf die Messe, die wir morgen zelebrieren werden.“

TAGESGEBET
Gott,
du bist die vollkommene Einheit und die höchste Liebe.
Du hast den seligen Leopold zum Priester berufen
und ihn mit güte und Barmherzigkeit zu den Sündern
und mit eifer für die Einheit der Christen erfüllt.
Erneuere uns auf seine Fürbitte im Geist und im Herzen,
damit wir deine Liebe zu den Brüdern und Schwestern
bringen und vertrauensvoll mithelfen,
alle Gläubigen durch das Band des Friedens zu einen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus

TAGESEVANGELIUM vom 11. Mai 2017
DONNERSTAG DER 4. OSTERWOCHE
EVANGELIUM – Johannes 13, 16-20

P1020038.JPG„Nachdem Jesus seinen Jüngern die Füße gewaschen hatte, sprach er zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Der Sklave ist nicht größer als sein Herr, und der Abgesandte ist nicht größer als der, der ihn gesandt hat. Selig seid ihr, wenn ihr das wisst und danach handelt. Ich sage das nicht von euch allen. Ich weiß wohl, welche ich erwählt habe, aber das Schriftwort muss sich erfüllen: Einer, der mein Brot aß, hat mich hintergangen. Ich sage es euch schon jetzt, ehe es geschieht, damit ihr, wenn es geschehen ist, glaubt: Ich bin es. Amen, amen, ich sage euch: Wer einen aufnimmt, den ich sende, nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat.“

„Selig seid ihr, wenn ihr das wisst und danach handelt“, sagt Jesus. Die Freude der hl. Klara von Assisi hat ihren Ursprung in diesem Wissen und Handeln. In der Reimlegende „Freu dich, Klara“ von Sr. Katharina Hofmann ist davon die Rede:

„Freu dich, Klara, dass du wurdest
unsere liebe Mutter in dem Orden.
Dich bittet unsres Herzens Eifer,
du mögest gnädig uns doch sein.
Milde Mutter, weise uns nicht ab,
was auch immer uns geschieht.
Vollbring an uns dein Amt
und lass erscheinen, Mutter, deine Treue.

Freu dich, Klara, gute Meisterin,
du behütest sorgsam deine Töchter.
Du warst vor ihnen einer Krone gleich,
mit Heiligkeit leuchtest du ihnen.
Wohlan, sei unsere Leuchte,
damit wir gehn auf rechtem Weg,
himmelwärts, hinauf zum süßen Christ,
und uns nicht hindere der Feinde List.

Freu dich, Klara, du bist nachgefolgt
Gott und der Mutter sein.
Seine heiligen Werke hast vollbracht
hingebungsvoll, wie du’s nur konntest.
Wuschest und küsstest die Füße der Magd.
Dies tun war deinem Herzen süß,
Kranken und Gesunden dientest du,
unverdrossen, spät und früh.

Freu dich, dass das irdisch Gut
deiner Absicht war so fremd,
dein Leib war arm, dafür dein Geist
an allen Tugenden reich.
Hieltest fest, ganz unbeirrt,
die Armut, die dein Jesus litt
und Maria, seine Mutter hehr:
Das freu’ dich heute und für alle Zeit.

Freu dich, dass dein lieber Gott,
dich nie verließ, in keiner Not,
denn alles, was dein Herz begehrt’,
hat er dir gleich gewährt.
Er sandte dir ein Brot und die zwei Fische,
nachzuhelfen deinem armen Tische;
füllte mit Öl das leer’ Gefäß,
das hat bewirkt das heilige Gebet.
(FrKl 11-15; KQ 1430f)

TAGESEVANGELIUM vom 10. Mai 2017
MITTWOCH DER 4. OSTERWOCHE
EVANGELIUM – Johannes 12, 44-50

P1020050.JPG„In jener Zeit rief Jesus aus: Wer an mich glaubt, glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat, und wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat. Ich bin das Licht, das in die Welt gekommen ist, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibt. Wer meine Worte nur hört und sie nicht befolgt, den richte nicht ich; denn ich bin nicht gekommen, um die Welt zu richten, sondern um sie zu retten. Wer mich verachtet und meine Worte nicht annimmt, der hat schon seinen Richter: Das Wort, das ich gesprochen habe, wird ihn richten am Letzten Tag. Denn was ich gesagt habe, habe ich nicht aus mir selbst, sondern der Vater, der mich gesandt hat, hat mir aufgetragen, was ich sagen und reden soll. Und ich weiß, dass sein Auftrag ewiges Leben ist. Was ich also sage, sage ich so, wie es mir der Vater gesagt hat.“

„Ich bin das Licht, das in die Welt gekommen ist, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibt,“ sagt Jesus. Diese Worte sind an der hl. Klara von Assisi strahlende Wirklichkeit geworden. Sr. Katharina Hofmann besingt in „Freu dich, Klara“, einer mittelhochdeutschen Reimlegende, das Licht, das in Klara zum Leuchten kam:

„Freu dich, Klara, du warst prophezeit,
verkündet von des Himmels Stimme:
dass ein Licht du solltest werden
den Menschen hier auf dieser Erden.
Bevor die Mutter dich geboren,
da hat dich Gott dazu erkoren,
zu werden wie ein klarer Spiegel,
kostbar gerahmt, hell wie das Licht.

Freu dich, da du würdig warst,
dass dich verkündet’ Jesus Christ.
Noch ehe deiner Mutter Leib
dich bracht’ in diese weite Welt,
fügt’ es die Hand des Schöpfers so,
dass ein makellos Gefäß du solltest werden,
ein leuchtendes Gefäß voll Heiligkeit.
So hat dich Gott bereitet.

Freu dich, dass dein Lob aufleuchtete!
Noch ehe deine Augen sahen
das Licht der Weltenzeit,
da hub schon an dein Lob.
Gott machte ein lauteres Gefäß aus dir,
wie nur sein Herz es wünschen konnte,
dass von dem Bach der Gnaden sein
allzeit deine Seele war erfüllt.

Freu dich, als du wurdest dann
auf diese Erde hier geboren,
da wurde in der Taufe dir gegeben
der Name Klara, der so trefflich zu dir passt.
Du zeigtest mit den Werken,
dass du voll Klarheit warst,
denn auf heil’ge Weise lebtest du,
in Selbstbeherrschung und voll Güte.“
(FrKl 1-4; KQ 1428f)

TAGESEVANGELIUM vom 9. Mail 2017
Gedenktag der hl. Katharina von Bologna
Evangelium – Johannes 10,22-30

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Die hl. Katharina von Bologna, wie sie in ihrer Klosterkirche zu sehen ist.

„In Jerusalem fand das Tempelweihfest statt. Es war Winter, und Jesus ging im Tempel in der Halle Salomos auf und ab. Da umringten ihn die Juden und fragten ihn: Wie lange noch willst du uns hinhalten? Wenn du der Messias bist, sag es uns offen! Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, aber ihr glaubt nicht. Die Werke, die ich im Namen meines Vaters vollbringe, legen Zeugnis für mich ab; ihr aber glaubt nicht, weil ihr nicht zu meinen Schafen gehört. Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie, und sie folgen mir. Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen, und niemand wird sie meiner Hand entreißen. Mein Vater, der sie mir gab, ist größer als alle, und niemand kann sie der Hand meines Vaters entreißen. Ich und der Vater sind eins.“

Im Orden der hl. Klara von Assisi wird heute der Gedenktag der hl. Katharina von Bologna begangen.Sie wurde 1413 zu Bologna geboren. 1431 trat sie in das Klarissenkloster von Ferrara ein. Schon bald wurde sie Novizenmeisterin und erteilte einen ausgezeichneten Unterricht. In Bologna gründete sie ein Kloster, das sie bis zu ihrem Tod leitete. Sie starb 1463. Sie verfasste einige Schriften über den Weg zur Vollkommenheit, unter anderem „Die sieben geistlichen Waffen“. Darin heißt es:

„Das Kreuz Christi, unseres Erlösers, auf sich zu nehmen ist nicht fähig, wer nicht entsprechend gerüstet ist. Dazu gehört:
1. ganze Bereitschaft
2. nicht auf sich selbst vertrauen
3. alles Vertrauen auf Gott setzen
4. das Gedenken an seine Passion
5. das Bewusstsein des eigenen Sterbens
6. der Gedanke an Gottes Heiligkeit
7. der Gehorsam gegen Gottes Wort
Dies alles zusammen macht den Ring des guten Willens aus, der mit einem Wort Gottes „Liebe“ heißt.“

TAGESEVANGELIUM vom 8. Mai 2017
MONTAG DER 4. OSTERWOCHE

EVANGELIUM – Johannes 10, 11-18

13339676_10207720476944995_756971154775522763_n-2„In jener Zeit sprach Jesus: Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe. Der bezahlte Knecht aber, der nicht Hirt ist und dem die Schafe nicht gehören, lässt die Schafe im Stich und flieht, wenn er den Wolf kommen sieht; und der Wolf reißt sie und jagt sie auseinander. Er flieht, weil er nur ein bezahlter Knecht ist und ihm an den Schafen nichts liegt. Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich, wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne; und ich gebe mein Leben hin für die Schafe. Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stall sind; auch sie muss ich führen, und sie werden auf meine Stimme hören; dann wird es nur eine Herde geben und einen Hirten. Deshalb liebt mich der Vater, weil ich mein Leben hingebe, um es wieder zu nehmen. Niemand entreißt es mir, sondern ich gebe es aus freiem Willen hin. Ich habe die Macht, es hinzugeben, und ich habe Macht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen.“

Jesus sagt: „Ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich.“ Die hl. Klara von Assisi lebte stets in dieser Vertrautheit mit dem Herrn und ist uns darin ein Vorbild. Sr. Hyeronima Malatesta schreibt darüber in der Reimlegende der hl. Klara aus Folingo:

„Große Andacht hatte sie zum Sakrament
des heiligen Leibes unseres Herrn,
denn mit großer Furcht empfing sie ihn.
Und auch wenn sie krank war,
spann sie zu seiner Ehre mit großer Liebe,
um viele und sehr feine Korporalien
aus leinenem Tuch zu machen;
die machte sie zum Geschenk den Priestern.

Mit großer Liebe verweilte sie
im Gebet zu jeder Zeit.
Über menschliches Wissen hinaus empfing sie
Erleuchtung in hohen Dingen.
Und über das schmerzhafte Leiden
Christi weinte sie bitterlich.
Ganz und gar verzehrte sie sich
im Gedächtnis an seine schlimmsten Qualen.

Entrückt zu himmlischen Dingen ward sie
mehrere Male bei der Betrachtung.
Von der unendlichen Güte empfing sie
von hohen und erhabenen Dingen
Offenbarung und großen Trost.
Ihre reine und heilige Seele hatte,
so dass man es kaum sagen kann,
die Freude, die man im Geist verspürt.“
(RFo 43-45; KQ 1257)

TAGESEVANGELIUM vom 7. Mai 2017

4. Ostersonntag
EVANGELIUM – Johannes 10, 1-10

195.JPG„In jener Zeit sprach Jesus: Amen, amen, das sage ich euch: Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber. Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe. Ihm öffnet der Türhüter, und die Schafe hören auf seine Stimme; er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus. Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat, geht er ihnen voraus, und die Schafe folgen ihm; denn sie kennen seine Stimme. Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern sie werden vor ihm fliehen, weil sie die Stimme des Fremden nicht kennen. Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus; aber sie verstanden nicht den Sinn dessen, was er ihnen gesagt hatte. Weiter sagte Jesus zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen. Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben nicht auf sie gehört. Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden. Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“

Nach den Exerzitien in der letzten Woche, begleitet von P. Darius von den Minoriten in Wien, wünschen wir Klarissen Euch allen einen wunderschönen und gesegneten Sonntag. Gerade heute am Anbetungssonntag schließen wir Euch alle sehr in unser Gebet ein.

Liebe Leute!

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In dieser Woche ist Stille und Schweigen angesagt! Wir dürfen Exerzitien halten, geistliche Einkehr und innere Erneuerung. Dazu wünschen wir uns auch EUER Gebet! 😊 und danken es Euch mit dem unsrigen! 💒 Mit einem sehr herzlichen Pace e Bene grüßen Euch Eure Klarissen!
Hier noch ein Link zum TAGESEVANGELIUM

SONNTAGSEVANGELIUM vom 30. April 2017
3. SONNTAG DER OSTERZEIT A

EVANGELIUM – Joh 21, 1-14

P1020069.JPGIn jener Zeit offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal. Es war am See von Tiberias, und er offenbarte sich in folgender Weise. Simon Petrus, Thomas, genannt Didymus – Zwilling -, Natanaël aus Kana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen. Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts. Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr nicht etwas zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus, und ihr werdet etwas fangen. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es. Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei, gürtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war, und sprang in den See. Dann kamen die anderen Jünger mit dem Boot – sie waren nämlich nicht weit vom Land entfernt, nur etwa zweihundert Ellen – und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her. Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot. Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt. Da ging Simon Petrus und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt, und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht. Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst! Keiner von den Jüngern wagte ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war. Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch. Dies war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war.“

Wir Klarissen wünschen Euch einen gesegneten Sonntag mit viel Freude.

TAGESEVANGELIUM vom 29. April 2017
HL. KATHARINA VON SIENA
Ordensfrau, Kirchenlehrerin
Fest

EVANGELIUM – Matthäus 11, 25-30

Brooklyn_Museum_-_St.Catherine_of_Siena_(formerly_described_as_Santa_Clara)_-_overall„In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will. Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht.“

Heute feiern wir das Fest der hl. Katharina von Siena, einer Mitpatronin Europas. Katharina ist eine aufregende und rätselhafte Heiligengestalt (was im Grunde von allen Heiligen zu sagen wäre). Sie wurde 1347 als das 23. Kind eines Wollfärbers in Siena geboren. Mit sieben Jahren hatte sie ihre erste mystische Christusbegegnung. Da ihr von den Angehörigen die ersehnte Stille und Einsamkeit zunächst verweigert wurde, lernt sie, in das Heiligtum ihres eigenen Inneren zu fliehen, wo niemand sie stören konnte. 1365 trat sie dem Dritten Orden der Dominikaner bei. Sie lebte in harter Buße, diente den Armen und Kranken, arbeitete in einer zerstrittenen Welt für den Frieden und wurde allmählich zur einflussreichen Beraterin von weltlichen und kirchlichen Großen, zu einer Macht, mit der man rechnen musste. Sie betrieb vor allem die Rückkehr des Papstes aus Avignon (1377) und die innere Reform der Kirche. Ihre Briefe und ihr „Buch von der göttlichen Vorsehung“ (Der Dialog) haben großen Einfluss ausgeübt und gehören zur klassischen italienischen Literatur. Katharina starb am 29. April 1380 und wurde 1461 heilig gesprochen. Papst Paul VI. erhob sie zur Kirchenlehrerin. Der hl. Papst Johannes Paul II. hat sie zusammen mit der hl. Edith Stein und der hl. Birgitta von Schweden am 1. Oktober 1999 zur Mitpatronin Europas ernannt.

TAGESEVANGELIUM vom 28. April 2017
FREITAG DER 2. OSTERWOCHE

EVANGELIUM – Johannes 6, 1-15

Clarisas villaviciosa Brote.jpg
Brot gebacken in einem Klarissenkloster, Brot zum Teilen mit …

„In jener Zeit ging Jesus an das andere Ufer des Sees von Galiläa, der auch See von Tiberias heißt. Eine große Menschenmenge folgte ihm, weil sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken tat. Jesus stieg auf den Berg und setzte sich dort mit seinen Jüngern nieder. Das Pascha, das Fest der Juden, war nahe. Als Jesus aufblickte und sah, dass so viele Menschen zu ihm kamen, fragte er Philippus: Wo sollen wir Brot kaufen, damit diese Leute zu essen haben? Das sagte er aber nur, um ihn auf die Probe zu stellen; denn er selbst wusste, was er tun wollte. Philippus antwortete ihm: Brot für zweihundert Denare reicht nicht aus, wenn jeder von ihnen auch nur ein kleines Stück bekommen soll. Einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder des Simon Petrus, sagte zu ihm: Hier ist ein kleiner Junge, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische; doch was ist das für so viele! Jesus sagte: Lasst die Leute sich setzen! Es gab dort nämlich viel Gras. Da setzten sie sich; es waren etwa fünftausend Männer. Dann nahm Jesus die Brote, sprach das Dankgebet und teilte an die Leute aus, so viel sie wollten; ebenso machte er es mit den Fischen. Als die Menge satt war, sagte er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrig gebliebenen Brotstücke, damit nichts verdirbt. Sie sammelten und füllten zwölf Körbe mit den Stücken, die von den fünf Gerstenbroten nach dem Essen übrig waren. Als die Menschen das Zeichen sahen, das er getan hatte, sagten sie: Das ist wirklich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da erkannte Jesus, dass sie kommen würden, um ihn in ihre Gewalt zu bringen und zum König zu machen. Daher zog er sich wieder auf den Berg zurück, er allein.“

Im Vertrauen auf die Allmacht Gottes vermehrt auch Klara von Assisi das Brot. In der Verslegende wird dieses Wunder poetisch beschrieben:

„Und fürwahr, der heilige Konvent hatte nur ein einziges Brot,
es drückte [sie] der Hunger und es kam die Stunde des Essens.
Man brachte den Brotlaib und die gerufene Küchenschwester
halbierte ihn. Einen Teil trug man hinaus zu den Brüdern,
für die Schwestern behielt man das Übrige zurück auf Geheiß der Mutter.
Sie ordnete an, das halbe Brot in fünfzig Teile
zu schneiden und sich zu Tisch zu setzen; und die Tischdienerin sagte:
„Ein solches Zuschneiden erfordert Wunder aus alter Zeit.“
Die Mutter erwiderte: „Tue es, Tochter, führe die Anordnungen aus.“
Dann beeilte sie sich, sie wollte den Auftrag der befehlenden [Mutter] erfüllen.
Zu Christus eilte die Mutter, sie seufzte und betete.
Dann wuchs jenes Geringe durch die Gabe Christi so,
dass alsbald dadurch fünfzig Schwestern gesättigt wurden.
Die höchste Barmherzigkeit wollte die wenigen
Teile vermehren, deren Allmacht alles erfüllte.
O höchster Gipfel der Güte, o Fülle, die niemals
ausgeht, Gott, du selbst lässt die Deinen nicht im Stich. Im Gegenteil,
Reichtum lässt du aus der Höhe herabfließen, übergroß, überreich,
du regnest Gaben, vermehrst Gutes und streust Gnaden aus!
(VKl 455-470; KQ214f)

TAGESEVANGELIUM vom 27. April 2017
HL. PETRUS KANISIUS
Ordenspriester, Kirchenlehrer

EVANGELIUM – Johannes 3, 31-36

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„Er, der von oben kommt, steht über allen; wer von der Erde stammt, ist irdisch und redet irdisch. Er, der aus dem Himmel kommt, steht über allen. Was er gesehen und gehört hat, bezeugt er, doch niemand nimmt sein Zeugnis an. Wer sein Zeugnis annimmt, beglaubigt, dass Gott wahrhaftig ist. Denn der, den Gott gesandt hat, verkündet die Worte Gottes; denn er gibt den Geist unbegrenzt. Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben. Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern Gottes Zorn bleibt auf ihm.“

In der Erzdiözese Wien feiern wir heute den Gedenktag des hl. Petrus Kanisius. Petrus Kanisius ist der erste und bedeutendste deutsche Jesuit: Geboren am 8. Mai 1521 in Nijmegen, wuchs er in den Jahren auf, als sich der Protestantismus in Norddeutschland ausbreitete. Er studierte zwischen 1536 und 1546 in Köln; 1543 schloss er sich dem Jesuitenorden an. Durch die Kartäuser in Köln war er auch mit den deutschen Mystikern in Berührung gekommen, deren Einfluss in seinem Leben wirksam blieb. 1549 ließ Ignatius ihn als achten Jesuiten zur feierlichen Profess zu. Die nächsten dreißig Jahre sind der Wiedergewinnung Deutschlands für den katholischen Glauben geweiht. Er arbeitete in Ingolstadt, Wien, Prag, Augsburg, Innsbruck und München. 1556-1569 war er erster Oberer der oberdeutschen Ordensprovinz. Er nahm an Reichstagen und Religionsgesprächen teil. Wichtig sind seine drei Katechismen: der Große Katechismus, für Geistliche und gebildete Laien (1555); der Kleine Katechismus, mit 59 Fragen und „kurzen Gebeten für die Einfältigen“; die weiteste fand der für die Lateinschulen bestimmte Mittlere Katechismus. Kanisius schrieb auch ein „Manuale für Katholiken“, von dem Historiker Jedin als der „Sonntags-Schott der deutschen Katholiken des 16. und 17. Jahrhunderts“ bezeichnet. 1580 wurde Kanisius nach Freiburg in die Schweiz geschickt; dort starb er 1597.

Vertrauen
„Ich weiß oft nicht, was für ein Wind mich vorantreibt, wohin mein Schifflein segelt, wo ich festsitze und wie ich meinen Kurs richtig steuere.“ –
„Ich vertraue auf Gott, meinen Herrn, der mir alles zum Besten schickt. Des Ewigen, nicht des Zeitlichen wegen bin ich erschaffen und erlöst worden.“ (Petrus Kanisius)

TAGESGEBET

Herr, unser Gott,
du hast den heiligen Petrus Kanisius berufen,
in Wort und Schrift
den katholischen Glauben kraftvoll zu verteidigen.
Höre auf seine Fürsprache.
Lass alle, die nach der Wahrheit suchen,
dich finden
und erhalte deine Gläubigen im Bekenntnis zu dir.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

MONTAG 24. April 2017
Hl. Fidelis von Sigmaringen

EVANGELIUM – Johannes 10,11-16

20150718215501919_0010„In jener Zeit sprach Jesus: Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe. Der bezahlte Knecht aber, der nicht Hirt ist und dem die Schafe nicht gehören, lässt die Schafe im Stich und flieht, wenn er den Wolf kommen sieht; und der Wolf reißt sie und jagt sie auseinander. Er flieht, weil er nur ein bezahlter Knecht ist und ihm an den Schafen nichts liegt. Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich, wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne; und ich gebe mein Leben hin für die Schafe. Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stall sind;
auch sie muss ich führen, und sie werden auf meine Stimme hören; dann wird es nur eine Herde geben und einen Hirten.“

Der hl. Fidelis ist ein besonderer Glaubenszeuge aus dem Kapuzinerorden. Zu jeder Zeit gibt es Menschen, die ihren Glauben, ihre Liebe zu Gott auf besondere Weise leben und Christus treu dienen. Freilich geht das nicht ohne die Gnade Gottes. Gott schenkt diese Gnade jedem, der sich dafür öffnet. Auch die hl. Klara von Assisi war so eine besondere Zeugin der Liebe Jesu. Du und ich können das auch sein, wenn wir wollen.

„In jenem Sturm, den die Kirche unter Kaiser Friedrich zu erdulden hatte, brachen die wütenden Feinde auch auf Assisi, die von Gott besonders geliebte Stadt, los. Als das Heer sich bereits den Toren näherte, drangen Sarazenen – allem feind, was christlich heißt – direkt in die Grenzen von San Damiano ein, ja sie strömten auch in das Kloster der Jungfrauen. Das Herz der Schwestern wurde vor Furcht wie Wachs, oder man könnte auch sagen: es versteinerte vor Schrecken. Da ließ sich die Magd des ewigen Königs, eine wahrhaft starke und glaubensvolle Frau!, obwohl sie krank war, furchtlosen Herzens an die Pforte tragen und vor die Feinde hinlegen; vor sich ließ sie ein silbernes, innen mit Elfenbein ausgekleidetes Kästchen tragen, in dem der Leib des Herrn ehrfürchtig aufbewahrt wurde.“ (1 Chor 82-85; KQ 678)

SONNTAG DER BARMHERZIGKEIT
23. April 2017

EVANGELIUM – Johannes 20, 19-31

12226979_717542638382595_2678815608203696751_n„Am Abend des ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert. Thomas, genannt Didymus – Zwilling -, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht. Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder versammelt, und Thomas war dabei. Die Türen waren verschlossen. Da kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch! Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger aus – hier sind meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete ihm: Mein Herr und mein Gott! Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. Noch viele andere Zeichen, die in diesem Buch nicht aufgeschrieben sind, hat Jesus vor den Augen seiner Jünger getan. Diese aber sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Messias ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen.“

Der Heilige Geist ist uns gegeben,
um zu unterscheiden
um zu vergeben
um Vergebung zu verweigern
….
alles so wie es nötig und heilsam ist.🤔

TAGESEVANGELIUM vom 22. April 2017
SAMSTAG DER OSTEROKTAV

Osterkerze 2017 (2).jpgEVANGELIUM – Markus 16, 9-15
„Als Jesus am frühen Morgen des ersten Wochentages auferstanden war, erschien er zuerst Maria aus Magdala, aus der er sieben Dämonen ausgetrieben hatte. Sie ging und berichtete es denen, die mit ihm zusammen gewesen waren und die nun klagten und weinten. Als sie hörten, er lebe und sei von ihr gesehen worden, glaubten sie es nicht. Darauf erschien er in einer anderen Gestalt zweien von ihnen, als sie unterwegs waren und aufs Land gehen wollten. Auch sie gingen und berichteten es den anderen, und auch ihnen glaubte man nicht. Später erschien Jesus auch den Elf, als sie bei Tisch waren; er tadelte ihren Unglauben und ihre Verstocktheit, weil sie denen nicht glaubten, die ihn nach seiner Auferstehung gesehen hatten. Dann sagte er zu ihnen: Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen!“

Maria Magdalena sah den Auferstandenen mit leiblichen Augen. Die hl. Klara von Assisi hat ihn im Glauben geschaut und in der Verbundenheit mit ihm ihr Leben gestaltet. Im 4. Brief an die hl. Agnes von Prag spricht sie davon:
„Ja, wahrhaft glücklich die, der es gegeben wird,
diese heilige Vermählung zu genießen,
um mit allen Fasern des Herzens dem anzuhangen,
dessen Schönheit alle seligen Scharen des Himmels
unaufhörlich bewundern,
dessen Liebe anzieht,
dessen Anblick erquickt,
dessen Güte den Hunger stillt,
dessen Süßigkeit erfüllt,
an den zu denken einem süßen Lichtstrahl gleicht,
durch dessen Wohlgeruch Tote wieder aufleben werden,
dessen glorreicher Anblick selig machen wird
alle Bürger des himmlischen Jerusalem.
Da er die Pracht der ewigen Herrlichkeit
und der helle Glanz des ewigen Lichtes ist,
ist er auch ein Spiegel ohne Makel.
In diesen Spiegel schaue täglich, o Königin, Braut Jesu Christi, und spiegle stets in ihm Dein Angesicht, auf dass Du Dich so gänzlich innerlich und äußerlich schmückst und, bekleidet und und Gewändern aller Tugenden zierst, wie es sich für eine Tochter und liebste Braut des höchsten Königs gebührt.“
(4 Agn 9-17; KQ 37f)

TAGESEVANGELIUM vom 21. April 2017
FREITAG DER OSTEROKTAV

20150718215501919_0013Johannes 21, 1-14
„In jener Zeit offenbarte Jesus sich den Jüngern noch einmal. Es war am See von Tiberias, und er offenbarte sich in folgender Weise. Simon Petrus, Thomas, genannt Didymus – Zwilling -, Natanaël aus Kana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen. Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts. Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr nicht etwas zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus, und ihr werdet etwas fangen. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es. Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei, gürtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war, und sprang in den See. Dann kamen die anderen Jünger mit dem Boot – sie waren nämlich nicht weit vom Land entfernt, nur etwa zweihundert Ellen – und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her. Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot. Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt. Da ging Simon Petrus und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt, und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht. Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst! Keiner von den Jüngern wagte ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war. Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch. Dies war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war.“

Sr. Katharina Hofmann berichtet im „St. Klara-Buch“, wie die hl. Klara von Assisi auf wunderbare Weise den Tisch mit Brot und Fischen deckte:

„Hier handelt es sich um ein Zeichen, in dem es um Fische und um ein Brot geht, die ihr von Gott gesandt wurden. – Während alle Frauen, die mit der heiligen Klara in Armut lebten, die große Fastenzeit zur Gänze bei Brot und Wasser fasteten, hatte sie selber die Gewohnheit, dass sie in dieser Zeit drei Tage in der Woche gänzlich nüchtern blieb und überhaupt nichts aß. Als nun einmal die Fastnacht gekommen war, wollte die liebe heilige Klara, dass ihre Schwestern an der Fastnacht etwas essen sollten, das ihnen Trost geben sollte, und fragte die Kellermeisterin, ob sie nichts hätte, was die Frauen essen könnten. Da antwortete sie und sprach, dass weder Brot, noch Mehl noch irgendetwas Essbares bei ihr vorrätig sei, ja dass sie überhaupt nichts hätte. Und so ging sie von ihr weg. Als man die Vesper gebetet hatte, ging die heilige Klara in das Refektorium, richtete den Tisch her, schmückte die Tischtücher und deckte sie mit Messern und Krügen, wie es sich gehört und so wie sie es mit ihren eigenen Händen am besten konnte. Darüber wunderten sich die Frauen allesamt. Danach kniete sie sich dort nieder und begann unseren Herrn demütig anzuflehen, er möge in seiner Liebe und Barmherzigkeit irgendeinem seiner Geschöpfe zu bewirken gebieten, dass jemand von ihren Freunden ein Brot und zwei Fische ins Kloster brächte, damit alle Frauen damit gespeist werden könnten. Vernehmt das Wunder, das da geschah, worüber man wahrlich erschrecken kann! Kaum hatte sie sich vom Gebet erhoben, da läutete es an der Pforte. Als die Dienstschwester, die sich um die Pforte kümmerte, das hörte, ging sie sogleich hin und fand dort eine sehr schöne Frau, von leuchtendem Antlitz und mit solchen Kleidern angetan, wie sie jene tragen, die enthaltsam leben wollen. Sie trug ein Körbchen auf ihrem Kopf und sagte zu ihr, sie solle das Körbchen samt seinem Inhalt zur heiligen Klara bringen, und wenn sie das Körbchen mit der Schüssel geleert hätte, solle sie es ihr gleich wieder zurückbringen. Als sie fragte, wer denn solche Sachen geschickt hätte, antwortete sie und sprach: Die heilige Klara kennt denjenigen gut, der es geschickt hat. Die Pförtnerin brachte das Körbchen zur seligen Sankt Klara und erzählte ihr, was sie gehört hatte. Die selige Sankt Klara öffnete das Körbchen und fand darin ein Brot und kleine Fische, wie sie es von unserem Herrn erbeten hatte. Darüber freute sie sich sehr. Darauf dankte sie sogleich aufrichtig unserem Herrn, schickte das Körbchen wieder zurück und bedankte sich aus ganzem Herzen. Aber die Frau, die von Gott gesandt worden war, wie man glauben muss, verschwand so schnell, dass ihr auch nachher nie wieder jemand begegnete. Die selige Sankt Klara verteilte das Brot und die gebratenen Fischlein unter den Frauen. Man hatte nur ein einziges weißes Brot und zwei gebratene Fischlein vorgefunden, so wie sie es von Gott erbeten und gewünscht hatte. Wie überaus gut dieses Brot und auch die Fischlein schmeckten, konnten die Frauen nicht genug beschreiben, die bei diesem hochzeitlichen Mahl zugegen waren. Es hatte auch eine jede von ihnen ihren reichlich zufriedenstellenden Anteil erhalten.“ (KlB 3,1-16; KQ 1390f)

TAGESEVANGELIUM vom 20. April 2017
DONNERSTAG DER OSTEROKTAV

EVANGELIUM Lukas 24, 35-48
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„Die beiden Jünger, die von Emmaus zurückgekehrt waren, erzählten den Elf und den anderen Jüngern, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach. Während sie noch darüber redeten, trat er selbst in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Sie erschraken und hatten große Angst, denn sie meinten, einen Geist zu sehen. Da sagte er zu ihnen: Was seid ihr so bestürzt? Warum lasst ihr in eurem Herzen solche Zweifel aufkommen? Seht meine Hände und meine Füße an: Ich bin es selbst. Fasst mich doch an, und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht. Bei diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und Füße. Sie staunten, konnten es aber vor Freude immer noch nicht glauben. Da sagte er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier? Sie gaben ihm ein Stück gebratenen Fisch; er nahm es und aß es vor ihren Augen. Dann sprach er zu ihnen: Das sind die Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Alles muss in Erfüllung gehen, was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen über mich gesagt ist. Darauf öffnete er ihnen die Augen für das Verständnis der Schrift. Er sagte zu ihnen: So steht es in der Schrift: Der Messias wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen, und in seinem Namen wird man allen Völkern, angefangen in Jerusalem, verkünden, sie sollen umkehren, damit ihre Sünden vergeben werden. Ihr seid Zeugen dafür.“

Jesus schenkt den Jüngern seinen Frieden. Auch die hl. Klara von Assisi wurde dieser Friede geschenkt. In dem Klara-Traktat „Der herr aller ding“ erfahren wir darüber:

„Jetzt spreche ich davon, dass der Herr eine Botschaft des Friedens in sie gelegt und durch sie verkündet hat. Und zwar den nämlichen Frieden, den er seinen Jüngern versprochen hat: Meinen Frieden hinterlasse ich euch. Meinen Frieden gebe ich euch. Es sind dreierlei Arten des Friedens, die wir in uns haben sollen. Die erste Form des Friedens ist jener Friede, der uns aus der Betrachtung unseres Herrn zukommt. Die zweite Art des Friedens ist jene aus der Liebe, die wir zu unserem Nächsten haben sollen. Die dritte Gestalt des Friedens ist jene des reinen Gewissens, das unseren inneren Menschen erfüllt. Diesen dreifachen Frieden hat unser Herr der heiligen Jungfrau Sankt Klara versprochen, so wie es uns in in ihrem Lebensbericht verlässlich aufgezeichnet worden ist.“ (HaD 5,1-7; KQ 1417)

TAGESEVANGELIUM vom 19. April 2017
MITTWOCH DER OSTEROKTAV

EVANGELIUM – Johannes 20, 11-18
Kreuzwegbilder 031 (2).jpg„In jener Zeit stand Maria draußen vor dem Grab und weinte. Während sie weinte, beugte sie sich in die Grabkammer hinein. Da sah sie zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die Füße des Leichnams Jesu gelegen hatten. Die Engel sagten zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie antwortete ihnen: Man hat meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wohin man ihn gelegt hat. Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wusste aber nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast. Dann will ich ihn holen. Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf hebräisch zu ihm: Rabbuni!, das heißt: Meister. Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Brüdern, und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Maria von Magdala ging zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie richtete aus, was er ihr gesagt hatte.“

Durch die Begegnung mit dem verklärten Herrn wurde das Gesicht der hl. Klara von Assisi strahlend von Licht. Im Klara-Traktat „Der herr aller ding“ lesen wir davon:

„Wir lesen über den heiligen Propheten Mose im zehnten Kapitel des Buches Exodus, dass sein Antlitz durch die Teilnahme an der Rede mit Gott leuchtend wurde. Aber über die beschauliche, reine und heilige Klara lesen wir: Wenn sie sich von ihrem andächtigen Gebet erhob und sie zu ihren Schwestern ging, da schien ihr in Andacht versunkenes Antlitz für gewöhnlich heller zu leuchten Dann redete sie überaus süße Worte zu ihnen, so dass sie sich über die Süßigkeit wunderten, die aus ihrem Mund hervorging. Und durch die Worte, die sie mit ihnen sprach, begannen die Herzen der Schwestern leidenschaftlich zu brennen. Nun sag doch, was meinst du, welche Klarheit, welche Süßigkeit und welche Inbrunst sie in ihrer Seele hatte, dass sie so aus ihr hervorbrach und auch äußerlich an ihr erschien?“ (HaD 4,1-6; KQ 1416f)

TAGESEVANGELIUM vom 18. April 2017
DIENSTAG DER OSTEROKTAV

EVANGELIUM – Johannes 20, 11-18
15241746_1817395718549408_5447630062096758753_n-2„In jener Zeit stand Maria draußen vor dem Grab und weinte. Während sie weinte, beugte sie sich in die Grabkammer hinein. Da sah sie zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die Füße des Leichnams Jesu gelegen hatten. Die Engel sagten zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie antwortete ihnen: Man hat meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wohin man ihn gelegt hat. Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wusste aber nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast. Dann will ich ihn holen. Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf hebräisch zu ihm: Rabbuni!, das heißt: Meister. Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Brüdern, und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Maria von Magdala ging zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie richtete aus, was er ihr gesagt hatte.“

Die hl. Klara von Assisi gab die Freude über die Auferstehung des Herrn an ihre Schwestern weiter. Sr. Battista Alfani berichtet davon in „Leben und Legende der hl. Jungfrau Klara“:

„Einmal hatte die gesegnete heilige Mutter nach dem Osterfest diese Worte singen gehört: „Ich sah Wasser von der rechten Seite des Tempels hervorfließen“, usw. Über diese Worte freute sie sich so sehr und behielt sie im Gedächtnis, dass sie von da an sich und ihren Schwestern immer nach dem Essen und nach der Komplet Weihwasser geben ließ. Und sie sprach: „Meine Schwestern und Töchter, ihr müsst euch immer an dieses kostbare und geweihte Wasser, das aus der Seite unseres Herrn Jesus Christus hervorkam, als er am Kreuz hing, erinnern und es in eurem Gedächtnis bewahren. Wenn ihr deshalb diese Worte hört, erinnert euch immer an jenes heiligste Wasser.“ (Alf 6,3-6; KQ 1315)

EVANGELIUM VOM OSTERMONTAG
17. April 2017

Kreuzwegbilder 091 (2).jpgLukas 24, 13-35
„Am ersten Tag der Woche waren zwei von den Jüngern auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus, das sechzig Stadien von Jerusalem entfernt ist. Sie sprachen miteinander über all das, was sich ereignet hatte. Während sie redeten und ihre Gedanken austauschten, kam Jesus hinzu und ging mit ihnen. Doch sie waren wie mit Blindheit geschlagen, so dass sie ihn nicht erkannten. Er fragte sie: Was sind das für Dinge, über die ihr auf eurem Weg miteinander redet? Da blieben sie traurig stehen, und der eine von ihnen – er hieß Kleopas – antwortete ihm: Bist du so fremd in Jerusalem, dass du als Einziger nicht weißt, was in diesen Tagen dort geschehen ist? Er fragte sie: Was denn? Sie antworteten ihm: Das mit Jesus aus Nazaret. Er war ein Prophet, mächtig in Wort und Tat vor Gott und dem ganzen Volk. Doch unsere Hohenpriester und Führer haben ihn zum Tod verurteilen und ans Kreuz schlagen lassen. Wir aber hatten gehofft, dass er der sei, der Israel erlösen werde. Und dazu ist heute schon der dritte Tag, seitdem das alles geschehen ist. Aber nicht nur das: Auch einige Frauen aus unserem Kreis haben uns in große Aufregung versetzt. Sie waren in der Frühe beim Grab, fanden aber seinen Leichnam nicht. Als sie zurückkamen, erzählten sie, es seien ihnen Engel erschienen und hätten gesagt, er lebe. Einige von uns gingen dann zum Grab und fanden alles so, wie die Frauen gesagt hatten; ihn selbst aber sahen sie nicht. Da sagte er zu ihnen: Begreift ihr denn nicht? Wie schwer fällt es euch, alles zu glauben, was die Propheten gesagt haben. Musste nicht der Messias all das erleiden, um so in seine Herrlichkeit zu gelangen? Und er legte ihnen dar, ausgehend von Mose und allen Propheten, was in der gesamten Schrift über ihn geschrieben steht. So erreichten sie das Dorf, zu dem sie unterwegs waren. Jesus tat, als wolle er weitergehen, aber sie drängten ihn und sagten: Bleib doch bei uns; denn es wird bald Abend, der Tag hat sich schon geneigt. Da ging er mit hinein, um bei ihnen zu bleiben. Und als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach das Brot und gab es ihnen. Da gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannten ihn; dann sahen sie ihn nicht mehr. Und sie sagten zueinander: Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schrift erschloss? Noch in derselben Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem zurück, und sie fanden die Elf und die anderen Jünger versammelt. Diese sagten: Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen. Da erzählten auch sie, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach.“

Maria und Johannes gehen nicht den Emmausweg. Sie gehen – einander stützend – den Leidensweg – Kreuzweg Jesu nach. auch ihr Weg mündet in die Begegnung mit dem Auferstandenen. Unser aller Weg hat Jesus, den Auferstandenen zu Begegnen und immer bei IHM zu sein zum Ziel. Machen wir uns auf den Weg!

OSTERSONNTAG  16. April 2017

Ostern 2017 (2).PNGFrohe und gesegnete Ostern Euch allen!

KARFREITAG

DIE FEIER VOM LEIDEN UND STERBEN CHRISTI

Durch das heilige Ostergeschehen hat Christus der Herr, die Menschen erlöst und Gott auf vollkommene Weise geehrt.
Er hat durch seinen Tod unseren Tod überwunden, durch seine Auferstehung hat er das Leben neu geschaffen.
Die drei Tage des Leidens und der Auferstehung des Herrn sind deshalb der Höhepunkt des ganzen Kirchenjahrs.“ (Missale Romanum)

TAGESEVANGELIUM vom 13. April 2017
DIE DREI ÖSTERLICHEN TAGE
VOM LEIDEN, VOM TOD UND
VON DER AUFERSTEHUNG DES HERRN

GRÜNDONNERSTAG
ODER
HOHER DONNERSTAG
MESSE VOM LETZTEN ABENDMAHL

Johannes 13, 1-15
„Es war vor dem Paschafest. Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, um aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen. Da er die Seinen, die in der Welt waren, liebte, erwies er ihnen seine Liebe bis zur Vollendung. Es fand ein Mahl statt, und der Teufel hatte Judas, dem Sohn des Simon Iskariot, schon ins Herz gegeben, ihn zu verraten und auszuliefern. Jesus, der wusste, dass ihm der Vater alles in die Hand gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott zurückkehrte, stand vom Mahl auf, legte sein Gewand ab und umgürtete sich mit einem Leinentuch. Dann goss er Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war. Als er zu Simon Petrus kam, sagte dieser zu ihm: Du, Herr, willst mir die Füße waschen? Jesus antwortete ihm: Was ich tue, verstehst du jetzt noch nicht; doch später wirst du es begreifen. Petrus entgegnete ihm: Niemals sollst du mir die Füße waschen! Jesus erwiderte ihm: Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir. Da sagte Simon Petrus zu ihm: Herr, dann nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und das Haupt. Jesus sagte zu ihm: Wer vom Bad kommt, ist ganz rein und braucht sich nur noch die Füße zu waschen. Auch ihr seid rein, aber nicht alle. Er wusste nämlich, wer ihn verraten würde; darum sagte er: Ihr seid nicht alle rein. Als er ihnen die Füße gewaschen, sein Gewand wieder angelegt und Platz genommen hatte, sagte er zu ihnen: Begreift ihr, was ich an euch getan habe? Ihr sagt zu mir Meister und Herr, und ihr nennt mich mit Recht so; denn ich bin es. Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen. Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.“

TAGESEVANGELIUM vom 12. April 2017
MITTWOCH DER KARWOCHE

Matthäus 26, 14-25
„In jener Zeit ging einer der Zwölf namens Judas Iskariot zu den Hohenpriestern und sagte: Was wollt ihr mir geben, wenn ich euch Jesus ausliefere? Und sie zahlten ihm dreißig Silberstücke. Von da an suchte er nach einer Gelegenheit, ihn auszuliefern. Am ersten Tag des Festes der Ungesäuerten Brote gingen die Jünger zu Jesus und fragten: Wo sollen wir das Paschamahl für dich vorbereiten? Er antwortete: Geht in die Stadt zu dem und dem und sagt zu ihm: Der Meister lässt dir sagen: Meine Zeit ist da; bei dir will ich mit meinen Jüngern das Paschamahl feiern. Die Jünger taten, was Jesus ihnen aufgetragen hatte, und bereiteten das Paschamahl vor. Als es Abend wurde, begab er sich mit den zwölf Jüngern zu Tisch. Und während sie aßen, sprach er: Amen, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten und ausliefern. Da waren sie sehr betroffen, und einer nach dem andern fragte ihn: Bin ich es etwa, Herr? Er antwortete: Der, der die Hand mit mir in die Schüssel getaucht hat, wird mich verraten. Der Menschensohn muss zwar seinen Weg gehen, wie die Schrift über ihn sagt. Doch weh dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird. Für ihn wäre es besser, wenn er nie geboren wäre. Da fragte Judas, der ihn verriet: Bin ich es etwa, Rabbi? Jesus sagte zu ihm: Du sagst es.“

TAGESEVANGELIUM vom 11. April 2017
DIENSTAG DER KARWOCHE

Johannes 13, 21-33.36-38
„In jener Zeit, als Jesus mit seinen Jüngern bei Tisch war, wurde er im Innersten erschüttert und bekräftigte: Amen, amen, das sage ich euch: Einer von euch wird mich verraten. Die Jünger blickten sich ratlos an, weil sie nicht wussten, wen er meinte. Einer von den Jüngern lag an der Seite Jesu; es war der, den Jesus liebte. Simon Petrus nickte ihm zu, er solle fragen, von wem Jesus spreche. Da lehnte sich dieser zurück an die Brust Jesu und fragte ihn: Herr, wer ist es? Jesus antwortete: Der ist es, dem ich den Bissen Brot, den ich eintauche, geben werde. Dann tauchte er das Brot ein, nahm es und gab es Judas, dem Sohn des Simon Iskariot. Als Judas den Bissen Brot genommen hatte, fuhr der Satan in ihn. Jesus sagte zu ihm: Was du tun willst, das tu bald! Aber keiner der Anwesenden verstand, warum er ihm das sagte. Weil Judas die Kasse hatte, meinten einige, Jesus wolle ihm sagen: Kaufe, was wir zum Fest brauchen!, oder Jesus trage ihm auf, den Armen etwas zu geben. Als Judas den Bissen Brot genommen hatte, ging er sofort hinaus. Es war aber Nacht. Als Judas hinausgegangen war, sagte Jesus: Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht, und Gott ist in ihm verherrlicht. Wenn Gott in ihm verherrlicht ist, wird auch Gott ihn in sich verherrlichen, und er wird ihn bald verherrlichen. Meine Kinder, ich bin nur noch kurze Zeit bei euch. Ihr werdet mich suchen, und was ich den Juden gesagt habe, sage ich jetzt auch euch: Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen. Simon Petrus sagte zu ihm: Herr, wohin willst du gehen? Jesus antwortete: Wohin ich gehe, dorthin kannst du mir jetzt nicht folgen. Du wirst mir aber später folgen. Petrus sagte zu ihm: Herr, warum kann ich dir jetzt nicht folgen? Mein Leben will ich für dich hingeben. Jesus entgegnete: Du willst für mich dein Leben hingeben? Amen, amen, das sage ich dir: Noch bevor der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.“

TAGESEVANGELIUM vom 10. April 2017
MONTAG IN DER KARWOCHE

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Ein altes Alabaster-Gefäß

Johannes 12,1-11
„Sechs Tage vor dem Paschafest kam Jesus nach Betanien, wo Lazarus war, den er von den Toten auferweckt hatte. Dort bereiteten sie ihm ein Mahl; Marta bediente, und Lazarus war unter denen, die mit Jesus bei Tisch waren. Da nahm Maria ein Pfund echtes, kostbares Nardenöl, salbte Jesus die Füße und trocknete sie mit ihrem Haar. Das Haus wurde vom Duft des Öls erfüllt. Doch einer von seinen Jüngern, Judas Iskariot, der ihn später verriet, sagte: Warum hat man dieses Öl nicht für dreihundert Denare verkauft und den Erlös den Armen gegeben? Das sagte er aber nicht, weil er ein Herz für die Armen gehabt hätte, sondern weil er ein Dieb war; er hatte nämlich die Kasse und veruntreute die Einkünfte. Jesus erwiderte: Lass sie, damit sie es für den Tag meines Begräbnisses tue. Die Armen habt ihr immer bei euch, mich aber habt ihr nicht immer bei euch. Viele Juden hatten erfahren, dass Jesus dort war, und sie kamen, jedoch nicht nur um Jesu willen, sondern auch um Lazarus zu sehen, den er von den Toten auferweckt hatte. Die Hohenpriester aber beschlossen, auch Lazarus zu töten, weil viele Juden seinetwegen hingingen und an Jesus glaubten.“

In der Heiligsprechungsbulle wird die hl. Klara von Assisi mit einem Alabastergefäß voll duftenden Öls verglichen, das die Kirche mit Wohlgeruch erfüllt:

„Kein Wunder, denn eine Lampe, so brennend, so leuchtend, konnte nicht verborgen bleiben, ohne hell zu strahlen und klares Licht im Hause des Herrn zu spenden. Auch konnte ein Gefäß mit solchen Spezereien nicht verborgen bleiben, ohne zu duften und die Wohnung des Herrn mit süßem Wohlgeruch zu erfüllen. Ja vielmehr, während sie in der engen Klause der Einsamkeit das Alabastergefäß ihres Leibes unerbittlich zerbrach, wurde das ganze hehre Haus der Kirche mit dem Duft ihrer Heiligkeit vollständig erfüllt.“ (BulKl 24-26; KQ 267)

TAGESEVANGELIUM vom 9. April 2017
Palmsonntag

Palmsonntag - A -.pngMatthäus 21, 1-11
„Als sich Jesus mit seinen Begleitern Jerusalem näherte und nach Betfage am Ölberg kam, schickte er zwei Jünger voraus und sagte zu ihnen: Geht in das Dorf, das vor euch liegt; dort werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Fohlen bei ihr. Bindet sie los, und bringt sie zu mir! Und wenn euch jemand zur Rede stellt, dann sagt: Der Herr braucht sie, er lässt sie aber bald zurückbringen. Das ist geschehen, damit sich erfüllte, was durch den Propheten gesagt worden ist: Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir. Er ist friedfertig, und er reitet auf einer Eselin und auf einem Fohlen, dem Jungen eines Lasttiers. Die Jünger gingen und taten, was Jesus ihnen aufgetragen hatte. Sie brachten die Eselin und das Fohlen, legten ihre Kleider auf sie, und er setzte sich darauf. Viele Menschen breiteten ihre Kleider auf der Straße aus, andere schnitten Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Die Leute aber, die vor ihm hergingen und die ihm folgten, riefen: Hosanna dem Sohn Davids! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. Hosanna in der Höhe! Als er in Jerusalem einzog, geriet die ganze Stadt in Aufregung, und man fragte: Wer ist das? Die Leute sagten: Das ist der Prophet Jesus von Nazaret in Galiläa.“

Euch allen wünschen wir einen gesegneten Palmsonntag und eine Heilige Woche, in der Euch wieder tief das große Geschenk der Erlösung inne wird.

TAGESEVANGELIUM vom 8. April 2017
SAMSTAG DER 5. WOCHE DER FASTENZEIT

Klara-Zyklus Klara im Gebet - bearb (2).jpgJohannes 11, 45-57
„In jener Zeit kamen viele der Juden, die zu Maria, der Schwester des Lazarus, gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus getan hatte, zum Glauben an ihn. Aber einige von ihnen gingen zu den Pharisäern und berichteten ihnen, was er getan hatte. Da beriefen die Hohenpriester und die Pharisäer eine Versammlung des Hohen Rates ein. Sie sagten: Was sollen wir tun? Dieser Mensch tut viele Zeichen. Wenn wir ihn gewähren lassen, werden alle an ihn glauben. Dann werden die Römer kommen und uns die heilige Stätte und das Volk nehmen. Einer von ihnen, Kajaphas, der Hohepriester jenes Jahres, sagte zu ihnen: Ihr versteht überhaupt nichts. Ihr bedenkt nicht, dass es besser für euch ist, wenn ein einziger Mensch für das Volk stirbt, als wenn das ganze Volk zugrunde geht. Das sagte er nicht aus sich selbst; sondern weil er der Hohepriester jenes Jahres war, sagte er aus prophetischer Eingebung, dass Jesus für das Volk sterben werde. Aber er sollte nicht nur für das Volk sterben, sondern auch, um die versprengten Kinder Gottes wieder zu sammeln. Von diesem Tag an waren sie entschlossen, ihn zu töten. Jesus bewegte sich von nun an nicht mehr öffentlich unter den Juden, sondern zog sich von dort in die Gegend nahe der Wüste zurück, an einen Ort namens Efraim. Dort blieb er mit seinen Jüngern. Das Paschafest der Juden war nahe, und viele zogen schon vor dem Paschafest aus dem ganzen Land nach Jerusalem hinauf, um sich zu heiligen. Sie fragten nach Jesus und sagten zueinander, während sie im Tempel zusammenstanden: Was meint ihr? Er wird wohl kaum zum Fest kommen. Die Hohenpriester und die Pharisäer hatten nämlich, um ihn festnehmen zu können, angeordnet: Wenn jemand weiß, wo er sich aufhält, soll er es melden.“

Sr. Battista Alfani erzählt in „Leben und Legende der hl. Jungfrau Klara“, dass sich die hl. Klara von Assisi durch Anfechtungen nicht vom Gebet abbringen ließ.

„Als sie einmal allein zur Zeit der Non in der Zelle betete, schlug mit Zulassung Gottes unser alter Widersacher, der Teufel, sie so hart auf die Kieferbacke, dass sich das Auge sofort mit Blut bedeckte und die Backe blutunterlaufen und schwarz wurde; dennoch konnte er sie nicht von ihrem Gebet und der Betrachtung abbringen. Regungslos harrte sie aus, besiegte durch die Kraft des Gebets den mächtigen Teufel, der sie während der kostbaren Zeit des heiligen Gebets störte, und jagte ihn davon. Nach ihrer Gewohnheit betrachtete die heilige Jungfrau Klara häufig das andächtige Gebet von den fünf Wunden Christi, damit ihr hungriger Geist sich ununterbrochen mit den süßen Wonnen des gekreuzigten Jesus sättigen könne. Mit außergewöhnlicher Andacht verrichtete sie zu jeder Stunde auch das kleine Offizium des heiligen Kreuzes, wie der wahrhafte Liebhaber dieses Kreuzes, der heilige Vater Franziskus, es sie gelehrt und ihr angeordnet hatte.“ (Alf 3,1-4; KQ 1321)

TAGESEVANGELIUM vom 7. April 2017
FREITAG DER 5. WOCHE DER FASTENZEIT


20150718215501919_0011Johannes 10, 31-42

In jener Zeit hoben die Juden Steine auf, um ihn zu steinigen. Jesus hielt ihnen entgegen: Viele gute Werke habe ich im Auftrag des Vaters vor euren Augen getan. Für welches dieser Werke wollt ihr mich steinigen? Die Juden antworteten ihm: Wir steinigen dich nicht wegen eines guten Werkes, sondern wegen Gotteslästerung; denn du bist nur ein Mensch und machst dich selbst zu Gott. Jesus erwiderte ihnen: Heißt es nicht in eurem Gesetz: Ich habe gesagt: Ihr seid Götter? Wenn er jene Menschen Götter genannt hat, an die das Wort Gottes ergangen ist, und wenn die Schrift nicht aufgehoben werden kann, dürft ihr dann von dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat, sagen: Du lästerst Gott – weil ich gesagt habe: Ich bin Gottes Sohn? Wenn ich nicht die Werke meines Vaters vollbringe, dann glaubt mir nicht. Aber wenn ich sie vollbringe, dann glaubt wenigstens den Werken, wenn ihr mir nicht glaubt. Dann werdet ihr erkennen und einsehen, dass in mir der Vater ist und ich im Vater bin. Wieder wollten sie ihn festnehmen; er aber entzog sich ihrem Zugriff. Dann ging Jesus wieder weg auf die andere Seite des Jordan, an den Ort, wo Johannes zuerst getauft hatte; und dort blieb er. Viele kamen zu ihm. Sie sagten: Johannes hat kein Zeichen getan; aber alles, was Johannes über diesen Mann gesagt hat, ist wahr. Und viele kamen dort zum Glauben an ihn.

Die hl. Klara von Assisi war die in den gekreuzigten Herrn Verliebte, wie der hl. Johannes Paul sagte, weil sie in Ihm die umfassende Liebe Gottes erkannte. Thomas von Celano berichtet davon in ihrer Lebensbeschreibung:

„Vertraut war ihr das Wehklagen über das Leiden des Herrn. Bald schöpfte
sie aus den heiligen Wunden Empfindungen, bitter wie Myrrhe, bald trank sie daraus umso süßere Freuden. Die Tränen des leidenden Christus machten sie ganz trunken, und ihn, den tiefe Liebe ihrem Herzen eingeprägt hatte, vergegenwärtigte sie sich oft durch das Gedächtnis. Sie lehrte ihre Novizinnen, den gekreuzigten Christus zu beklagen, und was sie mit Worten lehrte, darin gab sie gleichzeitig Beispiel. Denn häufig, wenn sie in abgeschiedenem Kreis zu solchem Tun ermahnte, strömte sie über von Tränen, bevor sie ihre Worte beendet hatte. Beim Stundengebet wurde sie zur Sext und Non gewöhnlich von größerem Schmerz ergriffen, um mit dem geopferten Herrn geopfert zu werden. Als sie aber einmal zur Stunde der Non in der kleinen Zelle betete, schlug sie der Teufel auf die Wange und bedeckte so das Auge mit Blut, die Wange mit einem blauen Fleck. Um jedoch ohne Unterlass ihren Geist an den Wonnen des Gekreuzigten zu weiden, verrichtete sie immer wieder ein Gebet von den fünf Wunden des Herrn. Sie lernte das Kreuzoffizium, so wie es Franziskus, der Liebhaber des Kreuzes, zusammengestellt hatte, und betete es häufig mit ganz ähnlicher Liebe. (LebKl 30,1-8; KQ 321f)

TAGESEVANGELIUM vom 6. April 2017
DONNERSTAG DER 5. WOCHE DER FASTENZEIT

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San Damiano heute

Johannes 8, 51-59
„In jener Zeit sprach Jesus zu den Juden: Amen, amen, ich sage euch: Wenn jemand an meinem Wort festhält, wird er auf ewig den Tod nicht schauen. Da sagten die Juden zu ihm: Jetzt wissen wir, dass du von einem Dämon besessen bist. Abraham und die Propheten sind gestorben, du aber sagst: Wenn jemand an meinem Wort festhält, wird er auf ewig den Tod nicht erleiden. Bist du etwa größer als unser Vater Abraham? Er ist gestorben, und die Propheten sind gestorben. Für wen gibst du dich aus? Jesus antwortete: Wenn ich mich selbst ehre, so gilt meine Ehre nichts. Mein Vater ist es, der mich ehrt, er, von dem ihr sagt: Er ist unser Gott. Doch ihr habt ihn nicht erkannt. Ich aber kenne ihn, und wenn ich sagen würde: Ich kenne ihn nicht, so wäre ich ein Lügner wie ihr. Aber ich kenne ihn und halte an seinem Wort fest. Euer Vater Abraham jubelte, weil er meinen Tag sehen sollte. Er sah ihn und freute sich. Die Juden entgegneten: Du bist noch keine fünfzig Jahre alt und willst Abraham gesehen haben? Jesus erwiderte ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Noch ehe Abraham wurde, bin ich. Da hoben sie Steine auf, um sie auf ihn zu werfen. Jesus aber verbarg sich und verließ den Tempel.“

„Abraham, euer Vater, frohlockte, dass er meinen Tag sehen werde.“ – Diesen Tag, den Abraham in prophetischer Schau sah, und der mit dem Kommen Jesu in diese Welt angebrochen ist, offenbart Jesus selbst nun im Tempel. Dieses Selbstzeugnis Jesu, dass er ihn, den die Juden ihren Gott nennen, kennt und nicht nur kennt, sondern seinen Vater nennt, […] offenbart ihn nun als den erwarteten Messias. Jesus, der Messias, den die Propheten verkündeten und der jetzt vor den Seinen, dem auserwählten Volk, steht, verlangt, dass sein Wort gehalten und bewahrt wird. Fragen wir uns, ob wir die Bereitschaft und die Sehnsucht haben, Gottes Wort mit den „Ohren des Herzens“ zu hören und vor allem, es – wie Maria – im Herzen zu bewahren, in der Stille zu erwägen, zu „kauen“, uns buchstäblich einzuverleiben und dann das Leben danach zu gestalten, im Wissen darum, in der Realität immer mehr oder weniger hinterherzuhinken? Das soll uns keineswegs entmutigen, sondern dazu drängen, voll Vertrauen Jesus unser Unvermögen hinzuhalten, denn er vollendet alles auf wunderbare Weise, wie es im Exsultet der Osternacht heißt: „O glückliche Schuld…“ Dem Halten des Wortes Gottes ist das ewige Leben verheißen, und es macht uns zu Kindern Gottes. Kind Gottes zu sein ist das Wichtigste in unserem christlichen/geistlichen Leben, sogar wichtiger als das Gottgeweiht-Sein.

„Der Sohn Gottes ist uns Weg geworden; diesen Weg hat unser seliger Vater Franziskus, der Christus wahrhaft liebte und ihm nachfolgte, durch sein Wort und Beispiel uns gewiesen und gelehrt. Wir müssen uns daher, geliebte Schwestern, die unermesslichen Wohltaten Gottes vor Augen führen, mit denen er uns überschüttet hat, darunter ganz besonders aber das, was er durch seinen geliebten Knecht, unseren seligen Vater Franziskus, in uns wirken wollte, und zwar nicht erst nach unserer Bekehrung, sondern auch schon damals, als wir noch in der beklagenswerten Eitelkeit der Welt weilten. Denn als der Heilige, der damals noch keine Brüder oder Gefährten hatte, sozusagen gleich nach seiner Bekehrung die Kirche von San Damiano wieder aufbaute, wo er in einer göttlichen Heimsuchung viel Trost erfuhr und den Antrieb empfing, die Welt ganz zu verlassen, da redete er prophetisch in großer Freude und in der Erleuchtung des Heiligen Geistes von uns. Und Gott hat dies später in Erfüllung gehen lassen. Er stieg nämlich damals auf die Mauer der genannten Kirche und rief einigen Armen, die dort in der Nähe waren, mit lauter Stimme auf Französisch zu: „Kommt und helft mir beim Bau des Klosters von San Damiano; denn hier werden bald Frauen leben, durch deren heiligen Lebenswandel, dessen Ruf sich verbreiten wird, unser himmlischer Vater in seiner ganzen heiligen Kirche verherrlicht werden wird.“ Darin können wir die reiche Güte Gottes an uns erwägen, der in seiner überströmenden Barmherzigkeit und Liebe diese Worte über unsere Berufung und Erwählung durch den Mund seines Heiligen sprechen wollte. Und nicht nur über uns hat unser Vater, der selige Franziskus, diese prophetischen Worte gesprochen, sondern auch über die anderen, die noch kommen würden, weil ihnen die gleiche heilige Berufung zuteil wird, zu der uns der Herr gerufen hat. Mit welcher Gewissenhaftigkeit, mit welchem Eifer des Geistes und des Leibes müssen wir also die Weisungen Gottes und unseres Vaters einhalten, damit wir mit Hilfe des Herrn das anvertraute Talent vervielfacht zurückgeben können!“ (KlTest 5-18; KQ 77f)

TAGESEVANGELIUM vom 5. April 2017
MITTWOCH DER 5. WOCHE DER FASTENZEIT

Kreuzwegbilder 083 (2).jpgJohannes 8, 31-42
„In jener Zeit sprach Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wirklich meine Jünger. Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch befreien. Sie erwiderten ihm: Wir sind Nachkommen Abrahams und sind noch nie Sklaven gewesen. Wie kannst du sagen: Ihr werdet frei werden? Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wer die Sünde tut, ist Sklave der Sünde. Der Sklave aber bleibt nicht für immer im Haus; nur der Sohn bleibt für immer im Haus. Wenn euch also der Sohn befreit, dann seid ihr wirklich frei. Ich weiß, dass ihr Nachkommen Abrahams seid. Aber ihr wollt mich töten, weil mein Wort in euch keine Aufnahme findet. Ich sage, was ich beim Vater gesehen habe, und ihr tut, was ihr von eurem Vater gehört habt. Sie antworteten ihm: Unser Vater ist Abraham. Jesus sagte zu ihnen: Wenn ihr Kinder Abrahams wärt, würdet ihr so handeln wie Abraham. Jetzt aber wollt ihr mich töten, einen Menschen, der euch die Wahrheit verkündet hat, die Wahrheit, die ich von Gott gehört habe. So hat Abraham nicht gehandelt. Ihr vollbringt die Werke eures Vaters. Sie entgegneten ihm: Wir stammen nicht aus einem Ehebruch, sondern wir haben nur den einen Vater: Gott. Jesus sagte zu ihnen: Wenn Gott euer Vater wäre, würdet ihr mich lieben; denn von Gott bin ich ausgegangen und gekommen. Ich bin nicht in meinem eigenen Namen gekommen, sondern er hat mich gesandt.“

Eine erzwungene Entscheidung für Christus ist keine freie Entscheidung. Jesus möchte eine Antwort von uns, die unserer Würde als Menschen entspricht. Weil Gott ALLES für uns eingesetzt hat, darum …

TAGESEVANGELIUM vom 4. April 2017
DIENSTAG DER 5. WOCHE DER FASTENZEIT

P1020031.JPGJohannes 8, 21-30
„In jener Zeit sprach Jesus zu den Pharisäern: Ich gehe fort, und ihr werdet mich suchen, und ihr werdet in eurer Sünde sterben. Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen. Da sagten die Juden: Will er sich etwa umbringen? Warum sagt er sonst: Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen? Er sagte zu ihnen: Ihr stammt von unten, ich stamme von oben; ihr seid aus dieser Welt, ich bin nicht aus dieser Welt. Ich habe euch gesagt: Ihr werdet in euren Sünden sterben; denn wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin, werdet ihr in euren Sünden sterben. Da fragten sie ihn: Wer bist du denn? Jesus antwortete: Warum rede ich überhaupt noch mit euch? Ich hätte noch viel über euch zu sagen und viel zu richten, aber er, der mich gesandt hat, bürgt für die Wahrheit, und was ich von ihm gehört habe, das sage ich der Welt. Sie verstanden nicht, dass er damit den Vater meinte. Da sagte Jesus zu ihnen: Wenn ihr den Menschensohn erhöht habt, dann werdet ihr erkennen, dass Ich es bin. Ihr werdet erkennen, dass ich nichts im eigenen Namen tue, sondern nur das sage, was mich der Vater gelehrt hat. Und er, der mich gesandt hat, ist bei mir; er hat mich nicht allein gelassen, weil ich immer das tue, was ihm gefällt. Als Jesus das sagte, kamen viele zum Glauben an ihn.“

Die Kluft zwischen Jesus und den Pharisäern wird immer deutlicher, immer tiefer. Zwischen Jesus, Gott und den Menschen wird immer eine Kluft bleiben müssen. Aber durch die Menschwerdung schenkt ER uns eine Nähe, deren wir von uns aus nicht fähig, nicht würdig wären. Was die hl. Klara von Assisi der hl. Agnes von Prag schreibt, könnten wir uns dazu auch zu Hilfe nehmen, um mit Jesus in unserem Alltag zu leben.

„Du kannst den in Dir halten, von dem Du und alles gehalten wird; Du kannst das schon besitzen, was Du, verglichen mit den übrigen
Besitzungen dieser Welt, die vergehen, mit weit größerer Sicherheit besitzen wirst. Darin täuschen sich gar manche Könige und Königinnen dieser Welt: denn wenn ihr Hochmut auch bis zum Himmel stiege und ihr Haupt die Wolken berührte, so werden sie doch am Ende vergehen wie ein Misthaufen.“ (3 Agn 26-28; KQ 33-34)

TAGESEVANGELIUM vom 3. April 2017
MONTAG DER 5. WOCHE DER FASTENZEIT

2.Station (2).jpgJohannes 8, 1-11
„In jener Zeit ging Jesus zum Ölberg. Am frühen Morgen begab er sich wieder in den Tempel. Alles Volk kam zu ihm. Er setzte sich und lehrte es. Da brachten die Schriftgelehrten und die Pharisäer eine Frau, die beim Ehebruch ertappt worden war. Sie stellten sie in die Mitte und sagten zu ihm: Meister, diese Frau wurde beim Ehebruch auf frischer Tat ertappt. Mose hat uns im Gesetz vorgeschrieben, solche Frauen zu steinigen. Nun, was sagst du? Mit dieser Frage wollten sie ihn auf die Probe stellen, um einen Grund zu haben, ihn zu verklagen. Jesus aber bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde. Als sie hartnäckig weiterfragten, richtete er sich auf und sagte zu ihnen: Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie. Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde. Als sie seine Antwort gehört hatten, ging einer nach dem Anderen fort, zuerst die Ältesten. Jesus blieb allein zurück mit der Frau, die noch in der Mitte stand. Er richtete sich auf und sagte zu ihr: Frau, wo sind sie geblieben? Hat dich keiner verurteilt? Sie antwortete: Keiner, Herr. Da sagte Jesus zu ihr: Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!“

Jesus hat auf die Erde geschrieben. Was hat er da wohl geschrieben? Hat da Jesus die Antwort den Schriftgelehrten und Pharisäern auf die Erde geschrieben? Eingraviert in den Boden, auf den sie stehen? Offensichtlich interessiert sie das nicht, hartnäckig drängen sie auf eine mündliche Antwort – Steinigung Ja oder nein? Jesus bückt sich nicht, um einen Stein aufzuheben. Seine Hand greift nicht nach etwas, er streckt seinen Finger aus zum Schreiben. Es drängt sich auf, dass Jesus vielleicht die Frage nach dem beteiligten Mann der auf frischer Tat ertappten Frau auf den Boden schreibt … Jedenfalls steht nur die Frau vor ihm. Jesus aber bückt sich, er richtet sich nicht auf und streckt sich auch nicht, um mit einem Stein nach ihr zu werfen. Jesus bückt sich – und schreibt … Jesus bückt sich – und trägt das Kreuz … Jesus bückt sich und trägt unsere Fehler und Schnitzer … Jesus bückt sich und trägt mich … und trägt DICH!

SONNTAGSEVANGELIUM vom 2. April 2017
FÜNFTER FASTENSONNTAG A

5. Fasten-Sonntag - A.pngJohannes 11, 1-45
„In jener Zeit war ein Mann krank, Lazarus aus Betanien, dem Dorf, in dem Maria und ihre Schwester Marta wohnten. Maria ist die, die den Herrn mit Öl gesalbt und seine Füße mit ihrem Haar abgetrocknet hat; deren Bruder Lazarus war krank. Daher sandten die Schwestern Jesus die Nachricht: Herr, dein Freund ist krank. Als Jesus das hörte, sagte er: Diese Krankheit wird nicht zum Tod führen, sondern dient der Verherrlichung Gottes: Durch sie soll der Sohn Gottes verherrlicht werden. Denn Jesus liebte Marta, ihre Schwester und Lazarus. Als er hörte, dass Lazarus krank war, blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er sich aufhielt. Danach sagte er zu den Jüngern: Lasst uns wieder nach Judäa gehen. Die Jünger entgegneten ihm: Rabbi, eben noch wollten dich die Juden steinigen, und du gehst wieder dorthin? Jesus antwortete: Hat der Tag nicht zwölf Stunden? Wenn jemand am Tag umhergeht, stößt er nicht an, weil er das Licht dieser Welt sieht; wenn aber jemand in der Nacht umhergeht, stößt er an, weil das Licht nicht in ihm ist. So sprach er. Dann sagte er zu ihnen: Lazarus, unser Freund, schläft; aber ich gehe hin, um ihn aufzuwecken. Da sagten die Jünger zu ihm: Herr, wenn er schläft, dann wird er gesund werden. Jesus hatte aber von seinem Tod gesprochen, während sie meinten, er spreche von dem gewöhnlichen Schlaf. Darauf sagte ihnen Jesus unverhüllt: Lazarus ist gestorben. Und ich freue mich für euch, dass ich nicht dort war; denn ich will, dass ihr glaubt. Doch wir wollen zu ihm gehen. Da sagte Thomas, genannt Didymus – Zwilling -, zu den anderen Jüngern: Dann lasst uns mit ihm gehen, um mit ihm zu sterben. Als Jesus ankam, fand er Lazarus schon vier Tage im Grab liegen. Betanien war nahe bei Jerusalem, etwa fünfzehn Stadien entfernt. Viele Juden waren zu Marta und Maria gekommen, um sie wegen ihres Bruders zu trösten. Als Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Haus. Marta sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben. Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Letzten Tag. Jesus erwiderte ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das? Marta antwortete ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll. Nach diesen Worten ging sie weg, rief heimlich ihre Schwester Maria und sagte zu ihr: Der Meister ist da und lässt dich rufen. Als Maria das hörte, stand sie sofort auf und ging zu ihm. Denn Jesus war noch nicht in das Dorf gekommen; er war noch dort, wo ihn Marta getroffen hatte. Die Juden, die bei Maria im Haus waren und sie trösteten, sahen, dass sie plötzlich aufstand und hinausging. Da folgten sie ihr, weil sie meinten, sie gehe zum Grab, um dort zu weinen. Als Maria dorthin kam, wo Jesus war, und ihn sah, fiel sie ihm zu Füßen und sagte zu ihm: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Als Jesus sah, wie sie weinte und wie auch die Juden weinten, die mit ihr gekommen waren, war er im Innersten erregt und erschüttert. Er sagte: Wo habt ihr ihn bestattet? Sie antworteten ihm: Herr, komm und sieh! Da weinte Jesus. Die Juden sagten: Seht, wie lieb er ihn hatte! Einige aber sagten: Wenn er dem Blinden die Augen geöffnet hat, hätte er dann nicht auch verhindern können, dass dieser hier starb? Da wurde Jesus wiederum innerlich erregt, und er ging zum Grab. Es war eine Höhle, die mit einem Stein verschlossen war. Jesus sagte: Nehmt den Stein weg! Marta, die Schwester des Verstorbenen, entgegnete ihm: Herr, er riecht aber schon, denn es ist bereits der vierte Tag. Jesus sagte zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen? Da nahmen sie den Stein weg. Jesus aber erhob seine Augen und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. Ich wusste, dass du mich immer erhörst; aber wegen der Menge, die um mich herum steht, habe ich es gesagt; denn sie sollen glauben, dass du mich gesandt hast. Nachdem er dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus! Da kam der Verstorbene heraus; seine Füße und Hände waren mit Binden umwickelt, und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch verhüllt. Jesus sagte zu ihnen: Löst ihm die Binden, und lasst ihn weggehen! Viele der Juden, die zu Maria gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus getan hatte, kamen zum Glauben an ihn.“

An diesem Sonntag wünschen wir Euch eine frohe und tiefe Christusbegegnung, die Euch stärkt für die Aufgaben der Woche.

TAGESEVANGELIUM vom 1. April 2017
SAMSTAG DER 4. WOCHE DER FASTENZEIT

P1010985 (2).JPGJohannes 7, 40-53
„In jener Zeit sagten einige aus dem Volk , als sie diese Worte hörten: Er ist wahrhaftig der Prophet. Andere sagten: Er ist der Messias. Wieder andere sagten: Kommt denn der Messias aus Galiläa? Sagt nicht die Schrift: Der Messias kommt aus dem Geschlecht Davids und aus dem Dorf Betlehem, wo David lebte? So entstand seinetwegen eine Spaltung in der Menge. Einige von ihnen wollten ihn festnehmen; aber keiner wagte ihn anzufassen. Als die Gerichtsdiener zu den Hohenpriestern und den Pharisäern zurückkamen, fragten diese: Warum habt ihr ihn nicht hergebracht? Die Gerichtsdiener antworteten: Noch nie hat ein Mensch so gesprochen. Da entgegneten ihnen die Pharisäer: Habt auch ihr euch in die Irre führen lassen? Ist etwa einer vom Hohen Rat oder von den Pharisäern zum Glauben an ihn gekommen? Dieses Volk jedoch, das vom Gesetz nichts versteht, verflucht ist es. Nikodemus aber, einer aus ihren eigenen Reihen, der früher einmal Jesus aufgesucht hatte, sagte zu ihnen: Verurteilt etwa unser Gesetz einen Menschen, bevor man ihn verhört und festgestellt hat, was er tut? Sie erwiderten ihm: Bist du vielleicht auch aus Galiläa? Lies doch nach: Der Prophet kommt nicht aus Galiläa. Dann gingen alle nach Hause.“

Da entsteht wegen Jesus, wegen der verschiedenen Auffassungen, die sie haben unter ihnen ein Streit. Sie schlichten den Streit nicht, sie alle gehen nach Hause. Aber mit dem Auseinandergehen ist der Streit auch nicht aus der Welt geschaffen, er wirkt unterschwellig weiter. Und wir heute? Was können wir im Streitfall wirklich tun?

TAGESEVANGELIUM vom 31. März 2017
FREITAG DER 4. WOCHE DER FASTENZEIT

P1020005.JPGJohannes 7, 1-2.10.25-30
„In jener Zeit zog Jesus in Galiläa umher; denn er wollte sich nicht in Judäa aufhalten, weil die Juden darauf aus waren, ihn zu töten. Das Laubhüttenfest der Juden war nahe. Als seine Brüder zum Fest hinaufgegangen waren, zog auch er hinauf, jedoch nicht öffentlich, sondern heimlich. Da sagten einige Leute aus Jerusalem: Ist das nicht der, den sie töten wollen? Und doch redet er in aller Öffentlichkeit, und man lässt ihn gewähren. Sollte der Hohe Rat wirklich erkannt haben, dass er der Messias ist? Aber von dem hier wissen wir, woher er stammt; wenn jedoch der Messias kommt, weiß niemand, woher er stammt. Während Jesus im Tempel lehrte, rief er: Ihr kennt mich und wisst, woher ich bin; aber ich bin nicht in meinem eigenen Namen gekommen, sondern er, der mich gesandt hat, bürgt für die Wahrheit. Ihr kennt ihn nur nicht. Ich kenne ihn, weil ich von ihm komme und weil er mich gesandt hat. Da wollten sie ihn festnehmen; aber keiner wagte ihn anzufassen, denn seine Stunde war noch nicht gekommen.“

Zuerst wird Jesus in Nazareth nicht angenommen. Dort wollen sie ihn vom Berg hinabstürzen, auf dem ihre Stadt erbaut ist. Jesus aber schreitet durch die Menge und geht weg. – Nun im Jerusalemer Tempel lehnen ihn die Juden ab, sie wollen Jesus festnehmen, aber auch hier: Jesus entzieht sich ihrem Zugriff, weil Jesu Stunde noch nicht gekommen ist. Da stellt sich auch für uns die Frage nach dem rechten Zeitpunkt. Die Antwort ist leicht und zugleich schwer. Der rechte Zeitpunkt ist immer der gegenwärtige Augenblick. Und doch: Nur dieser gegenwärtige Augenblick steht uns zur Verfügung, um ihn mit Liebe zu füllen.

TAGESEVANGELIUM vom 30. März 2017
DONNERSTAG DER 4. WOCHE DER FASTENZEIT

Kreuzwegbilder 111 (2).jpgJohannes 5, 31-47
„In jener Zeit sprach Jesus zu den Juden: Wenn ich über mich selbst als Zeuge aussage, ist mein Zeugnis nicht gültig; ein anderer ist es, der über mich als Zeuge aussagt, und ich weiß: Das Zeugnis, das er über mich ablegt, ist gültig. Ihr habt zu Johannes geschickt, und er hat für die Wahrheit Zeugnis abgelegt. Ich aber nehme von keinem Menschen ein Zeugnis an, sondern ich sage dies nur, damit ihr gerettet werdet. Jener war die Lampe, die brennt und leuchtet, und ihr wolltet euch eine Zeit lang an seinem Licht erfreuen. Ich aber habe ein gewichtigeres Zeugnis als das des Johannes: Die Werke, die mein Vater mir übertragen hat, damit ich sie zu Ende führe, diese Werke, die ich vollbringe, legen Zeugnis dafür ab, dass mich der Vater gesandt hat. Auch der Vater selbst, der mich gesandt hat, hat über mich Zeugnis abgelegt. Ihr habt weder seine Stimme gehört noch seine Gestalt je gesehen, und auch sein Wort bleibt nicht in euch, weil ihr dem nicht glaubt, den er gesandt hat. Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen das ewige Leben zu haben; gerade sie legen Zeugnis über mich ab. Und doch wollt ihr nicht zu mir kommen, um das Leben zu haben. Meine Ehre empfange ich nicht von Menschen. Ich habe erkannt, dass ihr die Liebe zu Gott nicht in euch habt. Ich bin im Namen meines Vaters gekommen, und doch lehnt ihr mich ab. Wenn aber ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, dann werdet ihr ihn anerkennen. Wie könnt ihr zum Glauben kommen, wenn ihr eure Ehre voneinander empfangt, nicht aber die Ehre sucht, die von dem einen Gott kommt? Denkt nicht, dass ich euch beim Vater anklagen werde; Mose klagt euch an, auf den ihr eure Hoffnung gesetzt habt. Wenn ihr Mose glauben würdet, müsstet ihr auch mir glauben; denn über mich hat er geschrieben. Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubt, wie könnt ihr dann meinen Worten glauben?“

Die hl. Klara von Assisi lebte viele Jahre verborgen in San Damiano bei Assisi. Ihr Leben und ihre Regel war das hl. Evangelium zu leben. Sie suchte nicht die Bekanntheit, nicht den öffentlichen Auftritt, und dennoch spricht man bis heute 800 Jahre danach noch von ihr.

TAGESEVANGELIUM vom 29. März 2017
MITTWOCH DER 4. WOCHE DER FASTENZEIT

P1000783 (2).JPGJohannes 5, 17-30
„In jener Zeit entgegnete Jesus den Juden: Mein Vater ist noch immer am Werk, und auch ich bin am Werk. Darum waren die Juden noch mehr darauf aus, ihn zu töten, weil er nicht nur den Sabbat brach, sondern auch Gott seinen Vater nannte und sich damit Gott gleichstellte. Jesus aber sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich aus tun, sondern nur, wenn er den Vater etwas tun sieht. Was nämlich der Vater tut, das tut in gleicher Weise der Sohn. Denn der Vater liebt den Sohn und zeigt ihm alles, was er tut, und noch größere Werke wird er ihm zeigen, so dass ihr staunen werdet. Denn wie der Vater die Toten auferweckt und lebendig macht, so macht auch der Sohn lebendig, wen er will. Auch richtet der Vater niemand, sondern er hat das Gericht ganz dem Sohn übertragen, damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt auch den Vater nicht, der ihn gesandt hat. Amen, amen, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat das ewige Leben; er kommt nicht ins Gericht, sondern ist aus dem Tod ins Leben hinübergegangen. Amen, amen, ich sage euch: Die Stunde kommt, und sie ist schon da, in der die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden; und alle, die sie hören, werden leben. Denn wie der Vater das Leben in sich hat, so hat er auch dem Sohn gegeben, das Leben in sich zu haben. Und er hat ihm Vollmacht gegeben, Gericht zu halten, weil er der Menschensohn ist. Wundert euch nicht darüber! Die Stunde kommt, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören und herauskommen werden: Die das Gute getan haben, werden zum Leben auferstehen, die das Böse getan haben, zum Gericht. Von mir selbst aus kann ich nichts tun; ich richte, wie ich es vom Vater höre, und mein Gericht ist gerecht, weil es mir nicht um meinen Willen geht, sondern um den Willen dessen, der mich gesandt hat.“

„Amen, amen, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat das ewige Leben; er kommt nicht ins Gericht, sondern ist aus dem Tod ins Leben hinübergegangen.“ – Ja, was ist die Botschaft Jesu? Sie gilt heute genauso wie damals und schenkt heute genauso Leben in Fülle – Ewiges Leben!

TAGESEVANGELIUM vom 28. März 2017

DIENSTAG DER 4. WOCHE DER FASTENZEIT

Mariazell Heriber Schwarz 211.jpgJohannes 5, 1-16
„Es war ein Fest der Juden, und Jesus ging hinauf nach Jerusalem. In Jerusalem gibt es beim Schaftor einen Teich, zu dem fünf Säulenhallen gehören; dieser Teich heißt auf hebräisch Betesda. In diesen Hallen lagen viele Kranke, darunter Blinde, Lahme und Verkrüppelte. Dort lag auch ein Mann, der schon achtunddreißig Jahre krank war. Als Jesus ihn dort liegen sah und erkannte, dass er schon lange krank war, fragte er ihn: Willst du gesund werden? Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich, sobald das Wasser aufwallt, in den Teich trägt. Während ich mich hinschleppe, steigt schon ein anderer vor mir hinein. Da sagte Jesus zu ihm: Steh auf, nimm deine Bahre und geh! Sofort wurde der Mann gesund, nahm seine Bahre und ging. Dieser Tag war aber ein Sabbat. Da sagten die Juden zu dem Geheilten: Es ist Sabbat, du darfst deine Bahre nicht tragen. Er erwiderte: Der Mann, der mich gesund gemacht hat, sagte zu mir: Nimm deine Bahre und geh! Sie fragten ihn: Wer ist das denn, der zu dir gesagt hat: Nimm deine Bahre und geh? Der Geheilte wusste aber nicht, wer es war. Jesus war nämlich weggegangen, weil sich dort eine große Menschenmenge angesammelt hatte. Später traf ihn Jesus im Tempel und sagte zu ihm: Jetzt bist du gesund; sündige nicht mehr, damit dir nicht noch Schlimmeres zustößt. Der Mann ging fort und teilte den Juden mit, dass es Jesus war, der ihn gesund gemacht hatte. Daraufhin verfolgten die Juden Jesus, weil er das an einem Sabbat getan hatte.“

Ist es unerhört, einem sehr lange kranken Menschen zu fragen, ob er gesund werden will? In der Antwort des Kranken wird deutlich, dass er an die Heilkraft des aufwallenden Wassers glaubt, aber für eine Heilungschance gibt es klare Hindernisse, die für ihn unüberwindlich sind. Es ist schon schlimm, in einer jahrzehntelangen Krankheit keinen Menschen zu haben, der einem hilft. Und Jesus hilft ihm auch nicht, rechtzeitig ins aufwallende Wasser zu kommen. Jesus schultert den Kranken nicht und bringt ihn nicht an den Beckenrand. Jesus gibt dem Kranken nur einen kurzen Befehl „Steh auf, nimm deine Bahre und geh!“ – Ein Befehl, dem der Kranke sofort spontan entspricht und ihm die Gesundheit schenkt, für Jesus aber mit furchtbaren Konsequenzen! – zu unserem Heil!
Foto: © Heribert Schwarz

TAGESEVANGELIUM vom 27. März 2017
MONTAG DER 4. WOCHE DER FASTENZEIT

Mariazell Heriber Schwarz 071.jpgJohannes 4, 43-54
„In jener Zeit ging Jesus von Samaria nach Galiläa. Er selbst hatte bestätigt: Ein Prophet wird in seiner eigenen Heimat nicht geehrt. Als er nun nach Galiläa kam, nahmen ihn die Galiläer auf, weil sie alles gesehen hatten, was er in Jerusalem während des Festes getan hatte; denn auch sie waren zum Fest gekommen. Jesus kam wieder nach Kana in Galiläa, wo er das Wasser in Wein verwandelt hatte. In Kafarnaum lebte ein königlicher Beamter; dessen Sohn war krank. Als er hörte, dass Jesus von Judäa nach Galiläa gekommen war, suchte er ihn auf und bat ihn, herabzukommen und seinen Sohn zu heilen; denn er lag im Sterben. Da sagte Jesus zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, glaubt ihr nicht. Der Beamte bat ihn: Herr, komm herab, ehe mein Kind stirbt. Jesus erwiderte ihm: Geh, dein Sohn lebt! Der Mann glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm gesagt hatte, und machte sich auf den Weg. Noch während er unterwegs war, kamen ihm seine Diener entgegen und sagten: Dein Junge lebt. Da fragte er sie genau nach der Stunde, in der die Besserung eingetreten war. Sie antworteten: Gestern in der siebten Stunde ist das Fieber von ihm gewichen. Da erkannte der Vater, dass es genau zu der Stunde war, als Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt. Und er wurde gläubig mit seinem ganzen Haus. So tat Jesus sein zweites Zeichen, und zwar nachdem er von Judäa nach Galiläa gekommen war.“

Jesus konfrontiert diesen königlichen Beamten ganz ordentlich. Einen Vater, der um seinen sterbenden Sohn bangt, so anzugehen ist ein ziemlich starkes Stück. Jesus ist da ganz und gar nicht der „liebe Jesus“. Aber – der Beamte lässt nicht locker, er geht mit. Der Ausspruch Jesu „Geh, dein Sohn lebt!“ klingt aufs erste so, dass lästige Menschen einem in Ruhe lassen. Aber Jesu Wort ist Gottes Wort, schaffendes Wort, durch IHN ist alles geworden, es ist ein wirk-mächtiges Wort. – Und der Beamte? Er nimmt Jesus beim Wort, er glaubt IHM, er glaubt, dass genau das geschieht, was Jesus sagt. Er glaubt einfach, ohne Beweise, er glaubt einfach so. Und es geschieht so, wie Jesus es gesagt hat.
Foto: © Heribert Schwarz

SONNTAGSEVANGELIUM vom 26. März 2017
VIERTER FASTENSONNTAG A

4. Fastensonntag - A +.pngJohannes 9, 1-41
In jener Zeit sah Jesus einen Mann, der seit seiner Geburt blind war. Da fragten ihn seine Jünger: Rabbi, wer hat gesündigt? Er selbst? Oder haben seine Eltern gesündigt, so dass er blind geboren wurde? Jesus antwortete: Weder er noch seine Eltern haben gesündigt, sondern das Wirken Gottes soll an ihm offenbar werden. Wir müssen, solange es Tag ist, die Werke dessen vollbringen, der mich gesandt hat; es kommt die Nacht, in der niemand mehr etwas tun kann. Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt. Als er dies gesagt hatte, spuckte er auf die Erde; dann machte er mit dem Speichel einen Teig, strich ihn dem Blinden auf die Augen und sagte zu ihm: Geh und wasch dich in dem Teich Schiloach! Schiloach heißt übersetzt: Der Gesandte. Der Mann ging fort und wusch sich. Und als er zurückkam, konnte er sehen. Die Nachbarn und andere, die ihn früher als Bettler gesehen hatten, sagten: Ist das nicht der Mann, der dasaß und bettelte? Einige sagten: Er ist es. Andere meinten: Nein, er sieht ihm nur ähnlich. Er selbst aber sagte: Ich bin es. Da fragten sie ihn: Wie sind deine Augen geöffnet worden? Er antwortete: Der Mann, der Jesus heißt, machte einen Teig, bestrich damit meine Augen und sagte zu mir: Geh zum Schiloach, und wasch dich! Ich ging hin, wusch mich und konnte wieder sehen. Sie fragten ihn: Wo ist er? Er sagte: Ich weiß es nicht. Da brachten sie den Mann, der blind gewesen war, zu den Pharisäern. Es war aber Sabbat an dem Tag, als Jesus den Teig gemacht und ihm die Augen geöffnet hatte. Auch die Pharisäer fragten ihn, wie er sehend geworden sei. Der Mann antwortete ihnen: Er legte mir einen Teig auf die Augen; dann wusch ich mich, und jetzt kann ich sehen. Einige der Pharisäer meinten: Dieser Mensch kann nicht von Gott sein, weil er den Sabbat nicht hält. Andere aber sagten: Wie kann ein Sünder solche Zeichen tun? So entstand eine Spaltung unter ihnen. Da fragten sie den Blinden noch einmal: Was sagst du selbst über ihn? Er hat doch deine Augen geöffnet. Der Mann antwortete: Er ist ein Prophet. Die Juden aber wollten nicht glauben, dass er blind gewesen und sehend geworden war. Daher riefen sie die Eltern des Geheilten und fragten sie: Ist das euer Sohn, von dem ihr behauptet, dass er blind geboren wurde? Wie kommt es, dass er jetzt sehen kann? Seine Eltern antworteten: Wir wissen, dass er unser Sohn ist und dass er blind geboren wurde. Wie es kommt, dass er jetzt sehen kann, das wissen wir nicht. Und wer seine Augen geöffnet hat, das wissen wir auch nicht. Fragt doch ihn selbst, er ist alt genug und kann selbst für sich sprechen. Das sagten seine Eltern, weil sie sich vor den Juden fürchteten; denn die Juden hatten schon beschlossen, jeden, der ihn als den Messias bekenne, aus der Synagoge auszustoßen. Deswegen sagten seine Eltern: Er ist alt genug, fragt doch ihn selbst. Da riefen die Pharisäer den Mann, der blind gewesen war, zum zweiten Mal und sagten zu ihm: Gib Gott die Ehre! Wir wissen, dass dieser Mensch ein Sünder ist. Er antwortete: Ob er ein Sünder ist, weiß ich nicht. Nur das eine weiß ich, dass ich blind war und jetzt sehen kann. Sie fragten ihn: Was hat er mit dir gemacht? Wie hat er deine Augen geöffnet? Er antwortete ihnen: Ich habe es euch bereits gesagt, aber ihr habt nicht gehört. Warum wollt ihr es noch einmal hören? Wollt auch ihr seine Jünger werden? Da beschimpften sie ihn: Du bist ein Jünger dieses Menschen; wir aber sind Jünger des Mose. Wir wissen, dass zu Mose Gott gesprochen hat; aber von dem da wissen wir nicht, woher er kommt. Der Mann antwortete ihnen: Darin liegt ja das Erstaunliche, dass ihr nicht wisst, woher er kommt; dabei hat er doch meine Augen geöffnet. Wir wissen, dass Gott einen Sünder nicht erhört; wer aber Gott fürchtet und seinen Willen tut, den erhört er. Noch nie hat man gehört, dass jemand die Augen eines Blindgeborenen geöffnet hat. Wenn dieser Mensch nicht von Gott wäre, dann hätte er gewiss nichts ausrichten können. Sie entgegneten ihm: Du bist ganz und gar in Sünden geboren, und du willst uns belehren? Und sie stießen ihn hinaus. Jesus hörte, dass sie ihn hinausgestoßen hatten, und als er ihn traf, sagte er zu ihm: Glaubst du an den Menschensohn? Der Mann antwortete: Wer ist das, Herr? Sag es mir, damit ich an ihn glaube. Jesus sagte zu ihm: Du siehst ihn vor dir; er, der mit dir redet, ist es. Er aber sagte: Ich glaube, Herr! Und er warf sich vor ihm nieder. Da sprach Jesus: Um zu richten, bin ich in diese Welt gekommen: damit die Blinden sehend und die Sehenden blind werden. Einige Pharisäer, die bei ihm waren, hörten dies. Und sie fragten ihn: Sind etwa auch wir blind? Jesus antwortete ihnen: Wenn ihr blind wärt, hättet ihr keine Sünde. Jetzt aber sagt ihr: Wir sehen. Darum bleibt eure Sünde.“

Möge für Euch der 4. Fastensonntag auch ein Tag der Freude sein!

TAGESEVANGELIUM vom 25. März 2017
Hochfest der Verkündigung des Herrn

Kreuzwegbilder 148 (2).jpgLukas 1,26-38
„In jener Zeit wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben. Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist nichts unmöglich. Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.“

Der Mensch kann gigantische Bauwerke schaffen und gräbt km-lange Tunnels durch die Berge und vieles könnte man noch aufzählen und bestaunen. Doch damals in Nazareth, in einem unscheinbaren und unbekannten Winkel der Welt, hat Gott die Initiative ergriffen. Für das unerhört Große, für die Menschwerdung Gottes bittet ER um die Zustimmung eines Menschen, einer jungen Frau. Und Maria rechnet sich nicht gleich eine Karriere aus, die ihresgleichen nicht findet. Maria fragt und erhält Antwort und dann sagt sie zu: „Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast.“

Neun Monate vor dem Fest der Geburt des Herrn wird das Fest der Verkündigung gefeiert: der Tag, an dem der Engel zu Maria gesandt wurde und ihr verkündete, dass sie zur Mutter des Messias, des Gottessohnes, erwählt war. Maria, Vertreterin ihres Volkes und der Menschheit, hat mit ihrem einfachen Ja geantwortet. Die Gottesmutterschaft ist das zentrale Geheimnis im Leben Marias; alles andere zielt darauf hin oder hat dort seinen Ursprung und seine Erklärung. – Ein Fest der „Verkündigung der Geburt des Herrn“ wurde in der Ostkirche bereits um 550 am 25. März gefeiert; in Rom wurde es im 7. Jahrhundert eingeführt.

TAGESEVANGELIUM vom 24. März 2017
FREITAG DER 3. WOCHE DER FASTENZEIT

16-03-2015 Musik mit Sr Verinika und Sr Antonia und Sr_Veronika.JPGMarkus 12,28b-34
„In jener Zeit ging ein Schriftgelehrter zu Jesus hin und fragte ihn: Welches Gebot ist das Erste von allen? Jesus antwortete: Das erste ist: Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft. Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden. Da sagte der Schriftgelehrte zu ihm: Sehr gut, Meister! Ganz richtig hast du gesagt: Er allein ist der Herr, und es gibt keinen anderen außer ihm, und ihn mit ganzem Herzen, ganzem Verstand und ganzer Kraft zu lieben und den Nächsten zu lieben wie sich selbst, ist weit mehr als alle Brandopfer und anderen Opfer. Jesus sah, dass er mit Verständnis geantwortet hatte, und sagte zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Und keiner wagte mehr, Jesus eine Frage zu stellen.“

Gott mit ganzem Herzen und ganzer Seele lieben, das hat die hl. Klara von Assisi getan und mit ihr versuchen es alle Ordensfrauen in besonderer Weise (sicher auch die Ordensmänner!). Für die beschaulichen in Klausur lebenden Ordensschwestern ist diese bes. Liebe zu Christus die vorrangige Aufgabe. Wir wählen alles (= Gott) und brauchen keinen großen Bewegungsradius um dieses ganz mit Gott gefüllte Leben auch stellvertretend für die vielen Menschen auf der Suche zu leben.

TAGESEVANGELIUM vom 23. März 2017

DONNERSTAG DER 3. WOCHE DER FASTENZEIT

Clarissen v. madrid.jpgLukas 11,14-23
„In jener Zeit trieb Jesus einen Dämon aus, der stumm war. Als der Dämon den Stummen verlassen hatte, konnte der Mann reden. Alle Leute staunten. Einige von ihnen aber sagten: Mit Hilfe von Beelzebul, dem Anführer der Dämonen, treibt er die Dämonen aus. Andere wollten ihn auf die Probe stellen und forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel. Doch er wusste, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Jedes Reich, das in sich gespalten ist, wird veröden, und ein Haus ums andere stürzt ein. Wenn also der Satan mit sich selbst im Streit liegt, wie kann sein Reich dann Bestand haben? Ihr sagt doch, dass ich die Dämonen mit Hilfe von Beelzebul austreibe. Wenn ich die Dämonen durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben dann eure Anhänger sie aus? Sie selbst also sprechen euch das Urteil. Wenn ich aber die Dämonen durch den Finger Gottes austreibe, dann ist doch das Reich Gottes schon zu euch gekommen. Solange ein bewaffneter starker Mann seinen Hof bewacht, ist sein Besitz sicher; wenn ihn aber ein Stärkerer angreift und besiegt, dann nimmt ihm der Stärkere all seine Waffen weg, auf die er sich verlassen hat, und verteilt die Beute. Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich; wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.“

Die hl. Klara von Assisi verteidigte ihre Schwestern und ihr Kloster mit dem Zeichen unserer Erlösung. Mit dem Zeichen des Kreuzes bannte Jesus durch sie Dämonen und feindliche Mächte. – Jesus, auf die Fürbitte der hl. Klara gebiete den feindlichen Mächten unserer Zeit Einhalt und befehle ihnen zu weichen.
Zum Bild: Klara mit Christus Aug in Aug – © Klarissen Madrid

TAGESEVANGELIUM vom 22. März 2017

MITTWOCH DER 3. WOCHE DER FASTENZEIT

Franziskus und Klara Klarissenklosterkloster Borgo.jpgMatthäus 5, 17-19
„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen. Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist. Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.“

Gottes Gebot führt zur wahren Freiheit und zum Leben in Fülle. Menschliche Satzungen unterliegen immer auch dem jeweiligen Zeitgeist und sind irgendwie immer auch von subjektiven Eigeninteressen gelenkt. Der hl. Franz von Assisi sträubte sich lange, dem hl. Evangelium andere Regelvorschriften hinzuzufügen. Bis heute beginnen die Regel der Brüder sowie die Lebensform der Schwestern Klarissen mit:

„Regel und Leben der Minderen Brüder ist dieses, nämlich unseres Herrn Jesus Christus heiliges Evangelium zu beobachten durch ein Leben in Gehorsam, ohne Eigentum und in Keuschheit.“ (BR 1,1; FQ 94)

„Die Lebensform des Ordens der Armen Schwestern, die der selige Franziskus begründet hat, ist diese: Unseres Herrn Jesu Christi heiliges Evangelium zu beobachten durch ein Leben in Gehorsam, ohne Eigentum und in Keuschheit.“ (KlReg 1,1-2; KQ 56f)

Allen Zeitströmungen zum Trotz und allen glitzernden Verlockungen zuwider sind wir ganz klar an das hl. Evangelium unseres Herrn Jesus Christus verwiesen. Heiliger Geist, erleuchte unseren Verstand, entflamme unsere Herzen mit deiner Liebe und mache unseren Willen gefügig für die großen Pläne Gottes des Vaters.

TAGESEVANGELIUM vom 21. März 2017
DIENSTAG DER 3. WOCHE DER FASTENZEIT

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Dieses Bild stammt von der Generalkurie der Franziskaner OFM und macht die Sorge um die „Schwachen“ deutlich, die alle angeht, Schwestern und Brüder. Und „Schwache“ bedeutet eben nicht nur körperlich Gebrechliche und Alte!

Matthäus 18,21-35

„In jener Zeit trat Petrus zu Jesus und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versündigt? Siebenmal? Jesus sagte zu ihm: Nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal. Mit dem Himmelreich ist es deshalb wie mit einem König, der beschloss, von seinen Dienern Rechenschaft zu verlangen. Als er nun mit der Abrechnung begann, brachte man einen zu ihm, der ihm zehntausend Talente schuldig war. Weil er aber das Geld nicht zurückzahlen konnte, befahl der Herr, ihn mit Frau und Kindern und allem, was er besaß, zu verkaufen und so die Schuld zu begleichen. Da fiel der Diener vor ihm auf die Knie und bat: Hab Geduld mit mir! Ich werde dir alles zurückzahlen. Der Herr hatte Mitleid mit dem Diener, ließ ihn gehen und schenkte ihm die Schuld. Als nun der Diener hinausging, traf er einen anderen Diener seines Herrn, der ihm hundert Denare schuldig war. Er packte ihn, würgte ihn und rief: Bezahl, was du mir schuldig bist! Da fiel der andere vor ihm nieder und flehte: Hab Geduld mit mir! Ich werde es dir zurückzahlen. Er aber wollte nicht, sondern ging weg und ließ ihn ins Gefängnis werfen, bis er die Schuld bezahlt habe. Als die übrigen Diener das sahen, waren sie sehr betrübt; sie gingen zu ihrem Herrn und berichteten ihm alles, was geschehen war. Da ließ ihn sein Herr rufen und sagte zu ihm: Du elender Diener! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich so angefleht hast. Hättest nicht auch du mit jenem, der gemeinsam mit dir in meinem Dienst steht, Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte? Und in seinem Zorn übergab ihn der Herr den Folterknechten, bis er die ganze Schuld bezahlt habe. Ebenso wird mein himmlischer Vater jeden von euch behandeln, der seinem Bruder nicht von ganzem Herzen vergibt.“

Die Frage des Petrus „wie oft …“ kennen wir nur zu gut. Es kommen einem Situationen in den Sinn, die im Rückblick ein Verzeihen als die Möglichkeit erkennen lassen. Die hl. Klara von Assisi schreibt die Lebensform (Regel) für uns Klarissen nach einer reichen Lebenserfahrung in San Damiano. Auf diesem Hintergrund empfiehlt sie:

„Die Niedergeschlagenen tröste sie. Sie (die Äbtissin) sei auch die letzte Zuflucht für die Bedrängten, damit nicht, wenn bei ihr die Heilmittel zur Gesundung fehlten, die Krankheit der Verzweiflung in den Schwachen die Oberhand gewinne.“ (KlReg 4,11-12; KQ 61)

TAGESEVANGELIUM vom 20. März 2017

Josef_Untersberger_-_Hl._Familie.jpgHochfest des hl. Josef

Matthäus 1, 16.18-21.24a
„Jakob war der Vater von Josef, dem Mann Marias; von ihr wurde Jesus geboren, der der Christus (der Messias) genannt wird. Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete – durch das Wirken des Heiligen Geistes. Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen. Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen. Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte.“

Liturgisch wird das Hochfest des hl. Josef heute nachgefeiert, weil gestern der 3. Fastensonntag vorging. Der hl. Josef wird von den Evangelisten Matthäus und Lukas erwähnt. Nach beiden Evangelien war Josef davidischer Abstammung: das Bindeglied zwischen dem davidischen Königshaus und dem Messias. Die Stationen seines Lebens sind bekannt. Er war ein Mann des Glaubens und des Vertrauens, Mitwisser göttlicher Geheimnisse, ein großer Schweiger. Als liebevoller Gatte der Jungfrau Maria hat er an Jesus die Stelle des Vaters vertreten. Wie lange Josef gelebt hat, wissen wir nicht; das letzte Mal wird er bei der Osterwallfahrt mit dem zwölfjährigen Jesus erwähnt. Die öffentliche Verehrung des hl. Josef beginnt im Abendland erst im 14./15. Jahrhundert. Im römischen Kalender steht sein Fest seit 1621. Pius IX. erklärte ihn zum Schutzpatron der Kirche.

Der Mann, der dient
„Josef – er ist der Mann am Rande, im Schatten. Der Mann der schweigenden Hilfe. Der Mann, in dessen Leben Gott dauernd eingreift mit neuen Weisungen und Sendungen.
Immer neue Weisungen und neue Sendungen, neuer Aufbruch und neue Ausfahrt … Er ist der Mann, der ging. Das ist sein Gesetz: der dienstwillige Gehorsam. Er ist der Mann, der dient. Dass ein Wort Gottes bindet und sendet, ist ihm selbstverständlich. Die dienstwillige Bereitschaft, das ist sein Geheimnis.“ (A. Delp)

TAGESGEBET
Allmächtiger Gott,
du hast Jesus, unseren Heiland,
und seine Mutter Maria
der treuen Sorge des heiligen Josef anvertraut.
Höre auf seine Fürsprache
und hilf deiner Kirche,
die Geheimnisse der Erlösung treu zu verwalten,
bis das Werk des Heiles vollendet ist.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

SONNTAGSEVANGELIUM vom 19. März 2017

3. Fastensonntag - A -.pngJohannes 4, 5-42
„In jener Zeit kam Jesus zu einem Ort in Samarien, der Sychar hieß und nahe bei dem Grundstück lag, das Jakob seinem Sohn Josef vermacht hatte. Dort befand sich der Jakobsbrunnen. Jesus war müde von der Reise und setzte sich daher an den Brunnen; es war um die sechste Stunde. Da kam eine samaritische Frau, um Wasser zu schöpfen. Jesus sagte zu ihr: Gib mir zu trinken! Seine Jünger waren nämlich in den Ort gegangen, um etwas zum Essen zu kaufen. Die samaritische Frau sagte zu ihm: Wie kannst du als Jude mich, eine Samariterin, um Wasser bitten? Die Juden verkehren nämlich nicht mit den Samaritern. Jesus antwortete ihr: Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht und wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, dann hättest du ihn gebeten, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben. Sie sagte zu ihm: Herr, du hast kein Schöpfgefäß, und der Brunnen ist tief; woher hast du also das lebendige Wasser? Bist du etwa größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben und selbst daraus getrunken hat, wie seine Söhne und seine Herden? Jesus antwortete ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen; wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt. Da sagte die Frau zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich keinen Durst mehr habe und nicht mehr hierher kommen muss, um Wasser zu schöpfen. Er sagte zu ihr: Geh, ruf deinen Mann, und komm wieder her! Die Frau antwortete: Ich habe keinen Mann. Jesus sagte zu ihr: Du hast richtig gesagt: Ich habe keinen Mann. Denn fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann. Damit hast du die Wahrheit gesagt. Die Frau sagte zu ihm: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist. Unsere Väter haben auf diesem Berg Gott angebetet; ihr aber sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten muss. Jesus sprach zu ihr: Glaube mir, Frau, die Stunde kommt, zu der ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. Ihr betet an, was ihr nicht kennt, wir beten an, was wir kennen; denn das Heil kommt von den Juden. Aber die Stunde kommt, und sie ist schon da, zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn so will der Vater angebetet werden. Gott ist Geist, und alle, die ihn anbeten, müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten. Die Frau sagte zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, das ist: der Gesalbte – Christus. Wenn er kommt, wird er uns alles verkünden. Da sagte Jesus zu ihr: Ich bin es, ich, der mit dir spricht. Inzwischen waren seine Jünger zurückgekommen. Sie wunderten sich, dass er mit einer Frau sprach, aber keiner sagte: Was willst du?, oder: Was redest du mit ihr? Da ließ die Frau ihren Wasserkrug stehen, eilte in den Ort und sagte zu den Leuten: Kommt her, seht, da ist ein Mann, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe: Ist er vielleicht der Messias? Da liefen sie hinaus aus dem Ort und gingen zu Jesus. Währenddessen drängten ihn seine Jünger: Rabbi, iss! Er aber sagte zu ihnen: Ich lebe von einer Speise, die ihr nicht kennt. Da sagten die Jünger zueinander: Hat ihm jemand etwas zu essen gebracht? Jesus sprach zu ihnen: Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat, und sein Werk zu Ende zu führen. Sagt ihr nicht: Noch vier Monate dauert es bis zur Ernte? Ich aber sage euch: Blickt umher und seht, dass die Felder weiß sind, reif zur Ernte. Schon empfängt der Schnitter seinen Lohn und sammelt Frucht für das ewige Leben, so dass sich der Sämann und der Schnitter gemeinsam freuen. Denn hier hat das Sprichwort recht: Einer sät, und ein anderer erntet. Ich habe euch gesandt, zu ernten, wofür ihr nicht gearbeitet habt; andere haben gearbeitet, und ihr erntet die Frucht ihrer Arbeit. Viele Samariter aus jenem Ort kamen zum Glauben an Jesus auf das Wort der Frau hin, die bezeugt hatte: Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe. Als die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben; und er blieb dort zwei Tage. Und noch viel mehr Leute kamen zum Glauben an ihn aufgrund seiner eigenen Worte. Und zu der Frau sagten sie: Nicht mehr aufgrund deiner Aussage glauben wir, sondern weil wir ihn selbst gehört haben und nun wissen: Er ist wirklich der Retter der Welt.“

Euch allen wünschen wir Klarissen an diesem 3. Fastensonntag eine tiefe Christus-Begegnung.

TAGESEVANGELIUM vom 18. März 2017

Rembrandt_Harmensz._van_Rijn_-_The_Return_of_the_Prodigal_Son_-_detail_son.jpgLukas 15,1-3.11-32
„In jener Zeit kamen alle Zöllner und Sünder zu Jesus, um ihn zu hören. Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: Er gibt sich mit Sündern ab und isst sogar mit ihnen. Da erzählte er ihnen ein Gleichnis und sagte: Weiter sagte Jesus: Ein Mann hatte zwei Söhne. Der jüngere von ihnen sagte zu seinem Vater: Vater, gib mir das Erbteil, das mir zusteht. Da teilte der Vater das Vermögen auf. Nach wenigen Tagen packte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land. Dort führte er ein zügelloses Leben und verschleuderte sein Vermögen. Als er alles durchgebracht hatte, kam eine große Hungersnot über das Land, und es ging ihm sehr schlecht. Da ging er zu einem Bürger des Landes und drängte sich ihm auf; der schickte ihn aufs Feld zum Schweinehüten. Er hätte gern seinen Hunger mit den Futterschoten gestillt, die die Schweine fraßen; aber niemand gab ihm davon. Da ging er in sich und sagte: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben mehr als genug zu essen, und ich komme hier vor Hunger um. Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt. Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein; mach mich zu einem deiner Tagelöhner. Dann brach er auf und ging zu seinem Vater. Der Vater sah ihn schon von weitem kommen, und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn. Da sagte der Sohn: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein. Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Gewand, und zieht es ihm an, steckt ihm einen Ring an die Hand, und zieht ihm Schuhe an. Bringt das Mastkalb her, und schlachtet es; wir wollen essen und fröhlich sein. Denn mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wieder gefunden worden. Und sie begannen, ein fröhliches Fest zu feiern. Sein älterer Sohn war unterdessen auf dem Feld. Als er heimging und in die Nähe des Hauses kam, hörte er Musik und Tanz. Da rief er einen der Knechte und fragte, was das bedeuten solle. Der Knecht antwortete: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das Mastkalb schlachten lassen, weil er ihn heil und gesund wiederbekommen hat. Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Sein Vater aber kam heraus und redete ihm gut zu. Doch er erwiderte dem Vater: So viele Jahre schon diene ich dir, und nie habe ich gegen deinen Willen gehandelt; mir aber hast du nie auch nur einen Ziegenbock geschenkt, damit ich mit meinen Freunden ein Fest feiern konnte. Kaum aber ist der hier gekommen, dein Sohn, der dein Vermögen mit Dirnen durchgebracht hat, da hast du für ihn das Mastkalb geschlachtet. Der Vater antwortete ihm: Mein Kind, du bist immer bei mir, und alles, was mein ist, ist auch dein. Aber jetzt müssen wir uns doch freuen und ein Fest feiern; denn dein Bruder war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wieder gefunden worden.“

Durch Gottes Gnade können wir umkehr und mit seiner Hilfe in seinem Dienst treu bleiben. Die hl. Klara von Assisi weist zu Beginn des Briefes an Ermentrud von Brügge auf die Hilfe der Gnade hin:

„Der liebsten Schwester Ermentrud wünscht Klara von Assisi, die niedrige Magd Jesu Christi, Heil und Frieden. Ich weiß, liebste Schwester, dass Du dem Schmutz der Welt mit Hilfe der Gnade Gottes glücklich entflohen bist. Darüber freue ich mich und beglückwünsche Dich von Herzen! Ja, noch einmal: Ich freue mich, dass Du mit Deinen Töchtern entschlossen die Pfade der Tugend wanderst. Liebste, sei dem treu, dem Du Dein Versprechen bis zum Tod gegeben hast; von ihm wirst Du gekrönt werden mit dem Lorbeerkranz des Lebens. Kurz ist unsere Mühsal hier, der Lohn aber ewig; nicht verwirre Dich der Lärm der Welt, die vergeht wie ein Schatten. Die eitlen Bilder dieser trügerischen Welt sollen Dich nicht betören; verschließ Deine Ohren den Einflüsterungen der Hölle und zerbrich unerschrocken ihre Versuchungen. Was Dir Übles widerfährt, das ertrage gern; ist Dir Glück beschieden, so werde nicht überheblich: Das eine nämlich fordert den Glauben, das andere verscheucht ihn. Was Du Gott gelobt hast, das erfülle treu, und er selbst wird es Dir vergelten. Liebste, blick auf zum Himmel, der uns einlädt; nimm das Kreuz und folge Christus, der uns vorangeht. Denn nach vielerlei und zahlreichen Bedrängnissen werden wir durch ihn selbst in seine Herrlichkeit eingehen. Liebe Gott mit der ganzen Kraft Deines Herzens und Jesus, seinen Sohn, der für uns Sünder gekreuzigt wurde; niemals möge das Andenken an ihn Deinem Geist entschwinden. Bemühe Dich also, stets die Geheimnisse des Kreuzes zu betrachten und die Ängste der Mutter, als sie unter dem Kreuz stand. Bete und wache allezeit! Und das Werk, das Du gut begonnen hast, vollende zielstrebig; und den Dienst, den Du auf Dich genommen hast, erfülle in heiliger Armut und lauterer Demut. Fürchte Dich nicht, Tochter: Gott ist treu in all seinen Worten und heilig in all seinen Werken; er wird über Dich und über Deine Töchter seinen Segen ausgießen. Und er wird Euer Helfer sein und bester Tröster; er ist unser Erlöser und unser ewiger Lohn. Beten wir zu Gott füreinander; wenn wir so gegenseitig die Last der Liebe tragen, erfüllen wir leicht das Gesetz Christi. Amen.“ (Ermen 1-17; KQ 90f.)

TAGESEVANGELIUM vom 17. März 2017

Kreuzwegbilder 059 (2).jpgMatthäus 21,33-43.45-46
„In jener Zeit sprach Jesus zu den Hohenpriestern und den Ältesten des Volkes: Hört noch ein anderes Gleichnis: Es war ein Gutsbesitzer, der legte einen Weinberg an, zog ringsherum einen Zaun, hob eine Kelter aus und baute einen Turm. Dann verpachtete er den Weinberg an Winzer und reiste in ein anderes Land. Als nun die Erntezeit kam, schickte er seine Knechte zu den Winzern, um seinen Anteil an den Früchten holen zu lassen. Die Winzer aber packten seine Knechte; den einen prügelten sie, den andern brachten sie um, einen dritten steinigten sie. Darauf schickte er andere Knechte, mehr als das erste Mal; mit ihnen machten sie es genauso. Zuletzt sandte er seinen Sohn zu ihnen; denn er dachte: Vor meinem Sohn werden sie Achtung haben. Als die Winzer den Sohn sahen, sagten sie zueinander: Das ist der Erbe. Auf, wir wollen ihn töten, damit wir seinen Besitz erben. Und sie packten ihn, warfen ihn aus dem Weinberg hinaus und brachten ihn um. Wenn nun der Besitzer des Weinbergs kommt: Was wird er mit solchen Winzern tun? Sie sagten zu ihm: Er wird diesen bösen Menschen ein böses Ende bereiten und den Weinberg an andere Winzer verpachten, die ihm die Früchte abliefern, wenn es Zeit dafür ist. Und Jesus sagte zu ihnen: Habt ihr nie in der Schrift gelesen: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, er ist zum Eckstein geworden; das hat der Herr vollbracht, vor unseren Augen geschah dieses Wunder? Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird euch weggenommen und einem Volk gegeben werden, das die erwarteten Früchte bringt. Als die Hohenpriester und die Pharisäer seine Gleichnisse hörten, merkten sie, dass er von ihnen sprach. Sie hätten ihn gern verhaften lassen; aber sie fürchteten sich vor den Leuten, weil alle ihn für einen Propheten hielten.“

Der Sohn Gottes kam in die Welt und wurde von den Menschen abgelehnt. Er aber nahm alles aus Liebe an um uns zu erlösen. Die hl. Klara von Assisi fordert die hl. Agnes von Prag auf, dieser Liebe mit ihrem Leben zu antworten.

„In diesem Spiegel erstrahlen die selige Armut, die heilige Demut und die unaussprechliche Liebe, wie Du sie über diesen ganzen Spiegel hin mit Gottes Gnade betrachten kannst. Richte Deine Aufmerksamkeit, sage ich, auf den Anfang dieses Spiegels und betrachte die Armut dessen, der in eine Krippe gelegt und in Windeln gehüllt wurde. O wunderbare Demut, o Staunen erweckende Armut! Der König der Engel, der Herr des Himmels und der Erde wird in eine Krippe gelegt. In der Mitte des Spiegels betrachte die heilige Demut, die selige Armut, die unzähligen Anstrengungen und Mühen, die er um der Erlösung des Menschengeschlechtes willen auf sich genommen hat. Am Ende des Spiegels aber versenke Dich schauend in die unaussprechliche Liebe, mit der er am Holz des Kreuzes leiden und an ihm auf die schimpflichste Todesart sterben wollte. Als dieser Spiegel selbst ans Holz des Kreuzes geheftet wurde, mahnte er die Vorübergehenden an das, was sie erwägen sollten, mit den Worten: „O ihr alle, die ihr des Weges vorüberzieht, habt Acht und seht, ob ein Schmerz ist wie mein Schmerz“. Wir sollten ihm, der da ruft und klagt, mit einer Stimme, einem Geist antworten: „Stets werde ich dessen eingedenk sein, und meine Seele wird dahinschwinden in mir“. In der Glut dieser Liebe mögest Du immer stärker entbrennen, o Königin des himmlischen Königs!“

TAGESEVANGELIUM vom 16. März 2017

P1010962 (2).JPGLukas 16,19-31
„In jener Zeit sprach Jesus: Es war einmal ein reicher Mann, der sich in Purpur und feines Leinen kleidete und Tag für Tag herrlich und in Freuden lebte. Vor der Tür des Reichen aber lag ein armer Mann namens Lazarus, dessen Leib voller Geschwüre war. Er hätte gern seinen Hunger mit dem gestillt, was vom Tisch des Reichen herunterfiel. Stattdessen kamen die Hunde und leckten an seinen Geschwüren. Als nun der Arme starb, wurde er von den Engeln in Abrahams Schoss getragen. Auch der Reiche starb und wurde begraben. In der Unterwelt, wo er qualvolle Schmerzen litt, blickte er auf und sah von weitem Abraham, und Lazarus in seinem Schoss. Da rief er: Vater Abraham, hab Erbarmen mit mir, und schick Lazarus zu mir; er soll wenigstens die Spitze seines Fingers ins Wasser tauchen und mir die Zunge kühlen, denn ich leide große Qual in diesem Feuer. Abraham erwiderte: Mein Kind, denk daran, dass du schon zu Lebzeiten deinen Anteil am Guten erhalten hast, Lazarus aber nur Schlechtes. Jetzt wird er dafür getröstet, du aber musst leiden. Außerdem ist zwischen uns und euch ein tiefer, unüberwindlicher Abgrund, so dass niemand von hier zu euch oder von dort zu uns kommen kann, selbst wenn er wollte. Da sagte der Reiche: Dann bitte ich dich, Vater, schick ihn in das Haus meines Vaters! Denn ich habe noch fünf Brüder. Er soll sie warnen, damit nicht auch sie an diesen Ort der Qual kommen. Abraham aber sagte: Sie haben Mose und die Propheten, auf die sollen sie hören. Er erwiderte: Nein, Vater Abraham, nur wenn einer von den Toten zu ihnen kommt, werden sie umkehren. Darauf sagte Abraham: Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht.“

Die hl. Klara von Assisi hat ihr Erbe und ihr Leben ganz Gott und den Menschen geschenkt. Darum erhielt sie als Erbteil das unvergängliche Leben. In einem umbrischen Klara-Leben ist davon die Rede:

„In ihrer heiligen Demut war diese gesegnete Tochter so arm dem Wollen nach, dass sie unter allen Dingen die heilige Armut empfahl. Am Anfang ihrer Bekehrung ließ sie aus Liebe zu Gott alles, was sie von ihrem väterlichen Erbe hatte, den Armen geben, ohne etwas für sich zu behalten. Da sie die Welt verlassen hatte, war sie überaus reich an Tugend in ihrem Geist und eilte frei und von allem entäußert hinter Christus her, ohne Geldbeutel und ohne Tasche, um darin zeitliche Güter aufzuheben. Sie hielt mit der heiligen Armut einen so innigen Bund und hegte eine so große Liebe gegen sie, dass sie weder für sich noch für ihre Gefährtinnen irgendetwas außer Jesus Christus haben wollte. Aus Sehnsucht nach der himmlischen Heimat hatte sie darum alles verschenkt und den Armen gegeben, um die wertvolle Perle Christi zu kaufen. Sie erachtete es als giftiges Ding und Werk, auf Erden irgendetwas Zeitliches zu besitzen. Oft sagte sie ihren Schwestern, dass sie durch nichts Gott so gefallen konnten als durch die freiwillige Armut. Jene Gemeinschaft aber würde auf immer bestehen, die auf die Armut gegründet sei. Sie unterwies sie oft, sich dem nackten Christus am Holz des heiligen Kreuzes gleich zu formen. Er wurde ja schon bei der Geburt von der Mutter nackt in die arme und enge Krippe gelegt. Auch im Tod ist er von den Juden nackt auf das Holz des heiligen Kreuzes geschlagen worden. Sie erinnerte sich dessen oft und rief es sich selbst und ihren Schwestern ins Gedächtnis, damit der Staub der weltlichen Gedanken keinen Zugang zu ihren Herzen fände. So wollte sie, dass dies der Name ihres Ordens sei, nämlich „Arme Herrinnen“ der heiligen Klara. Von Papst Innozenz III. erbat sie das Privileg der heiligen Armut. Der Heilige Vater wunderte sich über solchen Eifer und sagte: „Nie wurde vom apostolischen Stuhl ein so heiliges Privileg erbeten, in so großer Armut zu leben.“ (Umb 5,1-16; KQ 1224f)

TAGESEVANGELIUM vom 15. März 2017

Matthäus 20, 17-28
„In jener Zeit, als Jesus nach Jerusalem hinaufzog, nahm er unterwegs die zwölf Jünger beiseite und sagte zu ihnen: Wir gehen jetzt nach Jerusalem hinauf; dort wird der Menschensohn den Hohenpriestern und Schriftgelehrten ausgeliefert; sie werden ihn zum Tod verurteilen und den Heiden übergeben, damit er verspottet, gegeißelt und gekreuzigt wird; aber am dritten Tag wird er auferstehen. Damals kam die Frau des Zebedäus mit ihren Söhnen zu Jesus und fiel vor ihm nieder, weil sie ihn um etwas bitten wollte. Er fragte sie: Was willst du? Sie antwortete: Versprich, dass meine beiden Söhne in deinem Reich rechts und links neben dir sitzen dürfen. Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? Sie sagten zu ihm: Wir können es. Da antwortete er ihnen: Ihr werdet meinen Kelch trinken; doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die mein Vater diese Plätze bestimmt hat. Als die zehn anderen Jünger das hörten, wurden sie sehr ärgerlich über die beiden Brüder. Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.“

Maria_Enzersdorf_Romantikerfriedhof_20110625_0728In der Erzdiözese Wien feiert wir heute Das Fest des hl. Klemens Maria Hofbauer. Klemens wurde am Stephanstag 1751 in Taßwitz bei Znaim (Mähren) als neuntes Kind armer Leute geboren. Er war zuerst Bäcker, dann Einsiedler, schließlich Student und wurde mit 34 Jahren in Rom zum Priester geweiht. Er war der erste deutsche Redemptorist und seit 1788 Generalvikar dieser Kongregation im Norden. Der tief innerliche Mann „mit dem Apostelkopf“ und einem fröhlichen, gelegentlich auch heftigen Temperament arbeitete in Warschau, dann in Wien, wo er als Prediger und Beichtvater großen Einfluss hatte. Er war Seelsorger der Armen und der Reichen, der einfachen Leute und der Gebildeten, der Erwachsenen und der Kinder. Er starb am 15. März 1820 an Typhus. Sein Leib wurde 1862 in die Kirche Maria Stiegen in Wien übertragen. Davor ruhte er auf dem sogen. Romantiker-Friedhof in Maria Enzersdorf bei Wien.

„Die Zeit
ist so viel wert wie Gott selbst, weil man in einem Augenblick verloren gehen und in einem Augenblick Gott selbst gewinnen kann. Zieht also Nutzen aus dem Augenblick, der in eurer Gewalt steht. Wenn man auch die vergangene Zeit nicht mehr zurückrufen kann, so kann man sie doch dadurch zurückbekommen, dass man den Eifer im Gutestun verdoppelt.“ (Klemens Maria Hofbauer)

TAGESEVANGELIUM vom 14. März 2017

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Klara damals und wir heute „tanken“ hier immer wieder auf

Matthäus 23,1-12
„In jener Zeit wandte sich Jesus an das Volk und an seine Jünger und sagte: Die Schriftgelehrten und die Pharisäer haben sich auf den Stuhl des Mose gesetzt. Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie tun; denn sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen. Sie schnüren schwere Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern, wollen selber aber keinen Finger rühren, um die Lasten zu tragen. Alles, was sie tun, tun sie nur, damit die Menschen es sehen: Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Gewändern lang, bei jedem Festmahl möchten sie den Ehrenplatz und in der Synagoge die vordersten Sitze haben, und auf den Straßen und Plätzen lassen sie sich gern grüßen und von den Leuten Rabbi – Meister – nennen. Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder. Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel. Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus. Der Größte von euch soll euer Diener sein. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.“

Die hl. Klara von Assisi hat immer zuerst selbst alles getan, was sie andere lehrte. Sr. Battista Alfani schreibt darüber in „Leben und Legende der hl. Jungfrau Klara“:

„Von Gott hatte sie die außerordentliche Gnade empfangen, dass sie im Ermahnen und Ermuntern der Schwestern äußerst erfolgreich war, weil sie diese mit viel Sanftmut und Güte unterwies. Und wenn es notwendig wurde, konnte sie diese auch liebevoll zurechtweisen und korrigieren. So sehr sie sich bemühte, alle zu ermahnen und zu ermuntern, so unterwies und belehrte sie doch jene, die neu eintraten, mit mehr Sorgfalt, weil sie ja erst begonnen hatten, ein heiliges und religiöses Leben zu führen und darin auszuharren. Diese lehrte sie vor allem drei Dinge: erstens, Gott über alles zu lieben; zweitens, häufig und vollständig ihre Sünden zu beichten; drittens, immer das Leiden unseres Herrn Jesus Christus im Gedächtnis zu haben. In diesen drei Dingen verbreitete sie sich, so wie der Heilige Geist es ihr eingab. So lehrte diese gebenedeite Mutter ihre Töchter, so wie sie selbst heilig war, Gott in Heiligkeit zu dienen, wie man es heute in diesen ihren Töchtern offenbar sehen kann.“ (Alf 3,1-6; KQ 1324)

TAGESEVANGELIUM vom 13. März 2017

Lukas 6,36-38
„In jen20150718215501919_0013.jpger Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist! Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden. Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden. Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden. Gebt, dann wird auch euch gegeben werden. In reichem, vollem, gehäuftem, überfließendem Maß wird man euch beschenken; denn nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden.“

„Gebt, dann wird auch euch gegeben werde.“ Dieses Wort des Herrn ist im Leben der hl. Klara von Assisi Wirklichkeit geworden. Sr. Hyeronima Malatesta beschreibt es in der Reimlegende der hl. Klara aus Foligno:

„Eines Tages durch große Hungersnot
hatten sie überhaupt nichts mehr zu essen.
Da sagte die Kellermeisterin: „O meine Mutter,
heute habe ich nichts, was ich vorlegen könnte,
außer ein Brot, das einer so großen Gemeinschaft
auf keine Weise jemals genügen kann.
Daher sehe ich nichts, was ich könnte tun,
denn weder Sachen noch Geld besitzen wir.“

Da wurde Klara überaus fröhlich
und freute sich an der heiligen Armut.
„Tochter“, sagte sie, „decke den Tisch
und nimm die Hälfte von jenem Brot.
Teile es unter die Schwestern und denke stets,
dass Gott uns in seiner Güte lenkt.
Den andern Teil aber gib den Brüdern,
denn sie und wir werden gut erquickt.“

Doch jene sagte: „O meine Mutter,
da wäre jetzt nötig, dass sich erneuere
jenes alte Wunder von Jesus,
dass ein kleines Brot so viele sättige.“
Doch war sie gehorsam, ohne zu zögern,
und glaubte vertrauensvoll, es werde reichen.
Und Gott zeigte solches Zeichen durch Klara,
dass Brüder und Schwestern durch ein kleines Brot wurden satt.
(RFo 48-50; KQ 1258f)

SONNTAGSEVANGELIUM vom 12. März 2017

2. Fastensonntag - A -.pngMatthäus 17,1-9
„In jener Zeit nahm Jesus Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg. Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden blendend weiß wie das Licht. Da erschienen plötzlich vor ihren Augen Mose und Elija und redeten mit Jesus. Und Petrus sagte zu ihm: Herr, es ist gut, dass wir hier sind. Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Noch während er redete, warf eine leuchtende Wolke ihren Schatten auf sie, und aus der Wolke rief eine Stimme: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören. Als die Jünger das hörten, bekamen sie große Angst und warfen sich mit dem Gesicht zu Boden. Da trat Jesus zu ihnen, fasste sie an und sagte: Steht auf, habt keine Angst! Und als sie aufblickten, sahen sie nur noch Jesus. Während sie den Berg hinab stiegen, gebot ihnen Jesus: Erzählt niemand von dem, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist.“

Nach dieser Woche der kanonischen Visitation und dem Wahlkapitel melden wir uns wieder zurück und wünschen Euch allen einen schönen Sonntag mit viel Gnaden für jeden von Euch. Pace e Bene – Eure Klarissen

TAGESEVANGELIUM vom 6. März 2017

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Hier schwimmen die Forellen noch im Wasser

Matthäus 25,31-46
„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen. Und alle Völker werden vor ihm zusammengerufen werden, und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet. Er wird die Schafe zu seiner Rechten versammeln, die Böcke aber zur Linken. Dann wird der König denen auf der rechten Seite sagen: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist. Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt, und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank, und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben, oder durstig und dir zu trinken gegeben? Und wann haben wir dich fremd und obdachlos gesehen und aufgenommen, oder nackt und dir Kleidung gegeben? Und wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen? Darauf wird der König ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan. Dann wird er sich auch an die auf der linken Seite wenden und zu ihnen sagen: Weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist! Denn ich war hungrig, und ihr habt mir nichts zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir nichts zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich nicht aufgenommen; ich war nackt, und ihr habt mir keine Kleidung gegeben; ich war krank und im Gefängnis, und ihr habt mich nicht besucht. Dann werden auch sie antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig oder obdachlos oder nackt oder krank oder im Gefängnis gesehen und haben dir nicht geholfen? Darauf wird er ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan. Und sie werden weggehen und die ewige Strafe erhalten, die Gerechten aber das ewige Leben.“

Die hl. Klara v. Assisi bemühte sich, auch ausgefallene Wünsche von Kranken zu erfüllen. Sr. Balvina berichtet davon:

„Dieses folgende Wunder der seligen Klara steht nicht in ihrer Legende, sondern berichtet Schwester Balvina, die es von jener Schwester hörte, die zugegen war, als es sich ereignete, und die alles gesehen hat. Jene Balvina nämlich, die heute [dem Kloster] vorsteht, wurde von der heiligen Klara in den Orden aufgenommen und war mit ihr zugleich im Kloster. Als eine von den Dienstschwestern des Klosters schwer krank war, diente ihr die selige Klara, ein Spiegel der Tugend und der Demut, in eigener Person. Da diese nun wegen der Schwere der Krankheit völlig den Appetit zum Essen verloren hatte, sagte die selige Klara zu ihr: „Meine Schwester, gibt es etwas, was du essen kannst oder worauf du Appetit hast, es zu essen?“ Weil dieser aber gleichsam vor jeder Speise ekelte, erwiderte sie fast unwirsch: „Ich möchte Forellen aus dem Topinotal und Gebäck aus Nocera.“ Sie wusste und glaubte, dass es beinahe unmöglich sei, dieses zu besorgen, da Nocera von Assisi sechzehn Meilen und mehr entfernt ist. Die selige Klara hörte dies und hatte großes Mitleid mit der Kranken, sie kniete sich hin und begab sich ins Gebet, damit ihr der Herr das Erbetene gewähre. Welch Wunder! Kaum hatte sie das Gebet beendet, siehe, da stand zu abendlicher Stunde und bei starkem Regen, den es damals gab, ein wunderschöner Jüngling mit holdem und anmutigem Antlitz an der Pforte und klopfte mit großer Heftigkeit an. Er trug ein Tischtuch oder Handtuch mit sich, das an beiden Enden zusammengebunden war. Die selige Klara hörte das Klopfen und schickte eine der Dienstschwestern zur Pforte in der Meinung, es sei einer von den Brüdern. Als diese zur Pforte kam, empfing sie von dem besagten Jüngling das Tischtuch mit seinen Knoten; sie solle es Klara bringen, damit sie ihm das Tischtuch nach Entnahme des Inhalts sogleich wieder zurückbringe. Als die selige Klara eigenhändig die Knoten auflöste, fand sie darin auf wunderbare Weise Forellen und Gebäck, das heißt, aus Brot gemachte Kuchen, wie es die Kranke sich gewünscht und Klara vom Herrn erbeten hatte; und dies geschah durch das Wirken des Herrn. Dann schickte sie dem Jüngling das Tischtuch wieder zurück. Der junge Mann aber, der wegen der späten Stunde und des unfreundlichen Wetters auch von den Brüdern eingeladen worden war zu bleiben, machte sich sogleich davon und wurde von niemandem mehr gesehen. Die selige Klara erstattete daher Gott Dank wegen der göttlichen Herablassung, die ihr erwiesen worden war, und was sie sich gewünscht hatte, das reichte sie der Kranken dar.“ (Balv 1-15; KQ 838f)

Sonntagsevangelium vom 5. März 2017

1. Fastensonntag - A.PNGMatthäus 4, 1-11
„In jener Zeit wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt; dort sollte er vom Teufel in Versuchung geführt werden. Als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, bekam er Hunger. Da trat der Versucher an ihn heran und sagte: Wenn du Gottes Sohn bist, so befiehl, dass aus diesen Steinen Brot wird. Er aber antwortete: In der Schrift heißt es: Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt. Darauf nahm ihn der Teufel mit sich in die Heilige Stadt, stellte ihn oben auf den Tempel und sagte zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so stürz dich hinab; denn es heißt in der Schrift: Seinen Engeln befiehlt er, dich auf ihren Händen zu tragen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt. Jesus antwortete ihm: In der Schrift heißt es auch: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen. Wieder nahm ihn der Teufel mit sich und führte ihn auf einen sehr hohen Berg; er zeigte ihm alle Reiche der Welt mit ihrer Pracht und sagte zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest. Da sagte Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan! Denn in der Schrift steht: Vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen. Darauf ließ der Teufel von ihm ab, und es kamen Engel und dienten ihm.“

Liebe Leute! wir Klarissen wünschen Euch einen gesegneten 1. Fastensonntag. Alles soll Euch zur Freude und zum Heil werden.

TAGESEVANGELIUM vom 4. März 2017

010 (4).jpgLukas 5,27-32
„In jener Zeit sah Jesus einen Zöllner namens Levi am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! Da stand Levi auf, verließ alles und folgte ihm. Und er gab für Jesus in seinem Haus ein großes Festmahl. Viele Zöllner und andere Gäste waren mit ihnen bei Tisch. Da sagten die Pharisäer und ihre Schriftgelehrten voll Unwillen zu seinen Jüngern: Wie könnt ihr zusammen mit Zöllnern und Sündern essen und trinken? Jesus antwortete ihnen: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, um die Sünder zur Umkehr zu rufen, nicht die Gerechten.“

Levi verließ alles und folgte Jesus. Wie die hl. Klara v. Assisi verließ auch ihre Schwester Agnes alles und folgte Jesus. Sr. Battista Alfani berichtet davon in „Leben und Legende der hl. Jungfrau Klara“:

„Sogleich neigte sich die göttliche Majestät ihrer hervorragenden heiligen Beterin Klara zu und schenkte ihrer lieben Schwester Agnes die Gabe der ersehnten Bekehrung. Denn wenige Tage nach der Bekehrung der Jungfrau Klara berührte Gott auf solche Weise das Herz ihrer Schwester Agnes, dass diese in jener Nacht keinerlei Ruhe finden konnte. Es schienen ihr tausend Jahre zu vergehen, bis es Tag wurde und sie wieder zu ihrer Schwester zurückkehren und bei ihr bleiben konnte, um mit ihr Gott zu dienen. Als es Morgen wurde, kam das junge Mädchen Agnes, ganz entflammt vom Heiligen Geist, zu ihrer Schwester Klara, eröffnete ihr das Geheimnis ihres Herzens und sprach: „Meine liebe Schwester, ich bin mit festem Vorsatz und Willen gekommen, nie mehr nach Hause zurückzukehren, sondern mit dir im Dienste Gottes zu leben und zu sterben.“ Als die heilige Klara diese Worte hörte, umarmte sie jene zärtlich in großer Freude und sprach: „Dem höchsten Gott erstatte ich Dank, meine liebste Schwester, der dein Herz erleuchtet und mich erhört hat in dem, was ich ersehnt und mit so viel Eifer und Gebeten erbeten habe. Und du, meine Schwester, wirst selig sein, weil du es verstanden hast, die göttliche Eingebung anzunehmen.“ Und sie nahm sie bei der Hand, führte sie zum Altar und vertraute sie Jesus Christus voll Hingabe an.“ (Alf 2,1-8; KQ 1300)

TAGESEVANGELIUM vom 3. März 2017

Kreuzwegbilder 214 (2).jpgMatthäus 9,14-15
„In jener Zeit kamen die Jünger Johannes‘ des Täufers zu Jesus und sagten: Warum fasten deine Jünger nicht, während wir und die Pharisäer fasten? Jesus antwortete ihnen: Können denn die Hochzeitsgäste trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam genommen sein; dann werden sie fasten.“

Garzo dall’Incisa hat ein religiöses Volkslied verfasst, das wahrscheinlich das früheste Zeugnis über die hl. Klara v. Assisi in italienischer Volkssprache ist. Es ist die Laude der hl. Klara „Sancta Chiara sia laudata“. Darin leuchtet die Liebe zu ihrem Bräutigam auf. Hier einige Auszüge daraus:

„Sie verzichtete auf Eigentum
und erwählte die Armut,
sie bewahrte Jungfräulichkeit
mit bereitwilligem Geist.

Diese heilige Ordensfrau,
voller Sehnsucht nach Christus,
ist als klarer, strahlender Stern
unter den anderen aufgeleuchtet.

Durch ein apostolisches Leben
diente sie dem katholischen Glauben.
Der Strick mit der Kutte
hat dies gut bezeugt.

Durch göttliche Eingebung
gab sie sich der Buße hin,
durch gute Werke
wurde sie mit Gott versöhnt.

Sie dachte stets an den
Herrn, den sie sehr liebte,
um der Liebe willen bat sie,
von ihm unterwiesen zu werden.

Durch Gnade sollte er ihr zeigen,
wodurch sie sich könne verlieben,
und wie sie als Liebende noch mehr
und endlos lieben würde.

Eines Tages weilte sie zurückgezogen
und in andächtigem Gebet
in Erwartung jener Gabe,
die sie erbeten hatte.

Im Inneren des Herzens wurde ihr
das Gefühl jubelnder Freude zuteil.
Man kann nicht beschreiben noch sagen,
wie süß und zart diese war.

Es sah jene edle Liebende
eine Sache durch ein Gesicht,
noch nie war ihr das
so deutlich und so offenbar gezeigt worden.

Eine Stimme hörte sie da
von einer klagenden Frau,
bei einer Wegkreuzung
stand sie ganz schmerzerfüllt

mit ihrem wunderschönen Sohn:
große Wehklage hielt sie um ihn.
Er schien erst jüngst gestorben
durch eine vergiftete Lanze.

Schon fand die heilige Klara jene
heilige kleine arme Frau;
sehr bewegt sprach sie zu ihr,
so ergriffen war sie von Mitleid.

Sie schien dem Tode nahe:
die heilige Klara tröstet sie,
mit dem Gruß wendet sie sich
ihr zu von Tränen überströmt.

Die Frau hatte sie gesehen und
sprach: „Gut, dass du gekommen bist;
ich halte mich stets an Gott
deinetwegen, die du mich besucht hast.

Seitdem ich bei diesem Wald war,
wurde ich von keiner andern gesucht;
sie wünscht die Freude,
die ihr im Leben versagt ist.

Jene, die vermögend sind,
sorgen sich nicht um die Bedürftigen,
doch von Edlen und Tugendhaften
werde ich nicht verlassen sein.“

„Frau, wegen dir bin ich sehr bedrückt,
da dir so viel Leid widerfahren,
als ob du ergriffen
und in Ketten festgehalten wärst.“

Als sie auf die rechte Seite blickte,
sah sie ein Brot, auf dem
der Name Jesu Christi
in abgekürzten Buchstaben stand.

Sie nahm das Brot mit Frohlocken
und mit einer Geste von Freigebigkeit,
in der ein Reichtum lag,
der unvorstellbar ist.

Als sie sich umdreht, findet sie diese nicht,
was gleichsam ein Beweis war.
Die Klage wiederholt
ihr Geist viel Male.

Sie legte das Brot auf den Altar,
danach begann sie wegzugehen
und sprach: „Ich will nicht mehr essen,
so hungrig ich auch sein werde,

bevor ich nicht weiß,
wo die beiden so Guten sind.
Weh mir! – von so reicher Gabe,
wie weit bin ich davon entfernt!“
(Garzo 2,27-50; 3,51-94; 4,95-114; KQ 1176-1184)

TAGESEVANGELIUM vom 2. März 2017

Sr. Veronika Ra. Maria (2).PNGLukas 9,22-25
„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er wird getötet werden, aber am dritten Tag wird er auferstehen. Zu allen sagte er: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten. Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sich selbst verliert und Schaden nimmt?“

Heute ist der Sterbetag der hl. Agnes von Prag, die am 2. März 1281 zu Gott heimging. Es sind 4 Briefe der hl. Klara v. Assisi an sie erhalten. Ein anonymer Franziskaner schrieb die Legende der hl. Agnes von Böhmen, wie sie auch genannt wird, „Candor Lucis Eterne (Glorie des Ewigen Lichtes). P. Johannes Schneider ofm übersetzte sie 2007 ins heutige Deutsch. In Radio Maria Österreich gibt es am Samstag, 4.3. um 12.30 Uhr eine Sendung über die hl. Agnes mit einer Wiederholung am Mittwoch, 8.3. um 13.15 Uhr.

„Wenn auch schon fast nichts mehr an Körperkräften in ihr verblieben war, so war sie im Geist dennoch stark und glühend. Bald betete sie andächtig, bald beruhigte sie die Schwestern, die wegen ihres Hinscheidens verwaisen sollten und deshalb untröstliche Tränen weinten, mit gütigen Worten, bald ermutigte sie diese mit mütterlicher Liebe, den Gipfel der Vollkommenheit zu ergreifen. Dabei sagte sie: „Meine liebsten Töchter, beobachtet die Liebe zu Gott und zum Nächsten mit ganzem Bemühen. Sorgt euch darum, die Demut und Armut, die Christus gehalten und gelehrt hat, nachzuahmen, indem ihr euch immer den Füßen der Römischen Kirche unterwerft, nach dem Beispiel unseres heiligsten Vaters Franziskus und der gütigen Jungfrau Klara, die uns diese Regel zu leben überliefert haben. Dann werdet ihr mit Gewissheit erkennen, dass, so wie der barmherzige Herr jene niemals allein gelassen hat, seine liebevolle Güte auch uns in keiner Hinsicht verlassen wird, wenn ihr die von ihnen gesetzten Beispiele eifrig nachgeahmt habt.“ Diese und andere heilsame Ermahnungen hatte sie also den ganzen Abend und die folgende Nacht den Herzen der Schwestern eingeprägt und an Stelle eines immerwährenden Testamentes zu unverbrüchlicher Beobachtung hinterlassen. Am nächsten Tag, und zwar an einem Montag, begann sie von einer bestimmten Fröhlichkeit durchströmt zu werden, so dass sie den Anblick einer, die lächelte, an den Tag legte, und ihr ganzer Körper wurde bis zur sechsten Stunde in Lichtglanz gehüllt. Nachdem aber die Brüder die Non gebetet hatten und die Messe begannen, um die Stunde, in der der Erlöser des Menschengeschlechts für unsere Erlösung am Kreuze hing und den Geist aufgab, empfahl diese Gott überaus wohlgefällige Dienerin ihre Seele in die Hände des himmlischen Vaters. Sie entschlief am 2. März im Jahr der Gnade 1281 selig im Herrn und ging unter dem Schutzgeleit der Engel frohlockend in die ewigen Freuden ein.“ (AgnB XI 19-28; KQ 931f)

TAGESEVANGELIUM vom 1. März 2017
ASCHERMITTWOCH

09.02.2016 006.jpgMatthäus 6,1-6.16-18
„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Hütet euch, eure Gerechtigkeit vor den Menschen zur Schau zu stellen; sonst habt ihr keinen Lohn von eurem Vater im Himmel zu erwarten. Wenn du Almosen gibst, lass es also nicht vor dir herposaunen, wie es die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten gelobt zu werden. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut. Dein Almosen soll verborgen bleiben, und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler. Sie stellen sich beim Gebet gern in die Synagogen und an die Straßenecken, damit sie von den Leuten gesehen werden. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber geh in deine Kammer, wenn du betest, und schließ die Tür zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler. Sie geben sich ein trübseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber salbe dein Haar, wenn du fastest, und wasche dein Gesicht, damit die Leute nicht merken, dass du fastest, sondern nur dein Vater, der auch das Verborgene sieht; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.“

Heute, am Aschermittwoch empfangen wir das Aschenkreuz zum Zeichen der Umkehr. Thomas von Celano berichtet von einer „Aschenpredigt“ des hl. Franz von Assisi:

„Während seines Aufenthalts bei S. Damiano ließ sich Franziskus auf häufiges und ungestüm drängendes Bitten des Vikars hin dazu bewegen, seinen Töchtern das Wort Gottes zu verkünden. Die Frauen versammelten sich nach Gewohnheit, das Wort Gottes zu hören, aber nicht weniger auch, um den Vater zu Gesicht zu bekommen. Dieser aber erhob die Augen zum Himmel, wo er immer sein Herz hatte, und begann, zu Christus zu beten. Hierauf ließ er sich Asche bringen, streute davon um sich im Kreise auf den Boden, den Rest legte er auf sein Haupt. Die Frauen schauten in gespannter Erwartung auf den seligen Vater, und als sie sahen, wie er innerhalb des Aschenkreises schweigend verharrte, kam in ihrem Herzen große Verwunderung auf. Plötzlich richtete sich der Heilige auf und betete zu ihrer Verblüffung den Psalm „Misere mei Deus“ („Erbarme dich meiner, o Gott“), statt eine Predigt zu halten. Kaum hatte er ihn beendet, machte er sich schnell davon.“
(2 C 207,1-6; FQ 411)

TAGESEVANGELIUM vom 28. Feb. 2017

P1010947 (2).JPGMarkus 10,28-31
„In jener Zeit sagte Petrus zu Jesus: Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Jesus antwortete: Amen, ich sage euch: Jeder, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen Haus oder Brüder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird das Hundertfache dafür empfangen: Jetzt in dieser Zeit wird er Häuser, Brüder, Schwestern, Mütter, Kinder und Äcker erhalten, wenn auch unter Verfolgungen, und in der kommenden Welt das ewige Leben. Viele aber, die jetzt die Ersten sind, werden dann die Letzten sein, und die Letzten werden die Ersten sein.“

Schwester Beatrice berichtet im Heiligsprechungsprozess, wie die hl. Klara v. Assisi alles verlassen hat und Jesus nachgefolgt ist.

„Schwester Beatrice, Tochter des Herrn Favarone von Assisi, Klosterfrau im Kloster von San Damiano sagte unter Eid, sie sei eine leibliche Schwester der Klara, heiligen Andenkens, deren Leben gewissermaßen dem der Engel gleich gewesen war von Kindheit an, weil sie eine Jungfrau und für immer im Stand der Jungfräulichkeit geblieben war. Und sie war sehr bemüht um die guten Werke der Heiligkeit, so sehr, dass sich ihr guter Ruf herumgesprochen hatte unter all denen, die sie gekannt hatten.

Über die Bekehrung der hl. Klara

Und Beatrice sagte, als der heilige Franziskus vom Ruf ihrer Heiligkeit gehört hatte, sei er mehrmals zu ihr gegangen, um mit ihr zur reden, so eindrücklich, dass die Jungfrau Klara sich mit seinem Reden einverstanden erklärte, sich der Welt und allen irdischen Dingen verweigerte und, so schnell sie konnte, ging, um Gott zu dienen. Deshalb habe sie ihr ganzes Erbe verkauft und einen Teil des Erbes von ihr, Beatrice, und [den Erlös] den Armen gegeben. Und danach habe ihr der heilige Franziskus vor dem Altar in der Kirche der Jungfrau Maria, die Portiunkula genannt wird, die Haare abgeschnitten. Und danach habe er sie zur Kirche San Paolo delle Abbadesse geführt. Und als ihre Verwandten sie [von dort] wieder hätten hinausholen wollen, habe Klara die Altartücher gepackt und ihren Kopf entblößt, um zu zeigen, dass sie geschoren war. Und auf gar keine Weise habe sie sich mit ihnen einverstanden erklärt, sie ließ sich weder von ihnen herausholen noch von ihnen mitnehmen. Danach brachten sie der heilige Franziskus, Bruder Philipp und Bruder Bernhard zur Kirche Sant’Angelo di Panzo, wo sie für kurze Zeit blieb, [dann] wurde sie zur Kirche San Damiano gebracht, dem Ort, an dem ihr Gott mehrere Schwestern unter ihre Führung gab. – Auf die Frage, woher sie all diese Dinge wisse, antwortete sie, sie sei ihre jüngere Schwester, manche Dinge habe sie gesehen und andere gehört, von Klara selbst und von den anderen. – Auf die Frage, wann dies geschehen sei, antwortete sie, vor ungefähr zweiundvierzig Jahren.“ (ProKl XII,1-14; KQ 169f)

TAGESEVANGELIUM vom 27. Feb. 2017

P1010944.JPGMarkus 10,17-27
„In jener Zeit lief ein Mann auf Jesus zu, fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn: Guter Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen? Jesus antwortete: Warum nennst du mich gut? Niemand ist gut außer Gott, dem Einen. Du kennst doch die Gebote: Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen, du sollst keinen Raub begehen; ehre deinen Vater und deine Mutter! Er erwiderte ihm: Meister, alle diese Gebote habe ich von Jugend an befolgt. Da sah ihn Jesus an, und weil er ihn liebte, sagte er: Eines fehlt dir noch: Geh, verkaufe, was du hast, gib das Geld den Armen, und du wirst einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach! Der Mann aber war betrübt, als er das hörte, und ging traurig weg; denn er hatte ein großes Vermögen. Da sah Jesus seine Jünger an und sagte zu ihnen: Wie schwer ist es für Menschen, die viel besitzen, in das Reich Gottes zu kommen! Die Jünger waren über seine Worte bestürzt. Jesus aber sagte noch einmal zu ihnen: Meine Kinder, wie schwer ist es, in das Reich Gottes zu kommen! Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt. Sie aber erschraken noch mehr und sagten zueinander: Wer kann dann noch gerettet werden? Jesus sah sie an und sagte: Für Menschen ist das unmöglich, aber nicht für Gott; denn für Gott ist alles möglich.“

In der Heiligsprechungsbulle wird die hl. Klara von Assisi als besondere Liebhaberin der Armut bezeichnet.

„Die besondere Liebhaberin und emsige Pflegerin der Armut prägte diese so sehr ihrer Seele ein, verband sie so sehr mit ihren Sehnsüchten, dass sie in der Liebe zu ihr immer gefestigter, in der Umarmung mit ihr immer glühender wurde und sich durch keine Not jemals von der engen und erfreulichen Verbindung mit ihr loslöste. Auch konnte sie durch keinerlei Überredung dazu gebracht werden zuzustimmen, dass ihr Kloster Besitzungen habe, obwohl Unser Vorgänger, Papst Gregor seligen Andenkens, der den großen Mangel ihres Klosters voll Mitleid erwog, ihr gerne zum Unterhalt ihrer Schwestern ausreichenden und angemessenen Besitz zuweisen wollte.“ (BulKl 74-77; KQ 272)

SONNTAGSEVANGELIUM vom 26. Feb. 2017

Matthäus 6,24-34
„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben, oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon. Deswegen sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben und darum, dass ihr etwas zu essen habt, 8-sonntag-anoch um euren Leib und darum, dass ihr etwas anzuziehen habt. Ist nicht das Leben wichtiger als die Nahrung und der Leib wichtiger als die Kleidung? Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie? Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlängern? Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung? Lernt von den Lilien, die auf dem Feld wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen. Wenn aber Gott schon das Gras so prächtig kleidet, das heute auf dem Feld steht und morgen ins Feuer geworfen wird, wie viel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen! Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen? Denn um all das geht es den Heiden. Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht. Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben. Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat genug eigene Plage.“

Euch allen einen erholsamen Sonntag! Gott behüte Euch alle.

TAGESEVANGELIUM vom 25. Feb. 2017

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Die letzte hl. Kommunion der hl. Klara v. Assisi  –  Detail aus einem Klarazyklus

Markus 10,13-16
„In jener Zeit brachte man Kinder zu Jesus, damit er ihnen die Hände auflegte. Die Jünger aber wiesen die Leute schroff ab. Als Jesus das sah, wurde er unwillig und sagte zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen gehört das Reich Gottes. Amen, das sage ich euch: Wer das Reich Gottes nicht so annimmt, wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. Und er nahm die Kinder in seine Arme; dann legte er ihnen die Hände auf und segnete sie.“

Die hl. Klara v. Assisi wusste sich wie ein Kind von Gott geliebt. In der Verslegende sind ihre letzten Worte festgehalten:

„Zu sich gekehrt, sprach die ganz heilige Jungfrau leise so zu ihrer Seele: „Brich auf, lasse alles zurück, denn es ist bereits dein seliges Geleit da: dein Schöpfer selbst, der dich aus dem Nichts erschaffen, dich geheiligt, und dich als dein Behüter bewahrt hat, wie eine Mutter ihr Kind immer liebt.“ Als eine der Schwestern sie fragte, mit wem sie spreche, sagte sie: „Ich spreche dies zu [meiner] glücklichen Seele.“ (VKl 1355-1361; KQ 244)

TAGESEVANGELIUM vom 24. Feb. 2017

P1000787.JPGJohannes 15,9-17
„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe. Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird. Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe. Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage. Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe. Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet. Dies trage ich euch auf: Liebt einander!“

Im deutschsprachigen Raum wird heute das Fest des hl. Matthias gefeiert (in der Gesamtkirche am 14. Mai). Über das Leben des Apostels Matthias wissen wir nur, was in der Apostelgeschichte steht (Apg 1,15-25): dass er anstelle des Judas Iskariot zum Apostelkollegium hinzugewählt wurde. Aus der Rede des Petrus ergibt sich auch, dass Matthias zu den Männern gehörte, „die die ganze Zeit mit uns zusammen waren, als Jesus, der Herr, bei uns ein und aus ging, angefangen von der Taufe durch Johannes bis zu dem Tag, an dem er von uns ging und aufgenommen wurde“ (Apg 1,21-22). Nach der Legende soll Matthias in Äthiopien gewirkt und das Martyrium erlitten haben. Seine Reliquien wurden im Auftrag der Kaiserin Helena nach Trier gebracht; dort werden sie in der Abteikirche St. Matthias verehrt, die im Mittelalter das Ziel vieler Wallfahrten war.

TAGESGEBET
Gott, du kennst die Herzen aller Menschen;
du hast es gefügt, dass der heilige Matthias
zum Kollegium der Apostel hinzugewählt wurde.
Deine Liebe lenke auch unseren Weg
und reihe uns ein
in die Schar deiner Auserwählten.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

TAGESEVANGELIUM vom 23. Feb. 2017

ScheeglöckchenIMG_1499.jpgMarkus 9,41-50
„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wer euch auch nur einen Becher Wasser zu trinken gibt, weil ihr zu Christus gehört – amen, ich sage euch: er wird nicht um seinen Lohn kommen. Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verführt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen würde. Wenn dich deine Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab; es ist besser für dich, verstümmelt in das Leben zu gelangen, als mit zwei Händen in die Hölle zu kommen, in das nie erlöschende Feuer. Und wenn dich dein Fuß zum Bösen verführt, dann hau ihn ab; es ist besser für dich, verstümmelt in das Leben zu gelangen, als mit zwei Füßen in die Hölle geworfen zu werden. Und wenn dich dein Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus; es ist besser für dich, einäugig in das Reich Gottes zu kommen, als mit zwei Augen in die Hölle geworfen zu werden, wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt. Denn jeder wird mit Feuer gesalzen werden. Das Salz ist etwas Gutes. Wenn das Salz die Kraft zum Salzen verliert, womit wollt ihr ihm seine Würze wiedergeben? Habt Salz in euch, und haltet Frieden untereinander!“

Heute ist der Gedenktag des hl. Polykarp. Polykarp kannte noch den Apostel Johannes und wurde von ihm zum Bischof von Smyrna bestellt (vgl. Offb 2,8-11). Als Sprecher der Kirchen von Kleinasien verhandelte er 155 mit Papst Anicet über den Termin des Osterfestes. In Kleinasien muss er großen Einfluss gehabt haben; die Heiden nannten ihn „den Lehrer Asiens, den Vater der Christen, den Zerstörer der Götter“. Als der römische Statthalter ihm befahl, Christus zu verfluchen, antwortete er: „Sechsundachtzig Jahre diene ich ihm, und er hat mir nie ein Leid getan; wie könnte ich meinen König lästern, der mich erlöst hat?“ Er wurde zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt, und als das Feuer ihn nicht tötete, mit einem Dolch durchbohrt. Über sein Martyrium ist ein zuverlässiger Bericht erhalten. Polykarp ist der letzte Zeuge aus dem apostolischen Zeitalter.

TAGESGEBET
Gott, du Herr der ganzen Schöpfung,
du hast den heiligen Bischof Polykarp
zum standhaften Bekenntnis des Glaubens gestärkt
und in die Schar deiner Märtyrer aufgenommen.
Gib auch uns deine Kraft,
wenn wir am Kelch des Leidens Christi teilhaben,
damit wir auferstehen zum ewigen Leben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

TAGESEVANGELIUM vom 22. Feb. 2017

P1000824 (2).JPGMatthäus 16,13-19
„In jener Zeit, als Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger: Für wen halten die Leute den Menschensohn? Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Simon Petrus antwortete: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes! Jesus sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel. Ich aber sage dir: Du bist Petrus – der Fels -, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.“

Heute feiern wir das Fest „Kathedra Pretri“. Die Zeit vom 13. bis 23. Februar war im heidnischen Rom der Erinnerung an die verstorbenen Angehörigen geweiht. Bei der Feier wurden für die Toten Speisen und ein Stuhl (cathedra) bereitgestellt. Die Christengemeinde gedachte in dieser Zeit des Apostels Petrus, des Vaters ihres Glaubens. Die kirchliche Ablehnung des Totenmahls seit dem 4. Jahrhundert hatte zur Folge, dass man den Stuhl des Petrus nunmehr als Lehrstuhl, als Symbol des Lehramts verstand. Gegenstand des christlichen Festes war aber nicht der Stuhl, sondern die Übernahme des römischen Bischofsstuhls durch den hl. Petrus, oder richtiger: die Berufung des Petrus zum Lehramt in der Kirche. Ein zweites Fest der Kathedra des Petrus wurde seit dem 6. oder 7. Jahrhundert in Gallien am 18. Januar gefeiert. Es wurde dann auch von der römischen Kirche übernommen, aber Papst Johannes XXIII. hat aus beiden Festen wieder ein einziges gemacht und es auf den heutigen Tag festgelegt.

ERÖFFNUNGSVERS
Der Herr sprach zu Simon Petrus:
Ich habe für dich gebetet, damit dein Glaube nicht erlischt.
Und wenn du wieder zurückgefunden hast,
dann stärke deine Brüder.

TAGESGEBET
Allmächtiger Gott,
das gläubige Bekenntnis des Apostels Petrus
ist der Felsen,
auf den du deine Kirche gegründet hast.
Lass nicht zu,
dass Verwirrung und Stürme
unseren Glauben erschüttern.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

TAGESEVANGELIUM vom 21. Feb. 2017

Klara mit s. Kreuz - clarisse francescane missionarie.jpg
Clarisse Francescane Missionarie

Markus 9,30-37
„In jener Zeit zogen Jesus und seine Jünger durch Galiläa. Jesus wollte aber nicht, dass jemand davon erfuhr; denn er wollte seine Jünger über etwas belehren. Er sagte zu ihnen: Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert, und sie werden ihn töten; doch drei Tage nach seinem Tod wird er auferstehen. Aber sie verstanden den Sinn seiner Worte nicht, scheuten sich jedoch, ihn zu fragen. Sie kamen nach Kafarnaum. Als er dann im Haus war, fragte er sie: Worüber habt ihr unterwegs gesprochen? Sie schwiegen, denn sie hatten unterwegs miteinander darüber gesprochen, wer von ihnen der Größte sei. Da setzte er sich, rief die Zwölf und sagte zu ihnen: Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein. Und er stellte ein Kind in ihre Mitte, nahm es in seine Arme und sagte zu ihnen: Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt nicht nur mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.“

„Wer der Erste sein will, soll der Diener aller sein.“ In der Verslegende wird diese Haltung an der hl. Klara v. Assisi als Vorbild hingestellt:

„Daran schließt sich an, dass sie, obwohl sie die Erste im Orden war, den Vorsitz darin zurückwies und den Titel einer Meisterin ablehnte. Sie nahm [nur] widerwillig auf Anordnung des Franziskus hin die Last des Amtes an, nämlich die Sorge um die Schwestern und deren Leitung. Dennoch trug sie nichts Beschwerliches in ihrem Amt und nichts Stolzes legte sie hinein. Im Gegenteil, als Vorsteherin diente sie den Ihren, und die Jungfrau war geringer im Dienst und die Form der Minderen [Schwestern]. Indem sie das Beispiel des Herrn und höchsten Meisters bewahrte, suchte sie nicht bedient zu werden, sondern war bereit zu dienen. In ihrem Tugendleben konnte wie in einem Spiegel jedes Mädchen erblicken, dass sie sich ihrer Schwester nicht vorziehen, sondern lieber danach trachten sollte, dass die Größere der Kleineren diene und die Kleinere die Größere im Geiste ehre und schätze. Dies lasen sie in ihrer Mutter und griffen das Beispiel ihrer Meisterin auf. Überaus dienstbereit, goss die Mutter den meisten der Schwestern Wasser über die Hände und stand neben den Schwestern, während diese saßen. Weder floh sie den Schmutz noch erschreckte die Jungfrau übler Gestank, sie wusch die Kranken, reinigte die schmutzigen Leibstühle und küsste die gewaschenen Füße der Dienstschwestern. Ich will ein erinnerungswürdiges Ereignis nicht verschweigen: Als sie einmal ihren Mund zu den Füßen einer Dienstschwester beugte, erstaunte die Magd [darüber], wollte es nicht hinnehmen und zog den Fuß zurück; und im Zurückziehen schlug sie der Herrin mit dem Fuß auf den Mund. Mit fröhlichem Gesicht ertrug sie das und liebkosend nahm die Jungfrau wieder den Fuß der Magd und drückte alsbald Küsse auf die Fußsohle.“ (VKl 381-405; KQ 212f)

TAGESEVANGELIUM vom 20. Feb. 2017

13339676_10207720476944995_756971154775522763_n (2).jpgMarkus 9,14-29
„In jener Zeit, als Jesus mit Petrus, Jakobus und Johannes von dem Berg herabgestiegen war und sie zu den anderen Jüngern zurückkamen, sahen sie eine große Menschenmenge um sie versammelt und Schriftgelehrte, die mit ihnen stritten. Sobald die Leute Jesus sahen, liefen sie in großer Erregung auf ihn zu und begrüßten ihn. Er fragte sie: Warum streitet ihr mit ihnen? Einer aus der Menge antwortete ihm: Meister, ich habe meinen Sohn zu dir gebracht. Er ist von einem stummen Geist besessen; immer wenn der Geist ihn überfällt, wirft er ihn zu Boden, und meinem Sohn tritt Schaum vor den Mund, er knirscht mit den Zähnen und wird starr. Ich habe schon deine Jünger gebeten, den Geist auszutreiben, aber sie hatten nicht die Kraft dazu. Da sagte er zu ihnen: O du ungläubige Generation! Wie lange muss ich noch bei euch sein? Wie lange muss ich euch noch ertragen? Bringt ihn zu mir! Und man führte ihn herbei. Sobald der Geist Jesus sah, zerrte er den Jungen hin und her, so dass er hinfiel und sich mit Schaum vor dem Mund auf dem Boden wälzte. Jesus fragte den Vater: Wie lange hat er das schon? Der Vater antwortete: Von Kind auf; oft hat er ihn sogar ins Feuer oder ins Wasser geworfen, um ihn umzubringen. Doch wenn du kannst, hilf uns; hab Mitleid mit uns! Jesus sagte zu ihm: Wenn du kannst? Alles kann, wer glaubt. Da rief der Vater des Jungen: Ich glaube; hilf meinem Unglauben! Als Jesus sah, dass die Leute zusammenliefen, drohte er dem unreinen Geist und sagte: Ich befehle dir, du stummer und tauber Geist: Verlass ihn, und kehr nicht mehr in ihn zurück! Da zerrte der Geist den Jungen hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei. Der Junge lag da wie tot, so dass alle Leute sagten: Er ist gestorben. Jesus aber fasste ihn an der Hand und richtete ihn auf, und der Junge erhob sich. Als Jesus nach Hause kam und sie allein waren, fragten ihn seine Jünger: Warum konnten denn wir den Dämon nicht austreiben? Er antwortete ihnen: Diese Art kann nur durch Gebet ausgetrieben werden.“

„Diese Art kann nur durch Gebet ausgetrieben werden“. In der Verslegende wird berichtet, dass eine Frau durch die Gebete der hl. Klara von Assisi von Dämonen befreit wurde:

„Es ist nicht verwunderlich, wenn die Jungfrau, da sie Großes vermag, auch im Kleinsten entschlossen ist, oder wenn sie, mit Tränen bewaffnet, irdische Schlachtreihen überwältigt und im Gebet menschliche Kühnheit zügelt. Ihr heiliges Gebet schlägt [auch] geistige Feinde zurück, welche weder Milde beugt noch Furcht vertreibt noch irgendeine Scham bändigt. Dies bezeugt aus eigener Erfahrung eine Frau, die sich nach dem verehrungswürdigen Ort der Frauen froh erkundigte, um nach einem Gelöbnis Gott und Klara Dank zu erstatten. Sie fügte hinzu, sie sei vor kurzem durch die Raserei von fünf Dämonen gepeinigt gewesen und von der Seuche dieser [Dämonen] durch die seligen Verdienste Klaras befreit worden. Sie sagte, dass die Dämonen selbst bekannt hatten, sie seien durch die Gebete der Jungfrau verbrannt worden und durch sie aus dem besessenen Gefäß geflohen.“ (VKl 777-790; KQ 225)

Sonntagsevangelium vom 19. Feb. 2017

7. Sonntag - A .. ...pngMatthäus 5,38-48
„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn. Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin. Und wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann lass ihm auch den Mantel. Und wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm. Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab. Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden? Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.“

Euch allen einen gesegneten Sonntag mit einer tiefen Begegnung mit Jesus Christus.

TAGESEVANGELIUM vom 18. Feb. 2017

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Detail aus einem Klara-Zyklus

Markus 9,2-13
„In jener Zeit nahm Jesus Petrus, Jakobus und Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg, aber nur sie allein. Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; seine Kleider wurden strahlend weiß, so weiß, wie sie auf Erden kein Bleicher machen kann. Da erschien vor ihren Augen Elija und mit ihm Mose, und sie redeten mit Jesus. Petrus sagte zu Jesus: Rabbi, es ist gut, dass wir hier sind. Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Er wusste nämlich nicht, was er sagen sollte; denn sie waren vor Furcht ganz benommen. Da kam eine Wolke und warf ihren Schatten auf sie, und aus der Wolke rief eine Stimme: Das ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören. Als sie dann um sich blickten, sahen sie auf einmal niemand mehr bei sich außer Jesus. Während sie den Berg hinabstiegen, verbot er ihnen, irgendjemand zu erzählen, was sie gesehen hatten, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden sei. Dieses Wort beschäftigte sie, und sie fragten einander, was das sei: von den Toten auferstehen. Da fragten sie ihn: Warum sagen die Schriftgelehrten, zuerst müsse Elija kommen? Er antwortete: Ja, Elija kommt zuerst und stellt alles wieder her. Aber warum heißt es dann vom Menschensohn in der Schrift, er werde viel leiden müssen und verachtet werden? Ich sage euch: Elija ist schon gekommen, doch sie haben mit ihm gemacht, was sie wollten, wie es in der Schrift steht.“

In der Verslegende der hl. Klara wird beschrieben, wie das Gesicht der hl. Klara v. Assisi beim Gebet strahlte und verklärt wurde:

„Die Wonnen, welche sie betend aus der ewigen Quelle verkostete,
und die Funken, die zu ihr vom seligen Glutofen sprühten,
oder den Glanz, den sie vom Gemach des Bräutigams zurückbrachte,
leitete sie zu den Schwestern hin. Sie erfreute sie durch den Nektar des Wortes,
selbst entflammt freut sie sich, ihre Schwestern mit feuriger Rede
zu entflammen. Jene bewunderten das überaus strahlende Antlitz
dieser Jungfrau und die feurigen Worte der Sprechenden.
Leuchtender war ihr Gesicht, sobald sie vom Feuerofen glühenden
Gebetes zurückkehrte, es schimmerte von himmlischen Strahlen.
Sieh doch, was ein reines Gebet für die Gerechten an Verdienst einbringt
oder was die heilige Betrachtung dem Betenden zurückschenkt.
Wie einst das Gesicht des Mose, als er den Berg bestieg,
strahlend leuchtete, weil ihn der Herr gütig anblickte,
so entrückte für eine kleine Weile die Unterredung mit dem
lieblichen Bräutigam ihr die Sinne der Seele, während sie Himmlisches in der
Burg ihres Geistes betrachtete und ihr Antlitz verklärte.“
(VKl 687-702; KQ 222)

TAGESEVANGELIUM vom 17. Feb. 2017

p1010488Markus 8,34-9,1
„In jener Zeit rief Jesus die Volksmenge und seine Jünger zu sich und sagte: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen und um des Evangeliums willen verliert, wird es retten. Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt? Um welchen Preis könnte ein Mensch sein Leben zurückkaufen? Denn wer sich vor dieser treulosen und sündigen Generation meiner und meiner Worte schämt, dessen wird sich auch der Menschensohn schämen, wenn er mit den heiligen Engeln in der Hoheit seines Vaters kommt. Und er sagte zu ihnen: Amen, ich sage euch: Von denen, die hier stehen, werden einige den Tod nicht erleiden, bis sie gesehen haben, dass das Reich Gottes in seiner ganzen Macht gekommen ist.“

So wie die hl. Klara v. Assisi wollte auch die hl. Agnes v. Prag auf vergänglichen Reichtum verzichten um das unvergängliche Leben zu gewinnen. Papst Gregor IX. gewährte ihr 1238 das Privileg der Armut.

„Gregor, Bischof, Diener der Diener Gottes, seinen in Christus geliebten Töchtern, der Äbtissin und dem Konvent der eingeschlossenen Mägde Christi vom Prager Kloster des hl. Franziskus aus dem Damiansorden, Gruß und apostolischen Segen. In der gläubigen Überzeugung, dass der Geist des ewigen Vaters selber in euch spricht, da eurer Gesinnung Gott allein genügt, nehmen wir eure Bitten gütig an: Wir erhören sie voller Gunst, als ob sie von Gott selber formuliert wären, indem sie nur Himmlisches verkosten. Vor allem aber zeigen offensichtliche Indizien an, dass ihr angesichts der Königin aller Jungfrauen, die nicht einmal die Unterkunft armer Leute hatte, als sie den Himmelskönig gebar, und nur Mangel schaute, als sie den Gläubigen ewigen Überfluss brachte, es als ungeziemend erachtet, ein wonnenhaftes Leben zu führen, zumal der eingeborene Schöpfer aller Dinge selber in armselige Tücher gewickelt in der Krippe lag. Aus diesem Grund nehmen wir euren freiwilligen Verzicht auf das Hospital Sankt Franziskus in der Diözese Prag mit allen dazugehörenden Rechten und Gütern an, die euch und durch euch einst eurem Kloster vom Apostolischen Stuhl gewährt worden sind. Ihr habt uns mit euren Bitten und Tränen besiegt, indem ihr aus Verachtung der sichtbaren Dinge zu den Wonnen unsichtbarer Schätze eilt und die Dornen eifrig zu umgehen sucht, mit denen das Zeitliche die Betrachtung des Antlitzes Gottes behindert – wie das irdisch Gesinnten gewöhnlich geschieht. So gewähren wir euch mit der Autorität des vorliegendem Schreibens, dass ihr gegen euren Willen künftig nicht gezwungen werden könnt, irgendwelchen Besitz anzunehmen. Keinem unter den Menschen sei es deshalb erlaubt, in irgendeiner Weise gegen den Wortlaut dieses unseres Zugeständnisses zu verstoßen oder ihm mit verwegener Kühnheit zuwiderzuhandeln. Sollte sich jemand anmaßen, solches auch nur zu versuchen, so wisse er, dass er den Zorn des allmächtigen Gottes und der seligen Apostel Petrus und Paulus auf sich zieht.
Gegeben in Lateran, am 17. Tag vor Anfang Mai, im zwölften Jahr unseres Pontifikats.  (3 Priv 1-7; KQ 367f)

TAGESEVANGELIUM vom 16. Feb. 2017

Klarazyklus - Klara sieht Kind bei Predigt (2).jpgMarkus 8,27-33
„Jesus ging mit seinen Jüngern in die Dörfer bei Cäsarea Philippi. Unterwegs fragte er die Jünger: Für wen halten mich die Menschen? Sie sagten zu ihm: Einige für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für sonst einen von den Propheten. Da fragte er sie: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Simon Petrus antwortete ihm: Du bist der Messias! Doch er verbot ihnen, mit jemand über ihn zu sprechen. Dann begann er, sie darüber zu belehren, der Menschensohn müsse vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er werde getötet, aber nach drei Tagen werde er auferstehen. Und er redete ganz offen darüber. Da nahm ihn Petrus beiseite und machte ihm Vorwürfe. Jesus wandte sich um, sah seine Jünger an und wies Petrus mit den Worten zurecht: Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen! Denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen.“

Die hl. Klara v. Assisi hatte stets das im Sinn, was Gott will. Am Schluss der Dritten Chorlegende wird das kurz zusammengefasst:

„Wunderbar war ja die Liebe der Jungfrau zur Geburt Christi, brennend ihr Mitleiden mit seiner Passion, fromm ihr Verlangen nach dem Altarsakrament, aufmerksam die süße Wonne am Wort Gottes. Weil daher in der Sehnsucht ihrer Seele häufig der Name und das Gedächtnis Christi waren, trug es sich zu, dass sie des Öfteren von Christus sichtbar heimgesucht und durch die Entrückung des Geistes erquickt wurde. Als Verehrerin des Kreuzes befreite sie auch viele durch das Zeichen des Kreuzes von Gefahren. Als sie sich schließlich, nachdem sie unter ständigem Siechtum ausgehalten hatte, nicht mehr selbst zu körperlicher Arbeit erheben konnte, ließ sie sich mit Hilfe der Schwestern aufrichten. Den Rücken mit Kissen gestützt, arbeitete sie mit eigenen Händen, damit sie in ihrer Krankheit nicht müßig sei. So ließ sie aus dem durch ihre Arbeit verfertigten Linnen viele Korporalien für das Opfer des Altares herstellen und an verschiedene Kirchen verteilen.“ (3 Chor 45-49; KQ 696)

TAGESEVANGELIUM vom 15. Feb. 2017

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San Damiano heute aufgenommen letzte Woche von einem gut befreundeten Ehepaar

Markus 8,22-26
„In jener Zeit kamen Jesus und seine Jünger nach Betsaida. Da brachte man einen Blinden zu Jesus und bat ihn, er möge ihn berühren. Er nahm den Blinden bei der Hand, führte ihn vor das Dorf hinaus, bestrich seine Augen mit Speichel, legte ihm die Hände auf und fragte ihn: Siehst du etwas? Der Mann blickte auf und sagte: Ich sehe Menschen; denn ich sehe etwas, das wie Bäume aussieht und umhergeht. Da legte er ihm nochmals die Hände auf die Augen; nun sah der Mann deutlich. Er war geheilt und konnte alles ganz genau sehen. Jesus schickte ihn nach Hause und sagte: Geh aber nicht in das Dorf hinein!“

Dem hl. Franz von Assisi wurden die Augen des Geistes geöffnet und er sah das Kommen von Schwestern zum Kloster San Damiano voraus. In der Dreigefährtenlegende wird davon berichtet:

„Als Franziskus unermüdlich am Bau der erwähnten Kirche arbeitete, kam ihm der Wunsch, in der Kirche sollten ständig Leuchten brennen. Darum ging er in die Stadt, um Öl zu betteln. Er kam in die Nähe eines Hauses und sah dort Menschen zum Spiel versammelt. Weil er sich schämte, vor aller Augen um Almosen zu bitten, zog er sich zurück. Nach einer Weile der Besinnung aber klagte er sich an, gesündigt zu haben, und lief zu dem Platz, wo das Spiel stattfand. In Gegenwart aller, die dabeistanden, bekannte er seine Schuld, sich ihretwegen geschämt zu haben, um ein Almosen zu bitten. Und feurigen Geistes bat er vor jenem Haus auf Französisch um der Liebe Gottes willen um Öl für die Leuchten der genannten Kirche. Wie er nun mit noch anderen an dem erwähnten Bauwerk arbeitete, rief er wiederum auf Französisch den Bewohnern der Gegend und den an der Kirche Vorbeigehenden in der Freude des Geistes laut zu: „Kommt und helft mir beim Bau der Kirche San Damiano! Hier wird bald ein Kloster von Frauen sein, durch deren Ruhm und Leben unser himmlischer Vater in der ganzen Kirche verherrlicht werden wird.“ Siehe, wie er, von prophetischem Geist erfüllt, die Zukunft vorhersagte! Denn dies ist jener heilige Ort, an dem
die ruhmreiche Gemeinschaft und der überaus hervorragende Orden der Armen Herrinnen und heiligen Jungfrauen etwa sechs Jahre nach der Bekehrung des seligen Franziskus durch eben diesen seligen Franziskus seinen glücklichen Anfang nahm. Ihr wunderbares Leben und ihre glorreiche Ordensgründung wurden vom Herrn Papst Gregor IX. seligen Angedenkens, damals Bischof von Ostia, mit der Vollmacht des Apostolischen Stuhles durch wiederholte Bestätigung anerkannt.“ (Gef 24,1-8; FQ 625f)

TAGESEVANGELIUM vom 14. Feb. 2017

Kiril.metodi4.pngLukas 10,1-9
„In jener Zeit suchte der Herr zweiundsiebzig andere aus und sandte sie zu zweit voraus in alle Städte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte. Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden. Geht! Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und keine Schuhe! Grüßt niemand unterwegs! Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als Erstes: Friede diesem Haus! Und wenn dort ein Mann des Friedens wohnt, wird der Friede, den ihr ihm wünscht, auf ihm ruhen; andernfalls wird er zu euch zurückkehren. Bleibt in diesem Haus, esst und trinkt, was man euch anbietet; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Lohn. Zieht nicht von einem Haus in ein anderes! Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt, so esst, was man euch vorsetzt. Heilt die Kranken, die dort sind, und sagt den Leuten: Das Reich Gottes ist euch nahe.“

Heute begehen wir das Fest der Heiligen Cyrill und Methodius. Sie sind Schutzpatrone Europas. Cyrill und Methodius waren Brüder und stammten aus Thessalonike (Saloniki). Seit 863 wirkten sie gemeinsam als Missionare bei den slawischen Völkerschaften von Mähren und Ungarn. Cyrill übersetzte biblische und liturgische Texte in die Volkssprache (Altslawisch), für die er auch eine eigene Schrift schuf. Die Verwendung der slawischen Sprache in der Liturgie stieß bei den westlichen Bischöfen auf harten Widerstand, wurde aber von Papst Hadrian II. gebilligt. Cyrill starb am 14. Februar 869 in Rom, Methodius am 6. April 885. Die beiden vom byzantinischen Kaiser und dem Patriarchen Photius ausgesandten Missionare brachten den Slawen mit dem Glauben auch die Kultur und die Verbindung mit der römischen Kirche.

In allen Sprachen
Als Johannes VIII. im Jahr 880 die slawische Liturgie guthieß, schrieb er: „Derselbe Gott, der die drei hauptsächlichen Sprachen, nämlich hebräische, griechische und lateinische, geschaffen hat, er hat auch alle anderen Sprachen zu seinem Lob und seiner Ehre geschaffen.“

TAGESGEBET
Gott, du Heil aller Menschen,
du hast durch die Brüder Cyrill und Methodius
den slawischen Völkern
das Licht deiner Wahrheit geschenkt.
Gib, dass wir deine Lehre
mit bereitem Herzen aufnehmen
und zu einem Volk werden,
das im wahren Glauben
und im rechten Bekenntnis geeint ist.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

TAGESEVANGELIUM vom 13. Feb. 2017

P1010405 (3).JPGMarkus 8,11-13
„In jener Zeit kamen die Pharisäer und begannen ein Streitgespräch mit Jesus; sie forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel, um ihn auf die Probe zu stellen. Da seufzte er tief auf und sagte: Was fordert diese Generation ein Zeichen? Amen, das sage ich euch: Dieser Generation wird niemals ein Zeichen gegeben werden. Und er verließ sie, stieg in das Boot und fuhr ans andere Ufer.“

Die Pharisäer fordern ein Zeichen vom Himmel. Die hl. Klara v. Assisi erkennt den Plan Gottes in den Zeichen der Armut. Der hl. Bonaventura schreibt an die Schwestern der hl. Klara „Von der Vollkommenheit des Lebens“:

„Reichtum sucht der Heide, der ohne Gott lebt; Reichtum sucht der Jude, der irdische Verheißungen empfing“, aber du, Jungfrau Christi, Magd des Herrn, was denkst du dir, wenn du Reichtum suchst, da du doch Armut gelobt hast, da du unter den Armen Christi lebst, des armen Vaters Franziskus Tochter sein willst und versprochen hast, die arme Mutter Klara nachzuahmen? Wenn der Herr also mitten unter hartherzigen und ungläubigen Juden für seine Jünger sorgen konnte, so dass sie sich keine Sorgen machen brauchten, ist es da so verwunderlich, dass er die Minderbrüder, welche dieselbe Vollkommenheit gelobt haben, und die Armen Schwestern, welche die Armut des Evangeliums nachahmen, mitten im christgläubigen Volk versorgen wird? Glückliche Dienerin Gottes, beherzige die Armut unseres armen Herrn Jesus Christus, präge deinem Herzen die Armut seines Vaters Franziskus ein, gedenke der Armut deiner Mutter Klara und hänge mit deinem ganzen Eifer und allem Bemühen der Armut an, umarme die Herrin Armut und wünsche, nichts unter dem Himmel um des Herrn willen zu lieben als nur die Armut, nicht Ehre, nicht andere zeitliche Dinge, nicht Reichtum, sondern sei bestrebt, die heilige Armut, die du gelobt hast, ohne Wanken zu beachten.“ (2 BonKl 3-5; KQ 772f)

SONNTAGSEVANGELIUM vom 12. Feb. 2017

Matthäus 5, 17-37
„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern 6. Sonntag - A.PNGum zu erfüllen. Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist. Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich. Darum sage ich euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemand tötet, soll dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du gottloser Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein. Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gebe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe. Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, so lange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist. Sonst wird dich dein Gegner vor den Richter bringen, und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben, und du wirst ins Gefängnis geworfen. Amen, das sage ich dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du den letzten Pfennig bezahlt hast. Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst nicht die Ehe brechen. Ich aber sage euch: Wer eine Frau auch nur lüstern ansieht, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen. Wenn dich dein rechtes Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus und wirf es weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird. Und wenn dich deine rechte Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab und wirf sie weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle kommt. Ferner ist gesagt worden: Wer seine Frau aus der Ehe entlässt, muss ihr eine Scheidungsurkunde geben. Ich aber sage euch: Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, liefert sie dem Ehebruch aus; und wer eine Frau heiratet, die aus der Ehe entlassen worden ist, begeht Ehebruch. Ihr habt gehört. dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst keinen Meineid schwören, und: Du sollst halten, was du dem Herrn geschworen hast. Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht, weder beim Himmel, denn er ist Gottes Thron, noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel für seine Füße, noch bei Jerusalem, denn es ist die Stadt des großen Königs. Auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören; denn du kannst kein einziges Haar weiß oder schwarz machen. Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen.“

Mit unserem Plakat an der Kirchtür wünschen wir Euch allen einen frohen und gesegneten Sonntag mit viel Freude im Herzen. Pace e Bene Euch aus dem Klarissenkloster Maria Enzersdorf

TAGESEVANGELIUM vom 11. Februar 2017

Our_Lady_of_Lourdes_-_Grotto_of_Lourdes_-_Lourdes_2014.JPGMarkus 8,1-10
„In jenen Tagen waren wieder einmal viele Menschen um Jesus versammelt. Da sie nichts zu essen hatten, rief er die Jünger zu sich und sagte: Ich habe Mitleid mit diesen Menschen; sie sind schon drei Tage bei mir und haben nichts mehr zu essen. Wenn ich sie hungrig nach Hause schicke, werden sie unterwegs zusammenbrechen; denn einige von ihnen sind von weither gekommen. Seine Jünger antworteten ihm: Woher soll man in dieser unbewohnten Gegend Brot bekommen, um sie alle satt zu machen? Er fragte sie: Wie viele Brote habt ihr? Sie antworteten: Sieben. Da forderte er die Leute auf, sich auf den Boden zu setzen. Dann nahm er die sieben Brote, sprach das Dankgebet, brach die Brote und gab sie seinen Jüngern zum Verteilen; und die Jünger teilten sie an die Leute aus. Sie hatten auch noch ein paar Fische bei sich. Jesus segnete sie und ließ auch sie austeilen. Die Leute aßen und wurden satt. Dann sammelte man die übrig gebliebenen Brotstücke ein, sieben Körbe voll. Es waren etwa viertausend Menschen beisammen. Danach schickte er sie nach Hause. Gleich darauf stieg er mit seinen Jüngern ins Boot und fuhr in das Gebiet von Dalmanuta.“

Heute wird der Gedenktag Unserer Lieben Frau in Lourdes begangen. Am 11. Februar 1858 sah das vierzehnjährige Hirtenmädchen Bernadette Soubirous in einer Felsgrotte bei Lourdes zum ersten Mal die „Dame“, die sich als „die Unbefleckte Empfängnis“ vorstellte. Die Erscheinung wiederholte sich bis zum 16. Juli an weiteren siebzehn Tagen. Dabei lud Maria die Menschen zur Wallfahrt an diesen Ort, vor allem aber zu Gebet und Buße ein. Zu der Grotte, in der auch eine Quelle entsprang, sind seither Millionen von Pilgern mit ihren leiblichen und seelischen Nöten gekommen. Die Zahl der kirchlich anerkannten Wunder ist zwar nicht sehr groß (bis 1959 waren es 58); aber der Glaube der Pilger weiß viel mehr. Der heutige Gedenktag wurde 1891 von Papst Leo XIII. genehmigt und 1907 von Pius X. auf die ganze Kirche ausgedehnt.

TAGESGEBET
Barmherziger Gott,
in unserer Schwachheit
suchen wir bei dir Hilfe und Schutz.
Höre auf die Fürsprache
der jungfräulichen Gottesmutter Maria,
die du vor der Erbschuld bewahrt hast,
und heile uns von aller Krankheit
des Leibes und der Seele.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

TAGESEVANGELIUM vom 10. Feb. 2017

St.Adolari_-_Empore_8_Scholastica.jpgMarkus 7,31-37
„In jener Zeit verließ Jesus das Gebiet von Tyrus wieder und kam über Sidon an den See von Galiläa, mitten in das Gebiet der Dekapolis. Da brachte man einen Taubstummen zu Jesus und bat ihn, er möge ihn berühren. Er nahm ihn beiseite, von der Menge weg, legte ihm die Finger in die Ohren und berührte dann die Zunge des Mannes mit Speichel; danach blickte er zum Himmel auf, seufzte und sagte zu dem Taubstummen: Effata!, das heißt: Öffne dich! Sogleich öffneten sich seine Ohren, seine Zunge wurde von ihrer Fessel befreit, und er konnte richtig reden. Jesus verbot ihnen, jemand davon zu erzählen. Doch je mehr er es ihnen verbot, desto mehr machten sie es bekannt. Außer sich vor Staunen sagten sie: Er hat alles gut gemacht; er macht, dass die Tauben hören und die Stummen sprechen.“

Heute ist der Gedenktag der hl. Scholastika. Über sie haben wir Nachrichten nur durch den legendären Bericht des Papstes Gregor d. Gr. Scholastika war eine Schwester des hl. Benedikt und wohnte als gottgeweihte Jungfrau nicht weit vom Kloster Monte Cassino. Einmal im Jahr besuchte sie ihren Bruder zu einem geistlichen Gespräch. Das Letzte dieser Gespräche ist bemerkenswert, dass es bis in die Nacht hinein verlängert wurde; Scholastika hat den Bruder dazu gezwungen, indem sie durch ihr Gebet ein plötzliches Gewitter bewirkte, das ein Verlassen des Hauses unmöglich machte. Scholastika „war mächtiger, weil sie die größere Liebe hatte“, sagt Gregor. Drei Tage später sah Benedikt die Seele seiner Schwester in Gestalt einer Taube zum Himmel aufsteigen. Ihren Leib ließ er in dem Grab beisetzen, das für ihn selbst bestimmt war.

TAGESGEBET
Erhabener Gott,
wir begehen
das Gedächtnis der heiligen Jungfrau Scholastika.
Lass uns nach ihrem Beispiel
dir stets in aufrichtiger Liebe dienen
und gewähre uns in deiner Güte
einst einen seligen Heimgang zu dir.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

TAGESEVANGELIUM vom 9. Feb. 2017

P1010321.JPGMarkus 7,24-30
„In jener Zeit brach Jesus auf und zog von dort in das Gebiet von Tyrus. Er ging in ein Haus, wollte aber, dass niemand davon erfuhr; doch es konnte nicht verborgen bleiben. Eine Frau, deren Tochter von einem unreinen Geist besessen war, hörte von ihm; sie kam sogleich herbei und fiel ihm zu Füßen. Die Frau, von Geburt Syrophönizierin, war eine Heidin. Sie bat ihn, aus ihrer Tochter den Dämon auszutreiben. Da sagte er zu ihr: Lasst zuerst die Kinder satt werden; denn es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen. Sie erwiderte ihm: Ja, du hast Recht, Herr! Aber auch für die Hunde unter dem Tisch fällt etwas von dem Brot ab, das die Kinder essen. Er antwortete ihr: Weil du das gesagt hast, sage ich dir: Geh nach Hause, der Dämon hat deine Tochter verlassen. Und als sie nach Hause kam, fand sie das Kind auf dem Bett liegen und sah, dass der Dämon es verlassen hatte.“

In der Verslegende der hl. Klara v. Assisi wird von der Heilung einer Frau berichtet, die von einem Dämon geplagt worden war.

„Eine Frau namens Alexandrina war so übel durch Anhauchung eines Dämons heimgesucht worden, dass er sie, die sich an einer Felswand festhielt, in den Wellen eines Flusses nach Art eines Vogels häufig hin- und herflattern ließ. Indem er sie, da sie sich [nur] an einem dünnen Ast festhielt, zwang, im Tiberfluss unterzutauchen, ließ er die verhöhnte Arme wie ein Spieler an derselben Stelle auch [wieder] los. Sie hatte aufgrund dieser Schikanen den Gebrauch ihrer linken Seite verloren, die Krankheit hatte ihr eine Hand verkrüppelt und keine Heilmittel konnten ihr Gesundheit verleihen. Zum heiligen Grabmal Klaras eilte die Kranke und schüttete mit zerknirschtem Herzen ihre Bitten aus. Dem Gelöbnis der Bittenden neigte sich sogleich die gottergebene Jungfrau zu und schenkte ihr als beste Ärztin Heilung von einer dreifachen Krankheit. Die verkrüppelte Hand wurde geheilt, die Kranke erlangte die Gesundheit ihrer Seite und der böse Feind wurde vertrieben. Eine andere Frau wurde von einem Dämon und vielen Schmerzen geplagt. Sie machte sich zur Grabstätte der Jungfrau auf und erhielt zur selben Zeit auf Klaras Erbarmen hin die ersehnte Heilung.“ (VKl 1499-1517; KQ 249f)

TAGESEVANGELIUM vom 8. Feb. 2017

bewegliche Sonnenblume.gifMarkus 7,14-23
„In jener Zeit rief Jesus die Leute zu sich und sagte: Hört mir alle zu und begreift, was ich sage: Nichts, was von außen in den Menschen hineinkommt, kann ihn unrein machen, sondern was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein. Er verließ die Menge und ging in ein Haus. Da fragten ihn seine Jünger nach dem Sinn dieses rätselhaften Wortes. Er antwortete ihnen: Begreift auch ihr nicht? Seht ihr nicht ein, dass das, was von außen in den Menschen hineinkommt, ihn nicht unrein machen kann? Denn es gelangt ja nicht in sein Herz, sondern in den Magen und wird wieder ausgeschieden. Damit erklärte Jesus alle Speisen für rein. Weiter sagte er: Was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein. Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Habgier, Bosheit, Hinterlist, Ausschweifung, Neid, Verleumdung, Hochmut und Unvernunft. All dieses Böse kommt von innen und macht den Menschen unrein.“

„Alles Böse kommt von innen“, sagt Jesus. Möge die hl. Klara von Assisi uns helfen, alles Böse in uns zu besiegen. Die Sequenz „Ave preclara virgo clara“ aus Eger in Tschechien besingt die strahlende Reinheit der hl. Klara:

1. Sei gegrüßt,
hell leuchtende
Jungfrau Klara,
zum Vorbild der Armen Schwestern
von Gott her geboren.
2a. Wohlan, du Braut Gottes,
klug und heilig,
Gipfel der Armut,
Vorbild der Keuschheit,
bist nach Maria
erschaffen auf Erden.
2b. Jungfrau, Verächterin der Welt,
Liebhaberin Gottes,
Arche heiliger Hoffnung,
der Liebe, des Glaubens:
erkenne doch alle
dich Liebenden.
3a. Dich hat mit Glauben
erfüllt durch Heiligen Hauch
schon im zarten Alter
er, durch den Väter und Propheten
freudig herrschen.
3b. Du hast das Holz des heiligen
Kreuzes andächtig angebetet,
so wie der, den Gabriel verkündete,
dich als jungfräuliches Gefäß
erleuchtet hat.
4a. Du hast das Lamm, den König,
der die Welt regiert,
mit demütigem Herzen
kraft heiliger Neigung
zu deiner heimlichen Verlobung
hingeführt.
4b. Du hast auch die wütende
Schlange Leviatan,
die wie die Welt und das Fleisch
gegen dich kämpfte,
durch deine frommen Bitten
dem Untergang geweiht.
5a. Daher wächst die Freude der Völker
und uns Armen ist es ein Trost,
dass aus dem Kästchen das Sakrament
zu dir auf wundersame Weise sprach,
als du ihn batest,
der den Himmel ewig regiert,
dass er barmherzig stille den Krieg.
5b. Wenn daher dieses Manna dem
Fleische zur wahren Abtötung wird,
erweise uns die Huld und
hilf uns mit innigem Flehen,
die wir liegen in Todeswehen.
Bitte, o Jungfrau, dass wir würdig
werden, im himmlischen Hofe
vereint mit den Heiligen Gottes
Bürger Christi zu werden.
6a. Lass uns die süße Quelle,
die im Himmel fließt,
aus Gott entspringend,
mit aufrichtigem Glauben verkosten
und mit demütigem
und glühendem Herzen
die Kupferschlange am Kreuze
schauen.
6b. Lass uns dem heiligen Feuer
und dem Wort des Vaters,
das von der Jungfrau geboren,
für uns am Kreuz den Tod erlitten hat
und auferweckt wurde
am dritten Tag,
mit reinen Lippen und reinem Herzen
nahen.
7a. Höre uns,
denn dich ehrt Christus
als seine Braut.
7b. Jesus,
rette uns, für die
die Jungfrau Klara dich bittet.
8a. Lass uns die Quelle des Guten schauen,
lass uns den Anker unserer Hoffnung
in dir befestigen.
9. Auf die Fürbitte der überaus christlichen
Mutter, der heiligen Klara,
lass uns auf ein seliges Ende hin
aus der Drangsal dieser Zeit,
Schöpfer, zu dir hinübergehen.
(3 Sequ 1-9; KQ 650-653)

TAGESEVANGELIUM vom 7. Feb. 2017

coleta
Ikone der Klarissen in Münster

Lukas 10,38-42
„Sie zogen zusammen weiter und er kam in ein Dorf. Eine Frau namens Marta nahm ihn freundlich auf. Sie hatte eine Schwester, die Maria hieß. Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seinen Worten zu. Marta aber war ganz davon in Anspruch genommen, für ihn zu sorgen. Sie kam zu ihm und sagte: Herr, kümmert es dich nicht, dass meine Schwester die ganze Arbeit mir allein überlässt? Sag ihr doch, sie soll mir helfen! Der Herr antwortete: Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen. Aber nur eines ist notwendig. Maria hat das Bessere gewählt, das soll ihr nicht genommen werden.“

Die HL. COLETA wurde 1381 zu Corbie in Frankreich geboren. Nach dem Tode ihrer El­tern verteilte sie ihre ganze Habe, nahm das Kleid des Dritten Ordens und lebte eine Zeitlang als Einsiedlerin. Später wurde sie Klarissin und refor­mierte mit päpstlicher Vollmacht viele Klöster des Ersten und Zweiten Or­dens mit dem Ziel, die ursprüngliche franziskanische Lebensform wiederherzustellen. Sie starb am 6. März 1447.

Aus dem Testament der Heiligen:

Getreulich müssen wir halten, was wir versprochen haben; wenn wir aus menschlicher Schwäche versagen, müssen wir uns immer wieder und ohne Verzug aufrichten durch heilige Buße. Seien wir darauf bedacht, recht zu leben und heilig zu sterben.

TAGESGEBET
Gott, unser Herr,
du hast uns die heilige Coleta
als Vorbild der Armut und des Gebetes gegeben.
Gib, dass der Geist des Evangelium,
den sie in Weisheit gelehrt
und in ihrem Leben verwirklicht hat,
sich in uns erneuere und vertiefe.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

TAGESEVANGELIUM vom 6. Feb. 2017

Eucharistie brot - clarisse frances. misiona.jpgMarkus 6,53-56
„In jener Zeit fuhren Jesus und seine Jünger auf das Ufer zu, kamen nach Genesaret und legten dort an. Als sie aus dem Boot stiegen, erkannte man ihn sofort. Die Menschen eilten durch die ganze Gegend und brachten die Kranken auf Tragbahren zu ihm, sobald sie hörten, wo er war. Und immer, wenn er in ein Dorf oder eine Stadt oder zu einem Gehöft kam, trug man die Kranken auf die Straße hinaus und bat ihn, er möge sie wenigstens den Saum seines Gewandes berühren lassen. Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt.“

In der franziskanischen Familie gedenken wir heut der heiligen Märtyrer Petrus Baptista, Paul Miki und ihrer Gefährten. Petrus Baptista wurde 1542 in Spanien geboren. Viele Jahre war er auf den Philippinien, bevor er 1593 mit fünf Mitbrüdern nach Japan gesandt wurde. Politische und religiöse Wirren setzten ihrer apostolischen und karitativen Tätigkeit ein Ende. Petrus Baptista wurde gefangengenommen und mit seinen Gefährten, 3 Jesuiten und 15 Terziaren, bei Nagasaki gekreuzigt. Am 5. Februar 1597 vollendeten sie ihr Martyrium.

Vor seinem Tode schreibt der hl. Petrus Baptista in einem Brief:
„Wir sind unterwegs in diesem reichlich kalten Wintermonat, begleitet von einer großen Wachmannschaft. Wir sind tief getröstet im Herrn. Wir ziehen in der Freude des Herrn unseren Weg, weil wir verurteilt sind, dafür gekreuzigt zu werden, dass wir gegen den Befehl des Kaisers das Gesetz Gottes verkündigt haben. Die danach verlangen, für Christus zu sterben, haben nun Gelegenheit dazu. Liebe Brüder, helft uns mit eurem Gebet, dass unser Tod der göttlichen Majestät wohlgefällig sei und uns – wie wir hoffen – in den Himmel führe.“

TAGESGEBET
Starker Gott,
du bist die Kraft der Heiligen;
du hast den heiligen Petrus Baptista,
Paul Miki und seine Gefährten
durch das Martyrium am Kreuz
zur ewigen Herrlichkeit geführt.
Hilf uns auf die Fürbitte dieser Heiligen,
Christus, dem Gekreuzigten, nachzufolgen
und ihn bis zum Tode gläubig zu bekennen,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

SONNTAGSEVANGELIUM vom 5. Feb. 2017

5. Sonntag - A.PNGMatthäus 5, 13-16
„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr; es wird weggeworfen und von den Leuten zertreten. Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf dem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber, sondern man stellt es auf den Leuchter; dann leuchtet es allen im Haus. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“

Liebe Freunde und Wohltäter! Liebe Brüder und Schwestern! Wir Klarissen in Maria Enzersdorf wünschen Euch einen frohen und gesegneten Sonntag.

Tagesevangelium vom 4. Februar 2017

Paula_Modersohn-Becker_015.jpgMarkus 6,30-34
„In jener Zeit versammelten sich die Apostel, die Jesus ausgesandt hatte, wieder bei ihm und berichteten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten. Da sagte er zu ihnen: Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus. Denn sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen, so zahlreich waren die Leute, die kamen und gingen. Sie fuhren also mit dem Boot in eine einsame Gegend, um allein zu sein. Aber man sah sie abfahren, und viele erfuhren davon; sie liefen zu Fuß aus allen Städten dorthin und kamen noch vor ihnen an. Als er ausstieg und die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er lehrte sie lange.“

TAGESEVANGELIUM vom 3. Februar 2017

St._Blasius_(Engetried)_Fresko_08.jpgMarkus 6,14-29
„In jener Zeit hörte der König Herodes von Jesus; denn sein Name war bekannt geworden, und man sagte: Johannes der Täufer ist von den Toten auferstanden; deshalb wirken solche Kräfte in ihm. Andere sagten: Er ist Elija. Wieder andere: Er ist ein Prophet, wie einer von den alten Propheten. Als aber Herodes von ihm hörte, sagte er: Johannes, den ich enthaupten ließ, ist auferstanden. Herodes hatte nämlich Johannes festnehmen und ins Gefängnis werfen lassen. Schuld daran war Herodias, die Frau seines Bruders Philippus, die er geheiratet hatte. Denn Johannes hatte zu Herodes gesagt: Du hattest nicht das Recht, die Frau deines Bruders zur Frau zu nehmen. Herodias verzieh ihm das nicht und wollte ihn töten lassen. Sie konnte ihren Plan aber nicht durchsetzen, denn Herodes fürchtete sich vor Johannes, weil er wusste, dass dieser ein gerechter und heiliger Mann war. Darum schützte er ihn. Sooft er mit ihm sprach, wurde er unruhig und ratlos, und doch hörte er ihm gern zu. Eines Tages ergab sich für Herodias eine günstige Gelegenheit. An seinem Geburtstag lud Herodes seine Hofbeamten und Offiziere zusammen mit den vornehmsten Bürgern von Galiläa zu einem Festmahl ein. Da kam die Tochter der Herodias und tanzte, und sie gefiel dem Herodes und seinen Gästen so sehr, dass der König zu ihr sagte: Wünsch dir, was du willst; ich werde es dir geben. Er schwor ihr sogar: Was du auch von mir verlangst, ich will es dir geben, und wenn es die Hälfte meines Reiches wäre. Sie ging hinaus und fragte ihre Mutter: Was soll ich mir wünschen? Herodias antwortete: Den Kopf des Täufers Johannes. Da lief das Mädchen zum König hinein und sagte: Ich will, dass du mir sofort auf einer Schale den Kopf des Täufers Johannes bringen lässt. Da wurde der König sehr traurig, aber weil er vor allen Gästen einen Schwur geleistet hatte, wollte er ihren Wunsch nicht ablehnen. Deshalb befahl er einem Scharfrichter, sofort ins Gefängnis zu gehen und den Kopf des Täufers herzubringen. Der Scharfrichter ging und enthauptete Johannes. Dann brachte er den Kopf auf einer Schale, gab ihn dem Mädchen, und das Mädchen gab ihn seiner Mutter. Als die Jünger des Johannes das hörten, kamen sie, holten seinen Leichnam und legten ihn in ein Grab.“

Heute ist der Gedenktag des hl. Blasius. Er war Bischof von Sebaste in Armenien. Nach der Legende erlitt er unter Kaiser Licinius um 316 einen grausamen Märtyrertod. Im Gefängnis soll er einem Knaben, der eine Fischgräte verschluckt hatte, das Leben gerettet haben; deshalb wird er im Osten und Westen gegen Halsleiden angerufen (Blasius-Segen seit dem 16. Jahrhundert). Seit dem späten Mittelalter gilt er als einer der Vierzehn Nothelfer.

TAGESGEBET
Herr, unser Gott,
erhöre dein Volk, das am Tag des heiligen
Bischofs und Märtyrers Blasius zu dir ruft.
Bewahre uns vor Krankheit und Schaden
in diesem zeitlichen Leben
und hilf uns in aller Not,
damit wir das ewige Heil erlangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

TAGESEVANGELIUM vom 2. Februar 2017

Menologion_of_Basil_037.jpgLukas 2,22-40
„Es kam für die Eltern Jesu der Tag der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung. Sie brachten das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn zu weihen, gemäß dem Gesetz des Herrn, in dem es heißt: Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn geweiht sein. Auch wollten sie ihr Opfer darbringen, wie es das Gesetz des Herrn vorschreibt: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben. In Jerusalem lebte damals ein Mann namens Simeon. Er war gerecht und fromm und wartete auf die Rettung Israels, und der Heilige Geist ruhte auf ihm. Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden, er werde den Tod nicht schauen, ehe er den Messias des Herrn gesehen habe. Jetzt wurde er vom Geist in den Tempel geführt; und als die Eltern Jesus hereinbrachten, um zu erfüllen, was nach dem Gesetz üblich war, nahm Simeon das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten: Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel. Sein Vater und seine Mutter staunten über die Worte, die über Jesus gesagt wurden. Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird. Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden. Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen. Damals lebte auch eine Prophetin namens Hanna, eine Tochter Penuëls, aus dem Stamm Ascher. Sie war schon hochbetagt. Als junges Mädchen hatte sie geheiratet und sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt; nun war sie eine Witwe von vierundachtzig Jahren. Sie hielt sich ständig im Tempel auf und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten. In diesem Augenblick nun trat sie hinzu, pries Gott und sprach über das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten. Als seine Eltern alles getan hatten, was das Gesetz des Herrn vorschreibt, kehrten sie nach Galiläa in ihre Stadt Nazaret zurück. Das Kind wuchs heran und wurde kräftig; Gott erfüllte es mit Weisheit, und seine Gnade ruhte auf ihm.“

Heute feiern wir das Fest der Darstellung des Herrn. Das Fest am 40. Tag nach der Geburt des Herrn wurde in Jeru­salem mindestens seit Anfang des 5. Jahrhunderts gefeiert; es wurde „mit gleicher Freude wie Ostern begangen“ (Bericht der Pilgerin Aetheria). In Rom wurde es um 650 eingeführt. Der Festinhalt ist vom Evangelium her gegeben (Lk 2,22-40). Im Osten wurde es als „Fest der Begegnung des Herrn“ verstanden: der Messias kommt in seinen Tempel und begegnet dem Gottesvolk des Alten Bundes, vertreten durch Simeon und Hanna. Im Westen wurde es mehr ein Marienfest: „Reinigung Marias“ nach dem jüdischen Gesetz (Lev 12). Kerzenweihe und Lichterprozession kamen erst später hinzu. Seit der Liturgiereform von 1960 wird „Mariä Lichtmess“ auch in der römischen Kirche wieder als Fest des Herrn gefeiert: Fest der „Darstellung des Herrn“.

TAGESGEBET
Allmächtiger, ewiger Gott,
dein eingeborener Sohn
hat unsere menschliche Natur angenommen
und wurde am heutigen Tag im Tempel dargestellt.
Läutere unser Leben und Denken,
damit wir mit reinem Herzen vor dein Antlitz treten.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

TAGESEVANGELIUM vom 1. Februar 2017

20150718215501919_0008Markus 6,1b-6
„In jener Zeit kam Jesus in seine Heimatstadt; seine Jünger begleiteten ihn. Am Sabbat lehrte er in der Synagoge. Und die vielen Menschen, die ihm zuhörten, staunten und sagten: Woher hat er das alles? Was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist! Und was sind das für Wunder, die durch ihn geschehen! Ist das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon? Leben nicht seine Schwestern hier unter uns? Und sie nahmen Anstoß an ihm und lehnten ihn ab. Da sagte Jesus zu ihnen: Nirgends hat ein Prophet so wenig Ansehen wie in seiner Heimat, bei seinen Verwandten und in seiner Familie. Und er konnte dort kein Wunder tun; nur einigen Kranken legte er die Hände auf und heilte sie. Jesus zog durch die benachbarten Dörfer und lehrte.“

Auch die hl. Klara v. Assisi hatte unter dem Unverständnis ihrer Verwandten zu leiden. In einem umbrischen Klara-Leben wird davon berichtet:

„Sogleich wurde die ganze Welt von dieser Neuigkeit erfüllt, und unter ihren Verwandten, die sich voller Wut versammelten, getroffen von tiefem Schmerz über das Geschehene, gab es große Aufregung, und in keiner Weise wollten sie dulden, dass sie dort so bleibe. Deshalb brachen sie alle auf und zogen zum genannten Kloster, bereit, sie mit Gewalt herauszuholen, wenn sie es mit Liebe nicht vermochten. Doch dank der Gnade Gottes vermochten sie es nicht. Darum trachteten sie, das Gift in einem Netz von Schmeicheleien zu verbergen, und fingen an, ihr zu schmeicheln und große Liebe zu zeigen, indem sie ihr große Geschenke versprachen, wenn sie abließe von solcher Niedrigkeit. Ihre Niedrigkeit wurde nämlich für sie zu großer Schande und Schmach, weil eine ihrer Töchter, die so edel, reich und schön war, sich an einem Ort von so großer Armut und solchen Elends befand. Denn unter ihnen, einem so alten, adeligen und mächtigen Geschlecht, gab es kein einziges Beispiel von jemandem, der sich in so große Entbehrung und Armut begeben hätte. Um verstehen zu geben, wozu sie bereit war, trat die gebenedeite und heilige Tochter Klara zum Altar, denn dort gab es ein armes Kirchlein, und griff nach dem Altartuch, damit ihr Gott zu Hilfe käme, sollte man sie mit Gewalt nach Hause schleppen wollen. Sie fasste es mit der rechten Hand, mit der anderen aber nahm sie die Schleier vom Haupt, den weißen und den schwarzen, zeigte ihnen den geschorenen Kopf und sagte, man könne sie niemals vom Dienst Gottes entfernen. Und je größer der Kampf mit den Verwandten wurde, umso mehr erstarkte ihr Herz und wuchs an Tugend. Die göttliche Liebe gab ihr so große Kraft, dass die Verwandten, deren Wüten gegen sie viele Tage andauerte, sie auf keine Weise, weder mit Verlockungen noch mit Einschüchterungen, von ihrem heiligen Vorsatz abbringen konnten. Und zuletzt, als sie ihre Standhaftigkeit und Stärke sahen, machten sie sich davon, besiegt und zuschanden gemacht ließen sie sie in Ruhe und belästigten sie nicht weiter. Einige Tage später ging die heilige Klara nach dem Willen des heiligen Franziskus von dort weg in ein anderes Kloster, das Sant’Angelo di Panzo hieß, denn in San Paolo schien es ihr nicht so ruhig und für Gebet und Betrachtung geeignet zu sein. (Umb 2,27-38; KQ 1215)

 

 

 

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